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Journal Mittwoch, 26.10.2016

Gestern Abend ließ ichs noch total krachen und lag erst halb Eins im Bett. Heute morgen um halb Sechs dann die Erkenntnis, dass das nicht so schlau war. Aber hey, mein anglo-normannisches Königreich hat sich in blutigen Kämpfen gegen Schotten, Waliser, Iren und Bretonen die Herrschaft über die britischen Inseln und die Bretagne gesichert und stößt in Richtung Aquitanien vor, während eine starke Flotte die Nordsee durchkreuzt und gegen dänische Seeräuber und Angriffsverbände vorgeht.

Erwähnte ich, dass ich in solchen Spielen sehr aufgehen kann? Und erst im Nachlesen der Spiel-Ereignisse, Völker und Hauptpersonen…

Herr Schnuffke schlief auf Grund eines Alptraums ab 23 Uhr bei uns im Bett. Leider schützte ihn das nicht vor einem weiteren Alptraum, mitten in der Nacht schreckte er panisch auf und ließ sich nur durch Anpusten aufwecken und durch viel Kuscheln zur Ruhe bringen.

Die Haltegurt-Löcher im Buggy-Fußsack befinden sich an genau den richtigen Stellen. Das elende Gefriemel mit den Gurten hat somit ein Ende. Hurra!

Jott war am Abend verabredet, Herr Schnuffke und ich waren nach langer Zeit mal wieder auf uns gestellt. Es lief super, aber als Jott nach Hause kam und noch drei Handgriffe im Haushalt tat war ich sehr froh. Ansonsten hätte ich nach dem Zubettbringen Herrn Schnuffkes noch ’ne ganze Weile aufräumen müssen.

Den folgenden Satz zu schreiben ist mir einerseits etwas peinlich, andererseits ist es auch gut so: Ich schnitt heute zum ersten Mal die Fingernägel von Herrn Schnuffke. Bislang hatte das Jott übernommen, ich war da auch überhaupt nicht böse drüber. Allerdings war da immer so ein Unwohlsein, weil es natürlich absolut ungerecht ist wenn nur sie das macht und ich mich da fein raushalte.
Also bestellte ich mir vor kurzer Zeit eine Linkshänder-Nagelschere (mit den Scheren für Rechtshänder kann ich nicht schneiden) und weihte sie heute erstmals ein.

Um es kurz zu machen: Herr Schnuffke hat noch alle Finger, keine Wunden und neun von zehn Fingernägel sind kurz geschnitten. Für den Daumen der rechten Hand reichten seine Stillsitzkapazitäten nicht mehr aus- ich brauchte ganz schön lange fürs Nägelschneiden, und irgendwann wurde sein Gezappel zu gefährlich für den Mann mit der Schere.

Herr Schnuffke mag Musik sehr gern und ist eine kleine Tanzmaus. Sobald er auch nur etwas ansatzweise melodisches hört, beginnt er zu tanzen.
Meine Eltern schwärmten uns bereits mehrfach vor, wie aufmerksam Herr Schnuffke klassischer Musik zuhöre und wie sehr er sich darüber freue.

Jotts Abwesenheit nahm ich darum als Chance wahr, ihn mit „meiner“ Musik bekannt zu machen. Wir hörten ein wenig Blind Guardian, Sabaton und Falconer, und Herr Schnuffke schien das ganz ok zu finden. Immerhin, immerhin.

Was schön war: Mir einen Herbstsalat zum Mitnehmen ins Büro ausdenken, Zutaten kaufen und ihn dann doch nicht machen müssen, weil ich die Reste von Jotts Mittagessen mitnehmen kann.

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Journal Dienstag, 25.10.2016

Es lohnt sich, alle paar Jahre mal in den eigenen Steam-Account zu gucken. Als ich das heute tat, entdeckte ich nämlich das einige meiner Spiele in der Zwischenzeit auch auf dem Mac verfügbar sind. Was tat ich also? Ich installierte erstmal Medieval II, zockte ein wenig und hatte einen schönen Abend.

