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Journal Dienstag, 6.9.2016

Kurze Nacht, langer Tag.

Herr Schnuffke bekommt anscheinend seinen sechsten Zahn. Zumindest deuten die Anzeichen (sabbern, knabbern, nachts hochschrecken und sich den Mund halten) darauf hin.
Zusätzlich wird sein Husten wieder schlimmer. Gerade nachts reißt ihn das aus dem Schlaf.

Morgen früh gibts wieder Zwiebelsaft für ihn.

Jott und ich waren heute Abend beim Infoabend für werdende Eltern im Krankenhaus Neukölln. Herr Schnuffke wurde von meinen Eltern aus dem Kindergarten abgeholt und den Abend über beschäftigt und versorgt.
Neukölln wirkt wie eine Geburtsfabrik. Das lässt sich bei ungefähr zehn Geburten pro Tag vermutlich nicht ganz verhindern, aber sowohl wir als auch andere werdende Eltern hatten den Eindruck von Fließband-Abfertigung. Von St. Joseph, das ungefähr gleich viele Geburten pro Tag hat, hatten wir einen besseren Eindruck. Dort war mit wesentlich mehr Wärme vom Krankenhaus berichtet worden, es wirkte menschlicher.
Das passt zu den Berichten, die wir von Freunden und Bekannten hören, die in Neukölln entbunden haben. Jotts Krankenhauswahl steht also so gut wie fest.

Was schön war: Allein mit Jott zum Krankenhaus und wieder zurück fahren.

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WMDEDGT?

Journal Dienstag, 5.9.2016 – WMDEDGT 9/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

5:34 Uhr klingelt der Wecker. Leise geht es raus aus den Federn, um weder Jott noch Herrn Schnuffke zu wecken. Bis 6 Uhr bin ich fertig geduscht, habe Kaffee aufgesetzt und das Frühstück für Herrn Schnuffke vorbereitet. Zeit, die Familie zu wecken. Herr Schnuffke lässt sich morgens ein bisschen bitten, bis er die Augen aufschlägt, ist dann aber äußerst fröhlich und startet mit einem breiten Grinsen in den neuen Tag (eines der vielen Dinge, die ich von ihm lernen kann).
Kurz nach 7 Uhr verlassen wir das Haus und fahren zur KiTa. Wir haben Glück, kurz bevor wir das Haus verlassen hört es auf zu regnen. Also kein Rumgefummel mit Regenüberzug und Regenschirm.

Die Bahnfahrt ist ereignislos, Herr Schnuffke lässt sich auskitzeln, winkt anderen Pendlern zu und ist fröhlich. Ich demzufolge auch.
Ziemlich genau eine Stunde später kommen wir in der KiTa an. Herr Schnuffke braucht eine neue Windel, zu Hause blieb der morgendliche Toilettenbesuch heute ergebnislos. Also fix das Kind wickeln, ihn abgeben (heute fast ohne Tränen, yay!) und auf zur Arbeit. Halb Neun schlage ich ihm Büro auf und freue mich, einen Kollegen, den ich seit fast drei Monaten nicht gesehen habe, wiederzusehen. Erst war ich in Elternzeit, dann er im Home Office und im Urlaub.

Die erste Amtshandlung im Büro ist das Aufschreiben meiner erfassten Zeiten vom Freitag. Darauf hatte ich Freitag Abend keine Lust mehr. Danach pussel ich vor mich hin, versorge meinen Kollegen mit einigen Aufgaben, prüfe die Status von mehreren Tickets eines unser Projekte und betreibe Code Review.
Dreiviertel Zehn beginnt das tägliche Morgenmeeting, erst mit den Projektmanagern und danach mit den Entwicklern. Jeder rekapituliert, mit welchen Aufgaben er am Vortag beschäftigt war und wie seine Tagesplanung aussieht.
Als wir fertig sind, ist es ungefähr halb Elf und ich habe Hunger. Das Frühstück liegt vier Stunden zurück, bis zum Mittag dauert es noch. Da muss das Notfall-Studentenfutter ran, das ich mir in weiser Voraussicht gekauft habe.

Mit einer Handvoll Nüsse im Magen arbeite ich weiter auf einem Projekt, auf das ich am Freitag spontan umschwenken sollte. Einen anderen Entwickler, der die letzten Tage nicht anwesend war, weise ich auf den aktuellen Projektstand ein und stimme mich mit ihm ab, wer welche Änderungen vornimmt. Nachdem alle Unklarheiten beseitigt sind, schreibe ich viele viele Zeilen Code.
Gegen 13 Uhr sind wir fertig, alle Tickets wurden bearbeitet. Zeit für die Mittagspause! Es gibt Spaghetti-Bolognese-Reste vom Wochenende.

