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Journal Samstag, 20.8.2016

Wieder eine arg besch…eidene Nacht. Das wird langsam zur Regel hier, ich kann mich nicht erinnern wann wir zuletzt wirklich Ruhe hatten als das Kind im Bett war. Herr Schnuffke wacht seit einiger Zeit wiederholt Abends auf und weint, zusätzlich Nachts. Wir wissen nicht, was ihm fehlt und was ihn quält, es gibt auch nichts das zuverlässig Abhilfe schafft. Wenn er wach wird, gehen wir zu ihm, nehmen ihn aus dem Bett, beruhigen ihn, legen ihn zurück (selten, klappt bei mir derzeit gar nicht) oder legen ihn in unser Bett neben uns. Danach ist er mal kürzer, mal länger ruhig, dann beginnt das Spiel wieder von vorne. Zusätzlich zappelt er neben Jott weiterhin wesentlich stärker herum als neben mir, so dass wir über kurz oder lang ins Wohnzimmer ausweichen damit etwas Ruhe einkehrt.

Diese Situation ist unglaublich belastend. Es ist das Unwissen, was Herrn Schnuffke fehlt und wie wir ihm helfen können, das uns tatsächlich zermürbt. Gepaart mit Müdigkeit und einer latenten Angenervtheit, weil das Kind eben Abend für Abend und Nacht für Nacht jammert und weint und es scheinbar keine Besserung gibt. Er kann ja auch gar nichts dafür, aber nach den letzten Wochen fällt es schwer sich das immer und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Herr Schnuffke und ich gingen heute morgen zum Bäcker- alle beide zu Fuß. Das lief (no pun intended) gut, bis auf den Umstand das er an jeder Pfütze anhielt und mehrfach umkehrte, um zu einer Pfütze zurückzulaufen.
Es scheint, als ob wir zumindest für so kurze Strecken (~500m) den Buggy nicht mehr benötigen. Zumindest wenn wir genug Zeit haben. Und das Kind munter ist. Und es keine Pfützen gibt.

Das Wetter ist maximal unschön. Eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit (75% in der Wohnung, MEINE HAARE KRINGELN SICH!) und Temperaturen um die 25° sorgten für einen Waschkücheneffekt. Die Wohnung hat sich auch wieder aufgeheizt, was einem ruhigen Kindsschlaf auch nicht unbedingt zuträglich ist.

Hoffentlich wirds bald Herbst.

Um die Ecke war gestern Abend eine Wohnungsbesichtigung, zumindest nehme ich an das es sich um eine handelte. Mehrere offensichtlich nicht zusammengehörende Menschen/ Paare standen, teils mit A4-Mappen in der Hand, kurz vor 18 Uhr auf der Straße und warteten anscheinend auf Einlass.
Was auffiel: Die wartenden Menschen waren ein bunter Mix durch mehrere Ethnien (ich hoffe, das kann man so sagen ohne jemandem auf den Schlips zu treten)- und das fällt in Köpenick, im Vergleich zu Mitte und drumherum, immer noch auf. Wir beobachten schon seit ungefähr zwei, drei Jahren eine Zunahme von Menschen mit anderer Hautfarbe oder beispielsweise Kopftuch im Straßenbild. Vielleicht sorgt ja die Gentrifizierung innerhalb der Szenebezirke (oder der Flüchtlingsstrom) für deren Zuzug.

Jott und ich haben ein Wirtschaftskonto, von dem die Fixkosten (Miete, Strom, Internet usw.) und die variablen Kosten (vor allem Lebensmittel/ Drogerie) abgehen. Während die Fixkosten ein überschaubarer Posten sind, da Summe und Zeit eben feststehen, schwanken die variablen Posten teils stark und erlauben keine realistische Budget-Planung. Zusätzlich sorgt dies dafür, dass immer mal wieder einer von uns zusätzlich zu den fest eingeplanten Überweisungen auf das Wirtschaftskonto eine Sonderzahlung vornehmen muss, damit das Wirtschaftskonto gedeckt ist. Das passierte in letzter Zeit zu unserem Verdruss recht häufig.
Damit das nicht zur Gewohnheit wird, haben wir deshalb beschlossen, uns ein Wochenbudget von 100 Euro für Lebensmittel/ Drogerie zu setzen. Der Plan ist, über kurz oder lang so zu wirtschaften- eventuell auch mit Hilfe eines Haushaltsbuches-, dass wir mit diesem Geld auskommen und so diesen Teil der variablen Kosten fixieren können. Um einen besseren Überblick über das Geld zu bekommen, haben wir außerdem beschlossen, unser Wochenbudget einmal in der Woche abzuheben und damit bar zu bezahlen.

