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Journal Samstag, 27.8.2016

Vor nicht allzu langer Zeit stellten Jott und ich fest, dass das Hinausblicken aus unseren Fenstern so langsam recht schwer wird- sie waren einfach viel zu dreckig. Was lag also näher, als am heißesten Tag des Jahres die Fenster zu putzen (zu unserer Verteidigung: Als wir dieses kindfreie Wochenende zum Fensterputzen einplanten, waren die hohen Temperatur noch nicht absehbar)?

Nichts, ganz genau. Dementsprechend verbrachten wir also weite Teile des heutigen Tages damit, die Fenster unserer Wohnung zu putzen. Zuletzt hatten wir das vor mehreren Jahren gemacht, der heutige Aufwand war dementsprechend groß. Vor allem auf den Fenstern zur Straße hielt sich der Dreck sehr hartnäckig und erforderte vollen Körper- und Schwammeinsatz.

Zwischendurch fuhren wir nach Wilmersdorf, guckten uns einen gebrauchten Bugaboo an, fuhren wieder nach Hause und aßen Erdbeertorte. Wir sind nämlich beides Menschen, die sich bei diesen Temperaturen weitaus schöneres vorstellen können als im Freien aktiv zu sein (für mich gilt das ab ~25°, ich bin nicht unbedingt der Sommertyp).

Kaum war die Torte aufgegessen, schlief Jott ein und überließ die restlichen Fenster mir. Kein Problem, immerhin sorgt sie unter der Woche für eine saubere Wohnung. Außerdem konnte ich so seit langem mal wieder ohne Kopfhörer Musik hören, das war ganz schön.

Irgendwann mittendrin, Jott war mittlerweile wieder wach, fuhr sie nach Steglitz zu einem Geburtstagsburgeressen. Ich putzte weiter Fenster, kämpfte mit dem Fliegengitter (nerviges elendes Mistzeug) und genoß den Abend allein zu Haus.

Was schön war: Beim Abendessen in aller Ruhe einige Artikel von meiner Leseliste weglesen.

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Journal Freitag, 26.8.2016

Jott und ich trieben uns heute den ganzen Tag in der Stadt herum. Am Morgen hatten wir einen Termin zur Feindiagnostik und erfuhren dort, dass es den Zwillingen gut geht und sie altersgerecht entwickelt sind. Außerdem wurde uns das Geschlecht mitgeteilt, es sollte also bei der Geburt keine Überraschungen mehr geben.

Im Anschluss fuhren wir mehrere Second-Hand-Läden an, um uns Zwillingskinderwägen anzugucken. Uns ist besonders wichtig, dass der Kinderwagen im Idealfall klein, leicht und wendig ist, sich auf diversen in der Stadt verbreiteten Untergründen gut fährt, er zwei Wannen hat die sich sehr einfach ein- und ausbauen lassen, und das er sich gut zusammenfalten lässt und nicht viel Platz einnimmt. Es gibt nicht so viele Modelle, die diese Kriterien erfüllen, und die wenigen hofften wir heute in den Läden anzutreffen.

Long story short: In den Second-Hand-Läden wurden wir nicht fündig, aber in einem First-Hand-Laden (jajajaja, das Wort habe ich gerade erfunden) fuhren wir testweise einen Bugaboo Donkey Twin Probe und waren beide schwer begeistert. Das ist ein super Kinderwagen, bei dem an ALLES gedacht wurde. Er ist leicht, lässt sich auf seiner Grundfläche wenden, hat zwei Wannen, lässt sich zum Buggy umbauen, kann zusammengeschoben werden für nur ein Kind und ist nach dem Zusammenklappen super klein. Leider kostet er dementsprechend viel, aber das ist eigentlich bei allen Zwillingskinderwagen mit den von uns gewünschten Features der Fall (wenngleich der Bugaboo das auf die Spitze treibt).

Naja. Wir müssen uns das nochmal überlegen.