Ein Hoch auf Jott! Dank ihrer Nähkünste haben wir einen großen Batzen Geld gespart.
Herr Schnuffkes Fußsack für den Buggy hat an den falschen Stellen die Löcher für die Gurte zum Festschnallen. Dadurch ist die Handhabung sehr nervig, weil die Gurte für die zu großen Abstände zwischen den Löchern zu kurz sind und der Fußsack nach Hineinsetzen des Kindes erst einmal zurechtgezuppelt werden muss, um letztendlich eher locker aufzuliegen als tatsächlich zu fixieren. Letzeres hätte ich noch verkraften können, aber das elende Gefriemel raubte mir den letzten Nerv.

Als wir vor kurzem bei Spiele Max im Forum waren, schauten wir daher auch mal nach neuen Fußsäcken, fanden allerdings keinen preiswerten & schönen.
Ein paar Tage später hatte ich die zündende Idee: Ob wir denn nicht einfach neue Löcher für die Gurte in den alten Fußsack reinschneiden könnten, und Jott würde mit ihren Nähmaschinen die Ränder versäumen?

Während Herr Schnuffke von mir ins Bett gebracht wurde, fand sie heute Abend die nötige Zeit für die Umarbeitung. Morgen früh folgt der Praxistest.

Herr Schnuffke hat sich die nächste Erkältung eingefangen. Zwei, drei Tage lang waren Husten und Schnupfen fast verschwunden, seit gestern kehren sie wieder. Armer kleiner Spatz.

Für die Halloween-Kinderparty am Samstag haben wir das perfekte Kostüm für Herrn Schnuffke gekauft: Eine Mini-Drachen-Verkleidung. Er sieht darin unglaublich putzig aus.

Was schön war: Relativ komplizierten Kram runterarbeiten im Büro und das darauf folgende „Yeah“-Gefühl.

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Journal Montag, 24.10.2016

Herr Schnuffke entwickelt langsam Humor. Das ist neu, das ist großartig. Am Wochenende saß er im Hochstuhl bei meinen Eltern, die Hände unter dem angebauten Tisch. Auf die Frage, wo denn seine Hände sind, folgt- eine Sekunde, zwei Sekunden, drei Sekunden- keine Reaktion. Dann reißt er mit einem fröhlichen „Tadaa!!“ beide Arme hoch und fängt an zu lachen. Supertoll.

In acht Wochen ist Weihnachten. Kinder, wie die Zeit vergeht! Aller Wahrscheinlichkeit nach werden wir Weihnachten bereits zu fünf verbringen. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht!

Jott und ich machten uns erstmals etwas ausgiebigere Gedanken zu den Geschenken der lieben Verwandtschaft für Herrn Schnuffke gemacht. Es gibt ja einige Parteien, von denen wir vermuten das sie zu Weihnachten Geschenke übergeben werden. Damit das nicht eventuell überhand nimmt und wir in Spielzeug ertrinken, haben wir uns darauf verständigt dass von den Großeltern ein Geschenk von maximal 30 Euro ok ist, und von den Tanten und Onkels ein Geschenk für zehn Euro. Aber: Bei drei Großelternpaaren und ebensovielen Tanten/ Onkels sind das immer noch sechs Geschenke. Eigentlich viel zu viel für einen Anderthalbjährigen, der bislang auch mit einer Margarine-Büchse mit Schlitz drin lange zu beschäftigen war.
So ganz glücklich bin ich mit dieser Regelung noch nicht, eventuell muss sie noch etwas verfeinert werden.

Mir fällt das morgendliche Aufstehen derzeit besonders schwer, so richtig habe ich mich noch nicht daran gewöhnt das es nun eine ganze Weile lang noch dunkel ist wenn ich wach bin. Unter einer halben Stune snoozen komme ich nicht weg. Blöd, wenn man einen eigentlich eng getakteten Zeitplan hat.

Momentan ist alles grau, das Wetter strahlt aus.

Was schön war: Am Abend das Mittagessen für morgen vorbereiten- es gibt mediterranen Kartoffelsalat. Und der hat diesmal sogar Jott geschmeckt, dabei kann sie weder Oliven noch Rucola noch Kapern etwas abgewinnen.

