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Journal Mittwoch, 15.2.2017

Die Annemuh (M.-isch für „andere Kuh“) ist verschwunden. Am Dienstag durfte sie in die KiTa mitkommen und kehrte nicht nach Hause zurück.

Falls Sie also die „COW NO.2 FRONT“ aus dem Set 10524 TRAKTOR besitzen und gern loswerden möchten, sagen Sie doch bitte Bescheid.

Morgen und Freitag sind KiTa-Schließtage. M. wurde daher heute von meiner Mama abgeholt und wird mindestens die nächsten beiden Tage im Brandenburgischen verbringen.

Relativ entspanntes Runterarbeiten im Büro. Morgen hole ich mir Feedback aus dem Team, ob die von mir gewählten Ansätze/ die Richtung stimmt, und mache weiter.

Was schön war: Sonne. Wärme. Nach Hause kommen, als es noch nicht völlig dunkel war.

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Journal Dienstag, 14.2.2017

Im Kinderzimmer steht neben M.’s Bett ein Feldbett, auf dem ich schlafe. Nun konnte ich bereits an mehreren Abenden/ Nächten feststellen, dass M. in seinem Bett schlecht einschläft/ Nachts unruhig schläft. Das ändert sich aber nahezu augenblicklich, sobald ich ihn in das Feldbett lege und er in meinem Bettzeug schläft.

Offenbar mag das Kind sein Bett nicht.

Im Büro bin ich (vorerst) für die nächsten zwei Wochen als Entwickler eingeteilt. Es ist erschreckend, wie schwer es mir fällt, wieder in den Code und das entsprechende Projekt reinzukommen. Da macht man das mal ’ne ganze Weile nicht und schon stellt man sich an wie der erste Mensch.

Heute Abend waren die Zwillinge pflegeleichter. Kann aber auch daran gelegen haben, dass Jott und ihr Bruder je einen Zwilling in der Trage trugen.

J. ist inzwischen groß genug für die Bondolino. Jotts Bruder trug ihn heute damit. Das freut mich sehr, denn wenn sich nun noch die Kopfkontrolle der Zwillinge verbessert, kann ich beide Zwillinge gleichzeitig tragen. Zumindest theoretisch. Ob sie das auch mitmachen, wird sich im Praxistest zeigen.

Die Schrei-Ambulanz-Frau war heute hier und hat mit Jott und den Kindern gearbeitet. Beide Kinder haben offenbar ein Geburts-Trauma. G. in einer noch recht leichten Form, während J. schwerer betroffen ist. Das deckt sich mit unseren Beobachtungen: Gerade mit dem Wissen um den „Storchengang“ aus der allerersten Sitzung können wir G. etwas einfacher beruhigen als J..

Wir haben den KiTa-Platz für M. in Friedrichshagen bestätigt. Ggf. könnten sogar die Zwillinge noch dieses Jahr einge-kita-t werden, das hängt davon ab ob eine andere Familie mit Zwillingsbabys abspringt oder nicht.

Nun muss ich nur noch einen Job in einem 30-Minuten-Radius um unsere Wohnung finden (hahaha).

Mir graut vor der kommenden Woche, wenn Jott mit den Zwillingen allein zu Hause ist. Wir haben besprochen, dass sie mit den beiden zur Not zu ihrer Familie nach Magdeburg fährt, so sich keine andere Lösung findet.

Was schön war: Vom Büro zum Alex laufen.

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Journal Montag, 13.2.2017

An M. geht der Stress auch nicht unbeschadet vorbei. Er möchte in letzter Zeit verstärkt mit Mama kuscheln und bei ihr sein. Das ist aber schwierig, weil meist ein Zwilling an Mama dranklebt. Jott versucht natürlich, so gut es geht auf M. einzugehen, aber manchmal ist das nicht möglich. Dann fließen meist Tränen.
Auch beim Zubettbringen ist es emotional schwierig: Erklär mal einem Anderthalbjährigen, dass Mama jetzt nicht kommen kann, auch wenn er „Mama, Mama“ ruft und sichtbar geknickt ist.

