Kategorien
Journal

Journal Donnerstag, 19.11.2015

Ohne Jott und Herrn Schnuffke passiert hier überhaupt nichts, es ist schlimm. Die Tage fließen so vor sich hin.

Es ist total irritierend zu sehen, wie langsam sich Geschirrspüler, Waschmaschine und Mülleimer füllen. Normalerweise können wir alle ein bis zwei Tage den Spüler anstellen, aber in dieser Woche war er noch nicht einmal an. Und wenn das Geschirr darin nicht gemuffelt hätte, wär das vermutlich noch bis zur Rückkehr der Familie so gewesen.

Weil ich heute in der S-Bahn zum Teil keine Lust auf die Pest-GeoEpoche hatte, las ich meine Pocket-Liste ein wenig leer. Ausbeute: Ein Video von flüchtenden Pinguinen (Pinguine gehören ohne Zweifel zu den großartigsten Tieren der Welt), ’ne tolle Liste was man in Berlin so unternehmen kann und ein sehr ergreifender Beitrag eines Partners einer im Le Bataclan ermordeten Frau. Nach dem Lesen hatte ich zum einen einen Kloß im Hals und zum anderen die Frage im Kopf, was dieser Mann für ein Heiliger sein muss dass er eben nicht Wut, Hass und Verachtung spürt und zeigt.

Kategorien
Journal

Journal Mittwoch, 18.11.2015

‚Ne satte Stunde verschlafen- vielleicht sollte ich doch wieder vor 12 Uhr ins Bett gehen und mehr als fünfeinhalb Stunden die Nacht schlafen. Heute wird das nichts, aber morgen, morgen!

Heute beim Mittagessen gelernt: Im Meisterstück gibt es sündhaft teures Bier, einen offenen Holzkohlegrill und nach Einkehr riecht man den Rest des Tages wie ein Spanferkel über’m Feuer. Die Bratwürste in der Fleischtheke sahen verdammt gut aus, was mich daran erinnert dass ich Holgis Empfehlung eh schon einmal folgen wollte und dort Bratwürste (ich mag gute Bratwürste!) kaufen wollte. Und in der Fleischerei Genz. Aber da komm ich nicht mehr täglich vorbei, was die Sache erschwert.

Nach der Arbeit fuhr ich nach Moabit. Jott und ich wohnten dort einige Jahre und gingen folglich auch in der Nachbarschaft zum Zahnarzt. Zu diesem war ich unterwegs, um mein Bonusheft nachstempeln zu lassen- 2011 hatte ich das vergessen und es heute, viereinhalb Jahre später, endlich geschafft das zu erledigen.
Beim Herumlaufen sah es so aus, als ob sich Moabit weiterhin im selben Status wie vor vier Jahren befindet: Es ist im Kommen, aber das Wann ist ungewiss. Vielleicht tue ich dem Stadtteil aber auch Unrecht, ich war tatsächlich in einer furchtbar hässlichen Ecke unterwegs.

Mein Bonusheft ist nun aber endlich wieder lückenlos.

In Kombination mit der Zeugnisnachtragegeschichte ergibt sich daraus, dass ich nicht unbedingt gut darin bin, Dinge und Sachen immer zeitnah zu erledigen. Zum Glück ist es nie wirklich wichtig.

Herr Schnuffke und ich haben heute am Telefon miteinander geredet. Er hat gequietscht und geblubbert und ich hab vom Tag erzählt. Das war schön.

Kategorien
Journal

Journal Dienstag, 17.11.2015

Zum Glück ist das Kind noch zu jung, als das es die Welt begreifen und Fragen stellen kann. Ich hoffe, wenn es alt genug ist, kann ich so reagieren wie dieser französische Vater. Oder wie Herr Buddenbohm.

Wenn ich zwei Nächte nicht schlafe, kann ich die in den letzten Tagen gebookmarkten Artikel lesen. Allerdings kippe ich dann einfach um. Möchte ich also schlauer sein oder zumindest halbwegs erholt?

Vielleicht sollte ich über sowas wie einen Stundenplan zur Abendplanung nachdenken, zumindest einen groben.

