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Journal Donnerstag, 15.9.2016

Dieses „Zubettbringen des Kindes einschlafen“ sollte verboten werden. Heute passierte es schon wieder: Herr Schnuffke war an mich gekuschelt, es war dunkel, warm, ich schloss nur kurz die Augen… und wachte erst eine Dreiviertelstunde später auf, als Jott ins Zimmer guckte. Meh.

Prinzipiell ist das ja nicht schlimm, aber dadurch verschiebt sich alles am Abend (Home Office, Haushalt) nach hinten.

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Herr Schnuffke hat heute in der Bahn einer fremden Frau an den Po gefasst. So schnell konnte ich gar nicht reagieren, wie die Hand ausgestreckt war. Zum Glück nahm die Frau es nach dem ersten Schreck mit Humor.
Das war mir etwas unangenehm. Ich finde es schon nicht gut, wenn Herr Schnuffke in der Bahn die Gegenstände anderer Leute anfasst und versuche, ihn abzulenken sobald er Anstalten macht, etwas anzufassen. Das funktioniert nicht immer, ich kontrolliere das Kind ja nicht sekündlich. Aber bislang waren es eben nur Gegenstände, Menschen waren noch nie in Reichweite. Die Frau heute schon.

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Das Abgeben und Abholen im Kindergarten funktioniert inzwischen super. Keine Tränen mehr, stattdessen geht Herr Schnuffke am Morgen gut gelaunt in seinen Gruppenraum und läuft beim Abholen am Nachmittag freudestrahlend auf mich zu. Das Feedback der Erzieherinnen ist auch durchweg positiv, er macht sich richtig gut: Ist fröhlich, isst fröhlich, schläft gut, beschäftigt sich selbstständig, sucht nicht mehr andauernd die Nähe der Erzieherinnen…
Das macht es leichter, ihn über so eine lange Zeit fremdbetreuen zu lassen.

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Was schön war: Ein Männerabend mit Herrn Schnuffke. Jott war außer Haus.

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Journal Mittwoch, 14.9.2016

Nüscht los heute.

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Was schön war: Lesend und Pflaumen-Pfirsich-Kompott essend am Küchentisch sitzen, während Jott Herrn Schnuffke ins Bett brachte.

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Journal Dienstag, 13.9.2016

Herr Schnuffke blieb heute bei Jott, er hatte einen Impf-Termin bei der Kinderärztin. Ich konnte also alleine losfahren und nutzte die Zeit zum Lesen. Das war auch mal wieder schön.

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Herr Schnuffke ist in den letzten Wochen kräftig gewachsen. In den letzten Tagen hörten wir des Öfteren, dass er auf zwei Jahre geschätzt wird (ich, von anderen Eltern in der Bahn- mit Kind kommt man ja doch gelegentlich ins Gespräch). Die Kinderärztin sagte heute das selbe zu Jott- Größe und Gewicht passen eher zu einem Zweijährigen als zu unserem fast 15 Monate alten Riesenbaby.
Ich freu mich da drüber, aber für Jott ist es hart- ihn hochzuheben geht inzwischen kaum noch.

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Abends Großeinsatz in der Küche. Ich kochte schon etwas matschige Pflaumen und Pfirsiche ein und bereitete einen orientalischen Linsensalat zu. Seitdem Herr Schnuffke und ich tagsüber außer Haus sind, wird bei uns nur noch am Wochenende gekocht. Um aber unter der Woche im Büro nicht nur mitgebrachten Stullen zu essen, koche ich mir jeweils am Dienstag Abend (bis dahin reichen normalerweise die Reste vom Wochenende) etwas für die nächsten beiden Tage zum Mittagessen. In den letzten Wochen waren es mediterraner Kartoffelsalat und mediterraner Nudelsalat, diesmal eben der orientalische Linsensalat.
Ich bin sehr gespannt, wie er schmeckt- sowas gabs bislang noch nicht. Gerochen hat es beim Kochen schon verführerisch, vor allem nachdem ich noch ein Löffelchen Ras el-Hanout rangemacht habe.

