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WMDEDGT? Wochenende in Bildern

Journal Sonntag, 5.2.2017 – WMDEDGT 2/17 – Wochenende in Bildern

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

[Weitere Informationen zur Initiative „Wochenende in Bildern“; die Wochenenden der anderen Teilnehmer sind in Wochenende in Bildern 04./05. Februar 2017 verlinkt.]

Zum Samstag vom Wochenende in Bildern.

Der Sonntag begann ruhig und beinahe ausgeschlafen. „Mein“ Zwilling, J., schlief nämlich (nach harten Kampf beim Einschlafen, aber immerhin) von 23:30 Uhr bis 4:30 Uhr (nicht komplett durch, er war immer mal wieder wach und verlangte nach Nuckel/ einer Streicheleinheit- aber ich musste eben nicht die Flasche geben und aufstehen) und dann nochmal von 6 Uhr bis 8 Uhr. Irre. Mittendrin sprengte er zwar eine 2er-Windel und musste neu eingekleidet werden, aber das war dann auch kein großes Problem (eher, dass sich Jott nachts beim Umziehen und Wickeln an mich heran schlich und zu Tode erschreckte- ich hüpfte gefühlt einen halben Meter durch den Raum).

Vormittags pusselten wir mit den Zwillingen in der Trage/ im Sling durch die Wohnung, fütterten Kinder und verräumten Wäsche. Nach der Mittagsfütterung lief ich mit den beiden zum Müggelsee spazieren, aß am Spreetunnel eine ausgezeichnete Bratwurst, fuhr mit der S-Bahn heim und testete den Bahnhof Köpenick auf Zwillingskinderwagen-Tauglichkeit.

Am späten Nachmittag brachten meine Eltern Herrn Schnuffke nach Hause. Als sie wieder weg fuhren, endete der ruhige Sonntag und Chaos brach aus. Binnen einer halben Stunde heulten drei Kinder gleichzeitig, J. und G. krümmten sich vor Bauchschmerzen, M. brauchte anderthalb Stunden zum Einschlafen und danach wollte J. trotz Trage ebenfalls nicht die Augen zumachen. Die letzten vier Stunden brauchten also alle aufgebauten Erholungspuffer auf und meine Nerven liegen bereits wieder blank.

Ungefähr fünf Minuten können sie so da liegen, bevor einer von beiden- oder auch beide gleichzeitig- Theater macht.
Mein guilty pleasure. In den letzten beiden Tagen vertilgte ich ungefähr eine Packung davon.
Wäscheberge. Jott legte zusammen (kein Kind vorm Bauch), ich verräumte (Kind vorm Bauch).
Friedliche G. nach dem Essen.
Die Zwillinge und der Müggelsee.
Nach der Heimkehr wachten beide zeitgleich auf und hatten Hunger. Die Wippen sind eine Zwischenstation zum Hinhalten, während die Flaschen zubereitet werden.
Käsespätzle zum Abendessen.
M., vertieft ins Spiel.

Was schön war: Meine Eltern brachten Mohnpielen mit, die ich beim Herumtragen von J. aß.

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Wochenende in Bildern

Journal Samstag, 4.2.2017

Dank der luxuriösen Situation, die Zwillinge 1:1 betreuen zu können, war der Samstag recht entspannt. Zumindest tagsüber. Nachts nicht so, was daran lag, dass G. nach der nächtlichen Fütterung Verdauungsprobleme hatte und über mehrere Stunden hinweg alle 20 bis 30 Minuten aufwachte und jammerte. Jott sei Dank konnte ich trotzdem noch etwas schlafen, sie übernahm das Kind halb Sechs und schaffte es besser als ich, es zu beruhigen (und konnte zum Glück auch noch etwas schlafen).
Am Nachmittag schafften wir es sogar auf die Geburtstagsfeier einer Freundin, was total großartig war. Rauskommen aus der Wohnung, mit anderen Erwachsenen/ Eltern reden, nach Kaffee und Kuchen nicht aufräumen müssen… Das war klasse.