Zwischendrin aßen wir im Café Sur sehr gut Mittag, tranken ausgezeichneten Kaffee im Double Eye, und auf der Rückfahrt hielten wir spontan (in etwa Vollbremsung und Wenden) im Kranhaus Café für Eistee und Kuchen.
Herz, was willst du mehr.

Abends Film gucken (Mortdecai) auf der Couch, zwischendurch simste meine Mama von ihrem erfüllten Tag mit Herrn Schnuffke. Dem erging es ausgezeichnet, er hat seine beiden Großeltern wohl ordentlich auf Trab gehalten, viel im Garten gespielt und es sich gut gehen lassen.

Kranhauscafe

Was schön war: Dieser sehr entspannte, ruhige Tag mit Jott. Man ist ja viel zu selten als Paar unterwegs.

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Journal Donnerstag, 25.8.2016

Heute morgen lief es besser als gestern. Zwar musste die Windel gewickelt werden, aber diesmal war der Wickeleimer leer und Herr Schnuffke ließ sich leicht beruhigen.

Gute Nachrichten im Büro. Noch nicht spruchreif, das wird nächste Woche festgemacht.

Meine Mama holte Herrn Schnuffke nachmittags ab und nahm ihn nach Hause mit. Jott und ich haben bis zum Wochenende kindsfrei.

Was schön war: Vom Büro zum Alex laufen, die Sonne genießen und den Baufortschritt am Stadtschloss angucken.

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Journal Mittwoch, 24.8.2016

Was für ein blöder Tag.

Beim Wickeln vor der KiTa-Übergabe wollte Herr Schnuffke mittendrin nicht mehr und startete, müde und gestresst wie er war, sein volles Kein-Bock-Programm. Er wand sich und schrie und sorgte dafür, dass die Wickelei zu einer langwierigen und stressigen Angelegenheit wurde.
Zusätzlich war der Wickeleimer im Kinderbad der KiTa übervoll, was ich erst bemerkte als die per Umlege-Hebel eigentlich versenkte Windel wieder hochkam und ihren Inhalt auf und im Eimer verteilte.
Ich hatte also meinen Spaß mit einem tobenden Kind und einem verdreckten Wickeleimer. Irgendwann waren beide Probleme gelöst, das Kind greinte zwar noch, hatte aber eine neue Windel und seine Klamotten an, und der Wickeleimer war halbwegs gesäubert.

Bei der Übergabe wurden wir mit „Na, kein so guter Morgen“ begrüßt. Die Erzieherin hatte, nur einen Raum weiter, natürlich Herrn Schnuffkes Theater, meine Beruhigsungsversuche und das irgendwann folgende „Kind, es reicht, HÖR AUF UND STRESS NICHT RUM“ gehört. Supergut.

Zu allem Überfluss hat dieses kleine Abenteuer fast 20 Minuten gedauert, so das ich wesentlich zu spät im Büro ankam und auch erstmal runterkommen musste, ich war ziemlich aufgelöst.

Der Bürotag selbst war dann immerhin recht entspannt, es war zwar chaotisch und viel zu tun, aber eben kein Vergleich zum morgendlichen „Stunt“, wie es auf Twitter ganz treffend genannt wurde. Ich musste mich nämlich erstmal abreagieren, und was eignet sich dazu besser als ganz viele 140-Zeichen-Nachrichten?

Nachmittags holten meine Mama und ich Herrn Schnuffke ab, er wird morgen nämlich von ihr mit zu meinen Eltern genommen, hat den Freitag frei und bleibt bis Sonntag dort. Das Abholen lief wie immer ab: Sobald mich Herr Schnuffke sah, begann er zu weinen und lief auf mich zu. Aber als wir im Auto- meine Mama fährt nicht mit den Öffis- saßen, drehte das Kind nochmal auf und quengelte die erste halbe Stunde der Fahrt in einer Tour, bis es endlich einschlief. Um 17 Uhr auch nicht mehr so toll, aber besser als das Weinen und Jammern.