Nach meiner Mittagspause kann ich an meinem Lieblingsprojekt, das ich seit inzwischen fast zwei Jahren begleite, weiter arbeiten. Ich nehme Code-Optimierungen vor, für die ich mich tief, tief durch viele alte Dateien wühlen muss. Das macht Spaß, und so merke ich kaum wie die Zeit vergeht. Daher schrecke ich gegen 16:15 Uhr hoch- ich muss ja in die KiTa und Herrn Schnuffke abholen! Also in aller Eile die letzte Zeile Code geschrieben, den Rechner zugeklappt und in die KiTa rübergeflitzt. Zum Glück ist der Weg nicht lang und dauert nur zehn Minuten.

Herr Schnuffke spielt beim Abholen wieder selbstständig vor sich hin und ist gut drauf. Das ist schön anzusehen und macht mich froh, denn offenbar gefällt es ihm inzwischen gut im Kindergarten.
Ich schnappe mir also behutsam das Kind, wir winken den Erzieherinnen und anderen Kindern zum Abschied und dann machen wir uns fertig. Beim Begutachten der Reste aus der Frühstücksbrotdose erzählt eine Erzieherin, die Feierabend hat, wie gut sich Herr Schnuffke inzwischen macht und das er in der KiTa angekommen ist. Wie schön.

Mit einem Käsestullen mampfenden Kind verlasse ich so ungefähr dreiviertel Fünf die KiTa. Heute laufen wir nicht nach Norden zum Bahnhof Friedrichstraße, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Jott und ich sind in Tempelhof verabredet, am St. Joseph Krankenhaus findet ein Informationsabend für werdende Eltern statt. St. Joseph ist eines der größeren Krankenhäuser mit angeschlossener Kinderstation, in das wir für die Zwillingsgeburt gehen können. Leider hat „unser“ Krankenhaus in Köpenick keine Kinderstation, sonst würden wir die Zwillinge dort entbinden lassen.
Wir kommen gut voran, und als wir in Höhe U-Bahnhof Paradestraße nach Westen ins Fliegerviertel abbiegen, kann ich es kaum fassen wie hübsch die Gegend ist. Maximal dreistöckige Mehrfamilienhäuser mit kleinen Gärten, ruhige kleine Straßen, viel Grün- ich will kaum glauben, dass ich noch in Berlin bin. Es wirkt wie eine beschauliche, ruhige Kleinstadt.
St. Joseph liegt inmitten dieses Idylls. Wir treffen Jott vor dem Haupteingang und gehen in den großen Konferenzraum, in dem die Informationsveranstaltung um 18 Uhr stattfindet. Es ist voll, aber das kennen wir ja bereits von den Informationsabenden aus der ersten Schwangerschaft.

Eine Minute nach Beginn des Vortrags wird Herr Schnuffke sehr unruhig. Er möchte herumlaufen und sich alles angucken. Ich schnappe ihn mir also und gehe mit ihm auf den Krankenhausfluren spazieren. Nach einer Weile gesellen sich mehrere andere Väter mit ihren Kindern zu uns. Herr Schnuffke macht die Bekanntschaft der dreijährigen Marie, die von Pferdinand und Murmel und ein bisschen auch von Herrn Schnuffke schwer begeistert ist. Die beiden spielen ein bisschen, was mir ganz gelegen kommt. So kann ich mich drei Minuten hinsetzen und zugucken.

Gegen 19:15 Uhr ist der Vortrag zu Ende. Auf dem Weg zum Auto und auf der Heimfahrt lasse ich mir von Jott alle wichtigen Details geben. Ihr Eindruck von St. Joseph ist positiv.
Auf den letzten Metern schläft Herr Schnuffke ein, es war ein langer Tag für ihn. Ich trage das Kind nach Ankunft in die Wohnung, Jott übernimmt das Wickeln und Zubettbringen.

Während die beiden miteinander kuscheln, esse ich die letzten Feigen vom Wochenende, schaue kurz in Twitter rein und räume etwas herum. Gegen 20:45 Uhr gehe ich wieder an den Arbeitsrechner und starte den Home-Office-Teil des Tages. Auch heute arbeite ich etwas mehr als ich müsste, aber das passt ganz gut, weil ich so genug Zeit rausarbeite um morgen nichts machen zu müssen. Morgen Abend findet nämlich ein Info-Abend im Krankenhaus Neukölln statt, an dem wir auch teilnehmen.

Die Abendarbeit läuft gut, mir liegt die Uhrzeit.