Nächtliche Fütterung. Der Geist ist gerade so hell, dass ich den Füllstand der Flasche und die Temperatur auf dem Thermometer ablesen kann. Es ist übrigens gegen 2 Uhr morgens.
Im Grimassenschneiden sind die Babys sehr, sehr gut. Wenn auch nicht immer freiwillig- hier kämpft J. mit Verdauungsproblemen.
G. liegt währenddessen unter dem Spielbogen und guckt interessiert.
Gute Vorbereitung ist das A und O. Sobald es irgendwie geht, wuseln wir durch die Wohnung und machen Sachen (meist mit Kind in der Trage/ im Sling), damit wir im Schreifall mit wenigen Handgriffen auskommen.
Damit Jott auch mal eine halbe Stunde im Bad hat, trage ich beide Kinder durch die Wohnung. Ansonsten würde mindestens einer schreien.
Symbolbild Geburtstagsparty. Das Bild „Happy Birthday!“ stammt von Unsplash und wurde von Sergei Soloviev aufgenommen.
Nach der Heimkehr gibts gute Tiefkühlkost, während jeder von uns einen Zwilling trägt.

Zum Sonntag vom Wochenende in Bildern.

Was schön war: Die Geburtstagsfeier. Aus den oben genannten Gründen.

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Journal

Journal Freitag, 3.2.2017

Wir hatten heute alle eine recht ruhige Nacht: Jott und ihre Mama berichteten, dass die Zwillinge im Abstand von vier Stunden kamen (hurra!), und ich durfte allein im Kinderzimmer schlafen (hurra!).

Nach so einer Nacht ohne Störungen sieht die Welt doch wieder ein klein wenig rosiger aus.

In einigen Kommentaren wurde gefragt, weshalb wir M. nicht zu Hause lassen/ uns eine KiTa oder Tagesmutter hier in der Gegend suchen, um uns die Fahrerei zu ersparen und nicht jeden Infekt aus der KiTa mitzunehmen.
Nun.

Weil wir keinen KiTa-Platz hier in der Gegend bekommen haben. Wir haben lange und intensiv gesucht, aber nur Absagen kassiert. Die Notlösung war die KiTa in Mitte in der Nähe meines Arbeitsplatzes (an die wir auch nur über Vitamin B kamen…), zu der wir ungefähr eine Stunde Anfahrtsweg benötigen (auch das ist Berlin: Wenn man, wie wir, am südöstlichen Stadtrand wohnt und in Mitte arbeitet, muss man lange Fahrtzeiten in Kauf nehmen).

M. zu Hause zu lassen ist keine Option, denn Jott kann nicht drei Kinder adäquat betreuen. Momentan brauchen wir, um halbwegs klar zu kommen, für die Zwillinge eine 1:1-Betreuung, sobald dieser Schlüssel sich Zuungunsten der Erwachsenen verschiebt bricht Chaos aus.

Und falls die Frage nach dem „M. zu Hause lassen“ nur temporär gemeint war, d.h. solange ich krank geschrieben bin: Das wäre ggf. eine Option gewesen, allerdings waren wir darauf bedacht, dass M. schnellstmöglich zu seinem festen Tagesrhythmus zurückkehren kann. Und der sieht nun einmal so aus, dass wir morgens zusammen zur KiTa fahren, er den Tag dort verbringt und Abends wiederkommt.

Und zu den Krankheiten: Gerade ist Erkältungssaison, und er ist im ersten KiTa-Jahr. Klar, dass er dauernd erkältet ist. Wenn wir ihn erst mit zwei oder drei in die KiTa schicken würden, würde sich das Problem einfach nach hinten verlagern.

Das eigentliche Problem ist die Entfernung zu meinem Arbeitsplatz. Die zwei Stunden Pendeln am Tag sind ein unglaublicher Zeitverlust. Als wir noch keine Kinder hatten, war das nicht so wild, ich hab die Zeit zum Lesen oder Podcast-Hören genutzt. Aber inzwischen sind sie ein Fluch.

Wenn wir M. bei uns in der Gegend in die KiTa/ zu einer Tagesmutter schicken würden, müsste er dort höchstwahrscheinlich noch länger betreut werden als in der Mitte-KiTa. Zusätzlich zur normalen KiTa-Zeit käme noch die weitere Betreuungszeit während meiner Anfahrt hinzu. D.h. während ich ihn in der Mitte-KiTa gegen 8:30 Uhr abgeben und gegen 16:30 Uhr abholen kann, wäre er in einer Einrichtung bei uns in der Gegend von 7:30 Uhr bis 17:30 Uhr (vorausgesetzt, ich bringe und hole ihn weiterhin allein, was ja momentan und in der nächsten Zeit der Fall wäre).

