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Elternzeit 2016

Journal Samstag, 6.8.2016

Wir sind nach gut zehneinhalb Stunden on the road wieder zu Hause. Hier eine Liste der Dinge, auf die ich mich am meisten freue:

  • Unser Bett
  • Eine vernünftige Wickelstation
  • Nur zwei weitere Menschen in der Wohnung (Jott, Herr Schnuffke)

Ich bin ganz schön k.o., das Autofahren war anstrengend. Einmal die Länge (im Endeffekt waren wir einen ganzen Tag im Auto) und dann bin ichs ja nun gar nicht gewöhnt, selbst hinterm Steuer zu sitzen, deswegen haben mich die Teilstücke die ich fuhr (von Søndervig bis kurz vor die dänisch-deutsche Grenze, und dann nochmal von irgendwo mitten in Schleswig-Holstein bis anderthalb Stunden vor Berlin) ziemlich mitgenommen.

Was schön war: Mit Herrn Schnuffke im Auto rumalbern, während Jott die letzte Etappe fuhr.

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Elternzeit 2016 WMDEDGT?

Journal Freitag, 5.8.2016 – WMDEDGT 8/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Letzter Urlaubstag vor der Abreise, daher etwas unentspannt. Dem Kind sitzt seit dem Zubettbringen ein Pups quer und es macht Theater. Ich hab ihn nicht beruhigt bekommen, Jotts Mama hat ihn nicht beruhigt bekommen, und Jott kämpft auch.

Der Magen-Darm-Infekt flammte gestern noch einmal auf und hat sich Jotts Bruder als Ziel ausgesucht. Hoffentlich erwischt es heute Nacht niemanden mehr, auf der Heimfahrt morgen wäre das sehr ungünstig.

Herr Schnuffke steht auf Sarah & Duck. Er „quakt“ mit Duck zusammen im Intro, das ist sehr putzig.

Möchte ich etwas zum Wetter während unseres Urlaubs sagen? Ich glaube nicht. Es ist ein Wunder, dass wir etwas Farbe bekommen haben.

Was schön war: Herr Schnuffke und ich waren heute spazieren- und Herr Schnuffke lief den Großteil des Weges selbst!

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Elternzeit 2016

Journal Donnerstag, 4.8.2016

Auf Grund der Wetterlage (Regen-Sturzbäche im schnellen Wechsel mit Sonne bei viel Wind) fuhren wir heute nach Holstebro (wohl am ehesten vergleichbar mit einer Kreisstadt) und bummelten dort durch die Fußgängerzone. Das ist sehr empfehlenswert, an allen Ecken und Enden ist Kunst im öffentlichen Raum zu sehen (Skulpturen, Statuen, Brunnen, Kunstkram dessen Name mir nicht geläufig ist). Außerdem aß ich bei einem Fleischer (Slagter Bertelsen) einen erstaunlich guten Burger, das gibt nochmal Pluspunkte für die Stadt.

Abends das letzte Mal im Urlaub gegrillt. Soviel Fleisch war schon lange nicht mehr. Außerdem: Zwei Mal beim Kniffel gewonnen. Hurra!
Grillgut

Was schön war: Mit Herrn Schnuffke an der Hand durch Holstebro laufen. Der junge Herr hatte nämlich keine Lust auf den Buggy und wollte sich selbst fortbewegen.

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Elternzeit 2016

Journal Mittwoch, 3.8.2016

Es regnete heute den Großteil des Tages wie aus Kübeln, daher blieben wir im Ferienhaus und gammelten herum. Herr Schnuffke ließ sich von jedem mal bespaßen, ging zwischendurch auf Wanderschaft und schlug sich ansonsten bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Bauch voll.

Wanderschaft

Was schön war: Von drinnen dem auf das Reetdach prasselnden Regen zuschauen, Kaffee trinken und einen Schokomuffin essen.

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Elternzeit 2016

Journal Dienstag, 2.8.2016

Adventure Golf
Ich gewann heute beim Adventure Minigolf im Adventure Park Ringkøbing mit einem Punkt Vorsprung. Das war cool.
Dafür hat uns Jotts Mama im Fußballgolf abgezogen. Höhepunkt war ein „Loch“, bei dem sie mit vier Schüssen davonzog, während wir drei anderen Mitspieler zwischen 20 und 30 Schüsse benötigten.

Herr Schnuffke hat sich heute Nacht keine Freunde gemacht. Im Endeffekt war von 1 Uhr bis 5 Uhr für Jott, ihn selbst und mich an Schlaf nicht wirklich zu denken, dementsprechend waren wir drei tagsüber etwas müde.

Was schön war: Ein scheinbares Wiederaufleben des Magen-Darm-Infekts hat sich nicht bestätigt. Und das bleibt jetzt auch so!