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Großer Schreck am Nachmittag: Jott schrieb, dass sie bei der Rückkehr vom Arzttermin Murmel verloren habe. In den folgenden Stunden telefonierte sie alle Läden, in denen sie mit Herrn Schnuffke vorbei kam, ab. Auch rief sie in dem kleinen Bergdorf in Thüringen an, aus dem Herr Schnuffkes Onkel Murmel vor einiger Zeit mitbrachte (als sie mir das schrieb, verliebte ich mich spontan wieder mal in sie). Lediglich bei TK Maxx wurde ihr gesagt, dass ein Stofftier in der Fundkiste aufgetaucht war, es aber nicht unbedingt zu Jotts Beschreibung passe. Also lief ich auf dem Heimweg dort vorbei, schaute in die Fundkiste und konnte das Stofftier einwandfrei als Murmel identifizieren. Glück gehabt.

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Die Ursache des Fiebers letzten Mittwoch wurde identifiziert. Herr Schnuffke ist nämlich seit ein paar Tagen ein Sechs-Zahn-Kind.

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Die Einkaufszettel-Erstellung dauert bei uns immer ziemlich lange: Jott braucht was, ich brauch was, dann wird ein Einkaufszettel geschrieben der noch nicht das Vorkommen der benötigten Lebensmittel und Gebrauchsmittel im Laden berücksichtigt und dann muss er eben dafür nochmal angepasst werden.
Um in Zukunft weniger Zeit für die Einkaufszettelerstellung zu verschenken, nutzen Jott und ich ab sofort ein gemeinsames Google Doc. In das schreibt über die Woche jeder alles rein, was er braucht, am Freitag Abend sortiere ich und drucke das Dokument aus. Das sollte eigentlich wesentlich schneller gehen als die vorherige Vorgehensweise.

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Auf xkcd wurde gestern (?) eine Timeline of Earth’s average Temperature veröffentlicht. Nach Angucken und Lesen stellt sich bei mir ein „Wow. Ach herrje.“-Effekt ein. Dass es den Klimawandel gibt und das er von Menschenhand drastisch beschleunigt wird, ist ja schon seit längerem bekannt, aber das in dieser Form zu sehen war dann doch sehr beeindruckend- im negativen Sinne.

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Auf Zeit Online erschien ebenfalls gestern ein Interview mit einem ehemaligen Produktmanager von Facebook. Das fand ich auch sehr spannend, vor allem wie er über den Enthusiasmus der Mitarbeiter berichtet. Klingt sehr sektenartig und für mich schwer verständlich. Aber da geht mir vermutlich das entscheidende Begeisterungs-Gen ab.

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Was schön war: Murmel wiederzufinden. Abends bei Musik kochen. Kurzes Einschlafkuscheln mit Herrn Schnuffke. Bei Herbstlicht und Sommertemperaturen durch Berlin zu laufen. Viel zu lesen.

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Journal Freitag, 9.9.2016

Beim Kind ins Bett bringen eingeschlafen. Ich lass dann für heute alles liegen und schlafe durch bis Sonntag.

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Herr Schnuffke ist über Nacht genesen. Heute morgen, ich saß bereits am Schreibtisch und arbeitete, hüpfte und sprang er durch die Wohnung, erzählte und war fröhlich. Wir änderten unsere Pläne: Ich klappte den Laptop zu, Jott machte Herrn Schnuffke fertig und dann fuhren er und ich in den Kindergarten respektive ins Büro. Und dann blieben wir beide da- den ganzen Tag, wie an normalen Tagen eben auch.

Eine wichtige Sache haben wir also gelernt: Immer bis zum nächsten Morgen warten, ehe wir davon ausgehen, dass das Kind krank ist.

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Was schön war: Herr Schnuffke lief von selbst in die Arme der Erzieherin und weinte heute zum allerallerersten Mal überhaupt nicht. Schampus für alle!

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Journal Donnerstag, 8.9.2016

Der Tag startete nach der schlimmsten Nacht seit seeeehr langer Zeit. Effektiv schlief ich vielleicht vier Stunden, die Schätzung ist schon hoch gegriffen. Herr Schnuffke schlief äußerst unruhig, schnarchte und quietschte und hustete vor sich hin und war am Morgen genauso fertig wie ich.