Beim Verlassen der Wohnung bzw. beim Verlassen von Mama flossen heute dicke Tränen, M. weinte eine ganze Weile. Er beruhigte sich erst, als ich beruhigend auf ihn einredete und ihm erklärte, dass es total okay ist, jetzt traurig zu sein, und das er ruhig weinen und schimpfen soll, und das Mama auch traurig ist das sie nicht soviel Zeit wie früher mit M. verbringen kann.

Während der Bahnfahrt war M. allerdings quietschvergnügt. Er spazierte durch die S-Bahn, winkte Leuten zu, guckte aus den Fenstern und Türen und hatte sichtlich Spaß, sich beim Wackeln der Bahn auszubalancieren.

Ich arbeitete heute mit sehr gemischten Gefühlen. Einerseits war ich unglaublich froh, keine Heul-Zwillinge in meiner Nähe zu haben, andererseits plagte mich das schlechte Gewissen. Sogar aus zwei Gründen- einerseits schämte ich mich für meine Erleichterung, kein Kindergeschrei hören zu müssen, andererseits hatte ich Mitleid mit Jott, bei der das nicht der Fall war.

Auf dem Heimweg, kurz vor Erreichen des Bahnhof Friedrichstraße, leerte M. seinen Trinkbecher über sich aus und weinte erst einmal. Ich checkte anfangs gar nicht, was los war, erst in der S-Bahn bemerkte ich die nasse Hose und den nassen Fußsack. Zu Hause gings gleich in die warme Badewanne, ich hoffe er hat sich nichts eingefangen.

Wir haben die Option auf einen KiTa-Platz in Friedrichshagen. Mit Auto sind es ~10 Minuten, mit der Straßenbahn und Laufen ~15 Minuten. Die Zwillinge könnten ab 2018 auch dort in die KiTa gehen.

Was für ein Dilemma: Da das holen und bringen erst einmal weiterhin an mir hängt, müsste M. deutlich länger als derzeit in der KiTa verbringen (ich muss ja trotzdem nach Mitte ins Büro und wieder zurück), würde sich aber die lange Fahrtzeit sparen.

Keine leichte Entscheidung.

Während die Zwillinge offenbar tagsüber relativ pflegeleicht waren, drehten sie am Abend voll auf. Von 18 bis 21 Uhr brüllte immer mindestens einer ohne Pause. Teilweise fiel M. mit ein, weil er beispielsweise beim Abendessen seinen Willen nicht bekam.
Ich gestehe: Drei schreiende Kinder machen meine Nerven nicht mit.

Die Hebamme kennt keine speziellen Hilfs-Angebote für Väter. Muss ich selbst gucken.

Was schön war: Zu hören, dass die Zwillinge tagsüber wohl recht entspannt waren.

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12 von 12 Wochenende in Bildern

Journal Sonntag, 12.2.2017 – Wochenende in Bildern

Heute war wieder ein #12von12-Tag. Informationen zu #12von12 gibts im Blog „Draußen nur Kännchen!„. Dort sind auch die anderen Teilnehmer des Februars aufgelistet.

[Weitere Informationen zur Initiative „Wochenende in Bildern“; die Wochenenden der anderen Teilnehmer sind in Wochenende in Bildern 11./12. Februar 2017 verlinkt.]

Zum Samstag vom Wochenende in Bildern.

Tageseindrücke. Während der Morgen und der Vormittag recht ruhig waren, hatten wir einen unglaublich anstrengenden Nachmittag und Abend mit zwei nicht schlafen könnenden, erschöpften und daher sehr lauten Kindern.
Jotts Bruder kam heute zu Besuch und wird eine Woche bei uns bleiben. So muss ich hoffentlich kein allzu schlechtes Gefühl haben, wenn ich morgen wieder arbeiten gehe.

