[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]
Hurra, ein Urlaubstag! Der kommt nach der arbeitsreichen Woche und dem sehr langen gestrigen Arbeitstag wie gerufen.
Rumgammeln können wir trotzdem nicht, denn Jott, Herr Schnuffke und ich haben einige Termine. Darum klingelt der Wecker kurz vor Sieben, und während Jott unter die Dusche springt döse ich noch etwas bis halb Acht. Dann ists aber auch höchste Eisenbahn, denn halb Neun wollen wir zum allmonatlichen öffentlichen Kindersingen einer KiTa, die Herr Schnuffke besuchen soll, aufbrechen. In der KiTa wird besonders viel Wert auf musikalische Früherziehung gelegt (das klingt so schön kompliziert, im Endeffekt singen die Kinder sehr viel zusammen und zappeln halbwegs rhythmisch dazu), außerdem ist sie nicht weit entfernt und sehr modern und schön eingerichtet. Wir möchten also gern, dass Herr Schnuffke dort seine Kindergartenzeit verbringt. Daher besucht Jott seit einigen Monaten das bereits genannte öffentliche Kindersingen, geht danach mit Herrn Schnuffke in die ebenfalls in der KiTa stattfindende Krabbelgruppe und versucht, einen positiven Eindruck in der KiTa zu hinterlassen. Und heute begleite ich sie und Herrn Schnuffke dabei.
Das Singen startet um Neun und ist eine sehr niedliche Angelegenheit. Die Kinder haben sichtlich Spaß. Ich bin nur irritiert, weil unglaublich viele andere Eltern mit ihren Babies ebenfalls zuschauen. Als ich Jott darauf anspreche, ist sie ebenfalls verwundert, findet aber innerhalb der Krabbelgruppe nach dem Singen heraus, weshalb die Veranstaltung heute so stark besucht ist.
Die ersten KiTas im Umkreis haben ihre Absagen rausgeschickt (wir wurden auch bereis einmal abgelehnt), deswegen steigt wohl die Torschlusspanik und die anderswo abgelehnten Eltern versuchen verstärkt, in den anderen KiTas einen Platz zu ergattern. Absolut verständlich, was bleibt einem auch anderes übrig.
Ich hoffe, dass sich Jotts „Engagement“ auszahlt und wir den KiTa-Platz bekommen. Die Alternativen sind nicht so das Gelbe vom Ei, und was passiert wenn Herr Schnuffke keinen KiTa-Platz im Umkreis bekommt möchte ich nicht wissen.
Nach der Krabbelgruppe brechen wir zu einem Familienfotoshooting auf. Jott hat dazu vor einiger Zeit einen Gutschein bei Groupon ergattert und den Termin auf den heutigen Tag gelegt. Das für uns am günstigsten gelegene teilnehmende Fotostudio befindet sich im Ring Center. Passt super, denn im Ring Center sind außerdem noch ein Spielwarenladen (wir möchten uns dort Buggys und eventuell Nachtlichter ansehen) und ein Klamottenladen für mich (ich brauche dringend neue Hosen und einen neuen Gürtel, durch die Abnehmerei sind die vorhandenen Hosen und Gürtel alle zu groß).
Das Shooting selbst startet um Elf. Die Fotografin macht einen guten Job, wir verlassen das Studio gegen 12:30 Uhr mit vielen schönen Bildern von Jott und Herrn Schnuffke und einigen wenigen von mir. Ich bin mit meinen Haaren unzufrieden, die gestern beim Friseur angegebene Länge war etwas zu kurz. Auf vielen Fotos sieht das sehr unvorteilhaft aus, außerdem sehe ich infolge des langen Arbeitens und der kurzen Nacht doch ziemlich k.o. aus.
Der Spielwarenladen entpuppt sich als Enttäuschung, weder Buggys noch Nachtlichter sind vorhanden. Das hätten wir nicht gedacht, lernen aber daraus beim nächsten Mal telefonisch zu erfragen ob die gewünschten Artikel im Laden ausgestellt werden.