Ideal wäre ein Umzug in die Nähe meines Arbeitsplatzes, aber dafür müssten wir eine bezahlbare 4-Zimmer-Wohnung im Innenstadtbereich finden (haha).

Wir werden dazu übergehen, die Zwillinge nur noch mit der Flasche zu ernähren. Das Stillen ist ein Stressfaktor für Jott, denn sie weiß nie wieviel die Zwillinge trinken und wann sie das nächste Mal kommen (bislang alle ~1,5 – ~2,5 Stunden). Mit der Flasche ist das recht gut planbar und die Pausen zwischen den Mahlzeiten sind größer (~3,5 – 4 Stunden).

Außerdem stellen wir die Ernährung von Pre-Milch auf die 1er-Milch um- die Pre-Milch scheint die Zwillinge nicht ausreichend zu sättigen, denn nach den empfohlenen Portionen schliefen sie nie wirklich ein, sondern nölten und meckerten rum. Offenbar aus Hunger, denn mit der 1er-Milch haben wir dieses Problem nicht.

Heute war zum ersten Mal jemand gegen Geld zum Putzen hier. Keine Krankenkassen-Haushaltshilfe, sondern ein Putzmann, den wir privat bezahlen. Der war sein Geld wert, innerhalb von drei Stunden blitzte und blinkte die Wohnung.
Wir haben mit ihm vereinbart, dass er wöchentlich kommt.

Das tolle ist: Er macht das auf Rechnung, d.h. wir können das sogar noch von der Steuer absetzen.

Wir sind uns inzwischen recht sicher, was für ein Auto wir gern haben möchten: Einen Ford Galaxy. Der sollte unseren Platzansprüchen mit drei Kindern und dem dazugehörigen Gepäck entsprechen. Erste Eindrücke sahen jedenfalls danach aus.

Beim Einkaufen im Forum (ich trug J. in der Fräulein Hübsch) sprach mich eine ältere Frau an und warnte mich, dass es grundfalsch sei was ich da mache. Die Knochen der Babys seien ja das erste Jahr über noch soooo weich und sie zu tragen, nein, das könne man nicht machen, das sei quasi eine Vergewaltigung und Misshandlung (sic!) der Babys. Leider halfen weder „Das Gespräch ist jetzt beendet, tschüss!“ noch ein sehr deutlich vorgebrachtes „Lassen Sie mich jetzt bitte in Ruhe“, sie wurde immer energischer. Da half nur weggehen und die alte Hexe stehen lassen.

Leute gibts.


Der Zwillings-Effekt. Hallo an die 100% mehr Menschen, die diese Seite seit Dezember 2016 aufrufen.

Was schön war: Knutschen mit Jott. Die Zwillinge schliefen am Abend 15!!! Minuten gleichzeitig, der Haushalt war erledigt, da konnten wir gucken ob wir das noch hinkriegen (ja).

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Journal

Journal Donnerstag, 2.2.2017

M. schlief die Nacht nur auf meinem Kissen. Alle Versuche, ihn umzulagern, schlugen fehl und sorgten für Unmut. Nach einigen Versuchen, mein Kissen zurückzuerobern, gab ich es auf und nahm mit einem Deko-Kissen vom Sofa vorlieb.

Am Vormittag fuhr ich mit M. zur Vertretungsärztin unserer Kinderärztin. Wider Erwarten ging das reibungslos über die Bühne, als ich kurz nach halb Neun anrief, wurde mir gesagt, ich solle doch am besten sofort hinfahren, es sei gerade total leer. Hätte ich so nie erwartet, immerhin kommen die Faktoren Erkältungssaison UND Vertretungsärztin zusammen. Wie dem auch sei, bei M. wurde eine etwas stärkere Erkältung diagnostiziert und gegen den Juckreiz auf den Überresten des Ausschlags vom 3-Tage-Fieber bekamen wir eine Fettcreme, weil er sich wohl nur kratzt weil die Haut so trocken ist. Am Montag darf er wieder in die KiTa gehen, bis dahin soll er sich schonen (letzteres ist völlig illusorisch, er wetzt auch mit Fieber durch die Wohnung und ist höchst aktiv- wir müssten ihn schon festschnallen, damit er ruhiger wird).