Zum ersten Mal seit Wochen, ach was, MONATEN, laufe ich morgens mit einem Kind in der Trage zum Bäcker. Heute war es J., der nach der frühmorgendlichen Fütterung nicht mehr schlafen konnte.
Während Jott und ich frühstücken, gucken die Zwillinge interessiert und wippen vor sich hin.
Das interessiert gucken macht müde, aber das selbstregulierte Einschlafen funktioniert nicht. Nach einigen Unmutsbekundungen landen die Kinder schließlich in der Trage, wo sie zur Ruhe kommen.
Gleichzeitig schlafende Babys. Hurra!
Zum „Mittag“ (~14:45 Uhr, daher in Gänsefüßchen) gibts heute Wraps. Hier sind Jotts Faltkünste zu bewundern.
Kaffee für Jotts Bruder und mich. Er wird uns die Woche unterstützend unter die Arme greifen (wenn er nicht vorher die Flucht ergreift).
M. spielt im Flur mit seinem Duplo, während wir das Abendessen vorbereiten.
Etwas später lege ich Klamotten und Windel für ihn heraus, damit ich ihn am Morgen schnell anziehen kann.
Orangenmüsli zum Montagsfrühstück.

Im Vergleich zu Freitag und Samstag war heute ab dem Nachmittag die Hölle los. Die Zwillinge kamen ab dem Nachmittag, allen Versuchen des Regulierens durch uns zum Trotz, nicht runter, und quittierten unsere Bemühungen mit Gebrüll und Hochschrecken aus minutenkurzen Schlaf- stundenlang, bis in den Abend hinein.
M. wollte nicht schlafen und benötigte fast eine Stunde, um zur Ruhe zu kommen und die Augen zu schließen. Währenddessen schrieen die Zwillinge im Wohnzimmer und ließen sich von Jott und ihrem Bruder nicht beruhigen. Es grenzt an ein Wunder, dass sie mittlerweile beide schlafen.

Ich bewundere Jott unglaublich dafür, dass sie so ruhig bleibt. Ich kann das nicht mehr. Darum habe ich sie gebeten, ihre Hebamme zu fragen ob es auch Hilfe und Unterstützung für die Väter gibt. Bei den Müttern läuft ja offenbar eine gut geölte Maschinerie an, wenn Hebamme/ Ärztin eine (beginnende) Wochenbettdepression diagnostizieren- eventuell gibt es also auch Hilfen für die Väter, um mit belastenden Situationen besser zurecht zu kommen?

Was schön war: M. wieder zu Hause zu haben. Auch wenn danach die Hütte brannte.

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Wochenende in Bildern

Journal Samstag, 11.2.2017

Heute:

  • Wenig Schlaf, das Mädchenbaby beschließt, dass es nach der Fütterung halb Sechs nicht mehr schlafen möchte
  • Besuch von Jotts Papa und seiner Frau
  • Während alle anderen spazieren gehen, kann ich eine unfassbare halbe Stunde Computerspielen! Yay!
  • Als im Haushalt nichts mehr zu tun ist und das Mädchenbaby herumgetragen werden möchte, entdecke ich, dass es auch zufrieden ist, wenn ich mit ihm herumwippend vor dem Computer sitze- das ändert einiges!
  • Abends mal wieder Gotham mit Jott geguckt, die zweite Staffel neigt sich dem Ende zu und ist großartig
  • Noch später Abends unfassbar lange Einschlafbegleitung für das Mädchenbaby, das bei jeder Kleinigkeit hochschreckt und nach fünf Minuten ablegen direkt wieder herumzappelt
Satt, zufrieden und schlafend. Dank in der Schrei-Ambulanz gelernten Storchenschritt. An der Schwelle zur Entspannung/ zum Schlaf versteift sie sich und beginnt zu schreien. Durch einen sehr federnden Gang (d.h. stark in die Knie gehen, wieder hochkommen, wieder in die Knie) wird ihre Körperspannung gelöst, sie „fällt“ in die Arme, macht einen Rundrücken und beruhigt sich.
Was man halt so macht.
Großbestellung beim Italiener.
Das übliche: Flaschen waschen, Flaschen sterilisieren, Flaschen abtrocknen, Flaschen neu befüllen.
Jott, ihr Papa und seine Frau gehen mit den Kindern spazieren. Nachdem ich im Haushalt alles, was mit Kindern doof zu machen ist, erledigt habe, bleibt mir noch eine unfassbare halbe Stunde Zeit zum Spielen. Das erste Mal seit acht oder neun Wochen.
Schlafmädchen. Der Besuch war zuviel, in der Trage kommt sie runter.
Zwischendrin kommt die Lebensmittellieferung. Auch so eine Sache, die das Leben leichter macht.
Weil beide Kinder am späten Nachmittag/ frühen Abend schlafen, können Jott und ich eine Folge Gotham gucken. Auch das erste Mal seit einigen Wochen, dass wir dafür Zeit haben.
Sie liegen in der selben Position- ist das nicht putzig?

