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WMDEDGT?

Journal Mittwoch, 5.10.2016 – WMDEDGT 10/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Wir schlafen lange, nämlich bis halb Sieben. Weil am heutigen Abend ein verpflichtendes Meeting in der Agentur stattfindet, habe ich beschlossen später loszufahren. Daher können wir alle etwas länger schlafen, und Herr Schnuffke und ich können uns entspannt fertig machen und müssen uns nicht beeilen um in die KiTa/ ins Büro zu kommen.

Beim Frühstück mäkelt Herr Schnuffke eine ganze Weile rum, er isst letztlich den Kanten von Jotts Kürbisbrot- ohne Belag, ohne alles. Nach dem Frühstück putze ich ihm die Zähne, das funktioniert inzwischen auch halbwegs gut. Wir üben spielerisch das Zeigen der Zähne, damit die Putzerei für Jott und mich einfacher wird.

Kurz nach Acht fahren Herr Schnuffke und ich los. Während Herr Schnuffke schön dick eingepackt ist, friere ich etwas- es sind nur 11°C, die Pulloverjacke reicht nicht aus.
Kurz vor Neun kommen wir in der KiTa an. Herr Schnuffke zieht sich größtenteils selbst aus, ich helfe nur noch bei Kleinigkeiten. Danach läuft er freudestrahlend und seine Frühstücksdose vor sich hertragend an den Frühstückstisch im Gruppenraum und würdigt mich keines Blickes mehr. Treuloses Kind.
Nach Einweisung der Erzieherinnen in die Abholmodalitäten- auf Grund des Agenturmeetings am Abend holt ihn heute wieder meine Mama ab- laufe ich weiter ins Büro.

Dort angekommen, bespreche ich mit einem Kollegen das „kleine“ Projekt, an dem wir seit der letzten Woche arbeiten und in das immer mehr Änderungswünsche und neue Inhalte einfließen. Als wir fertig sind, eile ich zum täglichen Statusmeeting der Projektmanager meines Projektverbundes und nehme danach am täglichen Statusmeeting des gesamten Teams teil.
Als wir damit fertig sind, bespreche ich mit zwei Kollegen einige Details zu meiner Ausbildertätigkeit. Das zieht sich auf Grund einiger Unklarheiten, die wir aber alle ausräumen können.

Mittlerweile ist es 11 Uhr. Ich arbeite nun ToDos von meiner Liste ab, kläre Sachverhalte zu neuen Anforderungen/ Fehlermeldungen unserer Kunden und organisiere die Bearbeitung mehrerer dieser Anforderungen/ Fehlermeldungen. Zwischendurch telefoniere ich mit einer unserer Ansprechpartnerinnen beim Kunden und kann sie von der Optimierbarkeit bestimmter Teilaspekte eines von uns betreuten Websiteprojekts überzeugen. Mit meiner Teamleiterin bespreche ich danach, wie ich diese Optimierungen intern richtig vorantreiben kann.

Danach erledige ich viel organisatorischen Kleinkram, und dann ist es mit einem Mal ~13:15 Uhr und ich habe Hunger. Heute gibts Reste vom Chili con Carne vom Sonntag.

Nach dem Mittag arbeite ich weiter an dem „kleinen“ Projekt, das ich heute morgen mit meinem Kollegen besprochen habe, und projektmanage für andere Projekte im Wechsel. So vergeht die Zeit bis zum großen Agenturmeeting um 17 Uhr.
In diesem Meeting finden sowohl ein Rückblick auf das letzte Quartal statt als auch ein Ausblick auf das kommende Quartal. Gegen 18 Uhr ist alles besprochen und es gibt Flammkuchen für alle- perfekt zur Abendbrotzeit.

Als mein Hunger gestillt ist, mache ich mich gegen 18:30 Uhr auf den Heimweg. Ich laufe durch Nieselregen zum Alex, steige in die S-Bahn und fahre den restlichen Weg nach Köpenick. Ich habe Glück, sowohl am Alex als auch am Ostkreuz muss ich nicht auf die S-Bahn warten.

Zu Hause bringt Jott Herrn Schnuffke ins Bett. Ich biete mich an, das zu übernehmen. Zusammen legen wir uns hin. Dann findet das Kind nicht in den Schlaf und dreht sich eine geschlagene Stunde von links nach rechts, krabbelt mir am Arm herum, schreckt wiederholt hoch und schläft einfach nicht ein. Nach der besagten Stunde, es ist so gegen 20:30 Uhr, habe ich keine Lust mehr und übergebe an Jott. Noch geht das ja.

Danach: Krimskrams im Haushalt machen, die heute angekommene Kindernotfallbox begutachten und das beigelegte Infoheftchen lesen, mit Jott erzählen, Blogbeitrag schreiben.

Was schön war: Der entspannte morgendliche Ablauf. Nicht das es sonst superstressig ist, aber wenn man weiß das es nicht auf eine halbe Stunde ankommt macht das schon mehr Spaß.

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Journal Dienstag, 5.9.2016 – WMDEDGT 9/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

5:34 Uhr klingelt der Wecker. Leise geht es raus aus den Federn, um weder Jott noch Herrn Schnuffke zu wecken. Bis 6 Uhr bin ich fertig geduscht, habe Kaffee aufgesetzt und das Frühstück für Herrn Schnuffke vorbereitet. Zeit, die Familie zu wecken. Herr Schnuffke lässt sich morgens ein bisschen bitten, bis er die Augen aufschlägt, ist dann aber äußerst fröhlich und startet mit einem breiten Grinsen in den neuen Tag (eines der vielen Dinge, die ich von ihm lernen kann).
Kurz nach 7 Uhr verlassen wir das Haus und fahren zur KiTa. Wir haben Glück, kurz bevor wir das Haus verlassen hört es auf zu regnen. Also kein Rumgefummel mit Regenüberzug und Regenschirm.

Die Bahnfahrt ist ereignislos, Herr Schnuffke lässt sich auskitzeln, winkt anderen Pendlern zu und ist fröhlich. Ich demzufolge auch.
Ziemlich genau eine Stunde später kommen wir in der KiTa an. Herr Schnuffke braucht eine neue Windel, zu Hause blieb der morgendliche Toilettenbesuch heute ergebnislos. Also fix das Kind wickeln, ihn abgeben (heute fast ohne Tränen, yay!) und auf zur Arbeit. Halb Neun schlage ich ihm Büro auf und freue mich, einen Kollegen, den ich seit fast drei Monaten nicht gesehen habe, wiederzusehen. Erst war ich in Elternzeit, dann er im Home Office und im Urlaub.

Die erste Amtshandlung im Büro ist das Aufschreiben meiner erfassten Zeiten vom Freitag. Darauf hatte ich Freitag Abend keine Lust mehr. Danach pussel ich vor mich hin, versorge meinen Kollegen mit einigen Aufgaben, prüfe die Status von mehreren Tickets eines unser Projekte und betreibe Code Review.
Dreiviertel Zehn beginnt das tägliche Morgenmeeting, erst mit den Projektmanagern und danach mit den Entwicklern. Jeder rekapituliert, mit welchen Aufgaben er am Vortag beschäftigt war und wie seine Tagesplanung aussieht.
Als wir fertig sind, ist es ungefähr halb Elf und ich habe Hunger. Das Frühstück liegt vier Stunden zurück, bis zum Mittag dauert es noch. Da muss das Notfall-Studentenfutter ran, das ich mir in weiser Voraussicht gekauft habe.