Beim Abendessen dann ebenfalls das übliche Theater (ich bin etwas angenervt): Futterneid galore von Herrn Schnuffke, er wollte UNSER Essen aus unseren Händen haben, obwohl er haargenau das gleiche aß (sogar die Darreichungsform ist identisch). Aber das ist eben nicht gut genug.
Weil wir nicht nachgeben, gab es auch am Abendbrottisch wieder einen Wutanfall und Geschrei.

Das setzte sich auch beim Schlafen gehen fort, sobald wir beide uns ins Bett legten drehte das Kind wieder auf und ließ sich nicht beruhigen. Weder durch Singen noch Erzählen noch Kuscheln noch Tragen. Eine halbe Stunde ging das so, dann übernahm Jott. Die brauchte auch nochmal eine halbe Stunde, dann schlief das Kind endlich. Ich arbeitete in dieser Zeit meine Versäumnis vom Morgen nach.

Was schön war: Das frische Leinsamenbrot vom Bäcker. Das schmeckte klasse und war ein Lichtblick am Abend.

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Journal Dienstag, 23.8.2016

Heute morgen prompt eine halbe Stunde verschlafen. Tssss… Wir kamen trotzdem pünktlich los, Jott und Herr Schnuffke standen pünktlich auf und ich hab einfach erst im Büro gefrühstückt. Geht alles.

Herr Schnuffke hat sich scheinbar schon wieder eine Erkältung eingefangen. Er schnieft rum und sein Husten, der nach der Bronchitis dank Zwiebelsaft und guter Pflege langsam und stetig nachließ, wurde wieder stärker. Es ist zum Mäusemelken.

Hoffentlich hilft der Hustensaft, den wir heute kauften.

Überhaupt, der Hustensaft: Zu Hause bemerkten wir, dass der Hustensaft ein homöopathisches Arzneimittel ist. Nun bin ich da ja immer etwas skeptisch, kam aber nicht umhin zu bemerken das zusätzlich zu den tatsächlichen homöopathischen Wirkstoffen in ihren Potenzierungen auch pflanzliche Wirkstoffe (Sonnentau, Efeu) enthalten sind, die, wie eine kurze Internetrecherche ergab, wohl tatsächlich helfen.

Ich vertraue nun also auf die Kräfte der Natur.

Und beim nächsten Apothekenbesuch werde ich freundlich darauf hinweisen, dass ich kein (rein) homöopathisches Arzneimittel möchte, sondern ein richtiges Medikament. Das dann auch gern günstiger sein kann als der Hustensaft. Ich muss ja nicht für maximal verdünnte Scharlach-Schildläuse und ähnlichen Unfug Geld bezahlen.

Zusätzlich zu Herrn Schnuffke hat es auch Jott wieder erwischt, sie hat eine Erkältung. Wir wechseln uns da sehr schön ab… Das veranlasste mich heute morgen zum Stoßseufzer, doch ganz gern nochmal den Tag erleben zu wollen an dem KEINER von uns dreien in irgendeiner Form krank oder angeschlagen ist

Beim heutigen Frauenarzttermin konnte Jotts Ärztin scheinbar etwas genauer das Geschlecht der Zwillinge erkennen. Nach dem Rumgerate der letzten Male und der Aussage, mit dem alten Gerät und bei der Lage der Babys nichts erkennen zu können, nehmen wir das allerdings nicht ganz so ernst und warten auf die Feindiagnostik am Freitag. In der Feindiagnostik-Praxis sind moderne Geräte vorhanden, und vielleicht geruhen die Herren/ Damen/ Herren und Damen Zwillinge ja, sich in die richtige Position zu legen.

