
Viel zu spät im Bett gewesen, nur fünf Stunden geschlafen und deswegen unglaublich müde frühzeitig ins Bett.
Autor: herrpaul_
Journal Sonntag, 10.1.2016

Der für heute angekündigte Regen hatte sich bis kurz vor Elf noch nicht eingestellt, weswegen ich mir die Trage und Herrn Schnuffke schnappte und nach Osten in Richtung Friedrichshagen loslief. Auf den Ohren der Wrint-Jahresrückblick mit Malte Welding, den ich bei der Gelegenheit zu Ende hören wollte.
In Friedrichshagen angekommen verlängerte ich die Runde spontan zum Müggelsee, schoss ein Foto vom zugefroreren See und sprang in eine vorbeikommende Straßenbahn Richtung nach Hause. Dort überließ ich Jott das Kind und arbeitete ein wenig am Rechner vor mich hin, bis ich gegen halb Sechs genug hatte, wieder zu Frau und Kind im Wohnzimmer stieß und mir erst einmal zeigen ließ, wieviel Spaß Herr Schnuffke beim Fliegen hat (er stößt sich im Hocken mit den Beinen vom Untergrund ab, wir heben ihn aus dieser Bewegung hoch und lassen ihn an unseren ausgestreckten Armen die Welt von oben angucken).
Irgendwann gabs Abendbrot, ich badete das Kind, Jott und ich puzzelten in der Küche herum, Herr Schnuffke wurde zu Bett gebracht und dann schauten wir einen in der letzten Woche aufgenommenen Herzschmerzkitschfilm. Zwischendurch beschwerte sich das Kind mehrmals, ließ sich aber nach einiger Zeit von Jott beruhigen.
Super Sonntag, gern wieder.
Journal Samstag, 9.1.2016

Nach Ausschlafen und Einkaufen mit und ohne Kind kamen heute meine Eltern zu Besuch zu uns. Das machen sie selten- lieber empfangen sie uns bei sich-, desto größer war unsere Freude. Auf Grund von spontanten Planänderungen blieben wir bei uns und liefen nicht in die Köpenicker Altstadt, aber das machte nichts. Herr Schnuffke konnte den begeisterten Großeltern seine neuen Krabbelfähigkeiten vorführen, pöbelte die beiden an unterhielt sich angeregt mit ihnen und spielte sich so hundemüde, dasss wir ihn eine gute dreiviertel Stunde vor seiner normalen Zeit ins Bett steckten.
Am Abend kochten wir gemeinsam, anschließend bastelte ich etwas am Computer rum und dachte mir elf Fragen für den Liebster-Award aus. Die finden sich, nur um der Form genüge zu tun, im gestrigen Beitrag.
Journal Freitag, 8.1.2016
Komplett unspektakulär, dieser Freitag. Zwei Überstunden gemacht, um die Auslieferung von zwei Code-Paketen zu begleiten, daher erst dreiviertel Acht zu Hause. Das Kind war noch wach, nach dem Abendessen habe ich es in der Trage in den Schlaf geschaukelt und mich an den Baby-Schnarch-Geräuschen ergötzt.
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ben_ bat mich vor einiger Zeit, elf Fragen zu beantworten. Weil ich noch nicht müde genug bin und das Einkaufszettelschreiben prokrastiniere, anbei die Antworten.
Was ist Dein Lieblingsgericht?
Ich esse viel zu gern, um mich auf ein Gericht festzulegen. Momentan würde ich gern mal wieder eine anständige Linsensuppe essen, oder Buletten mit Porree und Kartoffeln.
Allgemein mag ich ziemlich viele herzhafte Nudel-Gerichte. Nudeln sind großartig. Oder Pizza. ‚Ne gute Pizza geht immer.
Was ist Dein liebstes vegetarisches ode sogar veganes Gericht?
Nudelpfanne mit Mozzarella drüber. Nudeln kochen, Gemüse nach gusto in einer Pfanne anbraten, Nudeln dazu, Mozzarella drüber und unter umrühren weiterbraten bis der Käse anknuspert. Kann man warm essen, lauwarm und kalt. Morgens, Mittags und Abends.