Jott und ich hatten gestern beschlossen, dass sie mit Herrn Schnuffke heute zum Arzt geht. Nach dem Atemwegs-Infekt vor dem Dänemark-Urlaub sind wir, was das anbelangt, etwas vorsichtiger.
Bei Herrn Schnuffke wurde eine Sommergrippe diagnostiziert, die geht gerade um. Kein Wunder bei dem Wetter. Krank geschrieben ist er nicht, aber da er heute Abend 39,5° Fieber hatte, sehr matt ist, dauerkuschelt und zu nichts recht zu gebrauchen ist, lassen wir ihn auch morgen noch zu Hause. Bringt ja nichts.
Ich konnte kurzfristig Home Office vereinbaren und kann den beiden so tagsüber zur Hand gehen.

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Mittags fuhr ich aus dem Büro nach Hause, um die Betreuung von Herrn Schnuffke zu übernehmen. Jott hatte einen ihrer Routine-Termine beim Frauenarzt, abgesehen davon schafft sie es schwangerschaftsbedingt nicht mehr, Herrn Schnuffke den ganzen Tag allein zu betreuen.

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Den Zwillingen geht es gut. Sie sind genauso groß wie „Einlinge“ und nicht etwa kleiner, wie das bei Zwillingen oft der Fall ist. Sieht wieder nach Riesenbaby aus.

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Abends holte ich die fehlenden Stunden nach, gegen Ende musste ich mir Streichhölzer zwischen die Augenlider klemmen. Ich hoffe, ich habe keine Fehler eingebaut.

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Was schön war: In der Bahn in Ruhe lesen können, da ohne Kind unterwegs.

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Journal Mittwoch, 7.9.2016

Bisschen durcheinander heute, ich muss mich beeilen weil ich früh ins Bett will. Herr Schnuffke schläft furchtbar, da zählt jede zusätzliche Minuten Schlaf.

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Ich hab im Büro und Abends im Home Office viel Gelegenheit zum Musik hören. Dank Spotify und den Künstlerradios entdecke ich auch immer mal wieder neues. Momentan fahr ich beispielsweise sehr auf Irie Révoltés ab. Die machen eine Mischung aus Ska, Punk und ein bisschen Rap-Krams, und da ist superviel Schwung drin. Außerdem gefallen mir die Texte ganz gut, zumindest der Teil den ich verstehe.

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Wieder was gelernt: Im Englischen gibt es eine Adjektiv-Reihenfolge: opinion, size, age, shape, colour, origin, material, purpose. Wusste ich nicht, muss ich mal drauf achten.

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Die Namensfindung für die Zwillinge gestaltet sich schwierig. Wir hatten recht schnell Favoriten, denen wir aber inzwischen etwas kritisch gegenüber stehen.
Bei Herrn Schnuffke waren wir uns zu diesem Zeitpunkt schon einig, da ging die Namensfindung schneller von statten.

Und zusätzlich zum Namen im echten Leben brauche ich auch noch Namen fürs Blog, Lösungen wie K1/ K2/ K3 etc. finde ich doof. Das wirkt so unpersönlich.

Immerhin können wir uns aus dem Namensfundus für beide Geschlechter bedienen, an mangelnder Auswahl sollte es nicht scheitern.

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Sehr erfreuliche organisatorische Dinge im Büro geregelt, die demnächst in Sack und Tüten gebracht, sprich: Verschriftlicht, werden, und dann auch ins Blog dürfen.

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Überhaupt, Büro: Der heutige Tag war eine sehr angenehme Mischung aus Phasen mit einerseits sehr viel Abwechslung und Rotieren und andererseits genug ruhigen Momenten, um auch etwas länger konzentriert arbeiten zu können. So darf das gern öfter sein.

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Die Übergabe heute verlief wieder fast tränenfrei. Erst, als ich zur Tür hinaus ging, weinte Herr Schnuffke ein bisschen, das hörte aber auf sobald ich aus seinem Sichtfeld verschwunden war.