Auch heute verlief die Fahrt mit dem Schienenersatzverkehr zur und von der Arbeit/ KiTa gut. Ich werde morgen allerdings mal eine andere Strecke probieren. Wir fahren mit der Straßenbahn bis Mahlsdorf, steigen dort in die S5 und fahren mit der bis Friedrichstraße. Dadurch muss ich nur ein Mal umsteigen, und da die jeweiligen Fahrtstrecken länger sind, wird Herr Schnuffke durch das Geschaukel und die Umgebungsgeräusche vielleicht in den Schlaf gelullt. Er ist nämlich morgens ganz schön müde.

Abends wieder Home Office, das wird mich nun eine Weile begleiten. Ich habe mit meiner Teamleiterin vereinbart, eine Stunde früher gehen zu dürfen und die Zeit Abends nachzuholen. Dadurch kann ich Herrn Schnuffke früher aus der KiTa abholen und wir sind im Idealfall gegen ~17:30 Uhr zu Hause und nicht erst gegen 18:30 Uhr. Das wäre etwas spät.

Was schön war: Herr Schnuffke beim Spielen auf dem KiTa-Gelände zu beobachten. Die Gruppe war draußen, Herr Schnuffke wuselte auf dem Gelände herum.

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Journal Montag, 22.8.2016

Herr Schnuffke schlief die Nacht erneut bei Jott, diesmal auch etwas ruhiger.

Um den Morgen für uns alle zu entzerren, stand ich etwas früher auf und bereitete in der zusätzlichen Zeit Herrn Schnuffkes KiTa-Frühstück vor. Das mache ich morgen wieder, so ist es entspannter.

Die Fahrt zur Arbeit mit dem Schienenersatzverkehrsbus verlief gut. Die Busse kamen in Karlshorst kurz nach Einfahren der S-Bahn an und waren außerdem zahlreich, so dass Herr Schnuffke und ich in einen fast leeren Bus einsteigen konnten. Die Rückfahrt verlief ähnlich gut.
Ich würde sagen, morgen nehmen wir die zusätzlichen 10 bis 15 Minuten Fahrtzeit wieder in Kauf.

Ansonsten… Hm ja. Arbeit eben, und danach Alltag zu Hause. Herr Schnuffke wollte Abends wieder nicht schlafen, er wehrte sich mit Klauen und Zähnen. Ich verstehs nicht.

Was schön war: Die ruhige halbe Stunde am Morgen, bevor Jott und Herr Schnuffke um 6 Uhr aufstanden.

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Journal Sonntag, 21.8.2016

Die Nacht zu heute war sehr ruhig. Zumindest für mich, denn Herr Schnuffke „schlief“ heute Nacht bei Jott im Schlafzimmer, während ich im Wohnzimmer lag. „schlief“ schreibe ich deshalb in Anführungszeichen, weil er, wie in letzter Zeit üblich, wiederholt hochschreckte, rumzappelte und, wenn überhaupt, nur unruhig schlief. Die Augenringe von Jott heute morgen sprachen Bände.

Um Jott die Möglichkeit zu geben, sich noch einaml hinzulegen und auch, um das Kind zu beschäftigen, spazierten Herr Schnuffke und ich am Vormittag nach Friedrichshagen. Herr Schnuffke lief eine beträchtliche Wegstrecke selbst, kickte Eicheln durch die Gegend (ich bin noch nicht ganz sicher ob absichtlich oder nicht, er hatte auf jeden Fall Spaß als sie wegrollten), zertrampelte seine erste Nacktschnecke (DAS war ein dicker Brocken, ich sags Ihnen) und sammelte unterwegs Schätze (Eicheln, als er keine Lust mehr auf Eichelfußball hatte) ein.
Zum Abschluss gabs ein Sesam-Tartufo-Eis bei Da Dalt in Friedrichshagen, bevor wir nach Hause zurückfuhren.

