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Journal Freitag, 13.1.2017

Ich bin auf Mallorca. Das fühlt sich immer noch etwas surreal an. Der Kontrast zu Berlin könnte nicht größer sein. Als ich heute morgen um 4 Uhr zum Flughafen Tegel startete, schneite es, es war kalt, und sehr stürmisch. In Palma de Mallorca waren es bei Ankunft 15 Grad, die Sonne schien und es weht eine sanfte Brise vom Meer. Das war unfassbar großartig.

Es gibt hier wunderschöne große Palmen, Olivenbäume und blühende Pflanzen. Überhaupt ist alles grün. Da merkt man erst einmal, wie sehr man das in Berlin im Winter vermisst.

Der Flug, bzw. die beiden Flüge- wir machten einen Zwischenstopp, um weitere Kollegen abzuholen-, waren abenteuerlich. Nach dem Start in Tegel gab es Turbulenzen, und bei der Landung in Palma ebenfalls. Über Mallorca sackte das Flugzeug immer wieder in kleine Luftlöcher, stabilisierte sich, und sackte wieder ab. Das war ein eher gruseliges Gefühl.

Zwischendrin ging es aber einigermaßen, ich schaffte es sogar eine Stunde zu schlafen.

Direkt nach der Ankunft in Palma fuhren wir mit Bussen zu einem Kongresszentrum, wo wir auf die anderen Mitarbeiter trafen. Nach Snacks und Smalltalk begann das Programm am frühen Nachmittag. Bis in den frühen Abend hinein gab es Rückblicke auf das Geschäftsjahr 2016 sowie Ausblicke auf das Geschäftsjahr 2017 und darüber hinaus. Das war durchaus interessant, allerdings auch teilweise schwer verständlich, da ich die große Firma, die meinen Arbeitgeber gekauft hat, noch nicht im Detail kenne, und daher einiges nicht zuordnen konnte.

Am Abend fuhren wir alle mit Bussen zum Ressort nach Cala d’Or. Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, ging es zum heiß ersehnten Abendessen. Die Auswahl war gigantisch, sowohl was das eigentliche Essen als auch die Desserts betraf. Während der Rest meiner Tischrunde sich noch eine Live-Band an der Bar ansehen wollte, seilte ich mich heimlich ab, ging auf’s Zimmer, und werde jetzt schlafen. Die Vor-Nacht war nämlich sehr kurz, da die Zwillinge sehr unruhig schliefen- oder auch gar nicht schliefen- und ich lediglich zwischen 1:30 Uhr und 3 Uhr schlafen konnte.

Morgen plane ich, an einem oder mehreren Tagesausflügen teilzunehmen. Wenn ich schon mal hier bin, kann ich mir die Gegend mal anschauen.

Dieser Beitrag wurde übrigens komplett diktiert. Das ist etwas ungewohnt für mich, weil ich beim Sprechen meine Gedanken nicht so gut sortieren kann wie beim Schreiben. Ich hoffe, das fällt nicht zu sehr auf.

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Journal Mittwoch, 11.1.2017

Das wichtigste zuerst: Ich schlief beim Zubettbringen von Herrn Schnuffke NICHT ein! Der Wahnsinn, oder?

Es war allerdings ein ziemlicher Kampf. Und ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn das Kind nicht ganz so schnell eingeschlafen wäre…

Auf diesen Erfolg stieß ich mit einem Glas Wein an (Sie wissen schon, Jotts Weihnachtsgeschenk), und seitdem bin ich hinüber. Ich trink so an drei Tagen im Jahr Alkohol, bin das dementsprechend nicht gewohnt und wenn ich dann noch müde bin…

Herr Schnuffke und ich verbrachten die Nacht im Wohnzimmer einträchtig nebeneinander. Lief gut, wir schliefen beide tief und fest. Im großen Bett hatte Jott mich nicht vermisst, sondern sich über den zusätzlichen Platz gefreut.

Heute Vormittag hatte ich einen Folge-Termin beim Hautarzt. Bei der Untersuchung am vergangenen Montag wurde ein Leberfleck etwas kritischer beäugt, der sollte zeitnah entfernt werden.