In der ersten Versuchswoche hat das nicht funktioniert, wir haben ungefähr 30 Euro mehr ausgegeben als uns eigentlich zur Verfügung stand. Wir haben heute viele Dinge gekauft, die normalerweise lange halten und nicht im Wochenturnus verbraucht werden (Windeln, Kartuschen für den SodaStream, langlebige Lebensmittel wie Nüsse und Haferflocken und sowas). Idealerweise geben wir dafür in der nächsten Woche weniger Geld aus.

Überhaupt, das liebe Geld. Ich wüsste sehr gern, wieviel andere Familien im Schnitt im Monat ausgeben, um besser einschätzen zu können ob wir einen extravaganten Luxuslebensstil führen oder aber doch eher normal leben. Nur: Über sowas redet kaum jemand. Die einzige Vergleichsmöglichkeit, die ich habe, ist einer meiner Kollegen. Bei dem sind die Gegebenheiten etwas anders als bei uns (mehr Kinder, ältere Kinder, lebt nicht in Berlin), wodurch ein Vergleich erschwert wird.

Was schön war: Mit Jott und Herrn Schnuffke spazieren gehen.

11 Antworten auf „Journal Samstag, 20.8.2016“

100 euro pro woche für lebensmittel und drogerie bei drei personen ist wohl etwas knapp, fürchte ich. ich lebe allein, esse keine tiere, backe mein brot selbst und meine tagesausgaben nur für lebensmittel liegen bei 4-5 euro.

hoffentlich können andere eltern weiterhelfen mit den durchschlafstörungen des kindes. es ist ja sehr zermürbend, wenn man nicht genug schlaf bekommt.

Also zu Studentenzeiten habe ich pro Woche ca. 30 – 40€ für Essen und Drogerie ausgegeben. Allerdings habe ich mittags meist in der Mensa gegessen und mir von meinen Eltern Fleisch mitgebracht, da die Galloways halten. Zusammen mit dem Freund ist definitiv mehr geworden, da sind wir bei 80 – 120€ auch inklusive Drogerie, allerdings exklusive dekorative Kosmetik ;)

Auch Ihnen danke für die Info :)
Das deckt sich mit Jotts und meinen Kosten während unserer Ausbildung, die lagen auch so bei 30 bis 40 Euro. Mit steigenden Einkommen stiegen auch die Kosten… Und die Qualität der Lebensmittel.
Ich muss das mal fragen: Dekorative Kosmetik sind Schminkesachen für sie/ ihn? D.h. Sie trennen das noch von den gemeinsam genutzten Drogerieprodukten wie z.B. Zahnpasta ab?

Ganz genau. Meine Wimpertusche, Puder etc. zahle ich selbst, da wir kein gemeinsames Konto haben. Duschgel und Zahnpasta werden meist mit den Lebensmitteleinkäufen bezahlt. Und der Freund kauft sich sein Haargel meist beim Friseur, wenn er da ist. Wir kaufen aber auch z.B unser Rindfleisch im Hofladen von Direktvermarkter, das ist dann natürlich etwas teurer.
Meine Mutter rechnet übrigens ca. 100€ pro Woche, die kauft allerdings kaum Fleisch, weil sie ja die Galloways haben. Und wenn dann sind das meist mehrere Hähnchen auch direkt vom Erzeuger.

Hier gibt es ein bisschen Statistik: https://krautreporter.de/1481–wie-viel-konsum-ist-normal (via herzdamengeschichten.de). Schau doch eventuell mal in einem einschlägigen Elternforum; zumindest bei swissmomforum.ch gibt es immer wieder Threads mit dieser Frage. Ich verlinke absichtlich nicht, da die dort genannten Zahlen sich auf Schweizer Verhältnisse beziehen und mit Deutschland (erst recht Berlin) überhaupt nicht vergleichbar sind.

Hier auch nochmal, Finanzen: Mann, Frau, halbes Kind (wegen Wechselmodelll lebt es zu 50 Prozent jeweils bei uns und beim Papa). Mann und Frau beide berufstätig, Mittagessen im Büro bezahlt jeder selbst.
In die Lebensmittelkasse für eigentlich alle Einkäufe kommen am Anfang des Monats 250 Euro. Das reicht nie, ermuntert aber zur Sparsamkeit. 350 Euro im Monat sind es wohl meistens ungefähr insgesamt.

Jupp. Auch für Balkonpflanzen, Samen für potenzielle Balkonpflanzen, Windeln, Medikamente, Imbiss-Besuche… also alles, was für die ganze Familie oder den Haushalt ist und ca 10 Euro Anschaffungskosten nicht übersteigt.

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