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WMDEDGT?

Journal Dienstag, 5.1.2016 – WMDEDGT 1/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

5.47 Uhr klingelt mal wieder der Wecker, kurz nach Sechs stehe ich auf, mache mich im Zombiemodus fertig, lüfte die Wohnung, wische deutlich weniger Kondenswasser als gestern weg und esse im Anschluss mein Schwarzwälder Kirsch Proat. Das schmeckt überraschend gut und sättigt auch ungemein (wenn auch nur, weil Jott die doppelte Menge an Haferflocken genommen hat, wie ich später am Tag erfahren werde).

Gegen Viertel Acht fahre ich ins Büro, schlage dort Viertel Neun auf und freue mich, weil es nicht ganz so kalt wie gestern zu sein scheint. Ich benachrichtige zwei Kolleginnen, dass die Temperatur okay ist und sie kein Home Office machen müssen, und mache mich dann an die Arbeit. Ein neues Feature für eines unserer Projekte benötigt noch eine Ergänzung, außerdem bemerke ich beim Code Schreiben das ich gestern mehrere Schreibfehler eingebaut habe (Kunststück, mit den klammen Fingern Schlampig gearbeitet, meh) und der automatische Prozess zur Erstellung einer Vorschau im Browser nur so halb läuft.

Nachdem die Ergänzung fertig entwickelt ist und die Fehler behoben sind, ist es Zeit für das tägliche Meeting der Projektmanager in „meinem“ Projektverbund. Ich bin weiterhin eine Mischform aus Entwickler und Projektmanager und kann teilnehmen. Meine Teamleiterin ist, noch etwas angeschlagen, am Telefon zugeschaltet und wir besprechen zum einen den Schlachtplan von gestern und zum anderen das Tagesgeschehen.

Mittlerweile bin ich genug akklimatisiert um zu merken, das es eigentlich immer noch schweinekalt im Büro ist. Also die Jacke wieder an und den Bärenschal übergezogen. Aus meinem Fehler gestern habe ich gelernt und heute die gefütterten Schuhe an, die Füße sind also warm.

Um Zehn kommen die anderen Kollegen zum Daily Standup Meeting dazu. Jeder erzählt kurz, was er gestern gemacht hat und heute machen wird und ob es dabei Probleme gibt. Dann wird ein Termin für ein gemeinsames Abendessen gesucht. Dazu gingen in den letzten Wochen mehrere E-Mails mit dem Link zu einem Terminfindungsdoodle herum, außerdem wurde das Essen mehrfach im Daily Standup Meeting angesprochen. Zwei Kollegen haben es trotzdem nicht geschafft, ihre Terminoptionen einzutragen, was bei mir auf dezentes Unverständnis stößt. Sei’s drum.

Nach dem Daily mit dem gesamten Team setzen wir das tägliche Projektmanager-Meeting fort, klären noch ein paar offene Punkte und dann gehts zurück an die Arbeit. In den diversen Tools, die wir zur Organisation unserer Arbeit nutzen, haben sich in den letzten Wochen sehr viele Informationen angesammelt, die endlich mal geordnet und verarbeitet werden müssen. Das wird meine Aufgabe für den Rest des Tages sein. Auf gut deutsch: Tickets mit Fehlermeldungen oder Featurewünschen öffnen, den Bearbeitungsstatus prüfen und die Tickets entweder schließen oder aktualisieren. Mittendrin zickt eines der Tools herum. Ich liege unserem Admin seit Monaten in den Ohren deswegen, aber keiner der Lösungsversuche hatte bislang Erfolg. Heute kommen wir aber drauf, was es ist, und merken das wir dieses Problem nicht lösen können. Hrmpf.

Zwischendurch nasche ich ein, zwei sehr gut schmeckende Geburtstags-Cookies von einer Kollegin, telefoniere mit einem Kunden von uns zu einigen dieser Fehler- oder Featuretickets und bespreche mein weiteres Vorgehen mit einem der Projektmanager.
Tatsächlich macht das Zusammenführen der vielen Informationen und losen Enden sogar Spaß und ist relativ erfüllend. Als ich gegen 17:15 Uhr das Büro verlasse, bin ich mit dieser Aufgabe fast fertig und habe für den nächsten Arbeitstag eine ToDo-Liste mit den noch zu erledigenden Aufgaben angelegt.