Mit einer Handvoll Nüsse im Magen arbeite ich weiter auf einem Projekt, auf das ich am Freitag spontan umschwenken sollte. Einen anderen Entwickler, der die letzten Tage nicht anwesend war, weise ich auf den aktuellen Projektstand ein und stimme mich mit ihm ab, wer welche Änderungen vornimmt. Nachdem alle Unklarheiten beseitigt sind, schreibe ich viele viele Zeilen Code.
Gegen 13 Uhr sind wir fertig, alle Tickets wurden bearbeitet. Zeit für die Mittagspause! Es gibt Spaghetti-Bolognese-Reste vom Wochenende.

Nach meiner Mittagspause kann ich an meinem Lieblingsprojekt, das ich seit inzwischen fast zwei Jahren begleite, weiter arbeiten. Ich nehme Code-Optimierungen vor, für die ich mich tief, tief durch viele alte Dateien wühlen muss. Das macht Spaß, und so merke ich kaum wie die Zeit vergeht. Daher schrecke ich gegen 16:15 Uhr hoch- ich muss ja in die KiTa und Herrn Schnuffke abholen! Also in aller Eile die letzte Zeile Code geschrieben, den Rechner zugeklappt und in die KiTa rübergeflitzt. Zum Glück ist der Weg nicht lang und dauert nur zehn Minuten.

Herr Schnuffke spielt beim Abholen wieder selbstständig vor sich hin und ist gut drauf. Das ist schön anzusehen und macht mich froh, denn offenbar gefällt es ihm inzwischen gut im Kindergarten.
Ich schnappe mir also behutsam das Kind, wir winken den Erzieherinnen und anderen Kindern zum Abschied und dann machen wir uns fertig. Beim Begutachten der Reste aus der Frühstücksbrotdose erzählt eine Erzieherin, die Feierabend hat, wie gut sich Herr Schnuffke inzwischen macht und das er in der KiTa angekommen ist. Wie schön.

Mit einem Käsestullen mampfenden Kind verlasse ich so ungefähr dreiviertel Fünf die KiTa. Heute laufen wir nicht nach Norden zum Bahnhof Friedrichstraße, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Jott und ich sind in Tempelhof verabredet, am St. Joseph Krankenhaus findet ein Informationsabend für werdende Eltern statt. St. Joseph ist eines der größeren Krankenhäuser mit angeschlossener Kinderstation, in das wir für die Zwillingsgeburt gehen können. Leider hat „unser“ Krankenhaus in Köpenick keine Kinderstation, sonst würden wir die Zwillinge dort entbinden lassen.
Wir kommen gut voran, und als wir in Höhe U-Bahnhof Paradestraße nach Westen ins Fliegerviertel abbiegen, kann ich es kaum fassen wie hübsch die Gegend ist. Maximal dreistöckige Mehrfamilienhäuser mit kleinen Gärten, ruhige kleine Straßen, viel Grün- ich will kaum glauben, dass ich noch in Berlin bin. Es wirkt wie eine beschauliche, ruhige Kleinstadt.
St. Joseph liegt inmitten dieses Idylls. Wir treffen Jott vor dem Haupteingang und gehen in den großen Konferenzraum, in dem die Informationsveranstaltung um 18 Uhr stattfindet. Es ist voll, aber das kennen wir ja bereits von den Informationsabenden aus der ersten Schwangerschaft.

Eine Minute nach Beginn des Vortrags wird Herr Schnuffke sehr unruhig. Er möchte herumlaufen und sich alles angucken. Ich schnappe ihn mir also und gehe mit ihm auf den Krankenhausfluren spazieren. Nach einer Weile gesellen sich mehrere andere Väter mit ihren Kindern zu uns. Herr Schnuffke macht die Bekanntschaft der dreijährigen Marie, die von Pferdinand und Murmel und ein bisschen auch von Herrn Schnuffke schwer begeistert ist. Die beiden spielen ein bisschen, was mir ganz gelegen kommt. So kann ich mich drei Minuten hinsetzen und zugucken.

Gegen 19:15 Uhr ist der Vortrag zu Ende. Auf dem Weg zum Auto und auf der Heimfahrt lasse ich mir von Jott alle wichtigen Details geben. Ihr Eindruck von St. Joseph ist positiv.
Auf den letzten Metern schläft Herr Schnuffke ein, es war ein langer Tag für ihn. Ich trage das Kind nach Ankunft in die Wohnung, Jott übernimmt das Wickeln und Zubettbringen.

Während die beiden miteinander kuscheln, esse ich die letzten Feigen vom Wochenende, schaue kurz in Twitter rein und räume etwas herum. Gegen 20:45 Uhr gehe ich wieder an den Arbeitsrechner und starte den Home-Office-Teil des Tages. Auch heute arbeite ich etwas mehr als ich müsste, aber das passt ganz gut, weil ich so genug Zeit rausarbeite um morgen nichts machen zu müssen. Morgen Abend findet nämlich ein Info-Abend im Krankenhaus Neukölln statt, an dem wir auch teilnehmen.

Die Abendarbeit läuft gut, mir liegt die Uhrzeit.

Halb Elf mache ich Schluss, baue den Arbeitsrechner ab und den Privatrechner auf. Der WmDedgT?-Eintrag will geschrieben werden, außerdem brauche ich noch ein bisschen Zerstreuung.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist es 23:30 Uhr, Zeit fürs Bett.

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Elternzeit 2016 WMDEDGT?

Journal Freitag, 5.8.2016 – WMDEDGT 8/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Letzter Urlaubstag vor der Abreise, daher etwas unentspannt. Dem Kind sitzt seit dem Zubettbringen ein Pups quer und es macht Theater. Ich hab ihn nicht beruhigt bekommen, Jotts Mama hat ihn nicht beruhigt bekommen, und Jott kämpft auch.

Der Magen-Darm-Infekt flammte gestern noch einmal auf und hat sich Jotts Bruder als Ziel ausgesucht. Hoffentlich erwischt es heute Nacht niemanden mehr, auf der Heimfahrt morgen wäre das sehr ungünstig.

Herr Schnuffke steht auf Sarah & Duck. Er „quakt“ mit Duck zusammen im Intro, das ist sehr putzig.

Möchte ich etwas zum Wetter während unseres Urlaubs sagen? Ich glaube nicht. Es ist ein Wunder, dass wir etwas Farbe bekommen haben.

Was schön war: Herr Schnuffke und ich waren heute spazieren- und Herr Schnuffke lief den Großteil des Weges selbst!

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Journal Dienstag, 5.7.2016 – WMDEDGT 7/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Pünktlich zur einsetzenden Dämmerung wurde Herr Schnuffke wach, zog zu uns ins Elternbett um, machte dort ’ne ganze Weile Radau und zog noch einmal um, diesmal zusammen mit mir ins Wohnzimmer.
Dort verschliefen wir auf Grund des anderthalbstündigen Intermezzos der frühsten Morgenstunden um eine halbe Stunde und wurden von Jott um halb Acht geweckt. Den Aufbruch zur KiTa und die Verabschiedung von Jott, die die nächsten drei Tage Urlaub macht, schafften wir trotzdem pünktlich gegen zehn vor halb Neun.