Direkt danach ging ich zu meiner Ärztin, wurde nochmal abgehört, nach Symptomen gefragt und bis einschließlich nächsten Mittwoch krank geschrieben- wieder mit dem Hinweis, mich zu schonen. Gut, das krieg ich jetzt eventuell besser hin, denn…

M. wurde heute Abend von meiner Mama abgeholt und wird das Wochenende bei meinen Eltern im Brandenburgischen verbringen. Wie auch bei den letzten Malen freute er sich, seine Großmutter zu sehen, und ging freudestrahlend und winkend mit ihr mit.

Nochmal zur Namensoptimierung der Kinder, genauer der Zwillinge: Intern nennen wir J. beispielsweise „Kleiner Rentner“ (fragen Sie nicht…), während G. „Prinzessin Speckbohne“ (vor allem von mir genutzt) ist.

Ich glaube, mit den neuen Buchstaben fahren wir langfristig besser.

Dank Internet bekam ich heute die Mobilnummer der Wellcome-Koordinatorin für Köpenick, so konnte Jott direkt anrufen und weitere Schritte eintakten. Hurra!

Der Wohnort Köpenick ist bei der Suche nach Hilfe teilweise ein Nachteil: Viele Anbieter schicken ihre Leute nicht so weit raus bzw. haben keine Niederlassung in unserer Gegend.

Ich bin sehr froh, in Deutschland zu leben. Im Januar war ich, wenn ich mich nicht verzählt habe, insgesamt drei Tage arbeiten. Der Rest war Zwillingsurlaub, Kind krank, Paul krank. Ich stelle mir lieber nicht vor, wie mein Gehaltszettel ohne Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Kinderkrankengeld oder Urlaubsentgeld aussehen würde…

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Die vielen lieben Worte und Hilfsangebote und Informationen, die auf Twitter und hier im Blog eintrudeln, sind großartig. Sie geben viel Kraft und sehr oft Denkanstöße bzw. denken wir uns häufig „Ach, das gibts? Gleich mal informieren.“. Danke Ihnen allen.

Was schön war: Von einer Bekannten & Blogleserin (Hallo!) einfach die Frage gestellt kriegen, wie sie helfen kann. Danke.

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In eigener Sache

In eigener Sache: Namens-Optimierung

Alter Name Neuer Name
Herr Schnuffke M.
ER J.
SIE G.

In Ermangelung geeigneter Spitznamen und weil „SIE“ und „ER“ unpraktisch ist, kürze ich die Zwillinge in Zukunft einfach mit dem ersten Buchstaben ihres Vornamens ab. SIE heißt daher ab sofort „G.“, „ER“ wird zu „J.“.
Im Zuge dessen wird auch Herr Schnuffke umbenannt- der wird fortan „M.“ sein.

Ich war mit dem Spitznamen „Herr Schnuffke“ in letzter Zeit nicht mehr wirklich zufrieden, er passt nicht mehr auf unseren großen, schlauen Anderthalbjährigen.

Um die Sache zu erleichtern, wird der Wechsel fließend sein. Bedeutet, dass beim Hovern/ Mouseover des entsprechenden Buchstaben immer nochmal ein kleiner Info-Schriftzug erscheint.

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Journal

Journal Mittwoch, 1.2.2017

Die nächtliche Zwillingstrennung lief gut, zumindest für mich: J. kam erst 3 Uhr morgens, dann aber mit Gewalt- d.h. Augen auf, Kopf hoch, SCHREIENSCHREIENSCHREIEN.
Danach hatte er mit seinen üblichen Verdauungsproblemen zu kämpfen. Kurz vor 5 Uhr konnte ich ihn aus der Trage nehmen und neben mich legen, er schlief weiter bis 7.
M. schlief die Nacht über in seinem Zimmer durch, was die Sache erleichterte.

Jott hatte nicht so viel Glück, G. kam alle zwei Stunden und schlief quasi nur auf ihr.

Wie ich um 7 Uhr geweckt wurde:
[Babyfon springt an]
M.: „Papa?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul!“
[Kurze Pause]
M.: „PAAAUUUL!“

Da hat sich jemand etwas zu viel von seiner Mama abgeguckt.