Was hat Dir musikalisch 2015 am besten Gefallen?
Ich schrieb ja bereits, welche Alben ich gut fand. Allgemein schien mir aber 2015 das Jahr zu sein, in dem deutschsprachige Musik stärker in den Medien präsent war. Das find ich gut, weil mein Zugang dazu ein anderer ist als zu englischsprachigen Liedern.
Welchen Fortschritt würdest Du mit Deinem Blog nächstes Jahr gerne machen?
Ein eigenes Theme designen und erstellen (das hab ich schon ewig nicht mehr gemacht), Indieweb-Features einbauen (POSSE, I’m looking at you!), generell mehr rumbasteln.
Gibt es jemanden (kann auch schon tot sein) von dem Du Dir wünschen würdest, er oder sie würde Dein Blog lesen und kommentieren?
Nö.
Von wem (kann auch wieder schon tot sein, muss aber latürnich nicht) würdest Du Dir wünschen, dass er oder sie (mehr) bloggen würde?
Ich bin furchtbar uninspiriert und auch einfach gestrickt, daher fänd ichs ganz schick wenn Jott auch mal über ihren Alltag schreiben würde. Die andere Seite der Medaille eben.
Wenn Dir eine gute Fee jeden Monat 10.000 Euro überweisen würde, Du aber im Gegenzug Deinen Job an den Nagel hängen und „Gutes“ tun müsstest, was würdest Du dann Gutes tun?
Das ist total beknackt. Ich mag meinen Job. Vermutlich würde ich also nach einer gewissen Auszeit bei Open-Source-Projekten oder pro bono bei gemeinnützen Vereinen das einbringen, was ich kann.
Vermutlich würde ich auch einen gewissen Teil spenden, es gibt ein, zwei, drei Projekte die ich gut finde (Stadtmission, Die Arche, Diakonie).
Eventuell würde ich auch in einem Nachbarschaftsprojekt unterstützend tätig werden. Vielleicht Internet-Kurse für Kinder/ Jugendliche geben (oder mir von denen ihr Internet erklären lassen).
Alles in allem würd ichs mir aber von soviel Kohle ziemlich gut gehen lassen. Mehr Familienzeit (nicht nur Jott und Herr Schnuffke, sondern auch die ganze andere bucklige Verwandtschaft), nachhaltigerer Konsum (Alltagsgüter, Lebensmittel, Bekleidung, Kram), aber auch viel Müßiggang. Das ist auch was gutes, nämlich für mich (ich bin furchtbar egoistisch).
Welche gedruckte Zeitung, Zeitschrift oder Magazin hast Du zuletzt wirklich gerne, mit Freude oder Interesse oder Genuss gelesen und warum?
Die GEO Epoche. Hab ich seit der zweiten oder dritten Ausgabe abonniert und im Regal schon nach oben gestellt, damit Herr Schnuffke da nicht mit seinen Sabber- und Patschehänden rankommt. Und die Brand Eins. Beide Magazine lese ich, weil mich die Themen interessieren und ich die Darstellung in Text und Bild immer wieder aufs Neue großartig finde.
Welches Tier fasziniert Dich und warum?
Elefanten. Unglaublich intelligente Viecher mit einem sehr herdenzentrierten Sozialverhalten und vielen Eigenschaften, die gern und falsch als „menschlich“ bezeichnet werden.
Was ist schlimmer, Fussball oder Facebook?
Fußball. Vom Sport und seinen Auswirkungen kriege ich unfreiwillig mehr mit als von Facebook (wir hören bei Heimspielen die Union-Berlin-Fans Stimmung machen), das ich einfach ignorieren kann wenn mir danach ist.
Was macht Dein Leben gerade lebenswert?
Die kleine Familie, die mich umgibt.
Damit ich bei diesem Fragen-Ding mitmachen darf, muss ich bestimmte Regeln erfüllen. Diese sind:
- Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat, und verlinke den Blog dieser Person in deinem Beitrag.
