[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]
Der Wecker klingelt um 5.47 Uhr (Sie erinnern Sich, mein Tick), drei Minuten später stehe ich in der Dusche und 15 Minuten später produziere ich ungeplant Überraschungsrührei für Jott und Jotts Mama (ich ess keine Eier).

Heute habe ich Home Office, deswegen war eigentlich abgemacht mit den beiden Damen zu frühstücken. Ich hab aber Hunger, weil ich inzwischen an so frühes Essen gewöhnt bin. Also doch allein gefrühstückt, etwas später Jott und Herrn Schnuffke einen guten Morgen gewünscht und festgestellt, dass das Kind ganz schön warm ist. Scheint die gestrige Impfung also doch anzuschlagen. Das Fiebermessen beim Wickeln ergibt 38,5°. Das Kind scheint allerdings nicht nach mir zu kommen, es verhält sich nämlich wie immer und erzählt (quietscht, gluckst, lacht und blubbert) beim Wickeln und anschließenden Frühstück mit Jott und Jotts Mama von seinen Träumen. Ich gehe derweil an den Rechner und beginne mit der Arbeit (just kidding, ich lese erstmal die Twitter-Nacht-Timeline nach, das mache ich normalerweise morgens in der Bahn und darauf möchte ich nicht verzichten). Danach gehts aber los mit der Arbeit.
Zu den ersten Aufgaben gehört das Anlegen von aussagekräftigen ToDos für die Kollegen. Im Büro befinden sich gerade mehrere Projekte in der heißen Phase und zu meinen Aufgaben gehört es, den Überblick über noch offene Aufgaben zu behalten und die Arbeit im Team aufzuteilen.
Nachdem das erledigt ist, setze ich meine eigene Entwicklungsarbeit fort. Eines unserer Projekte sieht das Redesign eines sehr großen Portals vor. Ich arbeite seit ein paar Wochen daran, hatte die letzten zehn Tage allerdings kaum Zeit dafür und möchte die Ruhe im Home Office nutzen um einige Fehler zu beseitigen. Dafür muss ich relativ ungestört sein, und das bin ich im Büro sehr selten.
Zwischendurch nölt Herr Schnuffke rum. Er ist heute sehr kuschelbedürftig und möchte ständig bei Jott angelegt werden. Von mir lässt er sich nur kurzzeitig beruhigen. Irgendwann am späten Vormittag bemerke ich, dass es im Wohnzimmer sehr ruhig geworden ist, sehe nach und entdecke, dass Herr Schnuffke neben Jott schläft. Das macht er normalerweise nicht, er muss also wirklich ziemlich angeschlagen von der Impfung sein. Jott nutzt die Zeit, um Pizza für sich zu bestellen, während ich mir die Reste vom gestrigen Blumenkohl-Linsen-Curry warm mache.
Nach dem Mittag geht es weiter mit den Arbeiten am Redesign des Portals. Die Fehler konnte ich zum größten Teil beheben, so dass die Nutzung der Website auf dem Smartphone wieder möglich ist. Eine Funktion ist allerdings weiterhin kaputt. Da sie meiner Meinung nach nur mit Programmier-Kenntnissen zu lösen ist die ich noch nicht habe, schreibe ich ein Ticket und eine Erinnerung, einen Kollegen um Hilfe zu bitten. Danach beginnt das Testen der verschiedenen Seiten des Portals: Ungefähr 100 Unterseiten müssen in verschieden großen Browserfenstern angeschaut werden. Dabei entdecke ich einige alte Fehler, die auch auf der momentan in Nutzung befindlichen Portal-Website bestehen, und behebe diese. Das soll ich zwar eigentlich nicht, weil es nicht zum Kern der Redesign-Aufgabe gehört, aber ich kann diese Fehler einfach nicht ignorieren.
Gegen 16 Uhr unterbreche ich die Arbeit. Jott und ich fahren mit Herrn Schnuffke zu einer KiTa-Besichtigung in der etwas entfernteren Nachbarschaft. Auf der Fahrt stehen wir im Stau, so dass wir zu Fuß vermutlich genau so schnell gewesen wären. Naja.
Die KiTa-Führung ist recht kurz, danach wissen Jott und ich dass wir Herrn Schnuffke dort nur betreuen lassen möchten wenn wir keinen anderen KiTa-Platz bekommen.
Jott fährt im Anschluss zu ihrem Rückbildungskurs, ich laufe mit Herrn Schnuffke in der Trage durch die Dämmeung nach Hause. Unterwegs treffen wir Jotts Mama, die uns entgegen kommt. Zusammen gehen wir noch Kartoffeln für den Babybrei kaufen.
Zu Hause nutze ich die Zeit bis zu Jotts Rückkehr, um mit Herrn Schnuffke zu spielen. Inzwischen scheint das Fieber verschwunden zu sein, er ist wieder normal kühl und putzmunter. Das Baden lassen wir trotzdem ausfallen.
Ab halb Sieben quengelt Herr Schnuffke rum, er ist müde und hat Hunger. Weil wir nicht genau wissen, wann Jott wieder da ist, versuchen wir ihn mit Obstbrei zu trösten, den mag er allerdings nicht. Also schnappt sich Jotts Mama das Kind und läuft in der Wohnung auf und ab. Ich lege zum ersten Mal heute die Füße hoch und lese ein paar Rss-Feeds. Zum Glück kommt Jott kurz darauf zurück, so dass wir Herrn Schnuffke bett- und stillfertig machen und das Abendessen für uns zubereiten können.
Nach dem Essen ziehe ich mich für ’ne gute Stunde nochmal an den Rechner zurück und überprüfe die Code-Einspielungen der Kollegen zu den ToDos von heute morgen. Dann organisiere ich meine eigene Arbeit für morgen, erfasse meine Zeiten und schaue auf The Wirecutter nach, ob es ein Update im Kamera-Bereich für Fotografie-Anfänger gibt. Ich glaube, ich hätte ganz gern eine Kamera, und mache mich daher ein wenig schlau diesbezüglich.
Zwischendrin weint Herr Schnuffke im Schlafzimmer. So wie es aussieht, hat er noch Hunger. Also muss Jott wieder einspringen, da Abends noch gestillt wird und wir das so beibehalten möchten. Das Weinen und Schreien wiederholt sich noch mehrere Male, bis wir selbst ins Bett gehen.