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Der Grund fürs extrem schlechte Schlafen des Kindes ist wieder mal der elende Husten. In der KiTa-Gruppe geht ein Infekt um, den Herr Schnuffke mitgenommen hat. Er hustet und schnieft vor sich hin. Das ist in der Bahn sehr schön, wenn er sehr effektvoll niest und danach das halbe Gesicht mit Schnodder bedeckt ist. Er und ich haben ein Spiel daraus gemacht, wer schneller mit dem Abwischen ist: Er mit seinen Händen und Kuscheltieren oder ich mit dem Tempo. Momentan führt er, ich hole allerdings auf.

Unnötig zu erwähnen, dass meine Shirts an den Schultern glitzern wie nach einer Schneckeninvasion.

Jedenfalls quält ihn der Husten sehr und weckt ihn auch nachts, weswegen er tagsüber natürlich sehr k.o. ist. Wenn es morgen genauso schlimm ist, gehen wir mal mit ihm zum Arzt, nach dem Atemwegs-Infekt vor dem Urlaub sind wir da etwas vorsichtig.

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Was schön war: In Ruhe zusammen Abendbrot essen, dabei herumalbern und Grimassen ziehen.

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Journal Dienstag, 6.9.2016

Kurze Nacht, langer Tag.

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Herr Schnuffke bekommt anscheinend seinen sechsten Zahn. Zumindest deuten die Anzeichen (sabbern, knabbern, nachts hochschrecken und sich den Mund halten) darauf hin.
Zusätzlich wird sein Husten wieder schlimmer. Gerade nachts reißt ihn das aus dem Schlaf.

Morgen früh gibts wieder Zwiebelsaft für ihn.

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Jott und ich waren heute Abend beim Infoabend für werdende Eltern im Krankenhaus Neukölln. Herr Schnuffke wurde von meinen Eltern aus dem Kindergarten abgeholt und den Abend über beschäftigt und versorgt.
Neukölln wirkt wie eine Geburtsfabrik. Das lässt sich bei ungefähr zehn Geburten pro Tag vermutlich nicht ganz verhindern, aber sowohl wir als auch andere werdende Eltern hatten den Eindruck von Fließband-Abfertigung. Von St. Joseph, das ungefähr gleich viele Geburten pro Tag hat, hatten wir einen besseren Eindruck. Dort war mit wesentlich mehr Wärme vom Krankenhaus berichtet worden, es wirkte menschlicher.
Das passt zu den Berichten, die wir von Freunden und Bekannten hören, die in Neukölln entbunden haben. Jotts Krankenhauswahl steht also so gut wie fest.

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Was schön war: Allein mit Jott zum Krankenhaus und wieder zurück fahren.

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Journal Sonntag, 4.9.2016

Ein durchwachsener Tag, nicht nur was das Wetter anbelangt.

Nach dem Frühstück beginnt Jott, das Kinderzimmer umzuräumen. Sie hat wohl einen Anfall von Nestbautrieb und mich spontan zum Umräumen eingeplant. Super, wenn es eine Sache gibt die ich nicht leiden kann, dann ist es das: Mal eben so Möbel von A nach B schieben. Es nervt mich unglaublich und spielt in einer Liga mit Möbel aufbauen. Find ich auch blöd. Selbst wenn das Ergebnis gut ist, regt mich der Weg dahin auf. Ich mache tausend Sachen lieber als sowas. Und sei es Wäsche zusammenlegen oder putzen.

Gemeinsam verschieben wir Bett, Regal, Wickelkommode und Kleiderschrank. Mehrmals. Irgendwann haben wir ein Ergebnis erreicht, das mir sowohl optisch gut gefällt als auch praktisch scheint. Im Scherz sage ich zu Jott, dass sie bitte nicht alles erneut verschieben soll, während ich duschen gehe.

Als ich wiederkomme, schiebt Jott gerade die Wickelkommode auf die andere Seite des Zimmers. Der Rest ist schon umgeräumt. Ich habe keine Lust mehr auf planloses Umherschieben und überlasse weitere Umräumereien ihr.