- Beantworte die elf Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
- Stelle eine neue Liste mit elf Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
- Schreibe diese Regeln in deinen Artikel zum Liebster Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen.
- Informiere deine nominierten Blogger über die Nominierung und deinen Artikel.
Weil ich inzwischen schweinemüde bin, denke ich mir einfach morgen elf Fragen aus (ich Rebell, ich) und überleg mir, wer aus meinem Feedreader an so einer Aktion Interesse haben könnte. Und ach ja, das ganze ist eine Blogparade/ ein Stöckchen (herrje, das sind beides so unglaublich furchtbare Wörter, da gewöhn ich mich auch nach zehn Jahren nicht dran) namens Liebster Award. Es geht wohl um das Entdecken neuer Blogs und die Vernetzung. Also eigentlich ’ne ganz gute Angelegenheit, nech?
Meine elf Fragen:
- Welches Lied hören Sie momentan am liebsten?
- Ziehen Sie sich nach der Arbeit um (raus aus den Jeans, rein in die bequemen Jogger)?
- Zu welcher Uhrzeit würden Sie am liebsten arbeiten?
- Wieviel Stunden pro Tag/ Woche/ Monat würden Sie gern arbeiten?
- Wie sieht ein gelungender Tag für Sie aus?
- Was würden Sie mit Ihrer Zeit anfangen, wenn Ihr Lebensunterhalt gesichert wäre?
- Was halten Sie von einem bedingungslosen Grundeinkommen?
- Wie besiegen Sie Ihren inneren Schweinehund?
- Wie kaufen Sie ein? Einmal groß für mehrere Tage oder jeden Tag eine Kleinigkeit?
- ÖPNV oder Auto?
- Hören Sie Podcasts und wenn ja, welche?
Ich würd das gern an Frau Nessy, Frau Novemberregen und Frau Rabe (jaha doch, ich weiß, ich hab ihrs ignoriert) weitergeben.
Essensplan KW 1/2 2016
| Tag | Gericht |
|---|---|
| Samstag | Feuriges Kichererbsen-Mango-Curry |
| Sonntag | Bandnudeln mit Zucchini-Limetten-Sauce |
| Montag | Bohnen-Schafskäse-Gratin |
| Dienstag | Sauerkrautsuppe nach Tim Mälzer |
| Mittwoch | Gefüllte Blätterteigtaschen |
| Donnerstag | Asiatisch-scharfer Couscoussalat |
| Freitag | Linsensuppe |
Journal Donnerstag, 7.1.2016

Jott und ich haben seit mehreren Jahren einen Kunstdruck-Kalender mit Motiven von Alfons Mucha im Flur hängen. Ich habe weder Ahnung von Kunst noch von Mucha noch vom Jugendstil, aber ich freue mich jedes Mal wenn ich daran vorbei laufe.
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Nach der Arbeit wollte ich Jotts Anwesenheit beim Rückbildungskurs nutzen und mit Herrn Schnuffke ins Forum gehen, um ein paar Einkäufe zu erledigen (unter anderem 1150er Roggenmehl für den Instagram-Backkurs von Leitmedium), aber dann sind wir beide über den Boden gerobbt, haben mit den Händen auf den Boden gepatscht und uns angegrient, so dass ich einfach keine Lust hatte das zu unterbrechen. Gehe ich also morgen einkaufen.
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Nach Baden und Füttern des Kindes gings zum Friseur, die Haare wurden schon wieder etwas zu lang. Nach der Rückkehr war der Bart dran. Dem Impuls, nach Verlust der Haare auf die Waage zu steigen, habe ich widerstanden.
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Offenbar sterben „weiße“ Menschen meines Alters vor allen an externen Ursachen, Krebs und Blutkreislauferkrankungen.
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Beim Bookmarking-Tool meiner Wahl, Pocket, wurden vor kurzem Profile mit vom Nutzer empfohlenen Artikeln eingeführt. Mein Profil ist hier. Ich muss mal gucken, ob ich die Empfehlungen automatisch ins Blog reinkriege.