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Elternzeit 2016

Journal Montag, 1.8.2016

Strandtag, trotz viel Wind, ein paar Wolken und gerade mal 18°. Wir verkrümelten uns in den Windschatten des Bunkers am Strand von Vedersø Klit, bauten unsere Strandmuscheln auf und ließen uns für ein paar Stunden die Sonne auf den Pelz brennen.

Für Grabungsarbeiten waren wir diesmal besser ausgerüstet: Auf dem Weg zum Strand hatten wir- für das Kind, natürlich!- eine Schaufel gekauft, die direkt zum Einsatz kam.

Wellengang

Bunker
Das Meer, von „unserem“ Bunker aus gesehen.

Sandmuster

Flugsand
Flugsand- der Wind vom Meer treibt den Sand die Dünen hoch (und sandstrahlt jeden, der dort hinauf läuft).

Sturmfrisur

Bunkerlandschaft

Vester Husby
Blick von der zweithöchsten Düne in Vedersø Klit auf die Klitplantage
Loch
Unser ~1,6m tiefes Loch. Als ich drin stand, guckte nur noch mein Kopf heraus, und die Füße standen im Meerwasser auf das wir in dieser Tiefe stießen.

Sandschichten

Am Nachmittag badeten Jott und Herr Schnuffke im Pool, während ich mit der Kamera herumlungerte.

Babybeine
Herr Schnuffke hat lange, grazile Modelbeine. Dies ist das Beweisfoto.

Abends Spaghetti Bolognese und mehrere Rommé-Partien, gelegentlich unterbrochen vom aus dem Schlaf aufwachenden Herrn Schnuffke.

Es ist merkwürdig: Die 18° hier und heute fühlten sich teils wärmer an als höhere Temperaturen in Berlin. Hier kann ich in kurzen Hosen, T-Shirts und Sandalen herumhüpfen, wo ich in Berlin lange Klamotten brauche. Gibt es dafür eine sinnvolle Erklärung oder ist das einfach nur subjektives Empfinden?

So, wie Herr Schnuffke auf das Meer und den Pool abgeht, müssen wir wohl eine Zwischendecke einziehen und ein Schwimmbecken für ihn einbauen. Das Kind ist eine absolute Wasserratte und ließ sich heute nur sehr widerstrebend von den Wellen und seiner Poolinsel entfernen (irgendwann muss es eben sein- sonst löst er sich noch auf…).

Was schön war: Am Strand auf Fototour gehen zu können, weil das Kind in guten Händen war.

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Elternzeit 2016

Journal Sonntag, 31.7.2016

Der blöde Husten von Herrn Schnuffke verschwindet einfach nicht. Trotz Hustensaft und Meeresluft bellt er sich vor allem Abends und Nachts die Seele aus dem Leib.

Offenbar gibt es keine Gnocchi in Dänemark. In diversen Läden fanden wir bis jetzt keine, und als wir danach fragten wurden uns lediglich Muschelnudeln der Marke „Gnocchi“ gezeigt. Unschön, die sind nämlich essentiell für Jotts Gnocchi-Auflauf. Stattdessen mussten wir heute gewöhnliche Nudeln nehmen.

Jott und ich haben daraufhin den Plan geschmiedet, als Gnocchi-Schmuggler steinreich zu werden.

Herr Schnuffke, sein Onkel und ich waren am Nachmittag am Strand. Der Rest der Miturlauber war entweder andersweitig unterwegs, hatte keine Lust oder war nicht auf’m Damm.

Wir buddelten Löcher, ließen Herrn Schnuffke durch die Wellen hüpfen und den Strand erkunden.
Babywachsloch

Die Blicke, die zwei Männer mit Kind zugeworfen bekommen, sind interessant.

Seit Tagen suchte ich nach Gelegenheiten, das „Es ist etwas faul im Staate Dänemark“-Zitat anzubringen. Heute, im Angesicht von schimmelnden Plattpfirsichen, war es soweit. Hurra!

Ich habe heute sämtliche „Später lesen“-Links gelöscht. ICH BIN FREI! FREI!

Was schön war: Jotts Mama brachte Herrn Schnuffke zu Bett, so konnten Jott und ich gleichzeitig und ohne Ablenkung durchs Kind im Pool baden.

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Elternzeit 2016

Journal Samstag, 30.7.2016

Und schon startet die zweite Hälfte des Urlaubs. Kinder, wie die Zeit vergeht! Wetterbedingt verließen wir heute, zumindest am Vormittag, das Haus nicht großartig. Stattdessen frühstückten wir lange, spielten mit Herrn Schnuffke und seinem Spielzeug und planschten im Pool. Herr Schnuffke durfte die Rutsche ausprobieren und fand sie so großartig, dass er gar nicht mehr mit dem Rutschen aufhören wollte.