Ich werde diese vermaledeite Grippe nicht los. Montag Abend hatte ich erneut Fieber, das tagsüber am Dienstag verschwand, aber am Dienstag Abend erneut aufkam.

M. ging es heute morgen ganz wunderbarst. Er war fröhlich und sang vor sich hin. Deswegen beschlossen wir, ihn versuchsweise in die KiTa zu schicken. Der Weg dorthin und die Übergabe liefen auch super, selten habe ich so ein munteres, gut gelauntes Kind abgegeben.
Am Nachmittag erreichte uns wieder der Anruf: Er habe hohes Fieber, und zusätzlich hatte er sich den Schorf vom Ausschlag des 3-Tage-Fiebers blutig gekratzt. Yay. Also ging es frühzeitig nach Hause. Da unsere Kinderärztin im Urlaub ist, fahren wir morgen zur Vertretungsärztin. Mal gucken, wie das wird- ich hoffe, wir müssen nicht stundenlang warten.

Seit ein paar Tagen nehmen wir am Service-Programm unserer Apotheke teil: Wir sammeln für jedes gekaufte Medikament Punkte, die wir irgendwann in Bares umwandeln können. Das lohnt sich bereits jetzt, denn derzeit bin ich gefühlt jeden zweiten, dritten Tag in der Apotheke und kaufe entweder für die Zwillinge oder für M. Medikamente.

Auf dem heutigen KiTa-Weg nahm ich J. in der Fräulein Hübsch mit, um Jott zu entlasten- so hatte sie nur ein Nerv-Kind zu betreuen. Das lief erstaunlich gut, J. schlief die ganze Zeit und so konnte ich das normale Bahnprogramm (Vorlesen, Vorlesen, Vorlesen…) beibehalten.
Als Papa mit zwei kleinen Kindern erntet man dann doch einige Blicke mehr, als nur mit einem. Und die Leute waren alle supernett, als uns Bücher runterfielen wurden sie aufgehoben, uns wurde Platz gemacht… Das war schön.

Bin gespannt, wie das mit allen dreien wird.

Beim Kurz-Einkauf mit den Zwillingen (J. in der Trage, G. im Kinderwagen) war ich kurz davor, eine besonders penetrante Frau anzuschreien. Die schlich die ganze Zeit um den Kinderwagen mit der schreienden G. darin herum und rätselte, was das Kind denn habe und was ich machen könne. Furchtbar. Dagegen sind die alten Omis mit Redebedarf harmlos.

Das Kind, bzw. die Kinder, haben große Verdauungsprobleme (ggf. sind es sogar die 3-Monats-Koliken) und brauchen unglaublich viel Nähe. Praktisch sieht das so aus, dass Jott und ich uns tagsüber je ein Kind umschnallen (Jott hat inzwischen einen Sling) und uns damit durch die Gegend bewegen. Wenn wir die Kinder ablegen, stehen die Chancen verdammt hoch, dass die Kinder schreien.

Das ist allein nicht händelbar. Theoretisch kann man natürlich beide Kinder gleichzeitig tragen, aber das kriege ich in meinem Zustand derzeit nicht hin und Jott auch nicht- die ist ja sogar noch gehandicapter durch die Kaiserschnittnarbe (die, man ahnt es, durch den Stress und die Belastung natürlich schlecht verheilt).

Die Diagnose der Hebamme lautet übrigens (beginnende) Wochenbettdepression. Nach Lesen der Symptome bin ich geneigt, das zu unterschreiben- Jott ist derzeit etwas anders drauf als in den bisherigen zehn Jahren, die ich sie inzwischen kenne (aber wer kann das auch verdenken).
Morgen gehen wir zur Hausärztin und stellen einen neuen Antrag auf eine Haushaltshilfe. Eventuell hat der ja mehr Gewicht.

Der Nachmittag war super anstrengend, mit vielen Momenten in denen ale drei Kinder gleichzeitig schrien, so dass Jott irgendwann ihre Mama anrief und um Hilfe bat. Die kam auch spontan aus Magdeburg zu uns (sie hatte sich bei uns mit Grippe angesteckt und ist noch krank geschrieben, so dass sie tatsächlich zu uns kommen konnte- lediglich erholen kann sie sich so nicht) und unterstützt uns zumindest bis zum Wochenende. Da ist Herr Schnuffke erstmal außer Haus bei meinen Eltern.