Da wir am Nachmittag mit den Nachbarn von oben verabredet sind, hänge ich mit Herrn Schnuffke ein bisschen in der Luft. Es ist noch jede Menge Zeit, aber das Kind hat schlechte Laune, ist nölig und müde. Nach dem Mittagessen versuche ich, ihn zum Einschlafen zu bringen, scheitere aber. Nach einer halben Stunde darf Jott ihr Glück versuchen und schafft es nach 20 Minuten. Leider schläft Herr Schnuffke nicht lange und ist weiterhin nölig.

Irgendwann ist endlich der Zeitraum unserer Verabredung gekommen. Wir fahren mit unseren Nachbarn von oben mit dem Bus zum Rübezahl am Müggelsee. Dort gibt es einen großen Abenteuerspielplatz. Herr Schnuffke ist sofort Feuer und Flamme. Gemeinsam klettern wir und rutschen und rutschen und klettern. Nach einer guten Stunde habe ich keine große Lust mehr, aber das Kind ist nicht zu bremsen. Da der Spielplatz für ihn allein noch zu gefährlich ist, klettern und rutschen wir also weiter. Immerhin macht es Herrn Schnuffke unglaublich viel Spaß, er jauchzt und lacht und freut sich.

Irgendwann, es muss so gegen 17:30 Uhr sein, nehmen die dunklen Wolken über dem Müggelsee zu, mitunter donnert es aus Richtung Stadt. Wir beschließen, unsere Zelte abzubrechen und nach Hause zu fahren. Während der Fahrt beginnt es zu nieseln, kurz vor unserer Endstation geht der Niesel in Platzregen über. Wir flitzen die 100 Meter von der Bushaltestelle nach Hause und werden klatschnass- bis auf Herrn Schnuffke. Der sitzt, durch das Verdeck geschützt, im Buggy und freut sich, weil der Wagen beim Rennen so schön holpert.

Abends das übliche Programm: Kind baden, Abendbrot essen, Küche aufräumen.

Als Herr Schnuffke schläft, planen Jott und ich die Zeit um die Zwillingsgeburt. Da Zwillinge selten bis zur 40. Schwangerschaftswoche im Bauch bleiben und teils sogar sehr viel früher geboren werden, ist es mir wichtig bereits im Vorfeld möglichst gut auf die Situation vorbereitet zu sein. Wenn es soweit ist, wirds eh stressig genug sein, da kann es nicht schaden einen Schlachtplan zu haben.
Als wir mit der Geburt durch sind, besprechen wir noch die Zeit danach und überlegen uns, wann ich Urlaub nehme und wie wir die Elternzeit aufteilen. Ein ungefährer Plan steht, wir werden es vermutlich wie bei Herrn Schnuffke handhaben- mit dem Unterschied, dass ich eventuell das Elterngeld Plus in Anspruch nehme.

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Jott wird morgen die Möbelverteilung des Kinderzimmers planen und skizzieren, damit wir gemeinsam die Möbel an ihren endgültigen Platz schieben können- ich nahm ihr das als Versprechen ab.

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Vor kurzem erschien eine neue Erweiterung für World of Warcraft. Ich spiele ja schon seit anderthalb Jahren nicht mehr, aber momentan besteht der starke Wunsch, das zu ändern. Machen werd ichs nicht, dafür ist die Zeit nicht da- aber ich würde halt sehr gern.

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Was schön war: Zusammen mit Jott und Herrn Schnuffke beim Abendessen Grimassen zu ziehen und Tischlieder singen.
Ich wusste gar nicht, dass nach dem „Klatsch Klatsch Klatsch“ noch zwei Strophen kommen. Mal gucken, wie Herr Schnuffke die findet.

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Journal Samstag, 3.9.2016

Dieses Kind… Gestern Abend war ich versucht zu schreiben, dass die Nächte seit ein paar Tagen wieder ganz ok verlaufen. Herr Schnuffke wird von Jott in unserem Bett in den Schlaf begleitet und schläft nachts zwischen uns. Das funktioniert eigentlich ganz gut, Herr Schnuffke schreckte die letzten Nächte über noch ein oder zwei Mal hoch und schlief ansonsten durch.