Sesam und Tartufo

Dort hatte sich Jott in der Zwischenzeit nicht hingelegt, sondern zum einen Hosen für Herrn Schnuffke und die Zwillinge genäht (die Zwillingshosen sind ’ne 50/56, das ist so WINZIG!) und zum anderen ein vorzügliches Mittagessen zubereitet. Diese Frau, ey <3

Nach dem Mittagessen hätte Herr Schnuffke eigentlich Mittagschlaf machen sollen, nach der Nacht und dem schlaflosen Vormittag- im Buggy hatte er nicht schlafen wollen- war er nämlich hundemüde. Aber nein, der Herr zog es vor 45 Minuten lang gegen den Schlaf anzukämpfen, gegen Ende mit Weinen und Schluchzen. Als Jott ihn dann auf den Arm nahm, war er innerhalb von fünf Minuten weggetreten. Leider nur eine halbe Stunde, also auch nicht genug.

Am Nachmittag fuhren wir mit unseren Nachbarn von oben ins Driss im Wunderland. Dort verbrachten wir den Nachmittag, aßen Waffeln (Jott, Herr Schnuffke) und veganen Apfelkuchen (ich) und sahen den Kindern (Herrn Schnuffke) beim Spielen zu (Jott) oder spielten mit ihnen (ich).
Das Café ist schön. Jott kannte es bereits, ich noch nicht. Nach dem heutigen Nachmittag würde ich dort erneut hinfahren und auch mal die marokkanischen Gerichte ausprobieren.

Abends dann zum Glück kein langer Einschlaf-Kampf, nach dem Abendbrot schlief Herr Schnuffke recht fix ein. Zum Ausgleich für den ersparten Stress stieß ich mir, als ich ihn nach Hochschrecken und Weinen beruhigte, den Fuß und schälte mir den halben Nagel vom kleinen Zeh (NEU- jetzt mit Ekelcontent!). Aber: Ich war so leise und dezent im Leiden und Schimpfen und Herumhopsen, dass Herr Schnuffke nicht aufwachte, sondern auf meinem Arm weiterschlief.

Was schön war: Die ruhige Nacht.

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Journal Samstag, 20.8.2016

Wieder eine arg besch…eidene Nacht. Das wird langsam zur Regel hier, ich kann mich nicht erinnern wann wir zuletzt wirklich Ruhe hatten als das Kind im Bett war. Herr Schnuffke wacht seit einiger Zeit wiederholt Abends auf und weint, zusätzlich Nachts. Wir wissen nicht, was ihm fehlt und was ihn quält, es gibt auch nichts das zuverlässig Abhilfe schafft. Wenn er wach wird, gehen wir zu ihm, nehmen ihn aus dem Bett, beruhigen ihn, legen ihn zurück (selten, klappt bei mir derzeit gar nicht) oder legen ihn in unser Bett neben uns. Danach ist er mal kürzer, mal länger ruhig, dann beginnt das Spiel wieder von vorne. Zusätzlich zappelt er neben Jott weiterhin wesentlich stärker herum als neben mir, so dass wir über kurz oder lang ins Wohnzimmer ausweichen damit etwas Ruhe einkehrt.

Diese Situation ist unglaublich belastend. Es ist das Unwissen, was Herrn Schnuffke fehlt und wie wir ihm helfen können, das uns tatsächlich zermürbt. Gepaart mit Müdigkeit und einer latenten Angenervtheit, weil das Kind eben Abend für Abend und Nacht für Nacht jammert und weint und es scheinbar keine Besserung gibt. Er kann ja auch gar nichts dafür, aber nach den letzten Wochen fällt es schwer sich das immer und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Herr Schnuffke und ich gingen heute morgen zum Bäcker- alle beide zu Fuß. Das lief (no pun intended) gut, bis auf den Umstand das er an jeder Pfütze anhielt und mehrfach umkehrte, um zu einer Pfütze zurückzulaufen.
Es scheint, als ob wir zumindest für so kurze Strecken (~500m) den Buggy nicht mehr benötigen. Zumindest wenn wir genug Zeit haben. Und das Kind munter ist. Und es keine Pfützen gibt.