Journal Mittwoch, 6.1.2016
Heute morgen lag die ganze Stadt unter einer geschlossenen Schneedecke. Auf dem Arbeitsweg hatte ich passend dazu das Schneemann-Lied aus „Die Eiskönigin“ im Kopf. Zumindest den Teil, der mir nach dem Sehen des Films vor etwas mehr als zwei Jahren noch geläufig war. Ach Gehirn, du seltsames Organ- alle möglichen unwichtigen Sachen behalte ich, während ich wichtige Informationen viel zu oft vergesse.
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Jott war mit Herrn Schnuffke heute spontan zur U5. Die Arztpraxis rief an und meinte, dass es genau heute passen würde, der eigentliche Termin nächste Woche aber stressig sein könnte. So ist Herr Schnuffke heute auf Herz und Nieren gecheckt worden. Er entwickelt sich weiterhin sehr gut und ist auch weiterhin größer als nahezu alle Kinder seines Alters (leicht oberhalb der 97. Perzentile)- ein Riesenbaby halt. Das Gewicht ist noch nicht ganz mitgezogen, aber er wird wohl bald die zehn Kilogramm knacken (vor allem wenn er seinen aktuellen Appetit beibehält).
Das sind sehr schöne Nachrichten, die bestätigen was Jott und ich uns sowieso denken: Dem Kind gehts gut.
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Hoffentlich findet die U6 nicht so spontan statt, damit ich ebenfalls teilnehmen kann.
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Sehr über einen Kollegen aufgeregt. Es ging um ein Teamessen, das am Abend stattfinden soll, was für manche Kollegen aus diversen Gründen problematisch ist. Als Beispiel nannte ich den Umstand, dass ich bei Abend-Events mein Kind dann einen Tag nicht sehen würde, worauf als Antwort der Spruch kam ob denn das so schlimm sei. Natürlich ist das nicht schlimm, aber ich erlebe das Kind im wachen Zustand nur ungefähr eine Stunde am Tag, da möchte ich nicht noch weniger Zeit mit Herrn Schnuffke verbringen. Und na klar nehme ich mir auch den Abend frei für ein Team-Event und kläre das mit Jott ab, aber lieber wäre mir halt eine Verlegung in die Arbeitszeit.
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Herr Schnuffke robbt jetzt vorwärts, es ist auf Video dokumentiert. Er hat sich heute seinen Beißring erkämpft, der mehrere Armlängen entfernt lag. Er stützt sich auf die Hände, nimmt den Po hoch und zieht sich nach vorne. Hurra!
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Trotz U5, Robben und Bespaßung durch mich wollte er trotzdem nicht schlafen und forderte unsere Nähe. Jott zufolge sind es Anzeichen eines 6-Monats-Schubs, der Ärztin zufolge die Zähne…
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Den Abend sehr produktiv verbracht und fast anderthalb Stunden an einem privaten Projekt gearbeitet. Ein Ende ist, zumindest dafür, in Sicht.
[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]
5.47 Uhr klingelt mal wieder der Wecker, kurz nach Sechs stehe ich auf, mache mich im Zombiemodus fertig, lüfte die Wohnung, wische deutlich weniger Kondenswasser als gestern weg und esse im Anschluss mein Schwarzwälder Kirsch Proat. Das schmeckt überraschend gut und sättigt auch ungemein (wenn auch nur, weil Jott die doppelte Menge an Haferflocken genommen hat, wie ich später am Tag erfahren werde).
Gegen Viertel Acht fahre ich ins Büro, schlage dort Viertel Neun auf und freue mich, weil es nicht ganz so kalt wie gestern zu sein scheint. Ich benachrichtige zwei Kolleginnen, dass die Temperatur okay ist und sie kein Home Office machen müssen, und mache mich dann an die Arbeit. Ein neues Feature für eines unserer Projekte benötigt noch eine Ergänzung, außerdem bemerke ich beim Code Schreiben das ich gestern mehrere Schreibfehler eingebaut habe (Kunststück, mit den klammen Fingern Schlampig gearbeitet, meh) und der automatische Prozess zur Erstellung einer Vorschau im Browser nur so halb läuft.