Und so fuhr ich heute morgen mit Herrn Schnuffke zur KiTa, übergab ihn dort in die Hände seiner Erzieherinnen, fuhr nach Hause, sagte Hallo zu Jott, ging aufs Klo, sagte Tschüss zu Jott, und fuhr mit dem Bus zum Arzt.

Dort war alles easy peasy, der Leberfleck wurde entfernt, nebenbei unterhielt ich mich nett mit der Ärztin, schaute nach der Operation (darf man so eine Kleinigkeit schon Operation nennen?) interessiert das Hautfetzchen, das ehemals Teil meines Arms war, und nun in Alkohol schwamm, an, und, ließ mir einen Termin zum Fädenziehen geben und fuhr wieder nach Hause ins Home Office.

Der Fädenzieh-Termin war sogar ein Wunsch-Termin, den es nur dank Zwillingsbonus gab: Die Vorzimmerdame hatte Jott und mich am Montag mit den Zwillingen gesehen, und stimmte mir vorbehaltlos zu, dass mein Wunsch-Termin (der sich mit einem Termin von Jott deckt) das einzig sinnvolle sei.
Sind die Kinder also mal für was gut. Das erlebe ich in letzter Zeit oft: Die Leute sind, wenn sie die Zwillinge sehen, arschfreundlich. Vermutlich, weil sie sich denken, dass die armen Schweine mit zwei Kindern eh schon gebeutelt genug sind.

Wenn diese blöde Fahrerei nach Mitte nicht wäre, wär das alles entspannter. Aber für die Fahrt zur KiTa, die Kindsübergabe und die Rückfahrt muss ich mindestens zwei Stunden einplanen.
Hoffentlich wird zum KiTa-Jahreswechsel ein Platz in einer näher gelegenen KiTa frei.

Nach dem Arzt arbeitete ich bis zum späten Nachmittag aus dem Home Office. Von Seiten meines Arbeitgebers wird gerade viel ermöglicht, das ist supertoll.

Die KiTa-Abgabe war übrigens ein einziges Grauen. Wie am vorletzten Montag. Herr Schnuffke wollte nicht, dass ich gehe, was generell und gerade heute ungünstig ist. Ich beschloss also, nicht lange zu fackeln, sondern signalisierte der Lieblings-Erzieherin des Kindes nur „Heute ganz schnell“, übergab Herrn Schnuffke in ihre Arme, drückte Herrn Schnuffke einen Kuss auf die Wange, wünschte ihm viel Spaß und ging.

Mit weichen Beinen und dem Gefühl „Scheiße, nicht schon wieder, das geht doch so nicht, das arme Kind, was MACHE ich hier eigentlich?“
Aber gut. Das ist wohl der Preis. Und Herr Schnuffke war schon wieder ruhig, als ich zur Tür der Gardrobe raus war.

Überhaupt ist das große Kind in letzter Zeit seeeehr sehr anhänglich. Bei mir. Bei Jott gehts, aber Papa ist gerad ’ne große Nummer. Einerseits superschön, andererseits… muss ich auch mal einen Meter laufen können, ohne ein krakeelendes Kind im Weg stehen zu haben das auf den Arm möchte.

Die Haushaltshilfe, die im letzten Jahr bei uns im Einsatz war, hat noch ein paar Reststunden abzuleisten. Heute war sie wieder da, es war auch bitter nötig. Vieles kriegen wir so nebenbei hin, aber eben nicht alles. Und so wurde heute die Wohnung mal wieder auf Vordermann gebracht. Vielleicht schaffen wir es ja diesmal, das Sauberkeitslevel etwas länger auf dem selben Niveau zu erhalten.

Den Widerspruch gegen die Ablehnung unseres neuen Haushaltshilfenantrages sandte Jott heute ein. Ich bitte um gedrückte Daumen.

Beim Abendessen zeigte Herr Schnuffke, was er so drauf hat: Weil er bei uns immer sieht, wie wir Käse schneiden, probierte er das auch. Schnappte sich mein Messer, hielt es an ein Käsestückchen und schnitt zusammen mit mir ein paar Scheiben ab, die er sich dann auf seine Stulle legte.
Danach knabberte er sehr geschickt den Käse vom Brot ab, ohne auch nur einen Krümel der Stulle selbst zu essen. Er hält das Brot dazu ganz geschickt diagonal und zupft den Käse runter.