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Wochenende in Bildern

Journal Sonntag, 23.10.2016 – Wochenende in Bildern

[Weitere Informationen zur Initiative „Wochenende in Bildern“; die Wochenenden der anderen Teilnehmer sind in Wochenende in Bildern 22./23. Oktober 2016 verlinkt.]

Zum Samstag vom Wochenende in Bildern.

Nach einer ruhigen Nacht für alle frühstückten wir in Ruhe, machten uns tagfein und warteten auf Jott.
The British Shop
In einer ruhigen Minute durchblättere ich einen Katalog mit Weihnachts-Krimskrams und finde viele schöne Dinge, die auch gut in unsere Wohnung passen würden. Ich steh auf diese kitschige, klassische Weihnachtsdeko.

Äpfel
Als Jott da ist, springe ich zu ihr ins Auto. Wir fahren zusammen zum Obstbauern, um neue Äpfel zu kaufen. Die vom letzten Besuch neigen sich dem Ende zu- offenbar haben wir es zu Dritt geschafft, um die achteinhalb Kilo Äpfel in zwei Wochen zu essen.

Zurück bei meinen Eltern gibt es Mittagessen, danach machen Herr Schnuffke und sein Großvater Mittagschlaf. Wir Wachgebliebenen erzählen ein bisschen.
Als Herr Schnuffke und mein Papa wieder wach sind, gibt es Kaffee und Kuchen, dann gehe ich in den Garten. Noch ist das Wetter schön, das muss ausgenutzt werden. Irgendetwas stimmt mit Hasi Herrn Schnuffke nicht, er ist ein bisschen wehleidig und kuschelbedürftig. Meine Mama und Jott vermuten, dass er vom Apfelrotkohl des Mittagessens Blähungen hat.

Um mich ein bisschen nützlich zu machen, harke ich im Garten Laub zusammen und schütte es auf den Kompost. Das ist eine sehr entspannende Arbeit. Man sieht sofort, was man gemacht hat, muss dabei nicht großartig nachdenken und macht eigentlich immer wieder dasselbe.
Irgendwann kommt der Rest der Familie nach. Herr Schnuffke hilft erneut fleißig mit und wuselt durch den Garten, die frische Luft scheint ihm gut zu tun.

Als alles Laub zusammengeharkt ist, holen wir unseren eingelagerten Maxi-Cosi-Babysitz samt Isofix-Station vom Dachboden und bauen ihn ins Auto. Bei uns zu Hause in Berlin wartet bereits eine zweite Station und ein zweiter Maxi-Cosi, den müssen wir noch einbauen. Der Plan ist, dass die beiden Babys hinten sitzen und Herr Schnuffke auf dem Beifahrersitz. Mein Platz wird auf der Rückbank zwischen den Zwillingen sein, während Jott fährt. Alles sehr beengt, aber für den Anfang muss es eben gehen.

Am Abend fahren wir zurück nach Berlin. Herr Schnuffke schläft schnell ein und wacht erst kurz vor Ankunft wieder auf. Zu Hause ist er anfangs fröhlich, hat aber keinen Hunger. Beim Zubettbringen kommt er mir etwas warm vor, das darauf folgende Fiebermessen zeigt 38.8°C. Hm. Wir geben ihm also ein Fieberzäpfchen, dann bringt Jott ihn ins Bett. Ich esse in der Zwischenzeit einen Happen und höre Herrn Schnuffke aus dem Nebenzimmer erzählen und singen. Das Zäpfchen scheint bereits zu wirken.

Irgendwann kommt Jott zurück, sie hat keinen Erfolg bei der Einschlafbegleitung. Während sie Abendbrot isst, versuche ich mein Glück und scheitere kläglich. Herr Schnuffke scheint zwar müde zu sein, macht aber keine Anstalten zur Ruhe zu kommen. Er erzählt, spielt mit meinen Armen, spielt mit seinen Armen, guckt mich mit großen Augen an und dreht sich mal links- und mal rechtsrum.