Zum Sonntag vom Wochenende in Bildern.

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Journal Freitag, 10.2.2017

Weil ich J. gestern Nacht partout nicht beruhigen und zum Schlafen bringen konnte, übergab ich ihn gegen viertel Eins an Jott. Das ist nämlich unser Deal- wenn wir nicht weiterkommen, spannen wir den anderen ein. Wir sind ja eine kleine Herde und niemand muss allein klarkommen. Bei, oder genauer, auf Jott schlief er dann wohl recht bald ein.

M., Jott und ich haben ein Lied: Zur Melodie von You Don’t Win Friends With Salad singen wir „KiTa KiTa KiTa“, immer wieder und wieder, und hampeln dabei herum. M. ist davon hingerissen und singt inzwischen halbwegs melodie-sicher mit.

Überhaupt, so langsam weiß er wohl, was singen ist- „Grün sind alle meine Kleider“ (das singen wir oft) und das Sandmann-Lied kann er schon sehr gut mitsingen.

Nach der KiTa gings mit G. zum Kinderarzt. Die Nägel ihrer großen Zehen wachsen ins Fleisch, nicht nur ein bisschen sondern so richtig. D.h. ihre großen Zehen sind vorn verschorft und gnubbelig und so toll findet sie es auch nicht, wenn man sie anfasst.
Außerdem holte ich eine Überweisung für Physiotherapie/ Osteopathie für die Zwillinge ab und leierte die Ausstellung eines Attests für die Schrei-Ambulanz an. Das können wir am Dienstag abholen.

Jott und ich gaben heute einigen Passanten was zum Gucken: Zur KiTa hatte mich J. in der Trage begleitet, zum Arzt musste ich aber mit G.. Also trafen uns Jott und ich, tauschten die Kinder, und gingen wieder getrennter Wege.

Der nächste Schrei-Ambulanz-Termin wird am Montag stattfinden. Ohne mich, ich werde Arbeiten gehen- für Jott ist ja gesorgt, ihr Bruder kommt vorbei. Weitere Termine lassen sich hoffentlich mit der Arbeitszeit und M.s KiTa vereinbaren.

Der Putzmann (gibt es ein besseres Wort dafür?) war heute wieder da, die Wohnung glänzt. Jott und ich haben beschlossen, dass wir den weiter beschäftigen werden. Die Familienpflegerin soll sich nämlich nicht um den Haushalt kümmern, sondern Jott die Kinder für ein paar Stunden abnehmen und ihr ein bisschen Ruhe gewähren.

Jott telefonierte heute gefühlt 100 Anbieter für Haushaltshilfen/ Familienpflege an und niemand, wirklich NIEMAND in ganz Berlin hat derzeit Kapazitäten. Wir könnten nun also jemanden beschäftigen, finden aber niemanden (schon seit einiger Zeit, Jott ruft nicht erst seit gestern an). Es ist eine ungünstige Kombination aus Köpenick (so weit raus fährt nicht jeder), Grippe- und Erkältungszeit (hohe Krankenstände) und dem Zeit-Kontingent von 4 Stunden am Tag/ 5 Tage die Woche (macht wohl auch nicht jeder mit, keine Ahnung warum).
Am Montag rufen wir nochmal „unsere“ Sozialarbeiterin vom KJGD an, vielleicht hat die noch Ideen.