Außerdem zeigte er ständig auf die Lebensmittel auf dem Tisch und sagte ihre Namen. Goldig. Und beeindruckend, was er sich schon alles gemerkt hat.

Was schön war: Die Zwillinge Arm in Arm schlafen zu sehen.

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Journal Dienstag, 10.1.2017

Hui. Die heutige Nacht verlief ansatzweise entspannt, was vor allem Jotts Vermögen, im Liegen zu stillen/ die Flasche zu geben geschuldet war. Ich kann das nicht bzw. stell ich mich dabei an wie der erste Mensch, weswegen ich zum Flasche geben ins Wohnzimmer gehe (da kann ich einigermaßen bequem sitzen). Das bringt natürlich eine gewisse Unruhe rein.

Der eigentliche, stille (naja) Held in diesem Haushalt ist definitiv Jott.

Im Büro zum Löffel gemacht. Im Ressort auf Mallorca gibts nur Doppelzimmer. Prinzipiell nicht so schlimm, also ließ ich mir eine Liste der Kollegen geben, die noch keinen Zimmernachbarn haben. Der einzige noch „freie“ Kollege aus meinem Team war aber eine KollegIN. Und weil ich mir dachte „Na Mensch, die kennste als Teammitglied immerhin besser als die Leute aus den anderen Teams“, fragte ich besagte Kollegin also, ob wir uns ein Zimmer teilen wollten. Wollten wir.

Soweit, so gut. Als ich das beim Orga-Team bekannt gab, kam aber die Rückfrage, ob mir denn bewusst sei dass es tatsächlich Doppelzimmer mit Doppelbett, also für Pärchen, seien. Ups. Doppel-Ups. War es mir nicht. Und auch wenn ich es noch einigermaßen okay finde, mir das Zimmer mit einer Kollegin zu teilen, so gilt das aber nicht fürs Bett. Selbst wenn es große Betten sind und jeder seine Betthälfte hat. Also biss ich in den sauren Apfel, sagte besagter Kollegin ab, fragte erneut herum und fand zum Glück noch einen anderen Kollegen aus einem der anderen Teams.

Herrje.

Unser (Jott + ich) Schlaf-Arrangement für die nächsten Tage wird eine Herausforderung. Herr Schnuffke schläft die wenigsten Nächte allein durch. Deswegen ist es einfacher, wenn ich bei ihm schlafe und ihn nachts ggf. beruhige. Die letzten Nächte, die wir so verbrachten, brauchte er mich so zwischen zwei und fünf Mal pro Nacht.
Wenn ich allerdings bei ihm schlafe, fehle ich bei Jott und den Zwillingen. D.h. mal eben so die Flasche geben/ ein Kind nehmen wird etwas schwerer. Sobald mich nämlich Jott ruft, besteht die Gefahr, dass Herr Schnuffke aufwacht und weint, weil niemand bei ihm ist.

Für die kommende Nacht haben Jott und ich besprochen, dass Herr Schnuffke und ich im Wohnzimmer schlafen und sie mich ruft, sobald sie mich benötigt. Mal schauen, ob das funktioniert.

Was schön war: Herr Schnuffkes freudiges „Papaaa“ beim KiTa-Abholen.

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Journal Montag, 9.1.2017

Seit ein paar Tagen lässt mich Jott ihr Nachts bei der Kinderversorgung helfen.

Das ist das anstrengendste, was ich bislang gemacht habe. Die Zwillinge wachen alle zwei bis dreieinhalb Stunden auf, müssen (theoretisch… manchmal sind wir da nicht so genau) gewickelt und gestillt/ geflascht (ich beanspruche Urheberschaft für dieses Wort) werden. Das dauert, wir erinnern uns, so um die 60 bis 90 Minuten. Und danach beginnt das Spiel von vorn.