Das Wetter ist maximal unschön. Eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit (75% in der Wohnung, MEINE HAARE KRINGELN SICH!) und Temperaturen um die 25° sorgten für einen Waschkücheneffekt. Die Wohnung hat sich auch wieder aufgeheizt, was einem ruhigen Kindsschlaf auch nicht unbedingt zuträglich ist.

Hoffentlich wirds bald Herbst.

Um die Ecke war gestern Abend eine Wohnungsbesichtigung, zumindest nehme ich an das es sich um eine handelte. Mehrere offensichtlich nicht zusammengehörende Menschen/ Paare standen, teils mit A4-Mappen in der Hand, kurz vor 18 Uhr auf der Straße und warteten anscheinend auf Einlass.
Was auffiel: Die wartenden Menschen waren ein bunter Mix durch mehrere Ethnien (ich hoffe, das kann man so sagen ohne jemandem auf den Schlips zu treten)- und das fällt in Köpenick, im Vergleich zu Mitte und drumherum, immer noch auf. Wir beobachten schon seit ungefähr zwei, drei Jahren eine Zunahme von Menschen mit anderer Hautfarbe oder beispielsweise Kopftuch im Straßenbild. Vielleicht sorgt ja die Gentrifizierung innerhalb der Szenebezirke (oder der Flüchtlingsstrom) für deren Zuzug.

Jott und ich haben ein Wirtschaftskonto, von dem die Fixkosten (Miete, Strom, Internet usw.) und die variablen Kosten (vor allem Lebensmittel/ Drogerie) abgehen. Während die Fixkosten ein überschaubarer Posten sind, da Summe und Zeit eben feststehen, schwanken die variablen Posten teils stark und erlauben keine realistische Budget-Planung. Zusätzlich sorgt dies dafür, dass immer mal wieder einer von uns zusätzlich zu den fest eingeplanten Überweisungen auf das Wirtschaftskonto eine Sonderzahlung vornehmen muss, damit das Wirtschaftskonto gedeckt ist. Das passierte in letzter Zeit zu unserem Verdruss recht häufig.
Damit das nicht zur Gewohnheit wird, haben wir deshalb beschlossen, uns ein Wochenbudget von 100 Euro für Lebensmittel/ Drogerie zu setzen. Der Plan ist, über kurz oder lang so zu wirtschaften- eventuell auch mit Hilfe eines Haushaltsbuches-, dass wir mit diesem Geld auskommen und so diesen Teil der variablen Kosten fixieren können. Um einen besseren Überblick über das Geld zu bekommen, haben wir außerdem beschlossen, unser Wochenbudget einmal in der Woche abzuheben und damit bar zu bezahlen.

In der ersten Versuchswoche hat das nicht funktioniert, wir haben ungefähr 30 Euro mehr ausgegeben als uns eigentlich zur Verfügung stand. Wir haben heute viele Dinge gekauft, die normalerweise lange halten und nicht im Wochenturnus verbraucht werden (Windeln, Kartuschen für den SodaStream, langlebige Lebensmittel wie Nüsse und Haferflocken und sowas). Idealerweise geben wir dafür in der nächsten Woche weniger Geld aus.

Überhaupt, das liebe Geld. Ich wüsste sehr gern, wieviel andere Familien im Schnitt im Monat ausgeben, um besser einschätzen zu können ob wir einen extravaganten Luxuslebensstil führen oder aber doch eher normal leben. Nur: Über sowas redet kaum jemand. Die einzige Vergleichsmöglichkeit, die ich habe, ist einer meiner Kollegen. Bei dem sind die Gegebenheiten etwas anders als bei uns (mehr Kinder, ältere Kinder, lebt nicht in Berlin), wodurch ein Vergleich erschwert wird.

Was schön war: Mit Jott und Herrn Schnuffke spazieren gehen.