Gegen halb Zehn übergab ich Herrn Schnuffke an die Betreuungskindergärtnerin. Diesmal liefen ein paar Tränen, so ganz wollte der kleine Spatz sich nicht lösen. Er ist wohl auf Grund der Erkrankung der letzten Woche doch noch etwas kuschelbedürftiger als sonst. Die Tränen waren aber schnell vorüber, als er auf dem Arm der Betreuungskindergärtnerin aus dem Fenster auf den Innenhof der KiTa gucken konnte, auf dem andere Kinder spielten.
Ich lief nach Kindsabgabe zum Gendarmenmarkt, setzte mich auf die Stufen des Französischen Doms in die Sonne und las im Feedreader und auf Twitter. Eine gute Stunde später wechselte ich zum Deutschen Dom, dessen Eingangstreppe im Schatten lag, und begann die Geo Epoche über Byzanz zu lesen. Wenn ich diese Ausgabe ausgelesen habe, bin ich wieder auf dem aktuellen Stand und kann mich auf die August-Ausgabe freuen.

Dreiviertel Zwölf holte ich Herrn Schnuffke von der KiTa ab, erzählte ein wenig mit der Betreuungskindergärtnerin und fuhr nach Hause. Auf dem Rückweg begann eine mittelschwere Migräne, mein Blickfeld aura-te etwas vor sich hin und eine halbe Stunde später kam der Kopfschmerz. Super Timing. Ich schmiss mir also zu Hause nach dem Mittagessen zwei Schmerztabletten ein und versuchte mich mit Herrn Schnuffke hinzulegen. Das funktionierte nur so halb: Ich lag zwar, aber Herr Schnuffke räumte im Schlafzimmer die Nachttischschränke ab und kletterte aufs Bett und wieder herunter. Nach einer halben Stunde liegen war mir das dann zu blöd und außerdem wirkten die Tabletten, also zog ich das Kind und mich an, packte alles notwendige ein und spazierte mit ihm zum Müggelsee. Das müsste so gegen halb/ dreiviertel Drei gewesen sein.

Die frische Luft tat gut, und als unterwegs die Temperatur und der Luftdruck durch einen Regenguss sanken, fühlte ich mich fast schon ok.
Herr Schnuffke zeigte unterwegs alle zwei Meter auf etwas anderes und ließ sich von mir sagen, was das ist. In den meisten Fällen war es: Baum, Auto und Strauch.
Baum kann er inzwischen so einigermaßen selbst sagen und probierte das auch bei Bäumen, Autos, Sträuchern und Kaffeepackungen. Letztere (und ein Quetschie fürs Kind) kauften wir nämlich noch im Alnatura-Laden auf der Bölschestraße.

Auf dem Spielplatz am Müggelpark kletterte Herr Schnuffke auf seinem Buggy herum, ließ sich von mir unter großen Geschrei (nur er, ich schaffs inzwischen einigermaßen cool zu bleiben und fluche nur noch innerlich) wickeln und suchte im Sand nach Stöckchen.
Eigentlich weiß er inzwischen, dass er bei mir beim Wickeln keine Faxen machen soll, wir haben das seit Beginn meiner Elternzeit des Öfteren ausdiskutiert und uns inzwischen zusammengerauft. Manchmal sticht ihn aber der Hafer und dann muss er probieren, ob er nicht doch seinen Willen bekommt. So also auch heute auf dem Spielplatz.
Es war mir absolut unangenehm, ich habe dann immer so ein „Herrje, jetzt denken die anderen Eltern das ich ein total überforderter Vater bin der nichtmal sein Kind wickeln kann“-Gefühl, und das stimmt ja maximal nur zur Hälfte.
Nach Anlegen der Windel wollte Herr Schnuffke dann zumindest beim Hosen-Anziehen partout nicht mehr mitspielen, trotz festhalten und gut zureden. Und da hab ich dann aufgegeben, innerlich weiter geflucht und das Kind mit nackigen Beinen rumturnen lassen. War ja zum Glück warm.

Gegen 17:30 Uhr regnete es erneut, ich packte unsere Sachen zusammen, flitzte mit dem Kind zur Straßenbahn und fuhr nach Hause wo die Sonne schien. Der April zieht sich dieses Jahr ganz schön lange…
Auf dem Heimweg schlief Herr Schnuffke in der Straßenbahn ein und wachte erst beim Aufschließen der Wohnungstür wieder auf.

Nachdem wir noch eine gute Stunde in der Wohnung spielten, aßen wir kurz vor 19 Uhr Abendbrot. Herr Schnuffke riss mir die Stullen und die Banane förmlich aus den Händen, der Tag hatte ihn anscheinend sehr, sehr hungrig gemacht.
Nach’m Abendbrot brachte ich das Kind zu Bett und räumte, als er eingeschlafen war, die Wohnung auf. Und seit ungefähr 20:45 Uhr habe ich frei, wenn man die kurze Unterbrechung von 22 Uhr bis 22:30 Uhr abzieht. Da war Herr Schnuffke wach und ließ sich nur widerwillig erneut zum Schlafen bewegen.

Was schön war: Herr Schnuffke stürmte beim Abholen aus der KiTa freudestrahlend auf mich zu und krabbelte dabei fast ein anderes Kind über den Haufen.

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Journal Sonntag, 5.6.2016 – WMDEDGT 6/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Der heutige 5. begann mit einem Alptraum Herrn Schnuffkes um 3 Uhr morgens. Nachdem ich ihn hochnahm und anpustete, schlief er bei uns im Bett wieder ein und hielt das bis viertel Acht durch. Das war wohl der Ausgleich zu gestern.

Nach dem Aufstehen holten Herr Schnuffke und ich Brötchen, dann weckten wir Jotts Mama und frühstückten ganz genüßlich zu viert. Nach dem Essen sprengte Herr Schnuffke seine Windel (das kam in den letzten Tagen häufiger vor, vielleicht benötigen wir doch schon die 5?) und saute die vierte kurze Hose in zwei Tagen ein. Um einer Kurze-Hosen-Notsituation zu entgehen, stellte ich die Waschmaschine an, saugte fix die Wohnung durch, brachte Müll weg, duschte mich, hängte die Wäsche auf und brachte sie in den Hof und dann fuhren wir alle zu meiner Mama und meinem Bruder ins Brandenburgische.

Da blieben wir bis irgendwann spät am Nachmittag, aßen, tranken und erzählten. Gegen 17 Uhr fuhren wir durch mehrere Regenschauer zurück nach Köpenick. In unserer Straße standen schöne große Pfützen, da war mir klar dass das Wäsche trocknen heute vermutlich nicht so gut gegangen war wie gestern. Damit lag ich absolut richtig, die Wäsche war nassgeregnet und dreckig- die großen Regentropfen hatten beim Aufschlag auf den Boden Sand aufgewirbelt. Also nochmal waschen.

Nachdem die Waschmaschine versorgt war, schnitten Jott und ich Herrn Schnuffke die Haare: Jott schnitt, ich hielt fest und sorgte für Ablenkung. Anschließend durfte das Kind baden und Abendbrot essen, dann teilten Jott und ich uns das Zu-Bett-Bringen auf. Da er bei mir nicht einschlafen wollte, wechselte ich mich nach gut 40 Minuten mit Jott ab, aß ein paar Aprikosen zum Abendbrot und brachte danach den etwas aus der Form geratenen Bart wieder in selbige. Der Plan ist ja, den einfach mal wachsen zu lassen, aber die Zwischenlängen sind eine schwierige Phase (wie bei Kopfhaar), die ich nicht aushalten kann ohne wenigstens ein bisschen was zu machen.

