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Elternzeit 2016

Journal Donnerstag, 18.8.2016

Und dann ist sie vorbei, die Elternzeit. So schnell gehen neun Wochen herum.

Heute morgen erwischten wir nicht nur eine Bahn früher, sondern sogar zwei, und waren dadurch sogar zehn vor Acht im Kindergarten. Das ist aber leider auch nicht so gut, denn der reguläre Betrieb beginnt erst um 8 Uhr und somit hätte Herr Schnuffke eigentlich in die Frühbetreuung gemusst (die endet um 8 Uhr). Das ist für zehn Minuten natürlich Blödsinn, und so hampelten wir beide noch etwas herum bis die normale Betreuungszeit begann.
Morgen müssen wir also eine Bahn später nehmen, dann sollte es perfekt sein.

Im Büro herumgearbeitet. Heute war ich fast einen ganzen Arbeitstag da und war danach doch etwas matschig.

Während eines Telefonats mit einem externen Mitarbeiter rutschte mir ein „Ick“ heraus. Das verunsicherte den Kollegen- gebürtiger Berliner aus dem Ostteil der Stadt, also ebenfalls mit dem Berliner Dialekt vertraut- so stark, dass er nachfragen musste. Merkwürdig. Aber vermutlich würde es mir ähnlich gehen, wenn mit einem Mal vom Hochdeutschen in den Dialekt gewechselt wird.

Der Heimweg von der KiTa war ein wenig abenteuerlich. Herr Schnuffke war müde und hungrig und hatte mich vermisst, und so ließ er sich von der KiTa bis zum Bahnhof Friedrichstraße tragen. Alle Versuche, ihn in den Buggy zu buggysieren bugsieren, scheiterten kläglich. Also tragen. So lang war der Weg noch nie, das Kind wird mit der Zeit doch etwas schwer.

Am Bahnhof fiel mir ein, dass in Herrn Schnuffkes Rucksack noch Knabberkram drin war, damit konnte ich ihn letztendlich bestechen und in den Buggy setzen. Wär mir das mal früher eingefallen.

Im Bahnhof ärgerten wir uns noch mit dem Aufzug vom Erdgeschoss zu unserem Gleis im dritten Stockwerk herum. Es gibt nur einen kleinen Aufzug, in den mit Müh und Not zwei Kinderwagen/ drei Buggys hineinpassen. Und dieser eine Aufzug wird sehr, sehr oft von Touristen blockiert, die nicht wissen wo sie hinfahren, auf jeder Etage anhalten, nicht aussteigen und teilweise mehrmals vom 3. Stock ins Erdgeschoss fahren und wieder zurück.
So auch heute. Irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ich suchte eine Rolltreppe, um damit nach oben zu fahren. Leider war die nächstgelegene Rolltreppe aber defekt, so das ich letzten Endes den Buggy aus Wut und Trotz die normalen Treppen hinauf trug. Wenigstens war Herr Schnuffke währenddessen fröhlich, er hatte Knabberzeug und konnte sich im belebten Bahnhof umgucken.

Für morgen muss ich für den Heimweg eine Stulle für Herrn Schnuffke einpacken. In der KiTa gab es zwar Vesper, aber das muss relativ gering ausgefallen sein- das Kind hatte einen Bärenhunger und verdrückte nach der Ankunft zu Hause erstmal zwei Kekse und aß zum Abendbrot mehr als ich.

Die Aufzüge am Ostkreuz funktionierten heute. Morgens und Nachmittags. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Herr Schnuffke war durch den langen KiTa-Tag und die Bahnfahrten so k.o., dass wir nach der Rückkehr nach Hause nicht mehr viel mit ihm anstellen konnten. Er schlief dann auch bereits um 19:15 Uhr, das ist sehr früh.

Vermutlich werden wir unser Abendessen und seine Zubettgehzeit etwas vorziehen müssen, um seinem Schlafbedürfnis gerecht zu werden.

In der Edition F erschien vor kurzem ein sehr guter Artikel über steigende Mieten in Berlin und wer diese eigentlich bezahlen kann (und wer nicht). Darin werden auch die Fragen gestellt, die Jott und ich uns gelegentlich (eigentlich dauernd) stellen:

Wer seine Eltern in der Provinz im abbezahlten Einfamilienhaus besucht, fragt sich regelmäßig: „Wie haben die das eigentlich gemacht? Mit einem Einkommen und drei Kindern?“

Und

„Alle um mich herum kaufen Wohnungen oder Häuser“, staunte einer meiner besten Freunde. „Für 400.000 Euro. Für 600.000. Wie machen sie das?“

Beide Zitate stammen aus dem Artikel „Berlin bleibt bezahlbar? Dass ich nicht lache“ auf Edition F von Teresa Buecker.