Kategorien
Journal

Journal Montag, 16.11.2015

Nach manchen Tagen bin ich sprachlos. Der Kopf ist voll, aber beim Niederschreiben der Gedanken scheiterts. Zu wirr, zu ungeordnet, zu konfus ist das, was im Eingabefeld steht.

Nach den Anschlägen in Paris fuhr heute ein sehr diffuses Gefühl von Unsicherheit und Machtlosigkeit in der S-Bahn mit. Das ist total dumm und unbegründet und das, was die Attentäter wollen- Angst und Unsicherheit säen-, aber verhindern kann ich es nicht. Genauso wenig, wie Geheimdienste, Polizei, Überwachung und Datensammlung verhindern können, dass solche Attentate geschehen.
Objektiv betrachtet ist die Gefahr, tatsächlich einen Anschlag am eigenen Leib zu erfahren, vermutlich ähnlich groß wie im Lotto zu gewinnen, aber trotzdem stellte ich mir auf dem Arbeitsweg vor, wie einfach es doch eigentlich wäre, im Berufsverkehr, in einer der vielen rappelvollen Bahnhöfe und S-Bahnen, ähnliches Unheil anzurichten wie in Paris.

Wie kann eine Gesellschaft verhindern, dass Menschen abdriften in rechte Bewegungen, in islamistische Bewegungen, dass sie sich radikalisieren? Wie kann man die Gesellschaft stärken, allen Menschen das Gefühl geben tatsächlich Mensch und willkommen und gern gesehen und akzeptiert und wohlgelitten zu sein? Ich glaube, dass das der Schlüssel ist, um zu verhindern dass sich Menschen ausgeschlossen fühlen und Rattenfängern hinterher laufen.

Was kann der Einzelne tun? Was kann ich tun? Ist es in Ordnung, wie bei der Flüchtlingshilfe die vielen Initiativen gut zu finden, mich aber nicht selbst zu beteiligen weil ich müde und kaputt und gestresst bin und schon mit dem eigenen Leben alle Hände voll zu tun habe?

Tag 1 ohne Jott und Herrn Schnuffke. Ich habe mir ein Zeugnis geschrieben, das Ferienhaus für den Sommerurlaub 2016 in Dänemark angezahlt, Wäsche gewaschen und Unterlagen vorbereitet. Es ist unfassbar, wie viel Zeit ich trotz längerer Arbeit habe, und wie leer der Abend trotz Vollbeschäftigung war.
(Hallo, mein Name ist herrpaul_ und ich bin ein Weichei, das seine Familie schon nach einem Tag vermisst. Angenehm).

Kategorien
Journal

Journal Sonntag, 15.11.2015

Die Attentate in Paris schockieren mich.

Ich saß am Freitag Abend vor dem Rechner in der Küche von Jotts Mama, während der Rest der Familie das Fußballspiel Frankreich gegen Deutschland schaute, und wollte eigentlich nur kurz bei Twitter reingucken, als ich die ersten Meldungen über Explosionen und Schüsse in Paris las. Und mit jedem furchtbaren Detail, das ich las, sah und hörte, wurde ich fassungsloser. Ich verstehe nicht, wieso Menschen zu so etwas fähig sind. Ich verstehe nicht, wie Menschen einfach so willkürlich anderen, völlig unbekannten anderen Menschen größtmögliches Leid zufügen. Es geht nicht in meinen Kopf hinein. Wie kann es dazu kommen? Was muss passieren, dass Menschen so werden?

Es ist schwer, angesichts solcher Ereignisse den eigenen Alltag, die eigenen Sorgen und Probleme nicht als völlig belanglos anzusehen.

Jotts Großvater feiert übernächste Woche seinen 80. Geburtstag. Jott und Herr Schnuffke bleiben bis dahin in Magdeburg; ich bin heute nach Berlin zurück gefahren und habe die nächsten anderthalb Wochen familienfrei. So nett ich es auch finde, tatsächlich mal die Wohnung für mich zu haben, so sehr nervt es (auch nach nur sechs Stunden): Ohne die beiden ist diese große, leere, stille Wohnung nur eine Behausung, kein zu Hause.