Unsere Nächte sind also arg kurz und sehr zerstückelt. Denn die Kinder schlafen ja nicht immer sofort nach dem Stillen ein. Oder trinken immer zügig.
Letzte Nacht schliefen wir von 23:30 Uhr bis 1:30 Uhr und von 2:30 Uhr bis 4:30 Uhr. In der Nacht davor sah es ähnlich aus. Kein Wunder, dass Jott und ich ein wenig müde sind…

Offenbar aber noch nicht müde genug, um früher ins Bett zu gehen. Wir Dummbeutel.

Letztes Jahr im Frühsommer, als Jott und ich zwar bereits von den Zwillingen wussten, den Aufwand mit ihnen aber naiv unterschätzten, vereinbarten wir für den 9.1.2017 einen Hautarzttermin zum Screening/ zur Hautkrebsvorsorge. Dieser Termin sollte recht früh sein, damit ich ihn vor der Arbeit wahrnehmen konnte. Wir legten also 7 Uhr morgens fest und freuten uns.

Zeitsprung zu heute morgen: Nachdem die Kinder ab 4:30 Uhr hungrig waren und sich meldeten, dösten wir noch etwas bis 5 Uhr (Jott fütterte beim Dösen IHN mit der Flasche), dann klingelte der Wecker. Wir hatten uns ausgerechnet, dass wir 5 Uhr aufstehen müssten, um die Kinder zu stillen, uns tagfein zu machen und zu frühstücken. Und was soll ich sagen: Die Rechnung ging auf. Kurz nach 6:30 Uhr verließen wir mit vollem Magen, geduscht (Jott) und frisch gemacht (ich, ich war am Vorabend duschen), sowie mit satten, schlafenden Kindern das Haus und fuhren zum Hautarzt. Irre. Das war gefühlt das erste Mal, dass sowas wirklich funktionierte.

Überhaupt, es klingt ja hier so mit: Jott und ich haben massivst, hundertprozentig unterschätzt, was für ein Aufwand Zwillinge sind. Wir dachten naiv „Ach, das wird wie ein Kind MAL Zwei“, aber nein. Eher wie „Ein Kind HOCH Zwei“. Ehe ich nun weiter blöde Mathe-Vergleiche erfinde, hier die Kernaussage: Es ist mehr Arbeit, als wir uns in unseren kühnsten Träumen hätten vorstellen können.

Nach dem Arzttermin fuhren wir nach Hause, ich trug Jott die Zwillinge in die Wohnung und fuhr ins Büro weiter. Heute war eigentlich mein erster regulärer Arbeitstag. Eigentlich deshalb, weil ich letzte Woche erbeten hatte, über die nächsten zwei Wochen pro Tag einen halben Tag Urlaub nehmen zu dürfen. Das wurde erlaubt, wie ich heute erfuhr, und so konnte ich bereits gegen 13:30 Uhr nach Hause gehen.
Nach den zwei Wochen sollten wir mehr wissen bezüglich der Haushaltshilfe der Krankenkasse und ggf. andere Maßnahmen ergreifen können.

Die Agentur, für die ich arbeite, wurde von einer riesengroßen Firma gekauft. Diese riesengroße Firma begeht 2017 ihr 40-jähriges Geschäftsjubiläum. Aus diesem Grund werden alle Mitarbeiter- auch meine Kollegen und ich- eingeladen, auf Firmenkosten das kommende Wochenende nach Mallorca zu fliegen. Als ich das heute erfuhr, war ich platt ob der Neuigkeiten und ein bisschen traurig. Die Mallorca-Geschichte hörte sich gut an, aber ich konnte unmöglich Jott mit drei kleinen Kindern allein lassen.
Als ich ihr allerdings davon erzählte, war sie Feuer und Flamme, organisierte und machte und tat und das Ende vom Lied ist, dass Jott, die Zwillinge und Herr Schnuffke Freitag und am Wochenende gut betreut sind und ich höchstwahrscheinlich nach Mallorca fliege. Voll spannend.

Das wäre mein dritter (Hinflug) und vierter Flug (Rückflug) überhaupt. Was muss man da beachten? Wie organisiere ich mich am Flughafen am sinnvollsten?