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Journal Freitag, 19.8.2016

Die nächste Woche wird in punkto Arbeits- und KiTa-Weg interessant. Auf Grund von Bauarbeiten am Ostkreuz wird der Zugverkehr zwischen den Bahnhöfen Karlshorst und Ostkreuz ausgesetzt, Herr Schnuffke und ich müssen dieses Teilstück umgehen. Es existieren zwar reichlich Alternativrouten, aber die haben alle das ein oder andere Makel. Vermutlich werden wir am Montag einfach die Busse des Schienenersatzverkehrs ausprobieren und das beibehalten oder aber am Montag Nachmittag/ Dienstag Alternativen suchen. Es führen zwar viele Wege nach Mitte, aber diese sind- gerade mit Buggy und darin befindlichen Kind- teils umständlich.

Als ich gestern den Dauerauftrag für unsere Miete anpassen wollte, fiel mir ein interessanter Satz auf dem Schreiben der Hausverwaltung ins Auge. Dort steht sinngemäß, dass die den Mietspiegel unterstützende Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung nicht herangezogen wird, da sie laut irgendeinem Gerichtsurteil kein Bestandteil des Mietspiegels ist. Da unsere Miete den für unsere Wohnung zutreffenden Miet-Mittelwert bereits erheblich übersteigt, kann sich die Hausverwaltung nicht auf eine nicht mehr ortsüblichen Miete berufen (das tut sie nämlich), ihr fehlt nämlich ohne die Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung die entsprechende Grundlage dafür.
Ich habe also ein Schreiben aufgesetzt und der Mieterhöhung widersprochen. Mal gucken was nun passiert und wie die Mieterhöhung begründet wird.

Der erste richtige Arbeitstag mitsamt KiTa-Begleitprogramm war knackig. Herr Schnuffke und ich waren von 7 bis 18 Uhr außer Haus und bei Ankunft zu Hause beide k.o.. Wir müssen uns beide schnell daran gewöhnen, damit dieser Ablauf einfacher wird.

Was schön war: Zusammen mit Herrn Schnuffke ein Freitags-Franzbrötchen auf dem Heimweg essen (außerdem habe ich das Brötchen als Bestechung benutzt, um das Kind in den Buggy zu setzen, da wollte er nicht rein).

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Elternzeit 2016

Journal Donnerstag, 18.8.2016

Und dann ist sie vorbei, die Elternzeit. So schnell gehen neun Wochen herum.

Heute morgen erwischten wir nicht nur eine Bahn früher, sondern sogar zwei, und waren dadurch sogar zehn vor Acht im Kindergarten. Das ist aber leider auch nicht so gut, denn der reguläre Betrieb beginnt erst um 8 Uhr und somit hätte Herr Schnuffke eigentlich in die Frühbetreuung gemusst (die endet um 8 Uhr). Das ist für zehn Minuten natürlich Blödsinn, und so hampelten wir beide noch etwas herum bis die normale Betreuungszeit begann.
Morgen müssen wir also eine Bahn später nehmen, dann sollte es perfekt sein.

Im Büro herumgearbeitet. Heute war ich fast einen ganzen Arbeitstag da und war danach doch etwas matschig.

Während eines Telefonats mit einem externen Mitarbeiter rutschte mir ein „Ick“ heraus. Das verunsicherte den Kollegen- gebürtiger Berliner aus dem Ostteil der Stadt, also ebenfalls mit dem Berliner Dialekt vertraut- so stark, dass er nachfragen musste. Merkwürdig. Aber vermutlich würde es mir ähnlich gehen, wenn mit einem Mal vom Hochdeutschen in den Dialekt gewechselt wird.

Der Heimweg von der KiTa war ein wenig abenteuerlich. Herr Schnuffke war müde und hungrig und hatte mich vermisst, und so ließ er sich von der KiTa bis zum Bahnhof Friedrichstraße tragen. Alle Versuche, ihn in den Buggy zu buggysieren bugsieren, scheiterten kläglich. Also tragen. So lang war der Weg noch nie, das Kind wird mit der Zeit doch etwas schwer.