Dann diesen Beitrag getippt, zwischendurch das aufgeschreckte Kind beruhigt und mit Jott einen Grilltermin mit den Nachbarn von oben am nächsten Sonntag klar gemacht.

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Journal Donnerstag, 5.5.2016 – WMDEDGT 5/16

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Hurra, Himmelfahrt! Weil Feiertag ist, schlafen wir alle lange aus. Sogar Herr Schnuffke. Der wollte gestern Abend trotz großer Müdigkeit nicht schlafen, war bis Mitternacht wach und schläft dafür bis um Acht. UM ACHT! Das ist der Wahnsinn, wenn man seine normale Aufstehzeit zwischen sechs und sieben Uhr morgens bedenkt.

Wir beide haben die Nacht im Wohnzimmer verbracht. Da Jott kränkelt, bestehe ich darauf das sie einen ungestörten und möglichst langen Nachtschlaf bekommt und halte ihr nach Möglichkeit Abends und Nachts das Kind vom Hals.

Nach dem Aufwachen kuscheln Herr Schnuffke und ich noch ein bisschen. Dabei bitte ich ihn um Entschuldigung für das Anmaulen letzte Nacht und erkläre ihm, weshalb ich so ungehalten war (müde, keine Freizeit am Abend, Abendpläne durchkreuzt). Ob er das versteht oder etwas damit anfangen kann weiß ich nicht und bezweifle es auch, aber es war eben nicht ok von mir und das versuche ich ihm zu erklären. Außerdem fühle ich mich danach besser.

Als wir ausgekuschelt haben, mache ich das Kind tagfertig und bereite mit ihm zusammen das Frühstück vor. Herr Schnuffke hat großen Hunger und wird recht schnell unleidlich. So wecken wir gemeinsam um Neun Jott, frühstücken zu Dritt und starten gut gelaunt in den Tag.

Irgendwie verbringen wir den Vormittag. Das muss ein Zeitloch gewesen sein, die nächste Erinnerung setzt erst wieder ein als ich Herrn Schnuffke zum Mittag füttere und ihn anschließend in seinen Mittagschlaf schaukle.

Während er schläft besprechen Jott und ich unsere Pläne für den restlichen Tag (raus gehen), ich räume auf, trinke einen Kaffee, spiele eine Runde Hearthstone und als ich gerade die zweite beginnen möchte, beginnt Herr Schnuffke bitterlich zu weinen- der Mittagschlaf ist wohl vorbei. Mittlerweile ist es übrigens viertel Zwei.

Das Weinen scheint einen anderen Grund als „Oh, ich bin allein in einem abgedunkelten Zimmer, ich mache lieber mal Krach damit Mama und Papa merken das etwas nicht stimmt“ zu haben. Trotz hochnehmen und gut zureden hört es nicht auf. Jott und ich wechseln uns mit dem Tragen und Beruhigen ab, überlegen angestrengt was los sein könnte und bemerken irgendwann, dass Herr Schnuffke eventuell Bauchschmerzen und Verstopfung haben könnte. Zum Glück haben wir frische Blaubeeren im Haus, die liebt Herr Schnuffke und sie helfen gegen Verstopfung.

Nachdem er eine große Portion Blaubeeren verputzt hat, geht es Herrn Schnuffke jedenfalls besser, und dem Aufbruch steht nichts im Wege.
Wir laufen Richtung Altstadt Köpenick und an die Spree und überprüfen mehrere auf dem Weg liegende Spielplätze auf ihre Kleinkindtauglichkeit. Wirklich prickelnd sind die Ergebnisse nicht, bei den meisten Spielplätzen könnte Herr Schnuffke lediglich im Sand sitzen (in der Sonne!) und ansonsten nichts unternehmen. Hm. Eher unschön.
In der Altstadt Köpenick essen wir ein Eis, spaziereen am Dahmeufer entlang, versorgen Herrn Schnuffke mit einer frischen Windel- die Blaubeeren zeigten Wirkung- und setzen uns ins Altstadtcafé für Kaffee und Kuchen.

Gegen 17 Uhr brechen wir nach Hause auf, kommen dort an, bespaßen abwechselnd Herrn Schnuffke, essen Abendbrot, ich bringe das Kind ins Bett und um dreiviertel Acht schläft er tief und fest. Ziel erreicht, wir haben das Kind müde gespielt. Und uns gleich dazu.

Was schön war: Zu dritt durch die Gegend laufen.

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Journal Dienstag, 5.4.2016 – WMDEDGT 4/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Um 5:34 klingen Jammergeräusche von Herrn Schnuffke durch das Babyphone. Ich hol ihn zu uns ins Schlafzimmer, überlege kurz ob ich schon aufstehen soll und denke mir, ach nö, pennste noch ’ne Runde. Kurz vor halb Sieben werde ich wieder wach, mache mich Büro-fertig und verlasse etwas später das Haus.

Fünf nach Acht hol ich mir einen großen Kaffee im Coffee Shop am Büro, nehme ausnahmsweise- wegen Becher in der Hand und Verschüttgefahr auf Grund morgentlicher Verpeiltheit- den Fahrstuhl ins Büro, räume die eine Büroküche auf, setze Kaffee auf für die Kollegen und beginne anschließend mit der Arbeit. Eines unserer Projekte benötigt auf Kundenwunsch hin Mini-Anpassungen, die will ich zumindest teilweise bis zur Telefonkonferenz um 9:30 Uhr erledigen. Zwischendrin ruft ein anderer Kunde an und fragt ein Angebot an, das gestern hätte verschickt werden sollen. Ich ahne ob des Konjunktivs Ungemach, weiß aber leider nicht worum es geht und muss den Kunden auf später vertrösten, wenn ich die Gelegenheit habe mit unserem Entwickler- und Projektleiterteam zu sprechen.

Die TelKo um halb Zehn läuft den Umständen entsprechend (schwieriges Projekt) gut, im Anschluss erfolgt eine Nachbesprechung der Neuigkeiten mit dem Chef, der Dinge und Sachen entscheiden muss. Ich höre zu, lerne viel über pragmatische Lösungen und schreibe nebenbei ein kurzes Protokoll der Telefonkonferenz.

Kurz nach 10 Uhr treffen sich alle Mitarbeiter meines Projektverbundes zum üblichen Daily Standup Meeting. Jeder erzählt, was er am Vortag gearbeitet hat und was heute ansteht, danach geht jeder wieder an seine Arbeit. Bei mir sieht die so aus, dass ich mit meiner Teamleiterin das TelKo-Projekt von vor dem Daily Standup weiter bespreche, anschließend kurz an meinen Platz gehe und dort neue Mails vom Kunden bearbeite.
Zwischendurch meldet sich ein Entwickler wegen des gestern nicht versandten Angebots, er hat Rückfragen zu einigen Anforderungen des Kunden. Die gebe ich weiter und hole mir Antworten ein, die von unserer Seite aus Mehraufwände erfordern und deren Umsetzungsdauer noch einmal geschätzt werden muss.