IHR geht es besser, die Erkältung ist fast überstanden. Dafür hat ER vorhin etwas geschnieft und geniest…

Morgen ist Herr Schnuffke wieder bei uns. Ich freu mich.

Was schön war: Wieder arbeiten gehen.

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Wochenende in Bildern

Journal Sonntag, 8.1.2017 – Wochenende in Bildern

[Weitere Informationen zur Initiative „Wochenende in Bildern“; die Wochenenden der anderen Teilnehmer sind in Wochenende in Bildern 07./08. Januar 2017 verlinkt.]

Das Wochenende stand im Zeichen von Einspielen mit den Zwillingen und Haushalt schmeißen. Nachdem wir am Samstag Morgen alle Todos aufgeschrieben und priorisiert hatten, arbeiteten wir sie am Samstag und Sonntag ab. Immer wieder unterbrochen von der Versorgung der Zwillinge.

Am Samstag gab es ein Highlight: Erstmals nach der Entbindung gingen Jott und ich zusammen mit dem großen Zwillingskinderwagen außer Haus und erledigten ein paar Einkäufe.
Und auch der Sonntag war spannend: Am Vormittag kam eine Trageberaterin zu uns nach Hause und erklärte uns, welche Tragesysteme es gibt und wie sie angewendet werden. Jott liebäugelt seitdem mit einem Ring Sling, ich finde Tragetücher toll und lieh mir direkt eines von unsern Nachbarn von oben aus und trug SIE und, etwas länger, auch IHN (er hatte Bauchschmerzen und war etwas nörgelig).

Eine von Jotts Freundinnen bei der Babyparty verzierte Windel

Eigentlich wollten wir Blumenkohl-Kichererbsen-Curry essen, aber weil die Zeit nicht ausreichte bestellten wir dann einfach.
Unsere neue Wickelkommode von IKEA. Rückenschonender, weil höher als der Wohnzimmertisch.
Nachtmahl: Granatapfel
Wer wurde gestillt, wer bekam die Flasche? Dank Liste wissen wir das nun sicher.
Milchkotze ¯\_(ツ)_/¯
Abbau der Weihnachtsdeko. Faltsterne geben prima Hüte ab.
Beste Weihnachtsleckerei überhaupt. Ich kaufte mehrere Packen reduziert nach Weihnachten bei DM.
Tragepapa.
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Journal Freitag, 6.1.2016

Morgens mit Herrn Schnuffke erneut zur Kinderärztin gelaufen und ein Schreiben an die Krankenkasse mit Gründen für eine Haushaltshilfe abgeholt. Kommende Woche gehts zu Jotts Frauenärztin, danach schicken wir beide Schreiben und unseren formulierten Widerspruch erneut an die Krankenkasse. Mal schauen, ob eine Haushaltshilfe dann immer noch abgelehnt wird.

Die Hebamme war heute erneut hier, zeigte sich- genau wie die Schwestern und die Ärztin gestern- erschüttert über IHREN Zustand (sie hustet und schnieft halt ganz arg, man kann gar nicht anders als Mitleid mit diesem kleinen armen Ding haben), lobte aber unsere Krankenversorgung. Die Einschätzung der Kinderärztin, dass die Zwillinge nicht doch eine Angina von Herrn Schnuffke bekommen können, teilte sie nicht; wir sollen eventuell auftretenden Husten gut im Auge behalten.

Beim heutigen Wiegen zeigte sich, dass beide Kinder weiterhin sehr gut zunehmen. Sogar SIE, trotz Erkältung. Bei IHM sieht man das inzwischen auch, er setzt allmählich Speck an und sieht sehr goldig aus. SIE sieht weiterhin ziemlich spirrlig aus, was aber zum Teil wohl auch daran liegt dass sie generell etwas zarter als ihr Bruder ist.

Am Nachmittag war mit einem Mal Ruhe in der Wohnung: Die Zwillinge schliefen, Herr Schnuffke spielte bei Jott, Jott guckte Shopping Queen. Genug Zeit für mich, um Waffeln zu backen. Die kamen gut an, besonders bei Herrn Schnuffke.

