Wecker auf kurz nach 7 Uhr für den Frühsport. Aus den Federn kommen war schwer, half aber alles nichts– was muss, das muss.
Am Vormittag kamen S und E vorbei. S war mit Jott zum Möbel aufbauen in der neuen Wohnung von Jotts Mama verabredet, ich hatte mich für die Kinderbetreuung der somit insgesamt vier Kinder eingeteilt.
Direkt nach Ankunft der beiden schnappte ich mir dann auch schon E– J war zum Kindergeburtstag in der Nähe der Kaulsdorfer Seen eingeladen, da fuhren wir mit Fahrrad hin und lieferten ihn ab. Ich hatte zwar eingeplant, dass E etwas langsamer als unsere Kinder Rad fährt weil sie anderthalb Köpfe kleiner als die gleichaltrigen Zwillinge ist, nicht aber gewusst das sie ein itzibitzikleines Kinderfahrrad ohne Schaltung fuhr. So strampelte sie sich ab, während J und G im ersten Gang gemächlich neben ihr herfuhren. Wir kamen trotzdem an, brauchten aber ungefähr doppelt so lange… Anschließend Rückfahrt mit der gewohnten Anzahl, also 3, Kindern.
Unterwegs, sowohl auf Hin- als auch Rückweg, Stress mit M gehabt: Dem ging das alles zu langsam, also fuhr er vor und tat so, als hörte er mein Rufen nicht. Auf dem Rückweg verlor ich ihn sogar gänzlich aus den Augen, und war dann ziemlich pissed, weil ich mich natürlich nicht zerteilen konnte und zusätzlich eben auch die Verantwortung für die schneckenlangsame E trug, die ich nicht allein lassen konnte.
Wieder zu Hause schnell alles für den Badeausflug am Nachmittag zusammengepackt, dann fix mit Sonnencreme eincremen und die Kinder controllcremen, Mittagessen (Jott hatte morgens eine Gemüsequiche vorbereitet– die Kinder mochten sie nicht und aßen übriggebliebene Pizza von gestern Abend) und J abholen fahren. Vor Ort schnackten wir noch ein bisschen mit dem Geburtstagskind und seinen Eltern, die Kinder bekamen allesamt ein Eis und dann fuhren wir von dort die zehn Minuten zum Habermannsee. Während die Kinder planschten, kämpfte ich mit einer Strandmuschel, bezwang sie dann aber auch irgendwann und hatte ein schattiges Plätzchen.

Als gegen 16 Uhr dunkle Wolken aufzogen, trieb ich nach Blick aufs Regenradar zum schnellen Aufbruch an. Keine Sekunde zu früh, die erste Husche überraschte uns als wir gerad die Räder abschlossen. 10 Minuten starkregen, wir schützten uns unter Bäumen und wurden nur halbnass. Nach der Husche wurde es wieder schön, also hielten wir auf dem Heimweg noch beim kleinen Eiswerk. Auf dem weiteren Heimweg zogen dann weitere dunkle Wolken auf, bei Einfahrt in Köpenick erwischte es uns. Anders als zuvor stürmte und hagelte es nun auch noch stark. Wir suchten Schutz unter Bäumen; ich stand bei G und E, während J und M vor uns unter einem Baum standen. Meine aufkommende Besorgnis– bei so einem Unwetter wär ich lieber drin– überspielte ich und fabulierte von einem echt abenteuerlichen Ausflug. Die Mädels waren nervös, fanden es aber auch spannend. Als der Regen kurzzeitig abschwächte, fuhr M mit einem Mal im Affenzahn davon und ließ sich auch durch Rufen nicht aufhalten. Wir anderen fuhren hinterher, mussten aber nach fünf weiteren Minuten Schutz beim Penny in der Mahlsdorfer Straße suchen– der Regen verstärkte sich wieder, der Wind auch, gerade E hatte Probleme vorwärts zu kommen. Von M war nichts mehr zu sehen, das war natürlich totale Scheiße. Als sich der Regen wieder abzuschwächen schien, fuhren wir vier schnell weiter, waren aber nach 30 Metern komplett nass. Die letzten 700 Meter zogen wir durch Regen und Wind durch, ich trieb die Kinder ordentlich an. In der heimischen Tiefgarage stand Ms Fahrrad nicht, vor der Wohnungstür stand er auch nicht. Ich, mittlerweile zu gleichen Teilen angefressen wie verunsichert, sah mich durchs Unwetter M suchen fahren und überlegte schon, wie ich die Betreuungssituation lösen könnte– ich kann ja kein fremdes Kind allein zu Hause lassen– als G mir zurief, dass sich auf dem Balkon etwas bewege. Nachgeschaut; da stand M triefnass. Er hatte sein Fahrrad vor dem Haus abgeschlossen, war dann ums Haus gelaufen und auf den Balkon geklettert um Schutz vor Regen zu suchen. Klappte nur so mittelmäßig, aber immerhin war ihm nichts passiert. Große Erleichterung meinerseits, für eine Pause war aber keine Zeit– die Kinder mussten aus den nassen Klamotten raus und aufgewärmt werden. Als erstes E in die Dusche verfrachtet und sie warm abgeduscht, anschließend waren M, J und G dran. Als dann endlich alle Kinder geduscht waren, trockene und warme Klamotten anhatten und vor Fernseher/Tablet saßen sowie die nassen Klamotten und Handtücher in der Waschmaschine ihre Runden drehten, ging ich auch erstmal warm duschen (wie frisch es in nassen Sachen selbst bei 25°C werden kann) und legte die Beine hoch. Statuscheck bei Jott, nach der Auskunft „Noch so gut anderthalb Stunden“ war ich noch angefressener als beim Reinkommen in die Wohnung und der Feststellung, das keiner da war (das das Aufbauen der scheiß Möbel so ewig dauerte, war nicht eingeplant). Aber gut, half ja nichts. Also erstmal ausgeruht und anschließend das Abendessen vorbereitet. Kurz vor 19 Uhr und dem Essen wurde immerhin E von ihrer Mama A abgeholt; Jott kam gegen 20 Uhr nach Hause und erzählte wilde Geschichten von widerspenstigen Möbeln (ich weiß schon, weshalb ich das nicht machen wollte– wobei das immer noch alles entspannter klang als mein Tag).
Abends dann nicht mehr lange ausgehalten, sowohl Jott als auch ich waren sehr k.o. und gingen früh zu Bett.



2 Antworten auf „Samstag, 06.07.2024“
Heldenstatus erreicht. imIch hätte 3x lieber Möbel aufgebaut, als so viele Stunden 3-4 Kinder zu betreuen, plus Essen. Riesengroßen Respekt!
So heldenhaft wars ja nicht, sondern dann rückblickend eher fahrlässig– eines der Kinder ist ja sogar abgehauen und war unbetreut. Wenn da was passiert wäre…