Zumindest die Antwort auf die Frage „Wie machen sie das“ gibt der Artikel. Nämlich mit dem Geld der Elterngeneration.

Wir merken es ja selbst: Eine größere Wohnung, die einer fünfköpfigen Familie gerecht wird, und die etwas zentraler gelegen ist, ist für uns eigentlich nicht bezahlbar. Wir müssten zwischen 40 und 50% unseres Familieneinkommens auf den Tisch legen, und das ist auch meiner Meinung nach einfach zu viel.

Was man da machen kann, weiß ich auch nicht. Aber das gehört zu den Dingen, die Jott und ich gerade überdenken.

Was schön war: Jott kümmerte sich nach unserer Ankunft bis zum Abendessen um Herrn Schnuffke, ich konnte die Füße hochlegen.

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Elternzeit 2016

Journal Mittwoch, 17.8.2016

Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.

Aus „Der August“ von Erich Kästner

Heute morgen war es herbstlich. Der Atem kondensierte, unter den Bäumen lagen erste braune Blätter, die Kastanie um die Ecke hat große, pralle Früchte, und der Geruch in der Luft sagte, dass der Sommer sich langsam dem Ende neigt.

Herr Schnuffke und ich verließen das Haus heute recht früh, um den „normalen“ Morgenablauf auszutesten. Wenn ich wieder regulär arbeiten gehe, möchte ich gern kurz nach Acht an der KiTa sein, dafür müssen wir gegen Sieben die Wohnung verlassen und eine bestimmte Bahn erwischen. Das haben wir heute morgen nur teilweise geschafft, die Bahn fuhr nämlich vor unserer Nase weg. Morgen werden wir also etwas früher losgehen.

In der Mitte-KiTa sind zwei Plätze für 2017 für die Zwillinge reserviert. Ich hoffe allerdings, dass wir bis dahin einen näher gelegenen KiTa-Platz für alle drei Kinder gefunden haben. Mit drei Klein(st)kindern durch halb Berlin juckeln stell ich mir nicht so prickelnd vor, vor allem wenn ständig irgendwelche Aufzüge defekt sind.

Der Büro-Alltag hat mich wieder. Heute war schon so viel zu tun und abzustimmen, dass meine Mittagspause ausfiel und mir der Magen in den Kniekehlen hing, als wir nach Hause zurückkehrten. Ich hatte gehofft, bis es soweit ist vergehen noch einige Tage.

Seit ein paar Tagen bekommt Herr Schnuffke Zwiebelsaft gegen seinen Husten. Und er LIEBT ihn. Kaum war heute die Zwiebelsaftdose auf den Tisch gestellt, schon hat er danach gejiepert und alles andere ignoriert.
Komisches Kind.

Der Husten wird zum Glück besser. Zwar nur sehr langsam, aber das ist besser als keine Veränderung.

Das frühe Aufstehen heute morgen (dreiviertel Sechs, meh…) funktionierte bereits. Das frühe Zubettgehen leider nicht. Zukunfts-Paul wird ziemlich müde sein.

Was schön war: Zusammen mit den Nachbarn von oben im Hof quatschen, während die Kinder im Sandkasten spielten.
Sandmaus

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Elternzeit 2016

Journal Dienstag, 16.8.2016

Nachdem ich heute beim Umsteigen am Ostkreuz einen Cocker Spaniel mit einer schöneren Frisur als ich sah, vereinbarte ich endlich den lange aufgeschobenen Friseurtermin. Ich muss mich zwar noch etwas gedulden, bis es soweit ist, aber das halte ich aus. Mein Umfeld hoffentlich auch.

Wieder Tränen bei der Übergabe im Kindergarten. Es klang wohl schlimmer, als es war: Beim Abholen erfuhr ich, dass, kaum das ich gegangen war, die Tränen versiegten und die Neugier auf Spielzeug/ andere Kinder die Oberhand gewann.
Puh.