Wie gut ist das Gedächtnis von Babys? Herr Schnuffke wird demnächst fünf Monate alt, die anderthalb Wochen die er mich nicht sieht sind ein sehr großer Anteil seines Lebens. Ich habe ein wenig Bammel, dass er mich Ende November nicht wiedererkennt oder zumindest etwas fremdelt.

Kategorien
Journal

Journal Samstag, 14.11.2015

Ich habe heute nicht viel gemacht außer mit Herrn Schnuffke zu spielen, zu essen, ein wenig am Rechner von Jotts Bruder zu spielen, noch mehr zu essen und mich so wenig wie möglich bewegt.

10/10, top Tag, gern wieder.

Kategorien
Essensplan

Essensplan KW 46/47

Tag Gericht
Samstag
Sonntag
Montag Stulle/ irgendwelche sich findenden Reste
Dienstag Stulle/ irgendwelche sich findenden Reste
Mittwoch Stulle/ irgendwelche sich findenden Reste
Donnerstag Stulle/ irgendwelche sich findenden Reste
Freitag
Kategorien
Journal

Journal Freitag, 13.11.2015

Nachdem ich vor kurzem neue Nummernschilder für unser Auto bestellt hatte, war heute der Tag der Ummeldung. Jott hatte einen Termin bei der Ummeldestelle vereinbart, also fuhren wir hin, bauten die alten Nummernschilder ab, meldeten das Auto für 50 Euro um und bauten neue Kennzeichen an. Nun ist also auch das Auto ein offizieller Berliner.

Weil Jotts Mama heute Geburtstag hat, war geplant sie zu besuchen. Nach der Ummeldung, zu der wir mit Kind und Kegel angefahren waren, wurde besagtes Kind also gefüttert und dann gings auf nach Magdeburg. Nach einer guten Stunde wurde das Kind nölig, und nachdem wir alle möglichen Faktoren ausgeschlossen hatten wurde klar: Herr Schnuffke hat Hunger. Das schien mir eigentlich ausgeschlossen, denn die Fütterung nach der Autoummeldung bestand aus 220g Breit, bestehend aus Zwieback und Obst. Mehr als genug eigentlich für die nächsten Stunden (der Plural ist absichtlich gewählt). Herr Schnuffke war da jedoch anderer Ansicht und verdrückte während der Fahrt noch einmal zwei Scheiben Zwieback, was mich dann doch ziemlich erstaunte. Das Kind ist ja nun nicht besonders groß, und so frage ich mich tatsächlich wo diese Portionen hingehen? Irgendwo im Bauch von Herrn Schnuffke muss ein schwarzes Loch sein.

Das Kind ist immer für eine Überraschung gut. Die letzten Tage schlief es morgens immer bis mindestens 8 Uhr. Ich freute mich also darauf, an meinem Urlaubstag- um den ganzen Kram heute zu erledigen und Jott einen Zahnarztbesuch am Vormittag zu ermöglichen, hatte ich Urlaub genommen- etwas länger als dreiviertel Sechs zu schlafen. Pustekuchen. Kurz nach Fünf war das Kind wach und in Kuschel- und Erzähllaune. Und das, wo die Nacht sowieso wegen etwas längerer Arbeit am Vorabend sehr kurz war… Hargh.
Naja, was will man machen außer diese Möglichkeit auszunutzen, die sich sonst so selten bietet. Wir haben also noch bis halb Sieben im Bett gelegen und mit dem Kind herumgealbert.

Es gibt nicht vieles, was mich ärgert (das ist eiskalt gelogen- ich ärgere mich über unglaublich viele Dinge, auch wenn ich versuche es nicht zu tun), aber eine nur sporadisch funktionierende Internetverbindung gehört dazu. In der Wohnung von Jotts Mama gibt es zwar Wlan, aber das funktioniert eben nur ab und an. Es ist die Pest. Wenn es gar nicht funktionieren würde, könnte ich damit rechnen und etwas anderes machen. Wenn es langsam wäre, könnte ich mich auf die langen Ladezeiten einrichten. Aber dieses ständige An und Aus macht mich fertig.

Kategorien
12 von 12

Journal Donnerstag, 12.11.2015 – #12von12 im November

Heute war wieder ein #12von12-Tag. Informationen zu #12von12 gibts im Kännchenblog.