Am Bahnhof fiel mir ein, dass in Herrn Schnuffkes Rucksack noch Knabberkram drin war, damit konnte ich ihn letztendlich bestechen und in den Buggy setzen. Wär mir das mal früher eingefallen.

Im Bahnhof ärgerten wir uns noch mit dem Aufzug vom Erdgeschoss zu unserem Gleis im dritten Stockwerk herum. Es gibt nur einen kleinen Aufzug, in den mit Müh und Not zwei Kinderwagen/ drei Buggys hineinpassen. Und dieser eine Aufzug wird sehr, sehr oft von Touristen blockiert, die nicht wissen wo sie hinfahren, auf jeder Etage anhalten, nicht aussteigen und teilweise mehrmals vom 3. Stock ins Erdgeschoss fahren und wieder zurück.
So auch heute. Irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ich suchte eine Rolltreppe, um damit nach oben zu fahren. Leider war die nächstgelegene Rolltreppe aber defekt, so das ich letzten Endes den Buggy aus Wut und Trotz die normalen Treppen hinauf trug. Wenigstens war Herr Schnuffke währenddessen fröhlich, er hatte Knabberzeug und konnte sich im belebten Bahnhof umgucken.

Für morgen muss ich für den Heimweg eine Stulle für Herrn Schnuffke einpacken. In der KiTa gab es zwar Vesper, aber das muss relativ gering ausgefallen sein- das Kind hatte einen Bärenhunger und verdrückte nach der Ankunft zu Hause erstmal zwei Kekse und aß zum Abendbrot mehr als ich.

Die Aufzüge am Ostkreuz funktionierten heute. Morgens und Nachmittags. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Herr Schnuffke war durch den langen KiTa-Tag und die Bahnfahrten so k.o., dass wir nach der Rückkehr nach Hause nicht mehr viel mit ihm anstellen konnten. Er schlief dann auch bereits um 19:15 Uhr, das ist sehr früh.

Vermutlich werden wir unser Abendessen und seine Zubettgehzeit etwas vorziehen müssen, um seinem Schlafbedürfnis gerecht zu werden.

In der Edition F erschien vor kurzem ein sehr guter Artikel über steigende Mieten in Berlin und wer diese eigentlich bezahlen kann (und wer nicht). Darin werden auch die Fragen gestellt, die Jott und ich uns gelegentlich (eigentlich dauernd) stellen:

Wer seine Eltern in der Provinz im abbezahlten Einfamilienhaus besucht, fragt sich regelmäßig: „Wie haben die das eigentlich gemacht? Mit einem Einkommen und drei Kindern?“

Und

„Alle um mich herum kaufen Wohnungen oder Häuser“, staunte einer meiner besten Freunde. „Für 400.000 Euro. Für 600.000. Wie machen sie das?“

Beide Zitate stammen aus dem Artikel „Berlin bleibt bezahlbar? Dass ich nicht lache“ auf Edition F von Teresa Buecker.

Zumindest die Antwort auf die Frage „Wie machen sie das“ gibt der Artikel. Nämlich mit dem Geld der Elterngeneration.

Wir merken es ja selbst: Eine größere Wohnung, die einer fünfköpfigen Familie gerecht wird, und die etwas zentraler gelegen ist, ist für uns eigentlich nicht bezahlbar. Wir müssten zwischen 40 und 50% unseres Familieneinkommens auf den Tisch legen, und das ist auch meiner Meinung nach einfach zu viel.

Was man da machen kann, weiß ich auch nicht. Aber das gehört zu den Dingen, die Jott und ich gerade überdenken.

Was schön war: Jott kümmerte sich nach unserer Ankunft bis zum Abendessen um Herrn Schnuffke, ich konnte die Füße hochlegen.