Ganz was anderes: Seitdem ich meine Hände ausschließlich mit der Alepposeife wasche, benötige ich keine Handcreme mehr. Scheint was dran zu sein an der Rückfettung.

Was schön war: Weil die Zwillinge überraschend seit 17 Uhr schliefen, konnte ich Chicorée-Salat zubereiten und in Ruhe essen, ein Stündchen baden gehen und sogar noch ein wenig im Internet rumsurfen. Toll.

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Journal Donnerstag, 9.2.2017

Nachdem J. nach so ziemlich genau zwei Stunden endlich, ENDLICH eingeschlafen ist (yay- in zwei Stunden wacht er wieder auf und hat Hunger…), der Tag in Kurzform.

DIE HAUSHALTSHILFE WURDE GENEHMIGT.

Hipp Hipp Hurra! Nachdem Jotts Frauenärztin und die Sozialarbeiterin vom KJGD im Wechsel bei der Krankenkasse anriefen, ging dann mit einem Mal alles ganz schnell.
Morgen sollten wir die Info bekommen, wann es losgehen kann.

Bezüglich der Schrei-Ambulanz machte uns die Krankenkasse Hoffnung: Wenn unserer Kinderärztin die verschreiben würde, könnten wir versuchen die Kosten über die Krankenkasse abrechnen zu lassen. Das werden wir genau so tun, morgen gehe ich zur Kinderärztin und spreche mit ihr.

Ansonsten werden wir die Schrei-Ambulanz privat finanzieren. Jott und mir scheint das eine gute Sache zu sein, so dass wir uns jetzt überlegen wie wir die veranschlagten notwendigen 8 bis 10 Sitzungen bezahlen können (sei es durch geplünderte Spar-Konten oder als vorzeitiges anteiliges Geburtstagsgeschenk durch die Familien).

Weil ich in den letzten Tagen von vielen großartigen Menschen nach meiner Adresse/ Kontodaten gefragt wurde für Notfallpäckchen/ Geldspenden für die Schrei-Ambulanz:

Es ist unglaublich toll, dass Sie das tun möchten, und es rührt sowohl Jott als auch mich sehr. ABER: Bitte sehen Sie davon ab. Helfen Sie uns mit lieben Worten und guten Ratschlägen, das ist völlig ausreichend. Natürlich sind das alles heftige Ausgaben, aber wir können das stemmen und kriegen das hin.
Ich bin zutiefst dankbar für diese Angebote, kann sie aber nicht annehmen. Ansonsten müsste ich mir vorwerfen, die derzeitigen Probleme nur deshalb auszubreiten, um andere Leute auszunutzen (ich hoffe, das ist halbwegs verständlich geschrieben- es ist spät).

Wenn Sie Geld loswerden möchten, gibt es sicherlich diverse Einrichtungen für Familien in ähnlichen Notlagen, die sich über Zuwendungen jeder Art sehr freuen und diese auch nötiger haben als wir.

Während ich das schreibe, ist J. wieder aufgewacht. Ganz speziell dieses Kind macht mich krank. Er ist hypernervös und kommt fast ausschließlich in der Trage zur Ruhe. Ich kann aber mit der Trage nicht schlafen… Ganz zu schweigen davon, dass ich irgendwann auch einfach nicht mehr mit dem Kind vor der Brust durch die Wohnung tappern will.

Eine Kommentatorin beschrieb ihre Gedanken als Mutter eines Schreibabys mit „das ist nicht mein Kind und wenn doch, dann bin ich die falsche Mutter“. So geht es mir teils auch. Gerade, wenn, wie eben, alle Versuche scheitern, auch nur eines der Babys zum Einschlafen zu bringen, denke ich mir oft, dass ich das nicht kann, dass ich nicht stark genug bin um gleich für drei Kinder ein liebevoller Vater zu sein. Gerade bei den Zwillingen bleibt das liebevolle auf der Strecke, ich funktioniere nur und will eigentlich schreiend weglaufen.