Frühstück
Nach einer Dreiviertelstunde ist mir das zu blöd. Ich bringe ihn also zu Jott ins Wohnzimmer, sie hat sich angeboten Herrn Schnuffke zu sich auf die Couch zu nehmen. So kann ich mein Frühstück für morgen vorbereiten, die Küche aufräumen und…

Wickeltasche
… die Wickeltasche ausmisten. Dort haben sich Klamotten und Spielzeuge angesammelt. Ich sortiere alles in Größe 86 aus und achte darauf, eine herbstgeeignete Garnitur Wechselklamotten einzupacken. Wenn die fehlt, fühle ich mich unterwegs schlecht vorbereitet.

Herr Schnuffke spielt in der Zwischenzeit „Ball Ball Ball“ mit Jott und guckt sich Bücher an. Blöder Autoschlaf.

Was schön war: Ich kam heute dazu, ein wenig in meinen gespeicherten Lesezeichen zu lesen.

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Wochenende in Bildern

Journal Samstag, 22.10.2016

Babypartydeko
Jott veranstaltete heute ihre Babyparty. In den vergangenen Tagen und Wochen hatte sie eifrig Deko gebastelt und viel vorbereitet, so dass die heutigen Stunden vor Eintreffen der Gästinnen recht entspannt waren.

Babypartyverpflegung
Wir buken nur noch Muffins, stellten die Getränke kalt und beseitigten Schokoladenspuren von Herrn Schnuffke am großen Esstisch.

Als gegen Mittag die Gästinnen eintrudelten, machte ich mich auf den Weg zu Herrn Schnuffke und meinen Eltern und fuhr mit Straßenbahn, S-Bahn und wieder der Straßenbahn ins Brandenburgische.

Angekommen, schlich ich mich ins Haus- mein Papa und Herr Schnuffke machten zusammen Mittagschlaf-, aß die Reste vom Mittagessen und quatschte ein bisschen mit meiner Mama.

Rüssel in der Küche
Als Herr Schnuffke aufwachte, spielten wir zum Wachwerden im Wohnzimmer, guckten uns ein Rüssel-Buch an (das Buch auf dem Foto ist so alt wie ich) und gingen nach Kaffee und Kuchen nach draußen, um Enten zu füttern.

Kormoran
Dem Kormoran auf dem Bild boten wir auch etwas an, der wollte aber nicht sondern saß einfach nur herum. Vielleicht bewunderte er die wunderschönen Herbstfarben am anderen See-Ufer.

Viehzeug füttern
Neben den Enten fanden sich auch ein paar Schwäne und Möwen, die unser Brot wollten.
Die Möwen waren, wie neulich am Müggelsee, recht rabiat und piesakten die Enten. An die Schwäne trauten sie sich aber nicht so recht heran.

from where I stand
Der Herbst ist mir die liebste Jahreszeit nach dem Frühling. Die Farben! Die Gerüche! Die angenehmen Temperaturen!

Farben
Am See bin ich früher oft mit unserem Hund Fahrrad gefahren oder spazieren gegangen. Und im Sportunterricht in der Schule mussten wir ein paar Mal am Ufer joggen. Das fand ich doof. Ich bin eher ein schneller Spaziergänger.

Gartenarbeit
Wieder zu Hause dämmerte es bereits, was uns aber nicht abhielt, noch ein paar Blätter im Garten wegzuharken. Herr Schnuffke half eifrig mit und ließ beim Herumfuchteln mit seiner kleinen Laubharke ein paar Mal den Atem stocken.

Herr Fuchs und Frau Elster
Nach dem Abendessen durfte Herr Schnuffke noch das Sandmännchen gucken. Heute waren Herr Fuchs und Frau Elster zu Besuch. Während wir alle vor dem Fernseher saßen, lief Herr Schnuffke reihum zu mir und seinen Großeltern und kuschelte mit jedem von uns im Wechsel.

Rum
Während meine Mama ihren Enkel ins Bett brachte, guckten mein Papa und ich Schmonzetten und tranken einen Rum zum Aufwärmen. Danach weiß ich nichts mehr.

Zum Sonntag vom Wochenende in Bildern.

Was schön war: Der lange Spaziergang am See.

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Journal Freitag, 21.10.2016

Die Hausverwaltung hat die gesetzte Frist eingehalten. Heute war ein Brief im Briefkasten: Sie ziehen die Mieterhöhung zurück.