Die Aufzüge am Ostkreuz funktionieren weiterhin nicht. Da das bereits zu Beginn der Elternzeit (gefühlter?) Dauerzustand war, schreib ich mir das jetzt auf. Mal gucken, ob sich mein Eindruck, dass die IMMER defekt sind, bestätigt. Der Mensch behält negative Erlebnisse wohl eher im Gedächtnis als positive, und ehe ich auf die Bahn fluche möchte ich natürlich sicher sein das ich tatsächlich Recht habe.
Eventuell bin ich bereits mit Ende 20 ein Meckerrentner ¯_(ツ)_/¯

Die stufenweise Erhöhung der Arbeitszeit über die Woche hinweg ist ganz gut für mich. Wenn ich von jetzt auf gleich einen vollen Arbeitstag arbeiten müsste und zusätzlich das Kind-Begleitprogramm hätte, würde mich das ziemlich schlauchen. So kann ich mich hingegen über fünf Tage an beides gewöhnen, das ist ’ne gute Sache.

Jott und ich haben seit heute geteilte Google-Kalender, damit sollten- so keiner von uns beiden vergisst, Termine einzutragen- eventuelle Terminüberschneidungen und damit verbundene Probleme ausgeschlossen werden.
Dieses moderne Internetzeugs ist schon sehr praktisch.

Angefixt durch Ahnma höre ich mir gerade die Beginner an. Die kannte ich bislang nur vom Namen und nicht von der Musik her und finds bislang ganz gut.

Mich hats heute beim Aufstehen von der Couch von den Füßen gehoben. Ich rutschte auf einer Stelle im Parkett aus, an der Herr Schnuffke sich vor einiger Zeit erbrochen hatte. Diese Stellen sind besonders glatt, zum einen durch die Kinderkotze und zum anderen durch das häufigere Wischen.
Jott sagt, es sah elegant aus. Ich bin beruhigt.

Gut, dass ich den halben August arbeiten gehe und daher noch etwas Geld zusätzlich zum Elterngeld bekomme. Der Blick aufs Konto lässt mir momentan spontan Tränen in die Augen schießen.
So schön das Elterngeld als solches auch ist, aber 65% sind eben nur 65%…

Herr Schnuffke schrie heute am Vorabend das Haus zusammen. Ich wollte mit ihm noch fix zur Bank gehen um einen Scheck einzulösen, versuchte das Kind daher in den Buggy zu setzen und scheiterte kläglich. Herr Schnuffke hatte nämlich keine Lust auf Buggy und wehrte sich mit den sprichwörtlichen Händen und Füßen und zusätzlich noch mit sehr lautstarken Geschrei. Erstaunlich, was ein 14-monatiges Kind für eine Kraft und Agilität an den Tag legen kann, wenn es etwas nicht möchte.
Das Ende vom Geschrei, beziehungsweise Lied, war, dass wir beide zur Bank gelaufen sind.

Was schön war: Herr Schnuffke beim Schäkern mit andern Menschen in der Bahn zusehen.

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Elternzeit 2016

Journal Montag, 15.8.2016

Heute war der erste KiTa-Tag seit gefühlten Ewigkeiten. Abgesehen davon, dass am Ostkreuz natürlich wieder alle Aufzüge defekt waren, verlief zumindest die Anfahrt ruhig. Die Übergabe leider nicht: Zur Garderobe lief Herr Schnuffke noch ganz entspannt neben mir, aber in der Garderobe ahnte er wohl was gleich auf ihn zukommen würde, klammerte stark und ließ sich tragen. Die Übergabe an die Betreuungserzieherin (nach der langen Abwesenheit war sie ihm vermutlich komplett fremd) verlief tränenreich (nur bei ihm, ich machte mich mit weichen Knien schnell aus dem Staub).

Als ich ihn nach dem Mittagessen abholte, wurde mir allerdings erzählt, dass er sich sehr schnell beruhigte und beim gemeinsamen Gartenbesuch bereitwillig von der Betreuungserzieherin löste und selbstständig den Garten erkundete. Puh.

Meine Elternzeit endet am Donnerstag. Wie schnell die Zeit vergeht… Die restlichen vier Tage nutze ich für eine Mini-Eingewöhnung für Herrn Schnuffke- seine KiTa-Zeit wird Tag für Tag erhöht- und für eine Arbeits-Eingewöhnung für mich- während das Kind in der KiTa ist, gehe ich ins Büro und komme langsam wieder in die Projekte hinein.