Planmäßig wurde Herr Schnuffke heute von seiner Großmutter nach der Arbeit abgeholt und wird das Wochenende und den kommenden Montag im Brandenburgischen verbringen. Das ist, vor allem in der aktuellen Situation, eine enorme Erleichterung für uns. Wir bemerkten den Effekt sofort und konnten den Rest des Abends in Ruhe verbringen und uns 1:1 um die Zwillinge kümmern.

Wir liebäugeln mit Wollwalkoveralls für die Zwillinge. Wenn die bloß nicht so teuer wären…

Was schön war: Schlau wie wir sind, ließen wir, als Herr Schnuffke außer Haus war und die Zwillinge schliefen, alles stehen und liegen und genossen etwas Eltern-Zeit (wir guckten auf der Couch zwei Folgen Gotham und schliefen dabei fast ein).

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WMDEDGT?

Journal Donnerstag, 5.1.2016 – WMDEDGT 1/17

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Super anstrengender Tag. Früh raus, Kinder versorgt. Dann mit Herrn Schnuffke und IHR im dichtesten Schneegestöber und über verschneite Wege zum Kinderarzt (Buggy + Bondolino, halbwegs okaye Kombi). Diagnose: Angina (Antibiotikum, schleimlösender Hustensaft) und fette Erkältung (abschwellende Nasentropfen für Säuglinge + den Hinweis, dass feuchte, kalte Luft super sei). Danach bei strahlenden Sonnenschein zurück.
Zu Hause mit der Trageberaterin gesimst und einen neuen Termin für Sonntag vereinbart- heute konnte sie nicht, weil ihr Kind in der Nacht krank wurde- und dann versucht, zusammen mit Jott den Laden zu schmeißen. Zwei müde, genervte, überforderte, körperlich teils eingeschränkte Erwachsene auf drei Kinder, von denen zweieinhalb eigentlich eine 1:1-Betreuung brauchen.

Mittags TK-Pizza, Herr Schnuffke isst von mir und Jott jeweils eine Hälfte. Zwischendurch und danach stelle ich SIE dick eingemummelt in der Kinderwagenwanne ans offene Schlafzimmerfenster, die hereinkommende Luft ist aber zu trocken und der Effekt gleich null (die Atmung wird nicht einfacher).

Nachmittags drehe ich irgendwann durch weil Herr Schnuffke super anstrengend ist, nicht macht was man sagt, sich benimmt wie die Axt im Walde und ich ihn am liebsten rausschmeißen möchte.
Gemeinsame Feststellung mit Jott, dass wir beide überfordert sind, uns das anders vorgestellt hatten und nicht wissen, wie es weitergehen können. Auch vor dem Hintergrund, dass die Krankenkasse den Antrag auf Haushaltshilfe abgelehnt hat.
Das ist das bescheuerte: Das Kind mag krank sein, ist aber nicht minder aktiv und action-bedürftig als sonst, und daher irgendwann völlig überdreht und unausgelastet.

Später am Nachmittag, als sich unsere Gemüter etwas beruhigt haben, weitere Besprechung. Wir beschließen.

Abends Herrn Schnuffke ins Bett bringen, dabei Einschlafen.

22 Uhr aufwachen, Küche aufräumen, Windeleimer leeren, Töpfchen schrubben, Wäsche wegsortieren, mich wundern wo ich kalte, feuchte Luft herkriegen soll. Nach den Hinweisen der Twitter-Timeline (DANKE!) Tücher eingeweicht und einen Topf mit heißen Wasser ans Kopfende des Bettes gestellt. Danach zu Luftbefeuchtern informiert.

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Journal Mittwoch, 3.1.2017

SIE hat eine Erkältung. Die Nase ist zu, sie hustet und niest. Trinken ist schwierig, in einer horizontalen Position schlafen ebenfalls. Vergangene Nacht nach dem Füttern schlief Jott mit ihr im Sitzen.
Absaugen lässt sich der Schnodder nicht, er ist zu fest. Kurzzeitige Linderung bringt nur eingeträufelte Kochsalzlösung, aber lange hält die nicht vor.