Halb Elf mache ich Schluss, baue den Arbeitsrechner ab und den Privatrechner auf. Der WmDedgT?-Eintrag will geschrieben werden, außerdem brauche ich noch ein bisschen Zerstreuung.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist es 23:30 Uhr, Zeit fürs Bett.

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Journal Sonntag, 4.9.2016

Ein durchwachsener Tag, nicht nur was das Wetter anbelangt.

Nach dem Frühstück beginnt Jott, das Kinderzimmer umzuräumen. Sie hat wohl einen Anfall von Nestbautrieb und mich spontan zum Umräumen eingeplant. Super, wenn es eine Sache gibt die ich nicht leiden kann, dann ist es das: Mal eben so Möbel von A nach B schieben. Es nervt mich unglaublich und spielt in einer Liga mit Möbel aufbauen. Find ich auch blöd. Selbst wenn das Ergebnis gut ist, regt mich der Weg dahin auf. Ich mache tausend Sachen lieber als sowas. Und sei es Wäsche zusammenlegen oder putzen.

Gemeinsam verschieben wir Bett, Regal, Wickelkommode und Kleiderschrank. Mehrmals. Irgendwann haben wir ein Ergebnis erreicht, das mir sowohl optisch gut gefällt als auch praktisch scheint. Im Scherz sage ich zu Jott, dass sie bitte nicht alles erneut verschieben soll, während ich duschen gehe.

Als ich wiederkomme, schiebt Jott gerade die Wickelkommode auf die andere Seite des Zimmers. Der Rest ist schon umgeräumt. Ich habe keine Lust mehr auf planloses Umherschieben und überlasse weitere Umräumereien ihr.

Da wir am Nachmittag mit den Nachbarn von oben verabredet sind, hänge ich mit Herrn Schnuffke ein bisschen in der Luft. Es ist noch jede Menge Zeit, aber das Kind hat schlechte Laune, ist nölig und müde. Nach dem Mittagessen versuche ich, ihn zum Einschlafen zu bringen, scheitere aber. Nach einer halben Stunde darf Jott ihr Glück versuchen und schafft es nach 20 Minuten. Leider schläft Herr Schnuffke nicht lange und ist weiterhin nölig.

Irgendwann ist endlich der Zeitraum unserer Verabredung gekommen. Wir fahren mit unseren Nachbarn von oben mit dem Bus zum Rübezahl am Müggelsee. Dort gibt es einen großen Abenteuerspielplatz. Herr Schnuffke ist sofort Feuer und Flamme. Gemeinsam klettern wir und rutschen und rutschen und klettern. Nach einer guten Stunde habe ich keine große Lust mehr, aber das Kind ist nicht zu bremsen. Da der Spielplatz für ihn allein noch zu gefährlich ist, klettern und rutschen wir also weiter. Immerhin macht es Herrn Schnuffke unglaublich viel Spaß, er jauchzt und lacht und freut sich.

Irgendwann, es muss so gegen 17:30 Uhr sein, nehmen die dunklen Wolken über dem Müggelsee zu, mitunter donnert es aus Richtung Stadt. Wir beschließen, unsere Zelte abzubrechen und nach Hause zu fahren. Während der Fahrt beginnt es zu nieseln, kurz vor unserer Endstation geht der Niesel in Platzregen über. Wir flitzen die 100 Meter von der Bushaltestelle nach Hause und werden klatschnass- bis auf Herrn Schnuffke. Der sitzt, durch das Verdeck geschützt, im Buggy und freut sich, weil der Wagen beim Rennen so schön holpert.

Abends das übliche Programm: Kind baden, Abendbrot essen, Küche aufräumen.

Als Herr Schnuffke schläft, planen Jott und ich die Zeit um die Zwillingsgeburt. Da Zwillinge selten bis zur 40. Schwangerschaftswoche im Bauch bleiben und teils sogar sehr viel früher geboren werden, ist es mir wichtig bereits im Vorfeld möglichst gut auf die Situation vorbereitet zu sein. Wenn es soweit ist, wirds eh stressig genug sein, da kann es nicht schaden einen Schlachtplan zu haben.
Als wir mit der Geburt durch sind, besprechen wir noch die Zeit danach und überlegen uns, wann ich Urlaub nehme und wie wir die Elternzeit aufteilen. Ein ungefährer Plan steht, wir werden es vermutlich wie bei Herrn Schnuffke handhaben- mit dem Unterschied, dass ich eventuell das Elterngeld Plus in Anspruch nehme.

Jott wird morgen die Möbelverteilung des Kinderzimmers planen und skizzieren, damit wir gemeinsam die Möbel an ihren endgültigen Platz schieben können- ich nahm ihr das als Versprechen ab.