Heute Nacht jedoch nicht. Zwischen 23:30 Uhr und 1 Uhr war er ungefähr alle 20 Minuten wach, weinte und greinte und hielt sich und uns vom Schlafen ab. Besser wurde es erst, als wir gegen 1 Uhr entnervt aufgaben und ich mit ihm ins Wohnzimmer umzog. Danach schliefen wir mit zwei Aufwachern zwischendurch immerhin bis um Sieben (yay, ausschlafen!).

Ich verstehs nicht- weshalb läuft es drei, vier Tage jede Nacht etwas besser und dann, mit einem Mal, wieder nicht? Was ist der Auslöser dafür? Oder gibt es gar keinen und es ist einfach nur Zufall?

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Gibt es Mittel und Wege, nach dem x-ten Aufwachen innerhalb von anderthalb Stunden nicht angenervt zu sein? Ich fühle mich sehr unzulänglich als Vater und Mensch, wenn ich das Kind irgendwann dahin wünsche, wo der Pfeffer wächst, nur um endlich in Ruhe schlafen zu können.

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Nach dem Frühstück gingen Herr Schnuffke und ich einkaufen. Im Kindersitz des Einkaufswagens sitzend, hilft er mittlerweile tatkräftig mit. Nachdem ich etwas aus dem Regal genommen habe, gehe ich zurück zum Einkaufswagen und bitte Herrn Schnuffke, den Gegenstand zu nehmen und in den Wagen zu legen. Das macht er dann auch- er nimmt die Sachen, guckt sie sich genau an und lässt sie hinter sich in den Wagen fallen. Sowas funktioniert natürlich nur bei Einkaufsgütern, die nicht so leicht kaputt gehen oder vom Fall in den Wagen Schäden davon tragen können.

Der Einkauf dauert zwar dadurch etwas länger, und manchmal ist auch ein kleines Loch in einen Karton/ eine Verpackung genagt oder die Sachen sind zerknickt/ zerknittert, aber Herr Schnuffke freut sich, weil er mir helfen kann und Neues entdeckt.

Schwierig wird es nur an der Kasse, wenn er einen Lieblingsgegenstand (heute war es Kuvertüre) nicht hergeben möchte und seinen Unwillen lautstark kundtut. Zum Glück sorgen in diesem Fall Tauschgeschäfte für Abhilfe (Kuvertüre gegen Mandelstifte, und die hat er selbst aufs Kassenband gelegt).

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Als wir am letzten Wochenende bei meinen Eltern waren, kämpften Jott und ich noch mit den Spätfolgen unserer Erkältungen. Eigentlich dachten wir, nicht mehr ansteckend zu sein, aber da haben wir uns scheinbar geirrt. Bei einem Telefonat mit meinem Papa kam heraus, dass die beiden seit ein paar Tagen ebenfalls erkältet sind und sich so durch den Tag quälen. Wir sind scheinbar gesundheitsgefährdend für unsere Mitmenschen…

Jott und ich haben überlegt, weshalb diese ganzen Kinder-Effekte (vor allem bei mir) so sehr reinhauen: Unsere Vermutung ist, dass unser Immunsystem von diesen Keimen, gegen die es seit Jahrzehnten nicht kämpfen musste, überfordert ist. Kann das sein?

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Beim Wäsche aufhängen half Herr Schnuffke ebenfalls. Sobald ich ihn darum bat, reichte er mir Klammern vom Boden hoch. Die er zuvor runtergeschmissen und an verschiedenen Orten deponiert hatte.

Das der Sommer tatsächlich langsam vorrüber geht, macht sich nicht nur an den kühleren Nächten bemerkbar. Auch die Sonne steht nicht mehr so hoch am Himmel wie noch vor acht Wochen. Unser Wäschestammplatz im Hof wird nicht mehr durch die Sonne beschienen, zu hoch sind die umliegenden Häuser und Bäume. Die Wäsche musste im Schatten trocknen.

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Nach dem Mittag legten Herr Schnuffke und ich uns hin. Das Kind war müde und schlief innerhalb von zehn Minuten ein. Zehn Sekunden später war ich auch weg. Als wir beide einen gefühlten Wimpernschlag später aufwachten, waren zweieinhalb Stunden vergangen.