Mal schauen, wie die Damen und Herren nun reagieren und was sie noch so in petto haben.

Herr Schnuffke schlief die letzten beiden Nächte teilweise bei uns. Wenn das mit den Zwillingen auch so läuft, dann bau ich im Kinderzimmer eine Matratzen-Landschaft am Boden auf, auf denen drei Kinder und ich nachts schlafen können.

Jott schmeißt morgen eine Babyparty und empfängt Freundinnen. Herr Schnuffke und ich haben uns daher für das Wochenende ausquartiert. Meine Mama holte Herrn Schnuffke heute von der KiTa ab und nahm ihn mit, ich werde morgen tagsüber mit der Bahn zu ihnen fahren. So kann Jott in Ruhe feiern und meine Eltern, Herr Schnuffke und ich machen uns ein schönes Wochenende.

Das Kind ist derzeit etwas quengelig. Das beginnt nach dem Aufstehen und endet kurz vor dem Einschlafen. Gegen das Rumningeln helfen nur Beschäftigung- und weil Herr Schnuffke keine große Lust hat, sich allein zu beschäftigen, müssen Jott und ich ran. Das ist auf unseren täglichen Bahnfahrten etwas anstrengend, denn kaum dass wir in die S-Bahn eingestiegen sind, muss ich auch schon seine Bücher herausholen und sie mit ihm durchgehen. Ich hocke also 30 Minuten neben dem Buggy und erkläre, was Zahnbürsten, Lätzchen, Puppen, Bauklötzen und-, Achtung, zweites Buch- Igel, Him- und Brombeeren, Schnecken und Eichhörnchen sind. Hocken daher, weil Sitzplätze ein rares Gut und in der Regel schon besetzt sind.
Vielleicht sollte ich mir einen Camping-Stuhl mitnehmen.

Ich entdecke die Vorzüge nur eines Monitors. Normalerweise arbeite ich im Büro mit zwei Monitoren, dem aufgeklappten MacBook und einem externen Monitor. Um meine momentane Unfokussiertheit anzugehen, teste ich das Arbeiten mit nur einem Monitor und der jeweiligen Anwendung darauf im Fullscreen-Modus. Und was soll ich sagen, es hilft tatsächlich (wenn ich dem Drang widerstehe, in unsere Team-Chats und das Mailprogramm reinzuschauen).

Was schön war: Zur Feier unserer temporären Freiheit mit Jott Burger essen und im Anschluss die neue Folge von Gotham zu gucken.

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Journal Donnerstag, 20.10.2016

Horror-KiTa-Übergabe. Alles begann in der S-Bahn auf Höhe Warschauer Straße, als Herr Schnuffke „Aa Aa“ sagte und die Augen leicht zusammenkniff. „Kein Problem“, dachte ich mir, das Kind trägt eine Windel, zur Not hab ich Wechselklamotten für ihn bei und wir sind ja bald in der KiTa.

In der KiTa angekommen bestätigte ein eilig durchgeführter Geruchstest das Kind- jopp, das war „Aa Aa“. Also Herrn Schnuffke unter den Arm geklemmt, ab in die Toilette seiner KiTa-Gruppe und ihn dort auf den Wickeltisch gelegt und gewickelt.

Beim Blick in die Windel hätte ich stutzig werden müssen- da war nämlich so gut wie nichts drin. Aber merkwürdig, dass der Po beim Abwischen einfach nicht- „HOLY SHIT, das Kind presst und presst und presst, schnell Paul, SCHNELL, setz es aufs Klo!“- so ähnlich meine Gedanken.
Hätte ich mal die zum Denken benötigte Energie besser in Bewegung gesteckt- beim Hinübertragen von der Wickelkommode zum Klo war ich nämlich nicht schnell genug, und mit einem Mal war der Fußboden der Toilette gesprenkelt.

Naiv, wie ich bin, dachte ich, dass das Kind nun fertig sei, setze es ab um das Häufchen auf dem Boden wegzuputzen und… sah erschrocken zu, wie Herr Schnuffke in einer sich ausbreitenden Pfütze stand und pullerte. Und dann darin herumstapfte.