Vor kurzem erschien eine neue Erweiterung für World of Warcraft. Ich spiele ja schon seit anderthalb Jahren nicht mehr, aber momentan besteht der starke Wunsch, das zu ändern. Machen werd ichs nicht, dafür ist die Zeit nicht da- aber ich würde halt sehr gern.

Was schön war: Zusammen mit Jott und Herrn Schnuffke beim Abendessen Grimassen zu ziehen und Tischlieder singen.
Ich wusste gar nicht, dass nach dem „Klatsch Klatsch Klatsch“ noch zwei Strophen kommen. Mal gucken, wie Herr Schnuffke die findet.

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Journal Samstag, 3.9.2016

Dieses Kind… Gestern Abend war ich versucht zu schreiben, dass die Nächte seit ein paar Tagen wieder ganz ok verlaufen. Herr Schnuffke wird von Jott in unserem Bett in den Schlaf begleitet und schläft nachts zwischen uns. Das funktioniert eigentlich ganz gut, Herr Schnuffke schreckte die letzten Nächte über noch ein oder zwei Mal hoch und schlief ansonsten durch.

Heute Nacht jedoch nicht. Zwischen 23:30 Uhr und 1 Uhr war er ungefähr alle 20 Minuten wach, weinte und greinte und hielt sich und uns vom Schlafen ab. Besser wurde es erst, als wir gegen 1 Uhr entnervt aufgaben und ich mit ihm ins Wohnzimmer umzog. Danach schliefen wir mit zwei Aufwachern zwischendurch immerhin bis um Sieben (yay, ausschlafen!).

Ich verstehs nicht- weshalb läuft es drei, vier Tage jede Nacht etwas besser und dann, mit einem Mal, wieder nicht? Was ist der Auslöser dafür? Oder gibt es gar keinen und es ist einfach nur Zufall?

Gibt es Mittel und Wege, nach dem x-ten Aufwachen innerhalb von anderthalb Stunden nicht angenervt zu sein? Ich fühle mich sehr unzulänglich als Vater und Mensch, wenn ich das Kind irgendwann dahin wünsche, wo der Pfeffer wächst, nur um endlich in Ruhe schlafen zu können.

Nach dem Frühstück gingen Herr Schnuffke und ich einkaufen. Im Kindersitz des Einkaufswagens sitzend, hilft er mittlerweile tatkräftig mit. Nachdem ich etwas aus dem Regal genommen habe, gehe ich zurück zum Einkaufswagen und bitte Herrn Schnuffke, den Gegenstand zu nehmen und in den Wagen zu legen. Das macht er dann auch- er nimmt die Sachen, guckt sie sich genau an und lässt sie hinter sich in den Wagen fallen. Sowas funktioniert natürlich nur bei Einkaufsgütern, die nicht so leicht kaputt gehen oder vom Fall in den Wagen Schäden davon tragen können.

Der Einkauf dauert zwar dadurch etwas länger, und manchmal ist auch ein kleines Loch in einen Karton/ eine Verpackung genagt oder die Sachen sind zerknickt/ zerknittert, aber Herr Schnuffke freut sich, weil er mir helfen kann und Neues entdeckt.

Schwierig wird es nur an der Kasse, wenn er einen Lieblingsgegenstand (heute war es Kuvertüre) nicht hergeben möchte und seinen Unwillen lautstark kundtut. Zum Glück sorgen in diesem Fall Tauschgeschäfte für Abhilfe (Kuvertüre gegen Mandelstifte, und die hat er selbst aufs Kassenband gelegt).

Als wir am letzten Wochenende bei meinen Eltern waren, kämpften Jott und ich noch mit den Spätfolgen unserer Erkältungen. Eigentlich dachten wir, nicht mehr ansteckend zu sein, aber da haben wir uns scheinbar geirrt. Bei einem Telefonat mit meinem Papa kam heraus, dass die beiden seit ein paar Tagen ebenfalls erkältet sind und sich so durch den Tag quälen. Wir sind scheinbar gesundheitsgefährdend für unsere Mitmenschen…

Jott und ich haben überlegt, weshalb diese ganzen Kinder-Effekte (vor allem bei mir) so sehr reinhauen: Unsere Vermutung ist, dass unser Immunsystem von diesen Keimen, gegen die es seit Jahrzehnten nicht kämpfen musste, überfordert ist. Kann das sein?

Beim Wäsche aufhängen half Herr Schnuffke ebenfalls. Sobald ich ihn darum bat, reichte er mir Klammern vom Boden hoch. Die er zuvor runtergeschmissen und an verschiedenen Orten deponiert hatte.