Nachdem die Ergänzung fertig entwickelt ist und die Fehler behoben sind, ist es Zeit für das tägliche Meeting der Projektmanager in „meinem“ Projektverbund. Ich bin weiterhin eine Mischform aus Entwickler und Projektmanager und kann teilnehmen. Meine Teamleiterin ist, noch etwas angeschlagen, am Telefon zugeschaltet und wir besprechen zum einen den Schlachtplan von gestern und zum anderen das Tagesgeschehen.
Mittlerweile bin ich genug akklimatisiert um zu merken, das es eigentlich immer noch schweinekalt im Büro ist. Also die Jacke wieder an und den Bärenschal übergezogen. Aus meinem Fehler gestern habe ich gelernt und heute die gefütterten Schuhe an, die Füße sind also warm.
Um Zehn kommen die anderen Kollegen zum Daily Standup Meeting dazu. Jeder erzählt kurz, was er gestern gemacht hat und heute machen wird und ob es dabei Probleme gibt. Dann wird ein Termin für ein gemeinsames Abendessen gesucht. Dazu gingen in den letzten Wochen mehrere E-Mails mit dem Link zu einem Terminfindungsdoodle herum, außerdem wurde das Essen mehrfach im Daily Standup Meeting angesprochen. Zwei Kollegen haben es trotzdem nicht geschafft, ihre Terminoptionen einzutragen, was bei mir auf dezentes Unverständnis stößt. Sei’s drum.
Nach dem Daily mit dem gesamten Team setzen wir das tägliche Projektmanager-Meeting fort, klären noch ein paar offene Punkte und dann gehts zurück an die Arbeit. In den diversen Tools, die wir zur Organisation unserer Arbeit nutzen, haben sich in den letzten Wochen sehr viele Informationen angesammelt, die endlich mal geordnet und verarbeitet werden müssen. Das wird meine Aufgabe für den Rest des Tages sein. Auf gut deutsch: Tickets mit Fehlermeldungen oder Featurewünschen öffnen, den Bearbeitungsstatus prüfen und die Tickets entweder schließen oder aktualisieren. Mittendrin zickt eines der Tools herum. Ich liege unserem Admin seit Monaten in den Ohren deswegen, aber keiner der Lösungsversuche hatte bislang Erfolg. Heute kommen wir aber drauf, was es ist, und merken das wir dieses Problem nicht lösen können. Hrmpf.
Zwischendurch nasche ich ein, zwei sehr gut schmeckende Geburtstags-Cookies von einer Kollegin, telefoniere mit einem Kunden von uns zu einigen dieser Fehler- oder Featuretickets und bespreche mein weiteres Vorgehen mit einem der Projektmanager.
Tatsächlich macht das Zusammenführen der vielen Informationen und losen Enden sogar Spaß und ist relativ erfüllend. Als ich gegen 17:15 Uhr das Büro verlasse, bin ich mit dieser Aufgabe fast fertig und habe für den nächsten Arbeitstag eine ToDo-Liste mit den noch zu erledigenden Aufgaben angelegt.
Auf dem Heimweg freue ich mich über Babyfotos des schlafenden Herrn Schnuffke, die mir Jott per WhatsApp schickt.
Als ich gegen 18:15 Uhr in Köpenick ankomme, kaufe ich noch Handcreme für mich und laufe danach durch den stärker werdenden Schneefall (hurra!) nach Hause zu Jott und Herrn Schnuffke. Während Jott das Abendessen vorbereitet, prüfen Herr Schnuffke und ich wer mit der Hand am lautesten auf den Boden patschen kann und lachen uns dabei an. Ich gewinne, aber nur ganz knapp.
Gegen 19 Uhr bekommt Herr Schnuffke von mir seinen Milchbrei verfüttert, danach mache ich ihn bettfertig. Heute ist das Kind zum Glück sehr entspannt und locker und macht kein Theater wie gestern. Nachdem ich Herrn Schnuffke an Jott zum Stillen weitergegeben habe, bereite ich die von Jott begonnenen Overnight Oats für morgen fertig zu und danach eine heiße Zitrone vor.