Herr Schnuffke hat ebenfalls eine Erkältung. Seit zwei, drei Tagen wird sein Husten stärker und häufiger. Die Nase läuft ebenfalls verstärkt. Sein Schlaf ist insgesamt wieder unruhiger.

ER ist gesund, hat aber jeden Abend zur ungefähr selben Uhrzeit Probleme mit der Verdauung.

Der für heute geplante Spaziergang entfiel wegen Mistwetter. Dabei hätte frische, kühle Luft der verstopften Nase vermutlich gut getan.

Kurz bevor Jott zum nächtlichen Füttern läutete, war Herr Schnnuffke wach, jammerte etwas und ließ sich nur schwer wieder in den Schlaf begleiten. Als Jott ins Zimmer kam, war er gerade halbwegs eingeschlafen, ich konnte mich also halbwegs guten Gewissens wegschleichen.
Beim Füttern der Zwillinge hörten wir allerdings mit einem Mal Patsch-Geräusche- als ob da ein Kleinkind den Flur entlang läuft… So war es auch, Herr Schnuffke hatte bemerkt das er allein war und hatte sich kurzerhand auf die Suche nach uns gemacht.

Die nächsten 60 Minuten verbrachten wir also alle zusammen im Wohnzimmer, bevor wir wieder schlafen gingen.

Aus dem geplanten Aufstehen um 6 wurde dann natürlich nichts- offenbar hatte ich meinen Wecker im Dreiviertelschlaf ausgeschaltet.

Die KiTa-Übergabe lief heute besser. Ich bestach Herrn Schnuffke mit Salzstangen, so war er abgelenkt.

Mit seinen anderthalb Jahren benötigt Herr Schnuffke nun Größe 98. Das ist etwas problematisch, weil die Babyklamotten bei H&M, C&A und wie sie alle heißen nur bis 92 gehen. D.h. ab 98 müssten wir Kleidung für kleine Jungs kaufen, die laut Größentabelle bereits erheblich älter und weiter entwickelt sind und beispielsweise keine Bodys oder einteiligen Schlafanzüge mit Fuß benötigen. Sehr unpraktisch, denn genau das brauchen wir für Herrn Schnuffke.

Die vorherrschenden Gedanken bei mir sind derzeit „Wir schaffen das nicht“ und „Wie soll das nur weitergehen?“. Dieses Zwillingsding hat mich völlig überrollt, ich hätte mir das nichtmal ansatzweise so vorgestellt.

Was schön war: Zu Dritt Abendbrot essen. Die Zwillinge schliefen ausnahmsweise zur Abendbrotzeit einträchtig nebeneinander.

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Journal Montag, 2.1.2017

Jott kam die Nacht so gut allein zurecht, dass sie meine helfenden Hände nicht brauchte und mich schlafen ließ. Hammer.

Nachdem ich Herrn Schnuffke am Morgen in die KiTa brachte, fuhr ich wieder nach Hause und griff Jott und den Babys unter die Arme (metaphorisch und wortwörtlich). Diese Woche habe ich komplett Urlaub, den zu beantragen war eine gute Idee. In der nächsten Woche sollte unsere Haushaltshilfe wieder kommen, das wird eine zusätzliche Entlastung.

Die KiTa-Übergabe war grauslich. Herr Schnuffke weinte sehr stark und war eine ganze Weile untröstlich, bevor er sich von seiner Lieblingserzieherin beruhigen ließ. Hoffentlich wird das morgen oder zumindest im Laufe der Woche besser.

Ende November wurden in der KiTa-Gruppe von Herrn Schnuffke Fotos durch einen Fotografen geschossen. Heute erhielt ich die Mappe mit den Ergebnissen zur Auswahl mit nach Hause. Abgesehen von den qualitativ hochwertigen und auch schönen Fotos- dafür, dass unserem Kind die Fotografierei wohl eher fragwürdig vorkam und er auf allen Bildern sehr skeptisch und zurückhaltend guckt, kann der Fotograf nichts- schockierten mich die Preise. Wenn die tatsächlich gezahlt werden (… wie von uns/ mir, ich möchte gern ALLE Fotos und alle Downloads), ist KiTa-Fotografie offenbar eine Goldgrube.