Am Nachmittag, als der Wind die Wolken vertrieb und die Sonne herauskam, spazierten er und ich nach Vedersø Klit, um herauszufinden ob und wie wir vom Ferienhaus zum Strand kommen. Da es keine Fußwege gibt, liefen wir zu 98% auf den normalen Straßen, die zum Glück aber nur sehr wenig befahren waren. Insgesamt benötigten wir bei gemächlichen Tempo ungefähr 40 Minuten für den Weg. Mit Strandgepäck und allen anderen Miturlaubern würde es eher nicht schneller gehen, da ist das Heranfahren an den Strand mit den Autos eindeutig die bessere Idee.

Abends Grillen und stundenlanges in den Schlaf begleiten von Herrn Schnuffke.

Was schön war: Das Baden im Pool. Auch schon lange nicht mehr gemacht, und mit Kind sowieso noch nie.

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Elternzeit 2016

Journal Freitag, 29.7.2016

Herr Schnuffke wird immer blonder. Es fehlt nicht mehr viel, und er kann als kleiner dicker Däne durchgehen.

Das Wetter war heute wieder sehr unbeständig. Wir nutzten dies zum Einkaufen und für einen Ausflug nach Hvide Sande. Bei der Schlüsselübergabe für das neue Haus wurde Jott ein dänischer Supermarkt in Ulfborg empfohlen, der gut und günstig sein solle. Daher erledigten wir heute unseren Großeinkauf dort und kamen (gefühlt) tatsächlich recht günstig weg.
Am Nachmittag besichtigten wir das Fiskeriets Hus in Hvide Sande, ein Museum mit angeschlossenen Aquarium, liefen anschließend noch ein wenig im Hafen herum und kaufen weitere Grillzutaten für morgen ein.
Am Abend spielten wir zu sechst eine Partie Mensch ärgere dich nicht, die sich arg in die Länge zog: Bei so vielen Spielern ist es ziemlich schwer, die Spielfigur eine Runde um das Feld zu bewegen, ohne herausgeschmissen zu werden…

Was schön war: Während Jott und ich das Abendessen zubereiteten, tanzten Herr Schnuffke und seine Oma. Leuchtende Augen bei beiden.

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Elternzeit 2016

Journal Donnerstag, 28.7.2016

Wir haben ein neues Haus! Nach einem kurzen Telefonat und einer anschließenden Hausbesichtigung zogen wir am Nachmittag um. Das neue Ferienhaus ist weitaus besser ausgestattet als das alte Ferienhaus und liegt in der Nähe von Vedersø Klit. Nachdem wir alles ausgepackt hatten, fuhren wir nach Vedersø Klit zum Strand. Der ist vom Parkplatz aus über einen breiten Dünenweg aus zu erreichen und total schön (kaum Steine, breiter Sandstrand, sauber, flacher Einstieg ins Wasser). Perfekt also für uns mit unseren kind-bedingten Unmengen an Gepäck.

Und, noch ein Pluspunkt: Das neue Haus ist mit einer Breitbandinternetverbindung ausgestattet. Herz, was willst Du mehr?

Direkt am Strand von Vedersø Klit steht ein alter, verfallener Bunker des Atlantikwalls. Es ist einerseits merkwürdig, etwas mehr als 70 Jahre nach der Erbauung an diesem für den Krieg gedachten Ort Ferien zu machen. Andererseits aber ist es auch großartig, dass wir im tiefsten Frieden (zumindest hierzulande) hier Urlaub machen können, und dass der Bunker zerfällt und irgendwann von der Nordsee verschluckt wird.

Die Nacht war schlimm. Herr Schnuffke schlief extrem unruhig, weinte gelegentlich, hustete alle Nase lang, zappelte, trat im Halbschlaf um sich und kletterte auf Jott und mich rauf. Besserung trat erst ein, als ich ihn mir irgendwann schnappte, ihn im Sitzen im Wohnzimmer zur Ruhe kommen ließ und anschließend in „sein“ Schlafzimmer umzog. Dort ließ der Husten nach kurzer Zeit nach und er schlief ruhig ein.

Hoffentlich läuft es heute Nacht besser.

Mir fällt es momentan sehr schwer, keinen Groll gegen das Kind zu entwickeln. Es ist ja nur eine Phase und er macht nichts absichtlich, aber… trotzdem. Seit ungefähr vier Wochen verhält sich das Kind zum Teil sehr unsymphatisch, und ich merke wie meine Nerven dünner werden.

Was schön war: Herrn Schnuffkes Begeisterung, als er immer wieder aus dem Wasser raus und wieder rein marschierte und sich über die Wellen freute, die über seine Füße spülten.