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Journal Samstag, 3.9.2016

Dieses Kind… Gestern Abend war ich versucht zu schreiben, dass die Nächte seit ein paar Tagen wieder ganz ok verlaufen. Herr Schnuffke wird von Jott in unserem Bett in den Schlaf begleitet und schläft nachts zwischen uns. Das funktioniert eigentlich ganz gut, Herr Schnuffke schreckte die letzten Nächte über noch ein oder zwei Mal hoch und schlief ansonsten durch.

Heute Nacht jedoch nicht. Zwischen 23:30 Uhr und 1 Uhr war er ungefähr alle 20 Minuten wach, weinte und greinte und hielt sich und uns vom Schlafen ab. Besser wurde es erst, als wir gegen 1 Uhr entnervt aufgaben und ich mit ihm ins Wohnzimmer umzog. Danach schliefen wir mit zwei Aufwachern zwischendurch immerhin bis um Sieben (yay, ausschlafen!).

Ich verstehs nicht- weshalb läuft es drei, vier Tage jede Nacht etwas besser und dann, mit einem Mal, wieder nicht? Was ist der Auslöser dafür? Oder gibt es gar keinen und es ist einfach nur Zufall?

Gibt es Mittel und Wege, nach dem x-ten Aufwachen innerhalb von anderthalb Stunden nicht angenervt zu sein? Ich fühle mich sehr unzulänglich als Vater und Mensch, wenn ich das Kind irgendwann dahin wünsche, wo der Pfeffer wächst, nur um endlich in Ruhe schlafen zu können.

Nach dem Frühstück gingen Herr Schnuffke und ich einkaufen. Im Kindersitz des Einkaufswagens sitzend, hilft er mittlerweile tatkräftig mit. Nachdem ich etwas aus dem Regal genommen habe, gehe ich zurück zum Einkaufswagen und bitte Herrn Schnuffke, den Gegenstand zu nehmen und in den Wagen zu legen. Das macht er dann auch- er nimmt die Sachen, guckt sie sich genau an und lässt sie hinter sich in den Wagen fallen. Sowas funktioniert natürlich nur bei Einkaufsgütern, die nicht so leicht kaputt gehen oder vom Fall in den Wagen Schäden davon tragen können.

Der Einkauf dauert zwar dadurch etwas länger, und manchmal ist auch ein kleines Loch in einen Karton/ eine Verpackung genagt oder die Sachen sind zerknickt/ zerknittert, aber Herr Schnuffke freut sich, weil er mir helfen kann und Neues entdeckt.

Schwierig wird es nur an der Kasse, wenn er einen Lieblingsgegenstand (heute war es Kuvertüre) nicht hergeben möchte und seinen Unwillen lautstark kundtut. Zum Glück sorgen in diesem Fall Tauschgeschäfte für Abhilfe (Kuvertüre gegen Mandelstifte, und die hat er selbst aufs Kassenband gelegt).

Als wir am letzten Wochenende bei meinen Eltern waren, kämpften Jott und ich noch mit den Spätfolgen unserer Erkältungen. Eigentlich dachten wir, nicht mehr ansteckend zu sein, aber da haben wir uns scheinbar geirrt. Bei einem Telefonat mit meinem Papa kam heraus, dass die beiden seit ein paar Tagen ebenfalls erkältet sind und sich so durch den Tag quälen. Wir sind scheinbar gesundheitsgefährdend für unsere Mitmenschen…

Jott und ich haben überlegt, weshalb diese ganzen Kinder-Effekte (vor allem bei mir) so sehr reinhauen: Unsere Vermutung ist, dass unser Immunsystem von diesen Keimen, gegen die es seit Jahrzehnten nicht kämpfen musste, überfordert ist. Kann das sein?

Beim Wäsche aufhängen half Herr Schnuffke ebenfalls. Sobald ich ihn darum bat, reichte er mir Klammern vom Boden hoch. Die er zuvor runtergeschmissen und an verschiedenen Orten deponiert hatte.

Das der Sommer tatsächlich langsam vorrüber geht, macht sich nicht nur an den kühleren Nächten bemerkbar. Auch die Sonne steht nicht mehr so hoch am Himmel wie noch vor acht Wochen. Unser Wäschestammplatz im Hof wird nicht mehr durch die Sonne beschienen, zu hoch sind die umliegenden Häuser und Bäume. Die Wäsche musste im Schatten trocknen.

Nach dem Mittag legten Herr Schnuffke und ich uns hin. Das Kind war müde und schlief innerhalb von zehn Minuten ein. Zehn Sekunden später war ich auch weg. Als wir beide einen gefühlten Wimpernschlag später aufwachten, waren zweieinhalb Stunden vergangen.

Jotts Schwangerschaft macht sich von Woche zu Woche stärker bemerkbar. Inzwischen gehört es überwiegend zu meinen Aufgaben, Herrn Schnuffke von A nach B zu tragen und ihn hochzuheben.
Als ich ihn am Abend auf die Wickelkommode setzte, fiel mir auf das ich ihn in den letzten drei Wochen kaum gewickelt hatte. Morgens kümmert sich Jott darum, während ich mich fertig mache, tagsüber ist Herr Schnuffke im Kindergarten, und Abends macht auch wieder Jott ihn bettfertig.
Gut, dass bald zwei neue Kinder kommen- nicht, dass ich die Wickelei noch verlerne!

Der Kindergarten sowie der Umstand, dass Herr Schnuffke morgens und abends auf die Toilette gesetzt wird, führt zu einem drastischen Rückgang unseres Windelverbrauchs. Der Windeleimer steht inzwischen größtenteils leer. Darum waren wir etwas irritiert, als es im Kinderzimmer latent muffelte. Die Ursache war schnell gefunden: Der Eimer selbst müffelt vor sich hin. Nach mehreren Jahren harten Einsatzes (wir bekamen ihn von einer Zwillingsmutter geschenkt) hat er seine besten Zeiten hinter sich.

Die Beatsteaks und Dirk von Lowtzow. Gute Kombination.

Was schön war: Zwischen Kuchen essen und Abendbrot mit Herrn Schnuffke im Hof spielen, sich dabei mit einem Nachbarn unterhalten (wir sind jetzt per Du) und vor dem Hochgehen tonnenweise Sand aus allen Schuhen kippen.

2 Antworten auf „Journal Samstag, 3.9.2016“

von meinen freundinnen mit kindern habe ich das auch gehört, dass sobald das kind in die kita kam, sowohl das kind als auch die mutter (die eltern) diverse ansteckende krankheiten durchmachten. für das kind ist das auf jeden fall sehr gut, wenn das immunsystem auf diese weise „gestählt“ wird und tüchtig zu tun hat.

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