Um 11 Uhr ist das nächste Meeting. Eines unserer großen Projekte bekommt im Sommer ein halbjährliches Software-Update-Paket, an dem wir seit Herbst vergangenen Jahres arbeiten. Dieses Update-Paket hat Auswirkungen auf andere Projekte (die Code-Basen hängen zusammen, wenn wir in einem Projekt etwas anpassen müssen wir gewährleisten können, dass dies keine negativen Auswirkungen auf die anderen Projekte hat), auf Grund der ungewöhnlich vielen Änderungen sind bestimmte Bereiche der Projektwebsite kaputt und müssen von uns repariert werden.
Im Meeting sichten wir die kaputten Bereiche auf einer Entwicklungsversion der Website und besprechen die Probleme.

Nach dem Meeting mache ich ungefähr 20 Minuten irgendwas, an das ich mich nicht erinnern kann, und gehe anschließend in die Mittagspause. Ich habe um ein Halbjahresgespräch mit meinem Chef gebeten. Wir kehren im Meisterstück ein, essen fantastische Nürnberger Würstchen mit Sauerkraut und Kren (das musste ich erst googlen- es ist Meerrettich) und sprechen über Kinder (Chef: 2, ich: 1), Elternzeit und Elterngeld, und auch über die Arbeit. Ich schildere, was ich derzeit so mache, bekomme dafür vom erstaunten Chef („Ach? Das machst Du? Wusst ich gar nicht.“) einen Namen genannt- es ist eine Mischung aus Entwicklung, Projektmanagement und Anforderungsmanagement (was es nicht alles gibt!), und spreche mit ihm über meine berufliche Weiterentwicklung nach der Elternzeit im Sommer. Wir sind uns beide einig, dass eventuelle Änderungen erst ab meinem Wiedereinstieg sinnvoll sind.

Nachdem wir satt sind und alles besprochen haben, sitze ich gegen 13 Uhr wieder am Schreibtisch und arbeite bis ungefähr 14 Uhr vor mich hin. 14 Uhr ist wieder ein Meeting; alle Entwickler eines bestimmten Entwicklungsbereiches treffen sich zum Austausch. Das ist im Normalfall spannend und so auch heute

Am Dienstag jagt ein Meeting das nächste- 15 Uhr beginnt die Wochenplanung für unseren Projektverbund. Wir besprechen aktuelle ToDos, Bugs und Featurewünsche unserer Kunden, sowie die allgemeine Lage. Das dauert ungefähr zwei Stunden, gegen 17 Uhr ist die Meeting-Zeit zu Ende. Wir konnten heute nicht alle von mir notierten Themen besprechen, haben aber dafür sehr konstruktiv ein großes Problem besprochen. Die Lösungsansätze werde ich am Mittwoch hoffentlich dem Projektmanagerteam präsentieren können.

Nach der Wochenplanung kläre ich noch einige Dinge mit meinen Kollegen ab, notiere meine Zeiten für den Tag und gehe 17:30 Uhr nach Hause.

Dort treffe ich eine gute Stunde später ein. Jott ist ein wenig gestresst, weil Herr Schnuffke den Tag über sehr quengelig war. Wir wechseln uns also ab- ich bin nun primär für die Kindsbetreuung zuständig. Das sieht so aus, dass ich Herrn Schnuffke in seinen Hochstuhl setze und ihm Abendbrot zubereite, während Jott essen kocht.
Herr Schnuffke isst heute erstmals Abends keinen Milchbrei, sondern Stullen mit Frischkäse und vegetarischen Brotaufstrich.

Jott erzählt, dass Herr Schnuffke heute „bamama“ gesagt hat (eventuell sagen wir in diesem Haushalt selten Banane, sondern banana). Zwei Mal. Das ist sein Lieblingsobst. Ich probiere natürlich sofort, das Wort aus ihm herauszukitzeln, scheitere aber kläglich. Jott beruhigt mich- sie hat es auch immer wieder probiert, ebenfalls erfolglos.

Zurück zum Essen. Eigentlich dachten wir, dass zwei Stullen reichen. Das sieht Herr Schnuffke aber anders. Nachdem er nach zwei Stullen und einer Banane noch immer nicht satt ist, schmiere ich ihm also eine dritte Stulle. Jott und ich sind beide baff, wieviel Essen in das Kind reinpasst. Jott hat zwar Sorge, dass Herr Schnuffke sich überfrisst und später Bauchschmerzen bekommt, aber wir haben unabhängig voneinander mehrfach gelesen dass das bei Babys und Kleinkindern nicht möglich ist- die sollen einfach aufhören zu essen.

Spoiler für den weiteren Verlauf das Abends: Das hat niemand Herrn Schnuffke gesagt.

Jedenfalls isst und isst und isst die kleine Raupe Nimmersatt, und wir dann auch. Danach mache ich Herrn Schnuffke bettfertig (wieder Wickeldrama), lese ihm aus dem Hobbit vor und gebe irgendwann auf, weil das Kind fröhlich strahlend im Bett steht und partout nicht verstehen will, dass jetzt Ruhezeit ist und er keine Faxen machen soll. Naja.
Auf meinem Arm schläft er relativ schnell ein, schreckt aber immer wieder hoch beim Ablegen ins Babybettchen. Irgendwann übernimmt Jott wieder, und ich habe Zeit mein neues Kaffee-Paket auszupacken, am Rocko Mountain zu riechen und mich über den Blaubeer-Geruch zu freuen.
Anschließend bereite ich eine heiße Zitrone für uns zu und gehe gegen 21 Uhr an den Rechner, um ein wenig herumzubasteln.
Jott hat in der Zwischenzeit das Kind erfolgreich ins Bettchen ablegen können und somit auch frei.

Möp, doch nicht.
22 Uhr weint Herr Schnuffke bitterlich, er hat entweder Zahnungsschmerzen oder Bauchschmerzen. Da er sich von Jott nicht recht beruhigen lässt, übernehme ich wieder, und schaffe es zum einen, Herrn Schnuffke in den Schlaf zu wiegen und zum anderen, ihn abzulegen. Yeah!
Beim Rausschleichen wacht er allerdings wieder auf, weil ihn offenbar gerade ein Schmerzschub durchfährt. Also wieder von vorn. Ungefähr eine Viertelstunde übergebe ich wieder an Jott, die Herrn Schnuffke mit ins Bett nimmt. Ich gehe zurück an den Rechner.

Was schön war: Herr Schnuffke winkt seit ein paar Tagen, wenn wir „Hallo“ sagen. Heute kam er mir entgegen gekrabbelt und hat gewunken. Das war schon sehr, sehr niedlich.

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Journal Samstag, 5.3.2016 – WMDEDGT 3/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Der Wecker klingelt um 7 Uhr, ich snooze aber noch etwas bis viertel Acht. Dann kommen Jott und Herr Schnuffke und wecken mich. Die beiden sind seit viertel Sieben wach (in Jotts Fall unfreiwillig) und haben sich die Zeit vertrieben. Der Wecker musste gestellt werden, weil wir um zehn Uhr einen Termin in einem Fachgeschäft für Reboarder haben und das fertig machen mit Kind immer noch länger dauert als wir denken.
Weil Herr Schnuffke schon von Jott gewickelt, angezogen und befrühstückt wurde, bleibt uns Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Herr Schnuffke isst zu unserer Überraschung noch einmal mit und isst so insgesamt zwei Stullen mit Frischkäse (eine unglaubliche Sauerei) und Mortadella und zusätzlich noch einige Löffel Naturjoghurt mit Beerenfrüchten.