Spätestens ab Mittwoch sind Herr Schnuffke und ich mindestens einen halben Tag außer Haus, dann kann Jott die Puppen tanzen lassen.
Oder schlafen.

Als Reaktion auf die kürzlich eingegangene Ankündigung der Mieterhöhung rechnete ich heute die ortsübliche Vergleichsmiete aus, in der Hoffnung auf uns in die Karten spielende Zahlen. Dazu prüfte ich zuerst, in welcher Wohnlage wir leben (mit der Wohnlagenkarte Berlin), und stellte anschließend eine Mietspiegelabfrage (Berliner Mietspiegelabfrage), bei der ich ausfüllen musste über welche Merkmale unsere Wohnung verfügte. Dabei stellte sich heraus, dass eine Anpassung der Miete gemäß Mietspiegel gerechtfertigt ist- schlimmer noch, unser Vermieter könnte sogar noch weitaus mehr Geld verlangen als er es jetzt tut.

Stellt sich die Frage, was wir machen: Trotzdem auf gut Glück der Mieterhöhung widersprechen (und riskieren, dass auch unser Vermieter rein aus Neugierde so eine Mietspiegelabfrage stellt) oder sie hinnehmen?

Herr Schnuffke liebt Luftballons. Das stellte meine Nerven heute auf die Probe: Der Weg zum Einkaufen und die Läden selbst waren mit Ballons geschmückt, und das Kind hat natürlich auf jeden einzelnen Ballon gezeigt, „DA?!?“ gerufen und wollte eine Erklärung. Nach dem zehnten Ballon hatte ich keine Lust mehr.

Die bundesligafreie Zeit ist vorbei. Union Berlin empfing heute zum ersten Heimspiel der Saison, dementsprechend voll waren die Straßen vorhin mit Fußballfans und Polizei.
Wenn im Stadion richtig Stimmung ist, hören wir den Krach bis zu uns, je nachdem wie der Wind steht sogar recht deutlich.

Zum Glück sind die Heimspiele nur alle zwei Wochen- öfter muss ich den Trubel nicht haben.

Das Wetter nervt mich. Es ist nicht warm genug, um nur im T-Shirt unterwegs zu sein, und nicht kalt genug für Pullover/ Jacke. Noch dazu ist es genau so stark windig, dass es zumindest im Schatten doch recht frisch ist.

Ich habe noch kein überzeugendes Bekleidungskonzept für diese Situationen gefunden.

Was schön war: Jott und Herrn Schnuffke auf der Couch beim Mittagschlaf machen zugucken. Da lagen sie beide, als ich nach dem Mittagessen ins Wohnzimmer kam.

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Elternzeit 2016

Journal Sonntag, 14.8.2016

Herr Schnuffke schlief die Nacht wieder schlecht. Er weinte gelegentlich vor sich hin (teils im Schlaf, teils als er wach wurde) und ließ sich nur schwierig trösten. Als er wach wurde, klammerte er sich fest an mich und wollte unter keinen Umständen neben mir schlafen. Es half nur, ihn zur Beruhigung eine Weile auf meinem Bauch schlafen und ihn danach langsam heruntergleiten zu lassen. Aber auch neben mir brauchte er noch eine ganze Weile Körperkontakt, bevor er wieder richtig schlief.
Ich wüsste zu gern, was da los ist, und wie wir die Lage verbessern können. Es schlaucht ganz schön, in 2/3 Drittel aller Nächte mehrmals aus dem Tiefschlaf herausgerissen zu werden.

Den Nachmittag verbrachten wir mit unseren Nachbarn von oben im Tierpark. Ich bin immer wieder überrascht, wie weitläufig der ist- um tatsächlich alle Tiere abzulaufen, braucht man ordentlich Zeit und muss gut zu Fuß sein (waren wir nicht, mit einem Baby, zwei Klein(st)kindern, einer Schwangeren, Bollerwagen, Buggy und Gepäck).

Herr Schnuffke hatte seinen Spaß (wir großen auch): Er sah Elefanten, Tiger, flitzte über die Wege, ritt auf meinen Schultern und schlief auf dem Weg zum Parkplatz fast im Buggy ein.

Tiger

Elefant

Leider kam ich nicht wirklich zum Fotografieren, die kleinen und großen Menschen forderten zuviel Aufmerksamkeit.