Ich hoffe, dem kann in der Schrei-Ambulanz auch begegnet werden.

Die letzte Nacht war semi-katastrophal. Während sich M. links von mir herumwälzte und J. rechts von mir schniefte, traute ich mich kaum mich umzudrehen, aus Sorge eines der Kinder könnte unter meiner Decke landen und ersticken/ ich könnte mich auf J. raufdrehen (bei M. ist das nicht mehr möglich, er ist zu groß).
Irgendwie schafften wir es aber trotzdem, bis ~2 Uhr zu schlafen. Leider fiel J. dann ein, dass er Hunger hat, und da nahm das Unglück seinen Lauf. Weil ich am Vorabend gepennt hatte (tatsächlich und geistig), standen weder Flaschen noch Wasser im Wohnzimmer bereit, und als ich mit J. aufstand, um sie von Jott aus dem Schlafzimmer zu holen, wachte M. auf und lief zielgerichtet „Mama, Mama“ rufend ins Schlafzimmer. Wo dann auch G. aufwachte.
Während ich J. fütterte, blieb M. bei Jott und schlief natürlich nicht ein. Nachdem J. abgefüttert war, musste ich ihn heraustragen, damit er zur Ruhe kommen und einschlafen konnte. Das funktionierte bei mir im Wohnzimmer ganz gut („So, M., hier ist Dein Hasi, hier ist Dein Becher, hier ist Dein Nuckel, jetzt hinlegen! und schlafen!„, allerdings waren sowohl J. als auch G. wieder bei Jott, was ich ja eigentlich vermeiden wollte.

Um M. nicht völlig übermüdet in den Tag starten zu lassen, schliefen wir als Ausgleich aus.

Was schön war: Etwas zu zeitig am Bahnhof sein und fünf Minuten in der Sonne stehen. Die schien in den letzten Tagen und Wochen sehr selten, umso schöner war das Licht und die Helligkeit heute.

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Journal Mittwoch, 8.2.2017

Sehr bezeichnend: Als wir bei der Schreiambulanz empfangen wurden, schrie G. wie am Spieß, Jott war in Tränen aufgelöst.

Weil die Zwillinge im Kinderwagen selten zur Ruhe zu bringen sind, setzten wir heute die Maxi-Cosi-Schalen auf das Kinderwagengestell und fuhren mit der Straßenbahn zur Schreiambulanz. Leider hatten wir im Trubel nicht nachgeschaut, wie wir die Babyschalen wieder abbekamen… Als wir sie lösen wollten, war die Verwunderung groß und das Stresslevel (wegen des Babygeschreis) hoch. Letztendlich ließen wir die Sitze am Wagen und nahmen nur die Kinder heraus, weil wir in dem Moment partout nicht herausfanden, wie das geht.

Beim Blick in die Anleitung zu Hause folgte so ein Kopf-Tisch-Moment: Unter dem Schonbezug der Maxi-Cosi-Schalen sind zwei weitere Knöpfe, an die wir nicht gedacht hatten, und die zum Lösen der Schalen vom Wagen bzw. dem Adapter sind.

Überhaupt, die Schreiambulanz. Wir hatten uns im Vorfeld informiert, wie es mit der Kostenübernahme aussieht und waren recht schnell darauf gestoßen dass Treptow-Köpenick als einziger Bezirk die Kosten nicht übernimmt. Die Sozialarbeiterin vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst hatte uns aber Hoffnungen gemacht, dass es eventuell Mittel und Wege gäbe.
Nach unserem Besuch dort stellte sich aber heraus, dass dem nicht so ist- wir müssten die Termine privat bezahlen. Treptow-Köpenick ist wohl der einzige Bezirk, der diese Kosten nicht übernimmt. Bei 60 Euro pro Stunde ist das ’ne Hausnummer. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir heute kaum über die Anamnese hinaus kamen.