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Jotts Schwangerschaft macht sich von Woche zu Woche stärker bemerkbar. Inzwischen gehört es überwiegend zu meinen Aufgaben, Herrn Schnuffke von A nach B zu tragen und ihn hochzuheben.
Als ich ihn am Abend auf die Wickelkommode setzte, fiel mir auf das ich ihn in den letzten drei Wochen kaum gewickelt hatte. Morgens kümmert sich Jott darum, während ich mich fertig mache, tagsüber ist Herr Schnuffke im Kindergarten, und Abends macht auch wieder Jott ihn bettfertig.
Gut, dass bald zwei neue Kinder kommen- nicht, dass ich die Wickelei noch verlerne!

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Der Kindergarten sowie der Umstand, dass Herr Schnuffke morgens und abends auf die Toilette gesetzt wird, führt zu einem drastischen Rückgang unseres Windelverbrauchs. Der Windeleimer steht inzwischen größtenteils leer. Darum waren wir etwas irritiert, als es im Kinderzimmer latent muffelte. Die Ursache war schnell gefunden: Der Eimer selbst müffelt vor sich hin. Nach mehreren Jahren harten Einsatzes (wir bekamen ihn von einer Zwillingsmutter geschenkt) hat er seine besten Zeiten hinter sich.

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Die Beatsteaks und Dirk von Lowtzow. Gute Kombination.

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Was schön war: Zwischen Kuchen essen und Abendbrot mit Herrn Schnuffke im Hof spielen, sich dabei mit einem Nachbarn unterhalten (wir sind jetzt per Du) und vor dem Hochgehen tonnenweise Sand aus allen Schuhen kippen.

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Journal Freitag, 2.9.2016

Ein guter Start in den Tag: Wickeln und Übergabe in der KiTa funktionierten super. Herr Schnuffke streckte sich direkt nach der Erzieherin und begann erst nach fünf Sekunden zu weinen. Das ist ein ungeheurer Fortschritt, wenn man bedenkt das vor anderthalb Wochen noch festklammern und weinen beim Öffnen des Gruppenraumes an der Tagesordnung waren.

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Auf dem Gendarmenmarkt fielen mir die vielen Polizisten in voller Kampfmontur und mehrere Einsatzwagen auf. Ein kurzer Blick ins Internet brachte Erleuchtung: Heute morgen waren in dieser Ecke der Stadt mehrere Demos.

Die Menge der gerüsteten und bewaffneten Polizisten fand ich unbehaglich, uniforme Menschenmassen- ob es nun Polizisten, Demo-Teilnehmer oder Fußballfans sind- sorgen bei mir immer für ein „Schnell weg“-Gefühl.

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Im Büro musste ich Vormittags spontan auf ein anderes Projekt umschwenken. Das Projekt ist, wie eine Kollegin so schön sagte, etwas „anders“ auf- und umgesetzt, daher hatte ich keinen großen Spaß bei der Arbeit und sehnte den Feierabend herbei.
Zum Glück verging die Zeit recht fix.

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Herr Schnuffke spielte in der KiTa zum ersten Mal, als ich ihn abholte. Bislang saß er immer bei den Erziehern oder ließ sich sogar von ihnen tragen, nicht aber heute. Er hockte ganz vertieft im Sandkasten und sortierte Steinchen in einen Eimer, und als ich ihn auf mich aufmerksam machte, freute er sich zwar, ließ aber nur ungern den Eimer los.
Es wird, es wird.

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Spielbedingt schoben wir zu Hause ein ungeplantes Bad ein- Hände und Gesicht waren sandverschmiert, in den Speckfältchen der Arme saß feiner Sandstaub fest. Das Badewasser färbe sich dann auch etwas dunkler. Der Tag hat sich also gelohnt für Herrn Schnuffke.

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Abends wieder Home Office. Aus einem „Hm, ich mach das noch fix fertig“ wurden 50 Minuten mehr als notwendig. D’oh!

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Was schön war: Herrn Schnuffke spielen zu sehen. Da fiel mir ein Stein vom Herzen.