Auf dem Heimweg freue ich mich über Babyfotos des schlafenden Herrn Schnuffke, die mir Jott per WhatsApp schickt.
Als ich gegen 18:15 Uhr in Köpenick ankomme, kaufe ich noch Handcreme für mich und laufe danach durch den stärker werdenden Schneefall (hurra!) nach Hause zu Jott und Herrn Schnuffke. Während Jott das Abendessen vorbereitet, prüfen Herr Schnuffke und ich wer mit der Hand am lautesten auf den Boden patschen kann und lachen uns dabei an. Ich gewinne, aber nur ganz knapp.

Gegen 19 Uhr bekommt Herr Schnuffke von mir seinen Milchbrei verfüttert, danach mache ich ihn bettfertig. Heute ist das Kind zum Glück sehr entspannt und locker und macht kein Theater wie gestern. Nachdem ich Herrn Schnuffke an Jott zum Stillen weitergegeben habe, bereite ich die von Jott begonnenen Overnight Oats für morgen fertig zu und danach eine heiße Zitrone vor.

Zwischendurch klingelt ein Nachbar, dessen vier Pakete bei uns abgegeben wurden. Weil er sie nicht in einem Rutsch nach oben in seine Wohnung tragen kann, helfe ich ihm und mache durchs Treppensteigen in den vierten Stock Abendsport.

Im Anschluss schaue bei Jott vorbei um zu sehen ob das Kind schon schläft. Macht es nicht, obwohl es merklich müde ist, sich die Augen reibt und dauernd gähnt. Dussliges Baby.

Wir besprechen, dass ich schon einmal esse, Herrn Schnuffke danach in die Trage setze und in den Schlaf schaukle. Ein guter Plan, der schon des Öfteren funktionierte. Auch heute schläft Herr Schnuffke relativ bald ein, und kurz vor 21 Uhr kann ich ihn aus der Trage in seinen Schlafsack umbetten. Dabei geht allerdings etwas schief, das Kind meckert und wird dabei wieder richtig wach. Also Schichtwechsel, Jott versucht erneut das Kind in den Schlaf zu stillen. Mittlerweile ist Herr Schnuffke deutlich über den Punkt und ziemlich gereizt. Ich auch. Eigentlich wollte ich gegen 20 Uhr am Rechner sein und für ein privates Projekt arbeiten, daraus wird wohl nichts mehr.

Um 21:30 Uhr gibt Jott auf, ich stecke Herrn Schnuffke noch einmal in die Trage. Leider auch diesmal ohne Erfolg. Nach einer weiteren Viertelstunde beschließt Jott, mit Herrn Schnuffke schlafen zu gehen, in der Hoffnung dass das Kind dabei einschläft.

Kurz vor 22 Uhr habe ich endlich Freizeit und möchte eigentlich sofort ins Bett. Geht aber nicht, das private Projekt muss endlich mal fertig werden. Also ab an den Rechner, den heutigen WMDEDGT-Eintrag geschrieben und dann eben an die Arbeit nur noch die Wohnung aufräumen wegen allgemeiner Matschigkeit.

Ach ja, heute kamen zwei neue Hygrometer für Küche und Bad. Jetzt ist die Wohnung vollumfänglich überwacht.
Hygrometer

3 Antworten auf „Journal Dienstag, 5.1.2016 – WMDEDGT 1/16“

Ich bin immer etwas verwirrt ob der Kommentare „Code schreiben“ und „Entwickler sein“ und gleichzeitig des Projektes „Paul lernt programmieren“. Als weder Programmierer noch Code-Schreiber noch Entwickler: was ist denn der Unterschied? Was können Sie, was können Sie (noch) nicht?

Außerdem, da dies glaub ich mein erster Kommentar im neuen Jahr ist: Frohes neues Jahr!

Hallo Frau Em, auch Ihnen ein frohes neues Jahr :)

Das mit dem Entwickeln/ Code schreiben/ „Paul lernt Programmieren“ ist etwas kompliziert. Ich versuch das mal aufzudröseln.

Achtung: Wall of Text

Meine Berufsbezeichnung lautet „Frontend Developer“. Da steckt schonmal Development, also Entwicklung (im technischen Sinne), drin. Man könnte auch „Webentwickler“ sagen, die Bezeichnung hört man recht oft im Deutschen (zumindest in meinem beruflichen Umfeld).
Webentwicklung ist, frei nach Theodor Fontane, ein weites Feld. Es gibt Webentwickler, die sich darauf spezialisiert haben, die „Vorderseite“ einer Website zu erstellen und zu pflegen. Die Vorderseite einer Website ist der Teil, den Sie in Ihrem Browser sehen. Texte, Bilder und Videos in einem bestimmten Layout und mit verschiedenen Funktionen (Slide-Shows, dynamische Galerien, auf- und zuklappende Elemente…). Diese Vorderseite wird auch „Frontend“ genannt, womit wir dann wieder beim Frontend Developer angekommen wären.