Das der Sommer tatsächlich langsam vorrüber geht, macht sich nicht nur an den kühleren Nächten bemerkbar. Auch die Sonne steht nicht mehr so hoch am Himmel wie noch vor acht Wochen. Unser Wäschestammplatz im Hof wird nicht mehr durch die Sonne beschienen, zu hoch sind die umliegenden Häuser und Bäume. Die Wäsche musste im Schatten trocknen.

Nach dem Mittag legten Herr Schnuffke und ich uns hin. Das Kind war müde und schlief innerhalb von zehn Minuten ein. Zehn Sekunden später war ich auch weg. Als wir beide einen gefühlten Wimpernschlag später aufwachten, waren zweieinhalb Stunden vergangen.

Jotts Schwangerschaft macht sich von Woche zu Woche stärker bemerkbar. Inzwischen gehört es überwiegend zu meinen Aufgaben, Herrn Schnuffke von A nach B zu tragen und ihn hochzuheben.
Als ich ihn am Abend auf die Wickelkommode setzte, fiel mir auf das ich ihn in den letzten drei Wochen kaum gewickelt hatte. Morgens kümmert sich Jott darum, während ich mich fertig mache, tagsüber ist Herr Schnuffke im Kindergarten, und Abends macht auch wieder Jott ihn bettfertig.
Gut, dass bald zwei neue Kinder kommen- nicht, dass ich die Wickelei noch verlerne!

Der Kindergarten sowie der Umstand, dass Herr Schnuffke morgens und abends auf die Toilette gesetzt wird, führt zu einem drastischen Rückgang unseres Windelverbrauchs. Der Windeleimer steht inzwischen größtenteils leer. Darum waren wir etwas irritiert, als es im Kinderzimmer latent muffelte. Die Ursache war schnell gefunden: Der Eimer selbst müffelt vor sich hin. Nach mehreren Jahren harten Einsatzes (wir bekamen ihn von einer Zwillingsmutter geschenkt) hat er seine besten Zeiten hinter sich.

Die Beatsteaks und Dirk von Lowtzow. Gute Kombination.

Was schön war: Zwischen Kuchen essen und Abendbrot mit Herrn Schnuffke im Hof spielen, sich dabei mit einem Nachbarn unterhalten (wir sind jetzt per Du) und vor dem Hochgehen tonnenweise Sand aus allen Schuhen kippen.

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Journal Freitag, 2.9.2016

Ein guter Start in den Tag: Wickeln und Übergabe in der KiTa funktionierten super. Herr Schnuffke streckte sich direkt nach der Erzieherin und begann erst nach fünf Sekunden zu weinen. Das ist ein ungeheurer Fortschritt, wenn man bedenkt das vor anderthalb Wochen noch festklammern und weinen beim Öffnen des Gruppenraumes an der Tagesordnung waren.

Auf dem Gendarmenmarkt fielen mir die vielen Polizisten in voller Kampfmontur und mehrere Einsatzwagen auf. Ein kurzer Blick ins Internet brachte Erleuchtung: Heute morgen waren in dieser Ecke der Stadt mehrere Demos.

Die Menge der gerüsteten und bewaffneten Polizisten fand ich unbehaglich, uniforme Menschenmassen- ob es nun Polizisten, Demo-Teilnehmer oder Fußballfans sind- sorgen bei mir immer für ein „Schnell weg“-Gefühl.

Im Büro musste ich Vormittags spontan auf ein anderes Projekt umschwenken. Das Projekt ist, wie eine Kollegin so schön sagte, etwas „anders“ auf- und umgesetzt, daher hatte ich keinen großen Spaß bei der Arbeit und sehnte den Feierabend herbei.
Zum Glück verging die Zeit recht fix.

Herr Schnuffke spielte in der KiTa zum ersten Mal, als ich ihn abholte. Bislang saß er immer bei den Erziehern oder ließ sich sogar von ihnen tragen, nicht aber heute. Er hockte ganz vertieft im Sandkasten und sortierte Steinchen in einen Eimer, und als ich ihn auf mich aufmerksam machte, freute er sich zwar, ließ aber nur ungern den Eimer los.
Es wird, es wird.

Spielbedingt schoben wir zu Hause ein ungeplantes Bad ein- Hände und Gesicht waren sandverschmiert, in den Speckfältchen der Arme saß feiner Sandstaub fest. Das Badewasser färbe sich dann auch etwas dunkler. Der Tag hat sich also gelohnt für Herrn Schnuffke.

Abends wieder Home Office. Aus einem „Hm, ich mach das noch fix fertig“ wurden 50 Minuten mehr als notwendig. D’oh!

Was schön war: Herrn Schnuffke spielen zu sehen. Da fiel mir ein Stein vom Herzen.

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Journal Donnerstag, 1.9.2016

Im Büro einmal angestellt wie der erste Mensch.