Ab diesem Moment war ich überfordert: Ein Häufchen auf dem Boden, eine größer werdende Pfütze und ein untenrum nackiges Kleinkind, das darin herumlief.

Herrn Schnuffke war das aber erstmal egal, das Herumlaufen schien seine Verdauung nur noch weiter angeregt zu haben: Mit einem Mal blieb er stehen und presste weiter. Ich eilte also fast schon panisch hin zu ihm, hob ihn hoch und setzte ihn aufs Klo. Das lief gut, er kackte ins Klo und alles war gut.

Dachte ich. Und dachte falsch. Als ich nämlich wieder annahm, dass er fertig war- ernsthaft, irgendwann muss ja wohl mal Schluss sein- und ihm vom Klo hob um seinen Po abzuwischen, kackte Herr Schnuffke auf die Klobrille. Also stellte ich ihn in eine noch saubere Ecke der Toilette, reinigte die Klobrille, drehte mich um und sah, dass er nochmal pullerte. Das nahm ich dann nur noch hin, schicksalsergeben.
Um weitere, ich nenne es mal euphemistisch „Verunreinigungen“, des Bodens zu verhindern und dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich tatsächlich wirklich komplett zu entleeren, setze ich ihn nochmal auf das Klo und begann mit den Aufräumarbeiten. Eine halbe Minute später bemerkte ich, dass das Kind ohne meinen Halt in das etwas zu große Klo rutschte und zu weinen begann. Nagut, da musste es durch. Ich beeilte mich und warf die zur Reinigung benutzten Taschentücher sowie die Windel vom Anfang der Schilderung in den Windeleimer- genau, DEN Windeleimer, mit dem ich schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hatte.

Um es kurz zu machen: Auch diesmal funktionierte die Fallvorrichtung beim Umlegen des Hebels nicht richtig, einige der Taschentücher wurden eingeklemmt und verschmierten ihren Inhalt.

Ich halte fest: Ein heulendes Kleinkind mit schmutzigen Po, bepinkelten Füßen, ein kackverschmierter Windeleimer, mehrere Pfützen + Fußspuren daraus auf dem Boden und mehrere Häufchen-Reste.

Mir war dann vorerst egal, wie Windeleimer und Boden aussahen: Ich schnappte mir Herrn Schnuffke, beruhigte ihn mit meinem Handy (das er, weil er ja momentan alles runterschmeißt, in den schmalen Spalt zwischen Wickelkommode und Wand schmiss), säuberte ihn, zog ihn an, übergab ihn- wir beide waren etwas aufgelöst- an eine seiner Erzieherinnen und ließ mich aufklären, wo ich Reinigungsutensilien für die Toilette fände.

Im Anschluss putzte und desinfizierte ich das Klo, den Boden, den Windeleimer, die Wickelkommode und mich (wo gehobelt wird, fallen Späne- nicht alle Taschentücher sind, vor allem nass/ mit Inhalt tatsächlich reißfest), verschob die tonnenschwere Wickelkommode, fischte mein Handy heraus und musste mich dann erstmal trockenwischen, so nassgeschwitzt war ich vor lauter Stress und Hektik.

Der restliche Tag war im Vergleich dazu unglaublich entspannt.

Viel mehr spannendes ist heute nicht passiert- wie das eben so an ganz normalen Werktagen ist.

Was schön war: Mich nach dem Fäkalvorfall in der KiTa bei Jott ausheulen und zusammen mit ihr am Telefon darüber lachen.

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Journal Mittwoch, 19.10.2016

Wieder eine leicht unruhige Nacht. Ich wache inzwischen bei jedem leisen Geräusch aus dem Babyphone auf, weil ich mir einbilde zu hören, wie Herr Schnuffke aus seinem Bett krabbelt.
Heute Nacht war das nicht der Fall, er schlief nur etwas unruhig.

Einige Zeit nach unserem Umzug ins Wohnzimmer wachte Herr Schnuffke auf Grund seiner verstopften Nase auf und schlief nur schlecht wieder ein. Er versuchte andauernd, seine Hände- obwohl schön warm- unter mich zu schieben, und schlief erst ein als ihm das geglückt war.