Was schön war: Hand in Hand mit Jott zum Auto laufen und das sehr ruhige, weil sehr müde, Kind vor uns herschieben.

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Elternzeit 2016

Journal Samstag, 13.8.2016

Ein sehr entspannter Samstag: Nach dem Frühstück wurden unsere Einkäufe geliefert, danach spielten wir ein bisschen, machten alle ausgiebig Mittagschlaf und unternahmen am Nachmittag spontan einen Familienausflug zum Rübezahl.

Abends erstmals Granola nach diesem Rezept zusammengemischt. Am Montag beginnt, zusammen mit dem Kindergarten und dem geregelten Leben, die Oat-Zeit- und da mich Haferflocken gerade nicht so reizen, probiere ichs mal mit Knuspermüslikrams.

Was schön war: Zusammen mit Jott und Herrn Schnuffke unterwegs sein.

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Elternzeit 2016

Journal Freitag, 12.8.2016

Kein 12 von 12 heute, dafür war einfach viel zu wenig los.

Herr Schnuffke ist wieder zu Hause, meine Eltern brachten ihn heute Nachmittag zu uns. Wir sind froh, dass sein Kurzurlaub so gut funktionierte, und dass er wieder bei uns ist. So ein Kind gibt ja doch Strukturen vor, ich glaube wenn er für eine Woche oder noch länger nicht da wäre würde ich verlottern.

Zwillinge also. Unsere erste Reaktion dazu war „Oh je oh je oh je“, denn zwei auf einen Streich ist doch etwas heftig. Mittlerweile- wir konnten uns seit mehr als einem Vierteljahr an den Gedanken gewöhnen- sind wir bei „Naja, das wird schon irgendwie“ angelangt.

Die Zwillinge werden uns, wenn alles planmäßig verläuft, Ende Dezember 2016 verstärken. Und auch, wenn Zwillinge wohl des Öfteren früher in Erscheinung treten, hoffen wir doch, dass sie es sich zumindest bis Anfang Dezember im Bauch bequem machen.

Alle bisherigen Untersuchungen zeigen zwei gesunde Kinder. Das Geschlecht konnte uns Jotts Frauenärztin noch nicht 100%ig sicher sagen, wir sind daher doppelt gespannt auf die zweite Feindiagnostik Ende August- mal gucken, ob wir Herrn Schnuffkes Großvater dem Wunsch nach einem Mädchen erfüllen können.

Die Schwangerschaft verläuft diesmal „schneller“ als bei Herrn Schnuffke, Jott ist auch schon wesentlich k.o.’er als zum gleichen Zeitpunkt bei ihm. Sie scherzt gelegentlich, dass sie morgens aufstehen, frühstücken und sich direkt wieder hinlegen könnte, weil sie eben schon wieder müde ist. Von daher ists ganz gut, dass Herr Schnuffke und ich ab dem kommenden Montag tagsüber außer Haus sind und sie Ruhe hat.

Zwillinge und damit insgesamt drei Kinder erfordern einige etwas weiterreichende Überlegungen, die große Auswirkungen auf unser Leben haben könnten. Es geht um Wohnraum, es geht um Mobilität, es geht um die Frage wie und wo wir zu fünft leben wollen und können. Gewisse Tendenzen zeichnen sich bereits ab, aber in Sack und Tüten ist noch nichts.

Was schön war: Mit Herrn Schnuffke Fangen spielen, nachdem seine Großeltern wieder weg waren.

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Elternzeit 2016

Journal Donnerstag, 11.8.2016

Ich habe schon wieder eine Erkältung, es ist zum Mäusemelken. Sobald ich wieder fitter bin, rufe ich bei meiner Hausärztin an und bitte darum, einmal groß durchgecheckt zu werden. So viele Erkältungen in so kurzer Zeit scheinen mir nicht normal zu sein.

Der zweite Tag ohne Kind verlief sehr entspannt. Das war in punkto Erkältung auch ganz gut.

Begrüßen Sie bitte die Zwillinge. Sie beschäftigen Jott und mich bereits eine ganze Weile und werden ab sofort auch öffentlich die Jott-Herr-Schnuffke-Herr-Paul-Familie verstärken.
Zwillinge
Inzwischen sind die beiden wesentlich größer und passen nicht mehr zusammen auf ein Foto.

Was schön war: Pläne machen mit den Nachbarn von oben für Sonntag.