Wie die nächste Woche ablaufen soll, weiß ich nicht. Sämtliche ehrenamtlichen Hilfsdienste kommen nicht in die Pötte. Unsere große Hoffnung ist eine superschnelle Bearbeitung des neuen Haushaltshilfe-Antrages.

Was schön war: Ein kleines Zeitfenster zum Rasieren und Duschen zu bekommen. Die letzten Tage gabs nur eine Katzenwäsche, und da ist der Wohlfühl-Faktor deutlich geringer als bei einer schönen heißen Dusche.

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Journal Dienstag, 31.1.2017

Die Hebamme war heute wieder da und hat uns eine 3-Punkte-Liste mitgegeben, die wir befolgen sollen um unsere Situation hoffentlich zu verbessern. Jott und ich sind nämlich inzwischen an einem Punkt, an dem wir gar nicht mehr wissen was wir überhaupt machen können, um Hilfe zu bekommen.

Herr Schnuffke musste heute mit Fieber aus der KiTa abgeholt werden. Damit er die Nacht ruhig schlafen kann, gab es eine Portion Nurofen-Saft. Seit der Saft wirkt, schläft er friedlich. Hoffentlich bleibt das so. Morgen gehts dann wohl zum Arzt mit ihm- es sei denn, über Nacht findet eine Spontan- und Wundergenesung statt.

Wir teilen die Zwillinge heute Nacht auf. IHN nehme ich zu mir ins Wohnzimmer, SIE schläft bei Jott im Schlafzimmer. Einmal hatten wir das notgedrungen schon einmal gemacht, als ER nämlich partout nicht einschlafen wollte. Da habe ich ihn nachts in der Trage durch die Wohnung getragen und mich anschließend mit ihm hingelegt und ihn gaaaaanz vorsichtig runtergenommen, damit er ja nicht aufwacht.
Kompliziert war lediglich, als Herr Schnuffke kurz darauf weinte und auch zu mir wollte. Aber das funktionierte auch, wir teilten uns die Couch zu dritt: Ganz links ER, in der Mitte ich und ganz rechts Herr Schnuffke. So wird das heute Nacht dann zur Not auch gemacht.

Eigentlich müssten in diesem Haushalt mindestens ein, besser noch zwei, weitere Erwachsene leben, um die drei Kinder halbwegs entspannt händeln zu können. Mit einer zentral lebenden Großfamilie im Rücken wäre das deutlich einfacher. So bleibt uns nur zu hoffen, dass meine Eltern Herrn Schnuffke am Wochenende wieder zu sich nehmen können.

Was schön war: Abends Spaghetti Bolognese statt Brot. Es lebe der Tiefkühler!

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Journal Montag, 30.1.2017

Auf die langsam abklingende Grippe hat sich eine Nasennebenhöhlen-Entzündung gesetzt. Ich schlief die Nacht daher eher schlecht, bis ich heute morgen auf den Trichter kam, doch einfach eine Schmerztablette zu nehmen. Dann gings, aber da musste ich schon mit Herrn Schnuffke zusammen aufstehen.

Ich bin vorerst bis Mittwoch krank geschrieben, weil ich tatsächlich nicht wüsste wie ich einen Arbeitstag durchhalten soll. Ich bin immer noch schweißgebadet, wenn ich morgens von der KiTa wiederkomme, und würde mich am liebsten ein paar Stunden hinlegen. Dass das wegen der Zwillinge nicht geht, macht die Sache nicht besser. Ab 3 Uhr morgens bis in den Nachmittag rein ist nämlich ihre unleidliche Zeit, d.h. da brauchen sie besonders viel Aufmerksamkeit und Bepuschelung.

Überhaupt, die Zwillinge. Jott und ich haben heute festgestellt, dass wir gar nicht großartig dazu kommen, uns über die Kinder zu freuen, weil ständig irgendwas ist. Immer heult einer, immer hat einer Bauchschmerzen, immer muss irgendwas gemacht werden. Das geht an die Substanz.
Wir haben beide übereinstimmend festgestellt, dass wir- zum derzeitigen Zeitpunkt- niemandem Zwillinge empfehlen können. Und das wir jedem, der uns sagt wie schön doch Zwillinge sind, auf die Mütze hauen.