Gegen halb Neun wird Herr Schnuffke immer müder, also schnappe ich ihn mir und wiege ihn in den Schlaf. Als er in seinem Bettchen liegt, mache ich mich fertig und dann ists auch schon Zeit zum Losfahren. Es geht nach Neuenhagen, von uns aus sind das ungefähr 20 bis 25 Minuten mit dem Auto entfernt.

Punkt zehn Uhr stehen wir vor dem Kinderladen, der Beratungstermin kann beginnen. Wir hatten uns schon zuvor auf den AxKid Minikid eingeschossen und besprechen offene Fragen zu diesem Modell. Was wir hören, bestärkt uns darin das dieser Sitz das richtige für uns ist.
Während Jott sich den Einbau ins Auto zeigen lässt, spielen Herr Schnuffke und ich im Laden mit kinetischen Sand. Eigentlich spiele nur ich (sehr cooles Zeug), Herr Schnuffke krabbelt auf dem Boden herum und untersucht ein Töpfchen. Als ich ihn probehalber drauf setze, schaut er mich neugierig an und lässt sich zur Seite plumpsen.
Irgendwann kommt Jott wieder rein. Wir kaufen den Sitz, einen Schonbezug der sich einfacher als der eigentliche Sitzbezug reinigen lässt, eine Schutzmatte für den Rücksitz und noch eine Mini-Motorikschleife und ein Ziehtier für Herrn Schnuffke. Beim Bezahlen schluchze ich leise vor mich hin und bin sehr dankbar, dass sich unsere Eltern gemeinsam am Kindersitz beteiligen.

Gegen elf Uhr fahren wir weiter zu meinen Eltern. Herr Schnuffke gefällt der neue Kindersitz, er sitzt nun höher als in der Maxi-Cosi-Babyschale und kann besser nach draußen gucken. Kurz bevor wir bei meinen Eltern ankommen, schläft er ein und ist daher etwas ungehalten, als wir ihn nach der Ankunft aus dem Sitz nehmen. Die schlechte Laune verfliegt aber schnell wieder, als er im Wohnzimmer sein Spielzeug entdeckt und herumturnen kann.

Um Zwölf bekommt Herr Schnuffke seinen Mittagsbrei, anschließend versuchen erst meine Mama und dann Jott sehr lange, das inzwischen sehr müde Kind zum Schlafen zu bringen. Meine Mama gibt es irgendwann auf, Jott springt ein. Wir anderen beginnen derweil schon einmal mit dem Mittagessen und freuen uns, als Jott etwas später zu uns stößt. Herr Schnuffke ist endlich eingeschlafen. Als mein Bruder unsere Mama anruft, wacht er allerdings auf und ist irritiert, weil er in einem halbwegs fremden Raum ist in dem sich weder Jott noch ich befinden.
Damit Jott aufessen kann, schnappe ich mir das Kind, schaukel ein bisschen mit ihm, setze mich auf die Couch und schaffe es, dass Herr Schnuffke erneut einschläft. Sehr gut.
Die Couch ist bequem, ich bin vollgefressen, das warme und muschelige Kind liegt auf meinem Bauch und ich beschließe, nur mal kurz meine Augen auszuruhen.

Eine dreiviertel Stunde später wacht Herr Schnuffke auf und gibt mir zu verstehen, dass meine Augen nun genug ausgeruht sind. Da hat er recht, Jott und ich müssen nämlich noch einkaufen fahren wenn wir kommende Woche etwas zu essen haben möchten.
Wir übergeben den noch etwas verschlafenen Herrn Schnuffke an meine Mama, fahren gegen 14:30 Uhr zu Edeka, kaufen alles Benötigte in einem Rutsch ein und merken beim Bezahlen, dass der Luxus, alles in einem Laden kaufen zu können, seinen Preis hat. Naja, so oft machen wir das nicht.
Beim Einkaufen ruft ein für morgen verabredeter Besucher an und gibt seiner Verwunderung Ausdruck, dass bei uns zu Hause niemand die Tür öffnet. Kunststück, aus einer anderen Stadt ist das schwer möglich. Im Telefonat kommt raus, dass besager Besucher sich im Tag geirrt und morgen gar keine Zeit hat. Einerseits schade, andererseits haben Jott und ich dadurch unvorhergesehen einen Tag frei.

16 Uhr sind wir wieder bei meinen Eltern und bleiben dort bis 17:30 Uhr. Herr Schnuffke krabbelt durchs Wohnzimmer, schäkert mit seinen Großeltern, zieht sich an Beinen und Couches hoch und ist sehr vergnügt.
Bevor es endgültig dunkel wird, fahren wir zurück nach Hause, verstauen dort die Einkäufe und dann ists auch schon Zeit für Herrn Schnuffke, schlafen zu gehen. Beim Wickeln um 19 Uhr hilft diesmal auch kein YouTube-gucken, Jott muss helfen.
Als Herr Schnuffke bettfertig ist, übernimmt Jott zum Stillen und ich gehe Abendessen. Weil ich auf die Suppenreste von gestern keine Lust habe, mache ich mir Sandwiches mit viel Käse, lese im Feedreader und genieße eine halbe Stunde Ruhe.

20:00 Uhr hören Jott und ich durch das Babyphone merkwürdig rasselnde Atemgeräusche, flitzen ins Kinderzimmer und sind beruhigt als wir merken, dass alles in Ordnung ist, Herr Schnuffke ruhig schläft und nur auf Grund seiner Erkältung etwas lauter atmet.
Jott beträufelt ein Tuch mit Babix, das hängt sie ins Kinderzimmer.
Als ich eine Viertelstunde noch einmal nach Herrn Schnuffke sehe (die Rasselgeräusche sind wieder da), wird er wach. Also hochnehmen, wieder in den Schlaf schaukeln, leise rausschleichen. Klappt. Aber nur vorerst. Kurze Zeit später ist er wieder wach. Diesmal geht Jott ins Kinderzimmer und beschließt, Herrn Schnuffke zu uns ins Schlafzimmer zu holen. Dort schläft er seit ungefähr 21 Uhr tief und fest.

Danach verkrümel ich mich an den Rechner, Jott auf die Couch. Feierabend!

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WMDEDGT?

Journal Freitag, 5.2.2016 – WMDEDGT 2/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Hurra, ein Urlaubstag! Der kommt nach der arbeitsreichen Woche und dem sehr langen gestrigen Arbeitstag wie gerufen.

Rumgammeln können wir trotzdem nicht, denn Jott, Herr Schnuffke und ich haben einige Termine. Darum klingelt der Wecker kurz vor Sieben, und während Jott unter die Dusche springt döse ich noch etwas bis halb Acht. Dann ists aber auch höchste Eisenbahn, denn halb Neun wollen wir zum allmonatlichen öffentlichen Kindersingen einer KiTa, die Herr Schnuffke besuchen soll, aufbrechen. In der KiTa wird besonders viel Wert auf musikalische Früherziehung gelegt (das klingt so schön kompliziert, im Endeffekt singen die Kinder sehr viel zusammen und zappeln halbwegs rhythmisch dazu), außerdem ist sie nicht weit entfernt und sehr modern und schön eingerichtet. Wir möchten also gern, dass Herr Schnuffke dort seine Kindergartenzeit verbringt. Daher besucht Jott seit einigen Monaten das bereits genannte öffentliche Kindersingen, geht danach mit Herrn Schnuffke in die ebenfalls in der KiTa stattfindende Krabbelgruppe und versucht, einen positiven Eindruck in der KiTa zu hinterlassen. Und heute begleite ich sie und Herrn Schnuffke dabei.