HERR SCHNUFFKE KANN SEINEN NAMEN SAGEN. Ichfassesnicht. Als ich ihn heute aus der KiTa abholte und mir die Erzieherin die Fotomappe mit seinem Bild drauf übergab, zeigte er auf das Bild UND SAGTE SEINEN NAMEN.
Natürlich ist die Aussprache nicht perfekt, und vermutlich muss man den Namen schon kennen um ihn zu verstehen, aber das ist ein riesiger Schritt nach vorne.

Voll toll. Sein Name ist nämlich kein Lallname und für Kleinkinder wohl schwieriger auszusprechen. Und er kann das jetzt. So ein schlaues kleines Schweinchen.

Meinen Namen spricht er übrigens seit ein paar Tagen auch- da hat er Jott imitiert. Seitdem ist ganz viel „Paul“.

Die Zwillinge haben seit dem letzten Wiegen in der vergangenen Woche gut zugenommen und ihr Geburtsgewicht wieder erreicht und sogar überschritten.

Zur Organisation meiner/ unserer Finanzen steige ich zum Jahreswechsel von Excel-Listen auf Money Money um. In der Probephase hatte mir das gut gefallen.

Hoffentlich fällt der für morgen angekündigte Regen aus. Ich möchte gern mit den Zwillingen tagsüber raus gehen. Erstmal nur eine Runde um den Block und Windeln bei DM kaufen. Für die laufende Woche sind außerdem S-Bahn-Fahren um Umsteigen an Bahnhöfen angedacht.

Was schön war: Dank KiTa-Aufenthalt von Herrn Schnuffke genügend Zeit zum Kuscheln mit den Zwillingen haben.

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Journal Sonntag, 1.1.2017

Heftige Nacht. Die Zwillinge lagen 23:56 fertig gewickelt, angezogen und gefüttert im Bett. Jott und ich haben die restlichen vier Minuten gewartet, uns einen „Hallo 2017“-Kuss gegeben und sind innerhalb von Sekunden eingeschlafen. Ab halb Drei meldeten sich die Zwillinge mehrfach, gegen kurz vor Vier musste dann die Raubtierfütterung beginnen. Die ging sogar recht fix über die Bühne, eine knappe Stunde später waren wir fertig. Aber dann: Noch anderthalb Stunden nicht definierbares Geknucker und Gemotze, das nur durch auf’n Arm und schuckeln besser wurde. Bei beiden. Kurz nach Sechs haben waren sie soweit ruhig, dass wir sie zwischen uns legen konnten; jeder von uns hat dann immer mal wieder „seinen“ Zwilling beruhigt und dann konnten wir noch gute zwei Stunden schlafen bis halb Neun.
Den Tag über waren wir dann auch entsprechend müde. Gut, dass meine Eltern ganz viel mitgeholfen haben und wir uns um so gut wie nichts kümmern mussten.

Abends fuhren wir zurück nach Berlin. Die Zwillinge schliefen, Herr Schnuffke meckerte nur ein bisschen, das war eine sehr ruhige Fahrt.

Das Bugaboo-Gestell steht ab sofort angeschlossen im Hausflur. Hoffentlich klaut es niemand.
Die Wannen haben wir in die Wohnung geholt, ansonsten wäre das Verfrachten der Zwillinge aus der Wohnung zum Kinderwagen runter unnötig schwierig.

Morgen beginnt die KiTa. Ich werde stark an mich halten müssen, um den Erzieherinnen bei der Übergabe nicht Freudentränen weinend um den Hals zu fallen.
Nach Abgabe von Herrn Schnuffke fahr ich ins Büro, kläre Organisatorisches und kehre anschließend nach Hause zu Jott zurück- ich hab (vorerst) die Woche Urlaub.

Nach den letzten paar Wochen wird ein Gefühl in mir immer stärker: Tiefe Dankbarkeit gegenüber unseren Familien. Die Hilfe und Unterstützung ist so großartig, das ist total toll.

Was schön war: Herrn Schnuffke und seine Großeltern zusammen im Spiel zu sehen.