Ich musste zur Bearbeitung eines Projekts eine bestimmte Software installieren. Die Installation sah vor, dass ich händisch in Konfigurationsdateien einen bestimmten Dateipfad eintrage. Voller Überzeugung trug ich also den Pfad ein, installierte die Software und wunderte mich, weshalb nichts funktionierte. Und wunderte mich. Und probierte. Und googlete. Und schickte schließlich die Fehlerausgabe an eine Kollegin und bekam als Antwort sinngemäß die Frage, ob ich ganz ganz ganz sicher sei, dass der besagte Pfad tatsächlich korrekt sei? Aber ja, war ich das. Da Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist, prüfte ich allerdings noch einmal den korrekten Pfadnamen- nur um sicher zu gehen und ihr zu zeigen, dass damit alles stimmte. Tat es aber nicht, der Pfad beinhaltete einen falschen, weil nicht existenten Ordnernamen.

Das war mir sehr unangenehm.

Probleme mit externen Tastaturen sind mir bei MacBook Pro und MacBook Air bereits bekannt. In den letzten Tagen kamen Fehler bei der Handhabung der Magic Mouse hinzu: Klicks werden stark verzögert durchgegeben, der Cursor verrutscht. Alles trotz voller Batterie und guter Bluetooth-Verbindung.
Ich bin ziemlich angenervt davon- Tastatur und Mouse sind meine Arbeitswerkzeuge, die gerade bei dem von Apple aufgerufenen Preis einwandfrei funktionieren müssen.
Als Ersatz für die Magic Mouse nutze ich nun eine billige Logitech-Mouse für 10 Euro, die zwar kabelgebunden ist, aber dafür einwandfrei funktioniert.

Herr Schnuffke war heute wieder erstaunlich gut drauf. Es scheint, dass er sich allmählich an unseren neuen Tagesrhythmus gewöhnt.
Morgens weint er zwar immer noch bei der Übergabe, inzwischen aber deutlich „sanfter“ und kürzer. Er klammert sich auch nicht mehr verbissen an mich, sondern streckt sich teilweise nach der Erzieherin aus.
Es wird, scheinbar.

Abends Friseur. Ich sagte noch „Aber bitte nicht so kurz, dass man die Kopfhaut durchschimmern sieht.“. Und was passiert? Die Friseurin- ich war öfter bei ihr, sie ist furchtbar nett, macht gute Arbeit, ist aber etwas verpeilt- setzt die Maschine an und ratsch, da waren noch 8mm vom vorigen Kunden eingestellt und meine Haare etwas kürzer als angedacht.
Sie hats noch retten können, das Ergebnis kann sich auch sehen lassen. Aber erschrocken waren wir beide erstmal.

Was schön war: Das frische, leichte Gefühl auf’m Kopf, als die Haare runter waren.

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Journal Dienstag, 31.8.2016

Auf der „Pun Dog„-Seite las ich gestern den besten Witz seit einer gefühlten Ewigkeit:
Q: „What do you call a dog magician?“A: „A labracadabrador!“

Dafür konnte sich im Büro heute auch niemand erwärmen. Ist mein Humor so abseitig?
Bitte nicht beantworten!

Herr Schnuffke und ich hatten auf unserem Weg zur KiTa/ Arbeit viel, viel Spaß. Nicht. Wir haben die volle Stunde, in der der Verkehr gestört war, mitgenommen.
So wurden die normalen 60 Minuten zu 90 Minuten Arbeitsweg. Aber: Herr Schnuffke hat das einwandfrei weggesteckt, sich selbst beschäftigt, sich in kurzen Nölphasen gut ablenken lassen und so dafür gesorgt, dass es nicht allzu stressig war.

Durch eine flapsige Bemerkung in der KiTa angeregt, schaute ich in Mütterforen Elternforen nach Threads zu Größe und Gewicht der Kinder um 14 Monate herum, und war etwas verblüfft. Entweder schreiben dort nur Eltern mit zierlichen, kleinen Kindern, oder wir ziehen tatsächlich ein Riesenbaby groß. Der überwiegende Teil der Beitragenden hatte Kinder zwischen 9 und 11 Kilo und 74 bis 80 Zentimeter Länge- und da kam Herr Schnuffke schon vor einer Ewigkeit drüber. Jetzt bin ich jedenfalls noch neugieriger als vor dem Nachgucken, drum werd ich ihn morgen wiegen und messen.

Beim Abholen war Herr Schnuffke fröhlich! Er winkte sogar der Erzieherinnengruppe zu, das hatten wir bislang noch nicht. Ansonsten weint er beim Abholen ein bisschen, sobald er mich sieht (ich weiß nicht, ob aus Erleichterung oder weil das ein Kanal zum Stressabbau ist).
Auch den Heimweg verbrachten wir gut gelaunt, das war angenehm entspannt.
Morgen gern wieder.