Das Singen startet um Neun und ist eine sehr niedliche Angelegenheit. Die Kinder haben sichtlich Spaß. Ich bin nur irritiert, weil unglaublich viele andere Eltern mit ihren Babies ebenfalls zuschauen. Als ich Jott darauf anspreche, ist sie ebenfalls verwundert, findet aber innerhalb der Krabbelgruppe nach dem Singen heraus, weshalb die Veranstaltung heute so stark besucht ist.
Die ersten KiTas im Umkreis haben ihre Absagen rausgeschickt (wir wurden auch bereis einmal abgelehnt), deswegen steigt wohl die Torschlusspanik und die anderswo abgelehnten Eltern versuchen verstärkt, in den anderen KiTas einen Platz zu ergattern. Absolut verständlich, was bleibt einem auch anderes übrig.
Ich hoffe, dass sich Jotts „Engagement“ auszahlt und wir den KiTa-Platz bekommen. Die Alternativen sind nicht so das Gelbe vom Ei, und was passiert wenn Herr Schnuffke keinen KiTa-Platz im Umkreis bekommt möchte ich nicht wissen.

Nach der Krabbelgruppe brechen wir zu einem Familienfotoshooting auf. Jott hat dazu vor einiger Zeit einen Gutschein bei Groupon ergattert und den Termin auf den heutigen Tag gelegt. Das für uns am günstigsten gelegene teilnehmende Fotostudio befindet sich im Ring Center. Passt super, denn im Ring Center sind außerdem noch ein Spielwarenladen (wir möchten uns dort Buggys und eventuell Nachtlichter ansehen) und ein Klamottenladen für mich (ich brauche dringend neue Hosen und einen neuen Gürtel, durch die Abnehmerei sind die vorhandenen Hosen und Gürtel alle zu groß).
Das Shooting selbst startet um Elf. Die Fotografin macht einen guten Job, wir verlassen das Studio gegen 12:30 Uhr mit vielen schönen Bildern von Jott und Herrn Schnuffke und einigen wenigen von mir. Ich bin mit meinen Haaren unzufrieden, die gestern beim Friseur angegebene Länge war etwas zu kurz. Auf vielen Fotos sieht das sehr unvorteilhaft aus, außerdem sehe ich infolge des langen Arbeitens und der kurzen Nacht doch ziemlich k.o. aus.

Der Spielwarenladen entpuppt sich als Enttäuschung, weder Buggys noch Nachtlichter sind vorhanden. Das hätten wir nicht gedacht, lernen aber daraus beim nächsten Mal telefonisch zu erfragen ob die gewünschten Artikel im Laden ausgestellt werden.

Immerhin ist mein Klamottenkauf ein voller Erfolg, ich ergattere tatsächlich eine neue Hose (in 34!! Mir hat seit Jahren keine 34 mehr gepasst!), einen Gürtel und sogar noch eine um 90 Euro reduzierte Winterjacke.

Gegen halb Zwei am Nachmittag fahren wir wieder nach Hause. Herr Schnuffke und ich werden langsam quengelig, wir haben Hunger.
Auf dem Heimweg geraten wir in eine Routine-Verkehrskontrolle. Spannend, sowas haben weder Jott noch ich bis jetzt erlebt. Nach Vorzeigen von Fahrzeugpapieren, Führerschein, dem Beweis der Funktionsfähigkeit aller Blinker und Warnlichter und ein paar Fragen zu Drogen (ham wa nich, nehm wa nich, brauchen wa nich) und Alkohol (auch nich) können wir unseren Weg fortsetzen.

Zu Hause gibts Hirsebrei mit Gemüsekram für Herrn Schnuffke und Pizza für uns. Herr Schnuffke kostet ein wenig vom Rand, vom Käse und von der Paprika und findet das spitze.

Nach dem Essen verkrümeln wir uns für eine halbe Stunde auf die Couch und legen die Füße hoch. Kurz vor halb Vier Nachmittags kommt meine Mama zu uns. Wir haben verabredet, dass sie auf Herrn Schnuffke aufpasst, damit Jott und ich zu IKEA fahren können. Wir möchten einen Sessel für das Kinderzimmer kaufen. Auf dem soll Jott Abends und Nachts stillen und ich Herrn Schnuffke vorlesen.
Bei IKEA werden wir uns recht schnell einig, dass wir einen Strandmon-Ohrensessel möchten. Der hat eine angenehm hohe Rückenlehne zum Kopf anlehnen, bietet genug Platz um im Schneidersitz (ich) oder mit Stillkissen (Jott) darauf zu sitzen und ist auch noch einigermaßen bezahlbar.
Weil ich heute noch nicht genug Geld ausgegeben habe, beschließe ich zum Sessel passend einen Fußhocker zu kaufen. Das Probesitzen mit Hocker ist furchtbar bequem, und man gönnt sich ja bekanntlich sonst nichts.

Der Transport des Sessels gestaltet sich als etwas schwierig, wir bekommen das Paket nicht ins Auto. Aber wir sind ja nicht auf den Kopf gefallen, und so packen wir den Sessel einfach aus dem Karton aus und schon passt er in den Kofferraum. Schöner Nebeneffekt: Wir müssen zu Hause keine Pappkartons entsorgen.

Gegen 18:15 Uhr sind wir wieder zu Hause. Ich baue den Sessel auf und sitze mit Herrn Schnuffke Probe. Fühlt sich gut an! Eine Nacht wird der Sessel zum Auslüften im Wohnzimmer stehen, dann tragen wir ihn ins Kinderzimmer.
Strandmon

Kurze Zeit später fährt meine Mama nach Hause. Während ich Herrn Schnuffke füttere und bettfertig mache, erstellt Jott den Essensplan für die kommende Woche. Anschließend wechseln wir: Jott stillt das Kind, ich koche unser Abendessen.

Als ich mit zwei gefüllten Tellern wieder ins Wohnzimmer komme, denkt Herr Schnuffke trotz Müdigkeit nicht ans Schlafen. Dussliges Baby.
Also essen wir getrennt: Jott hält das Kind, ich esse Suppe. Danach wechseln wir wieder; ich gehe mit Herrn Schnuffke ins Kinderzimmer und versuche das Kind in den Schlaf zu wiegen. Das klappt gut, der kritische Moment ist aber das Ablegen ins Kinderbett. Wie in den letzten Tagen und Wochen auch wacht das Kind dabei auf und jammert rum. Letztendlich stecke ich das Kind in die Trage, laufe durch die abgedunkelte Wohnung und schaukle Herrn Schnuffke in den Schlaf. Beim erneuten Ablegen wacht er nicht auf, und so haben Jott und ich ab 21:30 Uhr Freizeit. Couch, wir kommen!

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WMDEDGT?