Nahezu jeder, dem wir von den ganzen Umständen erzählen, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Offenbar ist es also gerade wirklich nicht so einfach (das fragen Jott und ich uns nämlich: Sind wir einfach nur zu zartbesaitet und ist es vielleicht gar nicht so schlimm? Und andere Leute haben ja auch Zwillinge bekommen…)

Sowohl beim Bringen zur KiTa als auch bei der Abholung hatte ich einen zusätzlichen Zwilling dabei; am Morgen war es G. und am Abend J.. Beide Male schliefen die Kinder in der Trage.
Während die morgendlichen Fahrten dank halbwegs leerer Bahnen noch recht entspannt waren, war es am Nachmittag sehr anstrengend. Berufsverkehr, keine freien Sitzplätze, kaum genügend Platz um es sich auf dem Boden neben dem Kinderwagen bequem zu machen… Hui. Das strengte an.

Bevor ich M. aus der KiTa abholte, war ich kurz im Büro, ist ja nur einen Katzensprung entfernt. Ich habe vorerst morgen und Freitag Urlaub, so dass Jott nicht allein zu Hause ist. Am Montag sollte ihr Bruder da sein, da werde ich wohl ins Büro fahren können.

Wir telefonierten heute beide viel herum und müssen nun die Ergebnisse abwarten. Es ist alles eigentümlich unkonkret und irgendwie fehlt jemand, der eine Richtung vorgibt und uns ein wenig an die Hand nimmt. Mittlerweile haben wir, wenn ich das recht im Blick habe, eigentlich überall angerufen und uns erkundigt, wo es nur geht. Und trotzdem sind wir weiterhin allein zu Hause und müssen Minute für Minute, Stunde für Stunde klarkommen (ja, ich zähle Minuten und Stunden).

Nach einem Notfallanruf von mir bei Hebamme und Frauenärztin- beide super engagiert und eine große Hilfe- kann Jott morgen bei einem Krankenhaus in Grünau (15 Minuten mit dem Auto entfernt) anrufen und sich wegen psychologischer Beratung schlau machen. Wie eine eventuelle ambulante Behandlung aussehen kann, erfahren wir dann.

Schlafsituation heute Nacht: Links von mir M., rechts J.. Ich bin gespannt, wie das wird. Aber nachdem Jott letzte Nacht wenig bis gar nicht schlief, ist das notwendig.

Es fühlt sich an, als ob langsam alles bröckelt, ins wanken gerät, zerbricht und kaputt geht. Diese Zwillinge schaffen uns. Und trotz aller Telefonat usw. scheint keine Besserung in Sicht.

Was schön war: Während es mich beim Zubettbringen von M. wieder gnadenlos entschärfte (ich glaube, ich schlafe sogar vor ihm ein), schaffte es Jott, J. und G. zu Bett zu bringen. Als ich aufwachte, war die Wohnung dunkel.

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Journal Dienstag, 7.2.2017

Heute war eine Angestellte vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst bei uns. Das ist ja in Berlin so üblich, dass kurz nach der Geburt jemand vorbei kommt, mit den frisch gebackenen Eltern redet, abhorcht ob es Probleme gibt und tonnenweise Infomaterial da lässt.
Wir haben unsere Sorgen und Nöte geschildert, unseren Stolz runtergeschluckt und gesagt, dass wir ganz dringend Hilfe benötigen. Sie hat sich das alles angehört, viele Notizen gemacht, sich mit uns über die Krankenkasse aufgeregt und uns bescheinigt, dass wir alles richtig machen. Sie wird intern rumtelefonieren und uns über Hilfsangebote auf dem Laufenden halten.
Das ist super und auch bitter nötig- wir können nicht mehr.