Bedingt durch das abendliche Arbeiten im Home Office merke ich eines wieder: Ich würde gern generell eher spät arbeiten. Idealerweise von ~15 Uhr bis in die Nacht.
Zu dieser Zeit bin ich im Normalfall konzentrierter, fokussierter und produktiver. Die Vormittage sind, das war schon immer so, eher krampfig. Da brauche ich tatsächlich eine ToDo-Liste zum Abarbeiten, an der ich mich langhangeln kann. Und selbst, wenn ich die habe, lasse ich mich gern ablenken und herausreißen.
Die Pomodoro-Technik hilft zwar sehr, aber es kostet teils sehr starke Überwindung. Das ist Abends anders.

Was schön war: Gute-Nacht-Küsse mit Herrn Schnuffke austauschen. Ähnlich wie Frau Rabes Pippi reißt Herr Schnuffke dabei seinen Mund sperrangelweit auf, schaut mich/ uns mit erwartungsvollen Gesicht an und lässt sich auf die (ebenfalls meist schnoddrige) Oberlippe küssen. Und dann freut er sich :)
(Hm. Ob wir DESWEGEN so oft erkältet sind?)

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Journal Dienstag, 30.8.2016

Uff. Ich bin ganz geschafft von diesem Tag.

Dienstag ist ein langer Tag im Büro, das letzte Meeting zieht sich normalerweise bis 17 Uhr. Zum Glück hörten wir eine halbe Stunde früher auf, so konnte ich Herrn Schnuffke bereits um 16:45 Uhr abholen und ihm die Spätbetreuung ersparen. Zu Hause waren wir trotzdem erst ~18:15 Uhr, das war für uns beide anstrengend.
Dann: Abendbrot, Kind ins Bett bringen, nach einer dreiviertel Stunde entnervt aufgeben und an Jott übergeben, Küche aufräumen, nochmal Granola und das Mittagessen für morgen (mediterranen Kartoffelsalat) zubereiten, die Küche nochmal aufräumen, fünf Minuten den Kopf freipusten und ab ins Home Office. Wirklich frei habe ich seit ungefähr 15 Minuten, und eigentlich möchte ich nur noch schlafen. Die Nacht war nämlich auch nicht so prall.

Herr Schnuffke wächst und wächst und wächst… Seine Schuhe und Klamotten sind schon wieder zu klein. Jott hat ihm neue Sachen in 92 und Schuhe in 23 bestellt, hoffentlich trägt er beides etwas länger.

Niemand teilt meine Begeisterung für den Namen „Pferdinand“ für Herrn Schnuffkes Kuscheltierpferd. Ich verstehs nicht.
Und nein, ich gucke beim Aussprechen von Pferdinand- nur echt mit stark betonten „Pf“- natürlich nicht wie der Pun Dog. Wo kämen wir denn da hin.

Was schön war: Das hatte ich mir zurecht gelegt, irgendwas war. Aber ich kriegs nicht mehr zusammen, in meinem Kopf ist nur noch Matsch.

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Journal Montag, 29.8.2016

Herrje, das Wetter. Gegen heiße Nächte habe ich nichts, aber damit sind nicht 26° im Schlafzimmer gemeint. Hoffentlich ist das bald vorbei.

Am Wochenende durfte ich erstmals die Tritte der Zwillinge miterleben. Heute nun schickte mir Jott ein Video, auf dem ihre auf dem Bauch auf- und abhüpfende Hand zu sehen ist- offenbar tanzten die beiden zu dem Zeitpunkt gerade ausgelassen.

Dusslig wie ich bin vergaß ich am Freitag, meinen Wecker auf die normale Aufstehzeit umzustellen. Freitag konnte ich eine Stunde länger schlafen, weil ich wegen des Termins bei der Feindiagnostik Urlaub hatte.
Heute aber nicht, zumindest nicht planmäßig. Als der Wecker also um halb Sieben klingelte, war ich etwas verblüfft (und nicht ganz so müde). Jott sei Dank- es zahlt sich aus, einen Morgenmenschen als Partner zu haben, der die Augen aufschlägt und wach ist- kamen Herr Schnuffke und ich aber trotzdem mit nur einer Bahn Verspätung (entspricht zehn Minuten) los, die sich beim Umsteigen und auf dem Weg zur KiTa aufhoben. Für dieses Kunststück konzentrierte ich mich darauf, nicht tranig rumzutrödeln, sondern mich zielstrebig fertig zu machen, während Jott Herrn Schnuffke versorgte. Lediglich das Frühstück musste ich beim morgentlichen E-Mail checken am Büroschreibtisch zu mir nehmen, aber das ist das geringste Übel.

