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Journal Mittwoch, 6.4.2016

Mein supertoller Geheimtipp ist kein Geheimtipp mehr: Heute morgen war die Treppe zum Regio-Bahnsteig genauso voll wie die zum Ringbahnsteig. Ach Ostkreuz, du stresst wieder sehr.

Die Puppe für Herrn Schnuffke war eine gute Idee, er hat sich sehr gefreut.

Nachdem ich Anfang letzter Woche noch dachte, dass eventuell ein paar ruhige Tage im Büro anbrechen, kann ich mich derzeit über fehlende Arbeit nicht beklagen. Genau anderthalb Tage waren ruhig, danach kam es in einem anderen Projekt zu Unstimmigkeiten die seitdem den Großteil meiner Aufmerksamkeit fordern.

Während ich in der Theorie ungefähr einen halben Tag hätte Code schreiben können, sah die Praxis anders aus: Nach zwei Telefonkonferenzen prüfte ich für das Intranet-Projekt (das als schwierig eingestufte Projekt mit der gestrigen Telefonkonferenz) viele Konzepte, stellte fest dass diese unglaublich schwammig geschrieben waren (das birgt die Gefahr, dass man sich am Ende darüber streitet, wie bestimmte Definitionen zu lesen sind), besserte nach und kommunizierte dies zurück an den Kunden. Nebenbei musste das Entwickler-Team „meines“ Projektverbundes mit Arbeit versorgt werden. Bei zwei Kollegen reicht es, wenn ich durchgebe was ungefähr erledigt werden kann, die kommen damit zurecht und beschäftigen sich. Ein weiterer Kollege benötigt aber am besten eine ToDo-Liste mit genauen Vorgaben die er runterarbeiten kann. Das ist zwar etwas umständlich, aber dafür erledigt er diese ToDos dann in einem Affenzahn, so das sich das letztendlich doch lohnt.
Zwischendurch gab es immer mal wieder Abstimmungen mit anderen Kunden und Kollegen, so dass ich am Ende des Tages gerade mal zwei Punkte von meiner ToDo-Liste streichen konnte.

Nach der Arbeit eilte ich zum Alex, um Jott und Herrn Schnuffke zu treffen. Jott hatte sich mit einer lange nicht gesehenen Bekannten/ Freundin verabredet und Herrn Schnuffke mitgenommen, um insgesamt mehr Zeit für das Treffen zu haben. Ich sagte kurz hallo, schnappte mir das Kind und fuhr mit ihm mit der Bahn nach Hause. Das war eine Premiere.
Herr Schnuffke war schlecht drauf, er wollte nicht von seiner Mama getrennt werden, und Bahn fahren wollte er auch nicht. Ich konnte ihn aber zumindest mit ein paar Reiswaffeln bestechen, nicht zu sehr rumzunölen.
Den zweiten Teil der Fahrt hatte ich ihn auf dem Arm, die Reiswaffeln wollte er nicht mehr. Leider war das keine so gute Idee, er geriert dadurch in Reichweite von Handgriffen und Scheiben und pekigen S-Bahn-Sitzen und befingerte natürlich alles. Vom Anlecken der S-Bahn konnte ich ihn abhalten, aber das war eigentlich auch egal weil die Finger eh im Mund landeten.

Zu Hause gabs dann wieder Stullen zum Abendbrot. Diesmal achtete ich trotz Gemecker darauf, dass er langsam aß und auch genug trank. Das scheint sich gelohnt zu haben, heute Abend schreckt er erheblich weniger oft hoch als gestern.

Was schön war: Ein paar Minuten mit einer Kundin über Arbeit und Kinder erzählen. Einfach ein bisschen netter Smalltalk in einem als schwierig eingestuften Projekt.

2 Antworten auf „Journal Mittwoch, 6.4.2016“

Lieber Herr Paul, mein Kommentar hat nichts mit dem Journal von heute zu tun, fiel mir aber vorhin beim Wickeln meines jüngsten Kindes ein. Meine Erstgeborene entwickelte sich damals im ähnlichen Alter wie Herr Schnuffke zur absoluten Wickelherausforderung. Bei der Eingewöhnung in die Kita mit 12 Monaten wurde nach meiner panischen Schilderung unserer täglichen Wickelkämpfe eigens eine neue Wickelunterlage nur für sie angeschafft, die dann auf den Boden gelegt werden sollte um zu verhindern, dass das Kind bei akrobatischen Wickelvorgängen abstürzt. Was ist dann passiert? Beim Wickeln zuhause nach wie vor großes Drama, in der Kita überhaupt kein Thema. Sie war der Wickelengel schlechthin, die Extrawickelunterlage wurde flugs wieder abgeschafft. Bin sehr gespannt, was Sie beim Kitaeinstieg für Erfahrungen in der Hinsicht machen! Nach dem mittlerweile dritten Kind könnte ich übrigens jede Wickelmeisterschaft mit links gewinnen, ich kann (wahlweise auch im Dunkeln) ein stehendes oder auch auf dem Bauch liegendes bzw. krabbelndes Kind auslaufsicher wickeln und hoffe nun nur inständig, dass ich dieses Lifeskill bald nicht mehr brauchen werde und sich der Sohnemann mal langsam bequemt, die Windelzeit zu beenden.

Herr Schnuffke macht auch nur Abends so ein Theater, Frau Lenk. Und auch nur wegen des Windelwechselns. Beim Schlafanzuganziehen ist er wieder fröhlich und lacht. Daher hoffen wir, dass er im Kindergarten gar nicht so sehr auffällt und da alles glatt über die Bühne geht.
Versteh einer das Kind.

Hat sich das Wickeltheater zu Hause irgendwann wieder gelegt?

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