Morgen haben wir kurzfristig einen Termin in der Köpenicker Schreiambulanz bekommen, den wir wahrnehmen werden. Die Zwillinge fallen zwar nicht ganz unter die Schreibaby-Definition („über drei Wochen an mehr als drei Tagen die Woche mehr als drei Stunden“), aber Jott und ich sind inzwischen so dünnhäutig, dass wir das doch sehr häufige und lang anhaltende Geschreie nicht mehr aushalten. Vor allem nicht, wenn beide gleichzeitig schreien, was häufig der Fall ist.
Es ist ein erster Schritt zu psychologischer Hilfe, die wir benötigen.

Sowohl Jott als auch ich saßen inzwischen mindestens einmal „Ich schaff das nicht“ schluchzend & weinend da. Es ist gut, dass wir uns zum Abfedern von solchen Momenten haben.

Die nächste Woche wird uns Jotts Bruder unter die Arme greifen. Der hat Semesterferien und ist daher verfügbar.

Am Montag war die Bezirkskoordinatorin von Wellcome bei uns. Sie konnte uns direkt jemanden vermitteln; am nächsten Montag wird eine Zwillingsmutter zum Austausch vorbei kommen und sich mit Jott unterhalten.

M. kam gestern Nacht gegen 23 Uhr zu mir ins Wohnzimmer. Die Zwillinge hielten sogar noch länger aus. Die Nacht war dadurch geringfügig entspannter als der folgende Tag.

G. schrie heute zwei Stunden am Stück. Das besonders schlimme: Jott hatte heute über Mittag Besuch von einem befreundeten Pärchen- und das Geschrei begann natürlich erst, als die beiden wieder weg waren und ich unterwegs war, um M. abzuholen.

Der Besuch begrüßte mich mit „Oha, Du bist aber dünn geworden“.

Ich habe seit Beginn des Jahres fünf Kilo abgenommen- Grippe & Zwillinge sei Dank.

Die Krankenkasse teilte Jott am Montag mit, dass unser Widerspruch durchgegangen sei und wir ja nun Anspruch auf eine Haushaltshilfe hätten. Anderthalb Wochen vor Bezugs-Anspruchs-Ende. Und dann fragte die Dame am Telefon noch allen Ernstes, ob wir denn für die vergangenen Wochen privat eine Haushaltshilfe beschäftigt hätten, denn deren Kosten würden ja nun übernommen werden. Klar, und die Kosten dafür haben wir mit den Hinterlassenschaften unseres Dukatenesels aus dem Keller bezahlt.

Auch beim neuen Antrag stellt sich die Krankenkasse quer, verlangt nun Akteneinsicht von der Ärztin und arbeitet trotz aller Brisanz schön langsam.

Sobald hier etwas Luft ist, wechseln wir die Krankenkasse.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Sonntag war der erste Tag, an dem ich mich nach dem Aufwachen nicht matschig fühlte. Außerdem begann meine Nase zu laufen, auf dem Spaziergang zum Müggelsee verbrauchte ich fast drei Packungen Taschentücher. Gestern ging das so weiter, vermutlich bin ich inzwischen ein Kilo leichter.

M. sagt inzwischen wieder sehr zuverlässig, wenn er aufs Klo gehen muss. Sogar wenn er „nur“ pullern muss. Und weil das so toll funktioniert, werden wir ihm demnächst mal Schlüpfer anziehen und schauen, wie er das findet.

Die Kindergeld-Nachzahlung für Dezember und Januar kam an. Wir feierten dies mit einer Bestellung beim Inder- inklusive Vorspeise!

Was schön war: Auch heute schliefen alle drei Kinder bereits 21 Uhr. Der Weg dorthin war schwer und steinig, aber seit gut einer Stunden ist Ruhe und Jott schläft auch bereits.

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Journal Montag, 6.2.2017

Alle drei Kinder sind gefüttert und schlafen! Gleichzeitig! UM VIERTEL ZEHN! Der Wahnsinn.

Aus diesem Grund verschieben sich alle für heute geplanten Blog-Ideen um einen Tag- Jott und ich gehen jetzt nämlich jeder in sein Bett/ seine Couch und schlafen.