Die Sperrung zwischen Karlshorst und Ostkreuz ist wieder aufgehoben, die S-Bahn fuhr durch. Und der Aufzug am Ostkreuz funktionierte. Gleich zwei gute Nachrichten also von der Pendel-Front.
Ganz so selbstverständlich war das nicht, denn von Freitag bis Sonntag war der Zugverkehr von Köpenick nach Karlshorst wegen durch einen Brand beschädigter Signalkabel unterbrochen. Glücklicherweise waren die Kabel bis heute morgen aber repariert.

Während ich das schreibe, fällt mir ein worüber ich mich am Samstag aufregte: Der Twitter-Account S-Bahn Berlin berichtet zwar recht schnell und zuverlässig über Störungen im Betriebsablauf, beantwortet aber keine Nutzeranfragen/ Tweets zu diesen Störungen. Die Kommunikation läuft dort sehr einseitig ab.
Besser ist tatsächlich S-Bahn Berlin Info, der auch antwortet und Hinweise zu Umfahrungsmöglichkeiten gibt/ Alternativrouten vorschlägt.

Am Abend war ich mit der Gang (mehrere langjährige Arbeitskolleginnen mitsamt Partner) im Matreshka zum Essen verabredet. Weil eine der Bekannten in Bälde ihr erstes Kind erwartet (alles Gute, K+M!), hatte ich angeregt, dass wir uns davor noch einmal treffen, ehe entweder die Lust auf solche Unternehmungen nachlässt oder aber das Kind da ist.
Es wurde ein netter Abend. Ich trank mein erstes Kwas (schmeckte wie eine Mischung aus nicht ganz süßen Malzbier und etwas herberer Faßbrause), aß eine Kohlroulade und kostete Pelmeni. Leider feierte am Nebentisch eine vielköpfige Gesellschaft, dadurch war der Lärmpegel sehr hoch und die Bedienung überlastet. Wir wurden zwar um Entschuldigung gebeten und bekamen Vodka aufs Haus, aber da war unsere Stimmung schon etwas beeinträchtigt.
Beim nächsten Mal lieber wieder das Café Datscha, da gefiel es mir besser.

Ich habe einen furchtbar schlimmen Ohrwurm.

Dabei ist Tocotronic, bis auf wenige Ausnahmen, gar nicht so meins.

Herr Schnuffke bekommt nun endlich seinen fünften Zahn. Mehrere Zahnungs-Anzeichen der Vergangenheit entpuppten sich als Blindgänger, aber seit dem Wochenende hat Herr Schnuffke einen deutlich erhöhten Speichelfluss, knabbert auf allen möglichen und unmöglichen Gegenständen herum und fasst sich ständig an den Mund.

Als ich heute Abend nach Hause kam, bestätigte Jott den fünften Zahn: Er sei schon halb draußen und gut sichtbar.
Muss ich morgen doch mal in den Mund von Herrn Schnuffke gucken.

Was schön war: Abends mal außer Haus sein.

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Journal Sonntag, 28.8.2016

Herr Schnuffke ist wieder zu Hause. Jott und ich holten ihn heute von meinen Eltern ab und verbrachten noch einige Stunden bei ihnen im Brandenburgischen.

Wir sortieren am Vormittag diverse Kinderklamotten, um sie zu vakuumisieren. Irre, wie klein eine 50/56 neben einer 86/92 ist. Wenn die Zwillinge auf der Welt sind, werden sie uns superklein und Herr Schnuffke uns supergroß erscheinen.

Auf Twitter und hier im Blog erreichten mich viele Angaben zu den Ausgaben von unterschiedlichen Familien. Das ist total spannend, denn dadurch habe ich mehr Vergleichsmöglichkeiten.
Dadurch und basierend auf unseren Ausgaben im August lässt sich eines bereits sagen: Die angepeilten 100 Euro pro Woche sind höchstwahrscheinlich doch etwas zu wenig. Vermutlich sollten wir mit 120 bis 150 Euro pro Woche rechnen.

Im Zuge unserer Bemühungen, unsere Ausgaben einerseits besser zu planen und andererseits zu reduzieren, sind wir von Vattenfall zu Lichtblick gewechselt. Bei Lichtblick zahlen wir etwas weniger und beziehen, im Gegensatz zu Vattenfall, tatsächlich „Biostrom“ und keinen Strommix. Gut fürs Portemonnaie, gut fürs Karma.

Was schön war: Das schlafende Kind beim Autofahren anschmachten.