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Journal Sonntag, 4.9.2016

Ein durchwachsener Tag, nicht nur was das Wetter anbelangt.

Nach dem Frühstück beginnt Jott, das Kinderzimmer umzuräumen. Sie hat wohl einen Anfall von Nestbautrieb und mich spontan zum Umräumen eingeplant. Super, wenn es eine Sache gibt die ich nicht leiden kann, dann ist es das: Mal eben so Möbel von A nach B schieben. Es nervt mich unglaublich und spielt in einer Liga mit Möbel aufbauen. Find ich auch blöd. Selbst wenn das Ergebnis gut ist, regt mich der Weg dahin auf. Ich mache tausend Sachen lieber als sowas. Und sei es Wäsche zusammenlegen oder putzen.

Gemeinsam verschieben wir Bett, Regal, Wickelkommode und Kleiderschrank. Mehrmals. Irgendwann haben wir ein Ergebnis erreicht, das mir sowohl optisch gut gefällt als auch praktisch scheint. Im Scherz sage ich zu Jott, dass sie bitte nicht alles erneut verschieben soll, während ich duschen gehe.

Als ich wiederkomme, schiebt Jott gerade die Wickelkommode auf die andere Seite des Zimmers. Der Rest ist schon umgeräumt. Ich habe keine Lust mehr auf planloses Umherschieben und überlasse weitere Umräumereien ihr.

Da wir am Nachmittag mit den Nachbarn von oben verabredet sind, hänge ich mit Herrn Schnuffke ein bisschen in der Luft. Es ist noch jede Menge Zeit, aber das Kind hat schlechte Laune, ist nölig und müde. Nach dem Mittagessen versuche ich, ihn zum Einschlafen zu bringen, scheitere aber. Nach einer halben Stunde darf Jott ihr Glück versuchen und schafft es nach 20 Minuten. Leider schläft Herr Schnuffke nicht lange und ist weiterhin nölig.

Irgendwann ist endlich der Zeitraum unserer Verabredung gekommen. Wir fahren mit unseren Nachbarn von oben mit dem Bus zum Rübezahl am Müggelsee. Dort gibt es einen großen Abenteuerspielplatz. Herr Schnuffke ist sofort Feuer und Flamme. Gemeinsam klettern wir und rutschen und rutschen und klettern. Nach einer guten Stunde habe ich keine große Lust mehr, aber das Kind ist nicht zu bremsen. Da der Spielplatz für ihn allein noch zu gefährlich ist, klettern und rutschen wir also weiter. Immerhin macht es Herrn Schnuffke unglaublich viel Spaß, er jauchzt und lacht und freut sich.

Irgendwann, es muss so gegen 17:30 Uhr sein, nehmen die dunklen Wolken über dem Müggelsee zu, mitunter donnert es aus Richtung Stadt. Wir beschließen, unsere Zelte abzubrechen und nach Hause zu fahren. Während der Fahrt beginnt es zu nieseln, kurz vor unserer Endstation geht der Niesel in Platzregen über. Wir flitzen die 100 Meter von der Bushaltestelle nach Hause und werden klatschnass- bis auf Herrn Schnuffke. Der sitzt, durch das Verdeck geschützt, im Buggy und freut sich, weil der Wagen beim Rennen so schön holpert.

Abends das übliche Programm: Kind baden, Abendbrot essen, Küche aufräumen.

Als Herr Schnuffke schläft, planen Jott und ich die Zeit um die Zwillingsgeburt. Da Zwillinge selten bis zur 40. Schwangerschaftswoche im Bauch bleiben und teils sogar sehr viel früher geboren werden, ist es mir wichtig bereits im Vorfeld möglichst gut auf die Situation vorbereitet zu sein. Wenn es soweit ist, wirds eh stressig genug sein, da kann es nicht schaden einen Schlachtplan zu haben.
Als wir mit der Geburt durch sind, besprechen wir noch die Zeit danach und überlegen uns, wann ich Urlaub nehme und wie wir die Elternzeit aufteilen. Ein ungefährer Plan steht, wir werden es vermutlich wie bei Herrn Schnuffke handhaben- mit dem Unterschied, dass ich eventuell das Elterngeld Plus in Anspruch nehme.

Jott wird morgen die Möbelverteilung des Kinderzimmers planen und skizzieren, damit wir gemeinsam die Möbel an ihren endgültigen Platz schieben können- ich nahm ihr das als Versprechen ab.

Vor kurzem erschien eine neue Erweiterung für World of Warcraft. Ich spiele ja schon seit anderthalb Jahren nicht mehr, aber momentan besteht der starke Wunsch, das zu ändern. Machen werd ichs nicht, dafür ist die Zeit nicht da- aber ich würde halt sehr gern.

Was schön war: Zusammen mit Jott und Herrn Schnuffke beim Abendessen Grimassen zu ziehen und Tischlieder singen.
Ich wusste gar nicht, dass nach dem „Klatsch Klatsch Klatsch“ noch zwei Strophen kommen. Mal gucken, wie Herr Schnuffke die findet.

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