Wegen akuter Müdigkeit erstmal nur Bilder. Der Text kommt morgen. Ganz bestimmt! Definitiv nicht. Ich weiß schon gar nicht mehr, was gestern, fast schon vorgestern, los war… Ein Bild hängt übrigens noch in der Dropbox-Synchronisation, und das 12… Naja. Reden wir nicht drüber.

Frühstück

Los gehts zur Arbeit!

Auf dem Arbeitsweg: Das Rote Rathaus

Symbolfoto: Arbeit

One Pillar Pagoda

Heimweg: Die doppelte Kirche

Heimweg: Die doppelte Kuppel

Heimweg: Himmelsstürmer

Heimweg: Warten auf die S3

Kleiner Krabbler

Kategorien
Journal

Journal Dienstag, 10.11.2015

Wie wichtig sind Arbeitszeugnisse wohl bei Neu-Bewerbungen? Einer meiner früheren Arbeitgeber strukturiert zum Ende des Jahres gewaltig um (so mit Übernahme und ausscheidenden bisherigen Geschäftsführern), und als ich heute beim Mittagessen davon hörte wurde mir schlagartig bewusst dass ich immer noch ein Arbeitszeugnis von dieser Firma benötige. Die Tätigkeit liegt zwar schon zwei Jahre zurück und ich wurde auch noch nie nach Zeugnissen gefragt, aber vielleicht braucht man sowas ja? Ich bin jedenfalls unsicher, ob es angebracht ist gerade in Aktionismus zu verfallen. Um das ganze nämlich noch bis Ende des Jahres über die Bühne zu bringen, müsste ich das Zeugnis selbst schreiben und den drei zuständigen Personen mailen.

Besagtes Mittagessen fand heute mit zwei lange nicht gesehenen ehemaligen guten Bekannten statt. War schön, die beiden wiederzusehen. Eine von beiden erwartet in drei Wochen ihr erstes Kind und ich freue mich zum einen über den Umstand an sich und zum anderen darüber, dass endlich jemand im Bekanntenkreis nachzieht. Der Kontakt zu Nicht-Eltern-Bekannten ist etwas schwierig, weil ich inzwischen ganz gern über etwas anderes als Essen gehen, Essen kaufen und lange Urlaube sprechen möchten.

Der Heimweg gestaltete sich etwas zäh: Zwischen Ostbahnhof und Lichtenberg fand auf Grund eines Notarzt- und Feuerwehreinsatzes kein Zugverkehr statt, was mich dazu zwang dieses eigentlich nur fünf bis zehn Minuten dauernde Wegstück mit dem Bus zu umfahren. Und dieser Bus war erstens gerammelt voll, unglaublich warm, stand ewig im Stau und fuhr eben seine normale Busroute. Im Endeffekt verlängerte sich die abendliche Fahrzeit um eine halbe Stunde auf 90 Minuten, was mich ziemlich schlauchte. Beim nächsten Mal nehme ich einfach ein Taxi, die gewonnene Lebenszeit und der ersparte Stress sind die höheren Beförderungskosten mit Sicherheit wert.

Herr Schnuffke bekommt eine Scheuerglatze :( Das schöne weiche Babyhaar wird weggeschubbert. Hoffentlich geht das schnell vorbei, er sieht gerade aus wie ein alter Mann mit comb over. Es wird also Zeit, dass er Krabbeln lernt und den Kopf hochhält.

Sehr amüsiert (im positiven Sinne) über den super sexy boy Edgar.

Nicht so amüsiert über diesen Tweet. Der schlägt ja in die Kerbe, wie toll Berlin doch ist und wie gut man hier feiern kann und so weiter und so fort. Ich verstehe diese Begeisterung nie, sie geht komplett an meiner Lebensrealität vorbei. Mit 40-Stunden-Job und Wegezeit und Haushaltskram und den Verpflichtungen eines normalen Erwachsenen bleibt schlicht kaum Zeit für große Feierei. Glaube ich. Aber vermutlich ist es eh müßig, sich als alter Spießer vom Stadtrand darüber zu ereifern, höchstwahrscheinlich muss man das Leben anders angehen um diese Vorzüge zu verstehen und zu genießen.