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Elternzeit 2016

Journal Mittwoch, 10.8.2016

Die Nacht war furchtbar. Herr Schnuffke weinte ungefähr jede Stunde teils lautstark im Schlaf und musste getröstet und beruhigt werden. Gegen 1 Uhr zog ich mit ihm ins Wohnzimmer um, um Jott ein wenig Ruhe zu gönnen. Erst gegen 5 Uhr morgens schlief Herr Schnuffke besser, ich war nach dem Aufwachen trotzdem sehr gerädert.

Warum er weinte und jammerte, haben wir noch nicht herausgefunden.

Herr Schnuffke wurde (unabhängig von der Nacht und lange geplant) heute Vormittag von seinen Großeltern abgeholt und wird die nächsten Tage mit ihnen verbringen. Das wird spannend- für uns, für sie und für ihn auch.

Die ersten Nachrichten- natürlich stehen wir in regen Kontakt mit meinen Eltern- hören sich gut an: Er hat mit großen Appetit Eierkuchen gegessen, mit Matchboxautos gespielt, Enten am See angeguckt, seinen Onkel getroffen und ist viele viele Treppenstufen hoch und runter gekrabbelt. Eingeschlafen ist er auch, hoffentlich wird die kommende Nacht ruhiger. Nicht, dass wir ihn morgen schon wieder abholen müssen…

Die Wohnung ist ohne Kind sehr ruhig und eigenartig leblos. Zwar sind Jott und ich zu Hause, aber es fehlt der kleine Wirbelwind, der mit großen Schritten durch die Räume tappst und dabei fröhlich erzählt und quietscht.

Wir haben diese Ruhe trotzdem genossen; ich mit einem ausgiebigen Mittagschlaf, und am Abend haben wir uns zur Feier des Tages Essen bestellt und Zoomania angeschaut (guter Film, gucken Sie den, der ist ein Lehrstück was die Welt nicht braucht und braucht).

Das Haus, in dem wir leben, wurde vorletztes Jahr an eine Wiener Rechtsanwältin verkauft. Die möchte damit Geld verdienen, und so flatterte uns heute nach Ablauf der Jahresfrist eine zweite Mieterhöhung in den Briefkasten. Da unsere Miete den ortsüblichen Mietmittelwert aber bereits übersteigt (sie liegt im oberen erlaubten Drittel), werden wir versuchen diese Mieterhöhung abzuwenden. Es sind zwar „nur“ 20 Euro im Monat, aber die müssen ja nicht im Rachen einer Miethaiin landen.

Was schön war: Abends mit Jott auf der Couch den Film gucken, ohne sprungbereit sein zu müssen.

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Elternzeit 2016

Journal Dienstag, 9.8.2016

Bis achte geschlafen, sehr schön. Danach mit Jott und Herrn Schnuffke gefrühstückt, das Kind bespaßt und gegen Mittag zu Arbeits-Terminen in die Stadt gefahren. Am späten Nachmittag mit Herrn Schnuffke im Sandkasten im Hof gespielt, anschließend das Kind gebadet und einen Sandstrand im Badezimmer errichtet.

Ein sehr lesenswertes Interview über Zeit Online (da lese ich bevorzugt). Es geht um fundierten Journalismus, das Wachstum der Marke/ Plattform und Bezahlmodelle für Onlinejournalismus. Fand ich sehr spannend, eben weil ich auf Zeit Online sehr oft unterwegs bin und mich für die genannten Themen interessiere.

Bei Humans of New York werden in den nächsten Tagen und Wochen die Geschichten von Kriegsveteranen erzählt. Nach dem Lesen der ersten Story (Teil 1/5, 2/5, 3/5, 4/5, 5/5) denke ich mir wieder einmal, wie gut es doch ist das ich ausgemustert wurde. Und wie scheiße Krieg ist. Und wie schade es ist, dass selbst im Jahre 2016 immer noch Kriege geführt werden, Menschen töten und scheinbar aus all den Jahrhunderten- und tausenden nichts dazu gelernt wurde.

Was schön war: Im Zuge der Arbeits-Termine vietnamesisch essen im Sen Restaurant im Viethaus. Ich aß Bun Nem (mein Kalibrierungsessen bei mir unbekannten Vietnamesen), trank dazu einen Apfel-Guaven-Shake und freute mich sehr darüber.