Im Frontend Development werden verschiedene Technologien genutzt. Um die o.g. Funktionen (Slide-Shows, dynamische Galerien, auf- und zuklappende Elemente) zu erstellen, wird beispielsweise eine Sprache namens JavaScript genutzt. Um gut und richtig JavaScript schreiben zu können, muss man bestimmte Paradigmen und Denkweisen verinnerlicht haben, die ähnlich oder gleich denen der Programmierung von z.B. Smartphone-Apps, Computerprogrammen u.a. sind.
Diese Technologie, also JavaScript, beherrsche ich nur rudimentär.
Andere Technologien (HTML, CSS) werden genutzt, um das Layout von Websites zu erstellen, die Inhalte der Website zu strukturieren, die Website zu gestalten und die Darstellung auf unterschiedlichen Geräten (Smartphone, Tablet, Desktop-Computer) anzupassen. Das ist der Bereich, wo ich fit drin bin. Für diesen Bereich muss man nicht wie ein Programmierer denken, daher wird diese Arbeit daran auch nicht als „programmieren“ bezeichnet.

Das Projekt „Paul lernt Programmieren“ dient(e) dazu, mir JavaScript näher zu bringen, mich also einerseits mit der Sprache JavaScript und andererseits mit Programmier-Denkweisen vertraut zu machen.
Die Sache ist nämlich die: Ohne JavaScript geht im Internet nur noch sehr wenig, und aus mehreren Gründen kann ich das eben nur rudimentär. Und das reichte bislang halbwegs aus in meinem Job als Frontend Developer, aber jetzt und noch mehr in der Zukunft werde ich ohne JavaScript keinen Blumentop mehr gewinnen können. Danach sucht nämlich jeder, während meine Spezialisierung ohne JavaScript in absehbarer Zeit kaum noch benötigt wird.
(Der vorangegangene Absatz beinhaltet meine persönliche Meinung, es kann auch ganz anders sein- aber das sehe ich derzeit nicht.)

Wenn ich „Code schreibe“, dann entwickle ich Website-Layouts oder mache Anpassungen an den verschiedenen Ansichten der Websites die die Agentur, für die ich arbeite, betreue.

Der Vollständigkeit halber:
Die Rückseite einer Website ist eine Art Programm, dass Leute bedienen können um eben jene Texte, Bilder und Videos anzulegen und zu verwalten. Das alles wird unter dem Begriff „Content“ zusammengefasst, das „Programm“ nennt sich daher auch Content Management System (CMS). Ein CMS wird von Webentwicklern in bestimmten, für das Web geeigneten, Programmiersprachen programmiert.
Die Rückseite wird auch „Backend“ genannt.
Backend Development beherrsche ich auch rudimentär. Ich könnte beispielsweise- mit viel Trial & Error- die Funktionen dieses Blogs in gewissen Zügen anpassen und erweitern. Für den richtigen Durchblick fehlt aber wieder einiges.

Ich hoffe, ich konnte die Verwirrung lindern. Falls nicht, fragen Sie einfach :)

Okay, doch, das klärt einiges. So ganz, ganz, ganz fremd ist mir diese Welt ja dann auch wieder nicht (hab ich grad beim Lesen festgestellt) – seitdem es meinen Browser nur noch mit installiertem NoScript gibt, weiß ich auch ziemlich genau was JavaScript alles kann, bzw. was alles nicht mehr funktioniert, wenn man es erstmal unterbindet. Auch Frontend und Backend Development sowie HTML, CSS und CMS sind mir durchaus bekannte Begriffe, auch wenn ich nichts davon beherrsche. Ich habe irgendwann mal angefangen ein paar Basics in Python zu lernen, bisher aber mit eher geringem Erfolg (hauptsächlich aus Zeitmangel-Gründen). Und da ich mit einem Informatiker/Softwareentwickler verheiratet bin, ist mir auch die besondere Denkweise irgendwie vertraut, wobei er sich bisher noch der Webentwicklung (jeglicher Art) verweigert und weiterhin am liebsten in C++ und Python auf ’ner Linuxbox programmiert ;)

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