Herr Schnuffke wollte heute Abend partout nicht einschlafen. Als er endlich im Bett lag, war es zwei Stunden später als sonst. Alle notwendigen Arbeiten im Haushalt blieben so liegen und mussten danach aufgeholt werden.
Wenigstens schliefen die Zwillinge in der Zeit ausnahmsweise mal zusammen und ohne, dass alle drei Minuten einer der beiden rumknuckert.

Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als eine Nacht ohne Unterbrechungen. Seit ein paar Nächten muss ich nämlich bei Herrn Schnuffke schlafen, weil der gesundheitlich angeschlagen ist (Infekt, Zähne, wasweißdennich), deswegen Abends und Nachts ständig aufwacht und jemanden zum Wiedereinschlafen braucht. In Verbindung mit der Grippe ist das suboptimal.

Jott und ich können uns nicht daran erinnern, schon mal so auf dem Zahnfleisch gegangen zu sein. Wenn nächsten Dienstag die Jugendamts-Tante ihren nachgeburtlichen Pflichttermin absolviert, werden wir uns vor ihr in den Staub schmeißen und um Hilfe bitten.
Die diversen Dienste- Wellcome, Känguru- sind äußerst schlecht erreichbar. Jott hat die ABs vollgesprochen, aber da meldet sich niemand.
Die Krankenkasse zögert die Haushaltshilfe weiter hinaus. Mitte Februar endet der Bezugszeitpunkt, Jott und ich haben die Hoffnung aufgegeben dass noch jemand kommt.

Was schön war: Abends schneite es große, dicke Flocken, und verwandelte die Straßen in ein Winterwunderland.

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Wochenende in Bildern

Journal Sonntag, 29.1.2017 – Wochenende in Bildern

[Weitere Informationen zur Initiative „Wochenende in Bildern“; die Wochenenden der anderen Teilnehmer sind in Wochenende in Bildern 28./29. Januar 2017 verlinkt.]

Zum Samstag vom Wochenende in Bildern.

Ein Gammelsonntag, wie er im Buche steht. Wir verließen die Wohnung nicht, sondern verbrachten den Tag vor allem im Wohn- und Kinderzimmer- mit einem längeren Abstecher ins Bad, denn heute war Waschtag für alle drei Kinder.
Wir spielten und kuschelten viel, lasen vor, guckten immer mal wieder drei Minuten TV und schafften es sogar, die Wohnung etwas aufzuräumen.

Kein Morgengebet, sondern die Lieblings-Einschlafposition aller Kinder.
Auch heute wurden Tiere in Reih und Glied aufgestellt: Mäh, Kieriki, Mau, Mäh, Muh, Muh, Annemuh (von links nach rechts: Schaf, Hahn, Katze, Schaf, Kuh, Kuh, andere Kuh)
Über Mittag schliefen die Zwillinge, Jott und Herr Schnuffke waren im Kinderzimmer ins Spiel vertieft. Kaffeepause für Papa!
Die Kaffeepause verbrachte ich mit IHM auf dem Arm, er wachte nämlich drei Minuten nach dem Schlaf-Foto auf.
Symbolbild Waschtag. Während die Zwillinge mit Ach und Krach ins Waschbecken passten, durfte Herr Schnuffke zu seiner Erleichterung in der großen Badewanne baden.
Da schlummert SIE noch tief und fest und ahnt nicht, dass sie gleich ausgezogen und gebadet wird.
Nach dem Baden ist vor dem Abendbrot. Zum Nachtisch gibt es heute Ananas. Kam bei Herrn Schnuffke nur so semigut an, sein erstes Stück hatte noch etwas Schale dran und somit wollte er dann gar nicht mehr.
Symbolbild Abend-Beschäftigung: Flaschen auskochen (inzwischen in der Mikrowelle, geht schneller & komfortabler), Frühstück für Herrn Schnuffke und mich vorbereiten, Flaschen für die Nacht vorbereiten, Herrn Schnuffkes KiTa-Frühstücksbox zusammenstellen, und und und.
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Wochenende in Bildern

Journal Samstag, 28.1.2017

An Tagen, an denen kein Beitrag erscheint, passierte (meist) Abends etwas außerplanmäßiges: Gestern Abend beispielsweise wollte Herr Schnuffke partout nicht ohne jemanden schlafen, der neben ihm liegt. Nachdem alle wichtigen Vorbereitungen getroffen waren, legte ich mich also neben ihn und schlief zusammen mit ihm.