Immerhin ist mein Klamottenkauf ein voller Erfolg, ich ergattere tatsächlich eine neue Hose (in 34!! Mir hat seit Jahren keine 34 mehr gepasst!), einen Gürtel und sogar noch eine um 90 Euro reduzierte Winterjacke.
Gegen halb Zwei am Nachmittag fahren wir wieder nach Hause. Herr Schnuffke und ich werden langsam quengelig, wir haben Hunger.
Auf dem Heimweg geraten wir in eine Routine-Verkehrskontrolle. Spannend, sowas haben weder Jott noch ich bis jetzt erlebt. Nach Vorzeigen von Fahrzeugpapieren, Führerschein, dem Beweis der Funktionsfähigkeit aller Blinker und Warnlichter und ein paar Fragen zu Drogen (ham wa nich, nehm wa nich, brauchen wa nich) und Alkohol (auch nich) können wir unseren Weg fortsetzen.
Zu Hause gibts Hirsebrei mit Gemüsekram für Herrn Schnuffke und Pizza für uns. Herr Schnuffke kostet ein wenig vom Rand, vom Käse und von der Paprika und findet das spitze.
Nach dem Essen verkrümeln wir uns für eine halbe Stunde auf die Couch und legen die Füße hoch. Kurz vor halb Vier Nachmittags kommt meine Mama zu uns. Wir haben verabredet, dass sie auf Herrn Schnuffke aufpasst, damit Jott und ich zu IKEA fahren können. Wir möchten einen Sessel für das Kinderzimmer kaufen. Auf dem soll Jott Abends und Nachts stillen und ich Herrn Schnuffke vorlesen.
Bei IKEA werden wir uns recht schnell einig, dass wir einen Strandmon-Ohrensessel möchten. Der hat eine angenehm hohe Rückenlehne zum Kopf anlehnen, bietet genug Platz um im Schneidersitz (ich) oder mit Stillkissen (Jott) darauf zu sitzen und ist auch noch einigermaßen bezahlbar.
Weil ich heute noch nicht genug Geld ausgegeben habe, beschließe ich zum Sessel passend einen Fußhocker zu kaufen. Das Probesitzen mit Hocker ist furchtbar bequem, und man gönnt sich ja bekanntlich sonst nichts.
Der Transport des Sessels gestaltet sich als etwas schwierig, wir bekommen das Paket nicht ins Auto. Aber wir sind ja nicht auf den Kopf gefallen, und so packen wir den Sessel einfach aus dem Karton aus und schon passt er in den Kofferraum. Schöner Nebeneffekt: Wir müssen zu Hause keine Pappkartons entsorgen.
Gegen 18:15 Uhr sind wir wieder zu Hause. Ich baue den Sessel auf und sitze mit Herrn Schnuffke Probe. Fühlt sich gut an! Eine Nacht wird der Sessel zum Auslüften im Wohnzimmer stehen, dann tragen wir ihn ins Kinderzimmer.

Kurze Zeit später fährt meine Mama nach Hause. Während ich Herrn Schnuffke füttere und bettfertig mache, erstellt Jott den Essensplan für die kommende Woche. Anschließend wechseln wir: Jott stillt das Kind, ich koche unser Abendessen.
Als ich mit zwei gefüllten Tellern wieder ins Wohnzimmer komme, denkt Herr Schnuffke trotz Müdigkeit nicht ans Schlafen. Dussliges Baby.
Also essen wir getrennt: Jott hält das Kind, ich esse Suppe. Danach wechseln wir wieder; ich gehe mit Herrn Schnuffke ins Kinderzimmer und versuche das Kind in den Schlaf zu wiegen. Das klappt gut, der kritische Moment ist aber das Ablegen ins Kinderbett. Wie in den letzten Tagen und Wochen auch wacht das Kind dabei auf und jammert rum. Letztendlich stecke ich das Kind in die Trage, laufe durch die abgedunkelte Wohnung und schaukle Herrn Schnuffke in den Schlaf. Beim erneuten Ablegen wacht er nicht auf, und so haben Jott und ich ab 21:30 Uhr Freizeit. Couch, wir kommen!