Weil eine Taschenlampe mit Wackelkontakt zu seinem derzeitigen Lieblingsspielzeug gehört, lernt Herr Schnuffke schon frühzeitig eine grundlegende Art der Reparatur von technischen Geräten: Draufhauen. Funktioniert bei besagter Taschenlampe wunderbar, danach leuchtet sie wieder.

Seit dem letzten Magen-Darm-Effekt mache ich eine Koffein-Entwöhnung und trinke seitdem keine koffeinhaltigen Getränke mehr. Morgens macht mir das nichts aus, da werde ich durch die Dusche und das Frühstück wach. Schlimm ist es am Nachmittag und Abends, das Mittagstief schlägt erbarmungslos zu und am Abend fallen mir bereits ab 20:30 Uhr die Augen fast zu.
Den Oktober möchte ich die koffeinfreie Zeit noch durchziehen, ab November soll es wieder Kaffee geben. Ich freu mich schon drauf.

Die letzten Tagen über fiel es mir schwer, mich im Büro auf meine jeweilige Aufgabe zu konzentrieren. Heute hatte ich keine Lust auf ineffektives Herumarbeiten mehr und reaktivierte die Pomodoro-Technik. Das half, der heutige Tag war produktiv wie lange nicht mehr.

Die Hausverwaltung hat ihr Nicht-Reagieren auf unseren Einspruch gegen die Mieterhöhung mit personeller Unterbesetzung wegen Urlaub und überhaupt begründet. Seit Mitte August. Is‘ klar… Außerdem drohte der Mitarbeiter, mit dem Jott am Telefon sprach, recht unverblümt mit dem Gang vor Gericht.
Gut, dass wir eine Mietangelegenheiten abdeckende Rechtsschutzversicherung haben.

Seit zwei, drei Wochen erkennt Herr Schnuffke seine Eltern auf Fotos. Er zeigt dann darauf und sagt, je nach Person, „Mama“ oder „Papa“ oder „Mampa“ (er ist sehr effizient). Nach dem heutigen Abendessen guckten wir beim Einräumen in den Kühlschrank auf ein Foto von uns dreien (beim Treckerfahren auf dem Erdbeerhof). Auf unsere Frage, wo auf dem Foto denn Mama/ Papa seien, zeigte er auf uns- und auf die Frage, wo auf dem Bild denn Herr Schnuffke sei, auf sich. Das ist total cool, offenbar weiß er inzwischen wie er aussieht und kann das auf Fotos wiedererkennen.

Was schön war: Das Mittagessen! Es gab die Reste der Buletten mit Mischgemüse vom Sonntag, und das war an diesem grauen und verregneten Tag genau richtig.

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Journal Dienstag, 18.10.2016

Dieses Kind, ey. Beim Abendessen pfefferte er erstmals sein Essen auf den Boden, und da hört der Spaß für mich auf. Das er damit rumspielt, geschenkt. Aber es auf den Boden schmeißen, nur um zu gucken was passiert? Nee.
Das Problem ist: Ich habe weiterhin keine Ahnung, was man dagegen machen kann.

Da war ich gestern schon wesentlich früher im Bett und heute trotzdem sogar noch müder, als wenn ich gegen halb Zwölf schlafen gehe. Gibt es sowas wie eine Erstverschlechterung auch bei Müdigkeit?

Im Büro heute ein Tiefpunkt. In den letzten Wochen hatte ich mit meinem Ansprechpartner auf Kundenseite lange auf ein Feature hingearbeitet, dass uns bei unserer halbjährlichen Softwareausspielung viel Arbeit gespart und die verbleibende Arbeit wesentlich angenehmer gemacht hätte.
Am Donnerstag, als sich mein Ansprechpartner in den Urlaub verabschiedete, sah alles sehr gut aus, die nötigen Schritte auf Kundenseite waren angeleiert, die Arbeiten sollten dort am Freitag abgeschlossen sein.