Wichtige Vorbereitungen sind übrigens alles, was mit der Versorgung der Kinder/ Jott und mir zu tun hat. Also Flaschen vorbereiten, Windelvorräte auffüllen, das Frühstück für den nächsten Tag vorbereiten, Kleidung rauslegen, Mülleimer leeren… Unwichtig ist dazu im Gegensatz erst einmal alles andere, was eben nicht sofort gemacht werden muss bzw. dessen Fehlen/ Nichterledigen später keine Konsequenzen hat.

Heute.

Alle drei Kinder waren zu Hause, das hatten wir schon eine Weile nicht mehr. Eigentlich waren wir auf einen Geburtstag eingeladen, dies sagten wir aber ab. Ich bin zwar inzwischen fieberfrei, huste und schniefe aber noch und fühle mich einfach generell sehr, sehr schlapp- alle notwendige Energie geht dafür drauf, die Kinder zu versorgen und eben die oben genannten Erledigungen zu machen. Von daher hätte zwei längere Autofahrten und ein Geburtstagsprogramm nicht durchgehalten.

Die Nacht verbrachte ich, wie angerissen, bei Herrn Schnuffke. Das war, neben der Einschlafgeschichte, notwendig, denn er wachte mehrmals die Nacht auf und brauchte Kuscheleinheiten. Er scheint wieder/ immer noch zu zahnen. Ich schmeiß ’ne Party, wenn endlich alle Zähne draußen sind…


Den Vormittag wuseln wir so rum, dank guter Vorbereitungen (Frühstück + Flaschen für die Kinder + bereit gelegte Klamotten) kommen wir ganz gut in die Gänge. ER quakt relativ viel herum und wird daher von mir in der Fräulein Hübsch getragen, SIE ist etwas entspannter und schläft ein paar Minuten.


Wir haben sogar ein paar Ruhepausen und können mit Herrn Schnuffke und seinem Duplo spielen. Mit dabei ist wieder ER in der Trage.


Am späten Vormittag laufen wir mit allen drei Kindern zur Post, verschicken ein paar Briefe, spielen Lotto und hetzen zurück nach Hause, weil die Zwillinge Hunger haben und dies unmissverständlich Kund tun (DAS sind Stresssituationen… Zwei lauthals schreiende Kinder im Wagen und die Gewissheit, noch mindestens 15 Minuten zu benötigen bis die Flasche/ Brust im Kindesmund steckt).

Eine Minute nach diesem Bild hat Herr Schnuffke keine Lust mehr auf sein Geschwister-Board und lässt sich nur mit viel Mühe zum Laufen animieren.


Während Jott die Kinder beaufsichtigt, brate ich Eierkuchen und esse im Anschluss mit Herrn Schnuffke. Einer der Zwillinge ist nach dem Füttern noch nörgelig, in Abstimmung übernimmt Jott die Beruhigung und wird später essen.

Nach dem Mittag fallen wir bis halb Drei in ein Zeitloch. Zu dem Zeitpunkt füttern wir nämlich die Zwillinge nochmal und ziehen uns anschließend alle an, wir sind zum Spazieren gehen mit den Nachbarn von oben verabredet.


Als wir wieder zurück sind, räume ich in der Küche auf und bereite das Abendessen vor. Herr Schnuffke stellt unterdessen seine Duplo-Tiere in Reih und Glied auf, sammelt sie wieder ein und stellt sie wieder auf. Er ist total konzentriert in sein Spiel und lässt sich nicht stören. Das kommt mir natürlich sehr entgegen.


Als nach dem Sandmännchen und der Einschlafbegleitung alle Kinder schon (Herr Schnuffke)/ noch (die Zwillinge) schlafen, bereiten Jott und ich die Flaschen für die Nacht und den morgigen Tag vor, füttern anschließend die Zwillinge und gehen ins Bett.

Zum Sonntag vom Wochenende in Bildern.

Was schön war: Jott schimpfen hören über nerviges Säuglings-Nörgeln <3