Journal Dienstag, 5.1.2016 – WMDEDGT 1/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

5.47 Uhr klingelt mal wieder der Wecker, kurz nach Sechs stehe ich auf, mache mich im Zombiemodus fertig, lüfte die Wohnung, wische deutlich weniger Kondenswasser als gestern weg und esse im Anschluss mein Schwarzwälder Kirsch Proat. Das schmeckt überraschend gut und sättigt auch ungemein (wenn auch nur, weil Jott die doppelte Menge an Haferflocken genommen hat, wie ich später am Tag erfahren werde).

Gegen Viertel Acht fahre ich ins Büro, schlage dort Viertel Neun auf und freue mich, weil es nicht ganz so kalt wie gestern zu sein scheint. Ich benachrichtige zwei Kolleginnen, dass die Temperatur okay ist und sie kein Home Office machen müssen, und mache mich dann an die Arbeit. Ein neues Feature für eines unserer Projekte benötigt noch eine Ergänzung, außerdem bemerke ich beim Code Schreiben das ich gestern mehrere Schreibfehler eingebaut habe (Kunststück, mit den klammen Fingern Schlampig gearbeitet, meh) und der automatische Prozess zur Erstellung einer Vorschau im Browser nur so halb läuft.

Nachdem die Ergänzung fertig entwickelt ist und die Fehler behoben sind, ist es Zeit für das tägliche Meeting der Projektmanager in „meinem“ Projektverbund. Ich bin weiterhin eine Mischform aus Entwickler und Projektmanager und kann teilnehmen. Meine Teamleiterin ist, noch etwas angeschlagen, am Telefon zugeschaltet und wir besprechen zum einen den Schlachtplan von gestern und zum anderen das Tagesgeschehen.

Mittlerweile bin ich genug akklimatisiert um zu merken, das es eigentlich immer noch schweinekalt im Büro ist. Also die Jacke wieder an und den Bärenschal übergezogen. Aus meinem Fehler gestern habe ich gelernt und heute die gefütterten Schuhe an, die Füße sind also warm.

Um Zehn kommen die anderen Kollegen zum Daily Standup Meeting dazu. Jeder erzählt kurz, was er gestern gemacht hat und heute machen wird und ob es dabei Probleme gibt. Dann wird ein Termin für ein gemeinsames Abendessen gesucht. Dazu gingen in den letzten Wochen mehrere E-Mails mit dem Link zu einem Terminfindungsdoodle herum, außerdem wurde das Essen mehrfach im Daily Standup Meeting angesprochen. Zwei Kollegen haben es trotzdem nicht geschafft, ihre Terminoptionen einzutragen, was bei mir auf dezentes Unverständnis stößt. Sei’s drum.

Nach dem Daily mit dem gesamten Team setzen wir das tägliche Projektmanager-Meeting fort, klären noch ein paar offene Punkte und dann gehts zurück an die Arbeit. In den diversen Tools, die wir zur Organisation unserer Arbeit nutzen, haben sich in den letzten Wochen sehr viele Informationen angesammelt, die endlich mal geordnet und verarbeitet werden müssen. Das wird meine Aufgabe für den Rest des Tages sein. Auf gut deutsch: Tickets mit Fehlermeldungen oder Featurewünschen öffnen, den Bearbeitungsstatus prüfen und die Tickets entweder schließen oder aktualisieren. Mittendrin zickt eines der Tools herum. Ich liege unserem Admin seit Monaten in den Ohren deswegen, aber keiner der Lösungsversuche hatte bislang Erfolg. Heute kommen wir aber drauf, was es ist, und merken das wir dieses Problem nicht lösen können. Hrmpf.

Zwischendurch nasche ich ein, zwei sehr gut schmeckende Geburtstags-Cookies von einer Kollegin, telefoniere mit einem Kunden von uns zu einigen dieser Fehler- oder Featuretickets und bespreche mein weiteres Vorgehen mit einem der Projektmanager.
Tatsächlich macht das Zusammenführen der vielen Informationen und losen Enden sogar Spaß und ist relativ erfüllend. Als ich gegen 17:15 Uhr das Büro verlasse, bin ich mit dieser Aufgabe fast fertig und habe für den nächsten Arbeitstag eine ToDo-Liste mit den noch zu erledigenden Aufgaben angelegt.

Auf dem Heimweg freue ich mich über Babyfotos des schlafenden Herrn Schnuffke, die mir Jott per WhatsApp schickt.
Als ich gegen 18:15 Uhr in Köpenick ankomme, kaufe ich noch Handcreme für mich und laufe danach durch den stärker werdenden Schneefall (hurra!) nach Hause zu Jott und Herrn Schnuffke. Während Jott das Abendessen vorbereitet, prüfen Herr Schnuffke und ich wer mit der Hand am lautesten auf den Boden patschen kann und lachen uns dabei an. Ich gewinne, aber nur ganz knapp.

Gegen 19 Uhr bekommt Herr Schnuffke von mir seinen Milchbrei verfüttert, danach mache ich ihn bettfertig. Heute ist das Kind zum Glück sehr entspannt und locker und macht kein Theater wie gestern. Nachdem ich Herrn Schnuffke an Jott zum Stillen weitergegeben habe, bereite ich die von Jott begonnenen Overnight Oats für morgen fertig zu und danach eine heiße Zitrone vor.

Zwischendurch klingelt ein Nachbar, dessen vier Pakete bei uns abgegeben wurden. Weil er sie nicht in einem Rutsch nach oben in seine Wohnung tragen kann, helfe ich ihm und mache durchs Treppensteigen in den vierten Stock Abendsport.

Im Anschluss schaue bei Jott vorbei um zu sehen ob das Kind schon schläft. Macht es nicht, obwohl es merklich müde ist, sich die Augen reibt und dauernd gähnt. Dussliges Baby.

Wir besprechen, dass ich schon einmal esse, Herrn Schnuffke danach in die Trage setze und in den Schlaf schaukle. Ein guter Plan, der schon des Öfteren funktionierte. Auch heute schläft Herr Schnuffke relativ bald ein, und kurz vor 21 Uhr kann ich ihn aus der Trage in seinen Schlafsack umbetten. Dabei geht allerdings etwas schief, das Kind meckert und wird dabei wieder richtig wach. Also Schichtwechsel, Jott versucht erneut das Kind in den Schlaf zu stillen. Mittlerweile ist Herr Schnuffke deutlich über den Punkt und ziemlich gereizt. Ich auch. Eigentlich wollte ich gegen 20 Uhr am Rechner sein und für ein privates Projekt arbeiten, daraus wird wohl nichts mehr.

Um 21:30 Uhr gibt Jott auf, ich stecke Herrn Schnuffke noch einmal in die Trage. Leider auch diesmal ohne Erfolg. Nach einer weiteren Viertelstunde beschließt Jott, mit Herrn Schnuffke schlafen zu gehen, in der Hoffnung dass das Kind dabei einschläft.

Kurz vor 22 Uhr habe ich endlich Freizeit und möchte eigentlich sofort ins Bett. Geht aber nicht, das private Projekt muss endlich mal fertig werden. Also ab an den Rechner, den heutigen WMDEDGT-Eintrag geschrieben und dann eben an die Arbeit nur noch die Wohnung aufräumen wegen allgemeiner Matschigkeit.

Ach ja, heute kamen zwei neue Hygrometer für Küche und Bad. Jetzt ist die Wohnung vollumfänglich überwacht.
Hygrometer