Am Montag dann die Ernüchterung: Das für uns vorgesehene System wurde einer außerplanmäßigen Wartung unterzogen und war einen halben Tag nicht verfügbar. Am Nachmittag war die Wartung abgeschlossen, ich konnte das System genauer unter die Lupe nehmen und sah… nichts. Alle für uns relevanten Inhalte waren verschwunden, sogar die, die am Freitag bereits verfügbar waren.

Heute dann die Bestätigung, als ich unseren Notfall-Ansprechpartner auf Kundenseite kontaktierte: So wie angedacht, wird es das Feature nicht geben können, weil sich die Einrichtung am Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche als zu komplex erwiesen hatte.
Wenigstens Schadensbegrenzung konnte ich betreiben, wir bekommen eine abgespeckte Version des angedachten Systems zur Verfügung gestellt.
Glück im Unglück also.

Was schön war: Zusammen mit Jott den Abend auf der Couch ausklingen lassen.

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Journal Montag, 17.10.2016

Eine arg unschöne Nacht. Herr Schnuffke war zwischen 2 und 3:30 Uhr mehr oder weniger wach und hielt sich durch Rumgezappel und Tagesverarbeitung selbst vom Schlafen ab. Erst, als ich ihn etwas nachdrücklicher aufforderte, doch bitte endlich still zu liegen und zu schlafen, kam er zur Ruhe (keine Ahnung warum, das war vermutlich nur Glück).

Herr Schnuffke hat gerade eine Arsch-Phase Autonomie-Phase. Wenn etwas nicht nach seinem Willen läuft- ständig!-, schreit er in der einen Sekunde Zeter und Mordio, und in der nächsten Sekunde ist er fröhlich und hampelt herum. Leider dringe zumindest ich nicht so recht zu ihm durch, er lässt sich nicht viel erzählen und auch nicht ablenken.
Hoffentlich legt sich das bald wieder.

Wir sind auf eine Kinder-Halloween-Party eingeladen und brauchen Kostüme! Mein Vorschlag, Herrn Schnuffke als Schnuffzilla zu verkleiden, stößt bei Jott auf wenig Gegenliebe. Dabei sähe das so putzig aus, ein etwas unbeholfen stampfender Einjähriger im Godzilla-Kostüm…

Jott würde stattdessen gern als Kürbis (passt gut zum großen Bauch) oder als Teufelchen (passt gut zu Herrn Schnuffkes Arsch-Phase Autonomie-Phase) verkleidet gehen. Ich habe Katzen eingeworfen, das sind Herr Schnuffkes Lieblingstiere (oder zumindest die einzigen Tiere, deren Laute er nachmachen kann).

Wer sich, wie viele Passanten die Herr Schnuffke und ich beim Warten auf den Aufzug belauschen können, über die Nutzungspreise des WC-Centers am Bahnhof Friedrichstraße beschwert (1 Euro), muss vermutlich nicht dringend genug aufs Klo. Ich hätte heute morgen auch locker fünf Euro bezahlt… Erstaunlich, was eine Tasse Tee für einen Blasendruck entwickeln kann.

Unser schlaues Kind zeigt seit ein paar Tagen an, dass er aufs Klo muss/ gemusst hat. Wir flitzen also jedes Mal, wenn er „Aa“ sagt, mit ihm ins Bad und setzen ihn aufs Töpfchen.

Er sagt sehr oft Aa.

Sogar, wenn er nur pupsen muss.

Jott hat die Theorie, dass Herr Schnuffke generell Zeichen gibt, sobald er einen gewissen Druck verspürt. Das klingt sehr plausibel, neben einem schlauen Kind habe ich auch eine schlaue Frau.

In der KiTa beginnt langsam die Herbst- und somit Krankheitssaison. Vor anderthalb Wochen trat der erste Scharlach-Fall auf, heute waren es Madenwürmer. Herr Schnuffkes Gruppe blieb bislang verschont, ich hoffe das bleibt so.

Was schön war: Das Jott Herrn Schnuffke bettfertig gemacht und ins Bett gebracht hat. Meine Nerven waren etwas arg strapaziert, so konnte ich in der Zeit einige Überweisungen erledigen und diesen Beitrag schreiben. So kann ich nämlich gleich ins Bett gehen.