Zwischendurch klingelt ein Nachbar, dessen vier Pakete bei uns abgegeben wurden. Weil er sie nicht in einem Rutsch nach oben in seine Wohnung tragen kann, helfe ich ihm und mache durchs Treppensteigen in den vierten Stock Abendsport.
Im Anschluss schaue bei Jott vorbei um zu sehen ob das Kind schon schläft. Macht es nicht, obwohl es merklich müde ist, sich die Augen reibt und dauernd gähnt. Dussliges Baby.
Wir besprechen, dass ich schon einmal esse, Herrn Schnuffke danach in die Trage setze und in den Schlaf schaukle. Ein guter Plan, der schon des Öfteren funktionierte. Auch heute schläft Herr Schnuffke relativ bald ein, und kurz vor 21 Uhr kann ich ihn aus der Trage in seinen Schlafsack umbetten. Dabei geht allerdings etwas schief, das Kind meckert und wird dabei wieder richtig wach. Also Schichtwechsel, Jott versucht erneut das Kind in den Schlaf zu stillen. Mittlerweile ist Herr Schnuffke deutlich über den Punkt und ziemlich gereizt. Ich auch. Eigentlich wollte ich gegen 20 Uhr am Rechner sein und für ein privates Projekt arbeiten, daraus wird wohl nichts mehr.
Um 21:30 Uhr gibt Jott auf, ich stecke Herrn Schnuffke noch einmal in die Trage. Leider auch diesmal ohne Erfolg. Nach einer weiteren Viertelstunde beschließt Jott, mit Herrn Schnuffke schlafen zu gehen, in der Hoffnung dass das Kind dabei einschläft.
Kurz vor 22 Uhr habe ich endlich Freizeit und möchte eigentlich sofort ins Bett. Geht aber nicht, das private Projekt muss endlich mal fertig werden. Also ab an den Rechner, den heutigen WMDEDGT-Eintrag geschrieben und dann eben an die Arbeit nur noch die Wohnung aufräumen wegen allgemeiner Matschigkeit.
Ach ja, heute kamen zwei neue Hygrometer für Küche und Bad. Jetzt ist die Wohnung vollumfänglich überwacht.

Journal Montag, 4.1.2016
Unschöner Nebeneffekt der Kälte: An unseren Fenstern kondensiert die Feuchtigkeit, der untere Rand der Fensters ist gerade nach der Nacht regelmäßig nass. Mir ist zwar schleierhaft, wie das bei Innenraumtemperaturen von ~20 Grad und Raumfeuchtigkeit von ~40% (wir haben zur Kontrolle der Werte Hygrometer in Schlafzimmer, Wohnzimmer und Kinderzimmer) passieren kann, aber es ist so und das ist natürlich unschön. Zum einen wegen der Nässe an sich, zum anderen weil es die Gefahr von Schimmel birgt. Ich hoffe, dass eine Anpassung unseres Lüftverhaltens Besserung bringt: Von einmal Stoßlüften für 10 bis 15 Minuten am Abend wechseln wir auf zwei- bis dreimaliges Stoßlüften über den Tag verteilt.
Das ist einer der großen Nachteile an unserer Altbau-Wohnung: Die Dämmung/ Isolierung ist echt schlecht. Daran können wir zwar nichts ändern, aber wenn wir damit leben müssen können wir wenigstens die Symptome eindämmen.
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Erster Arbeitstag nach der Weihnachtspause. Meine Teamleiterin war krank, in Abstimmung mit dem Team habe ich einen Schlachtplan für die Woche entwickelt und Aufgaben zugewiesen. Am Freitag müssen wir zwei Projekte teilausliefern (WARUM?!?) und daher muss priorisiert und abgewägt werden.
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Die Heizung im Büro funktioniert nicht richtig. Die Mieter unter uns heizen soviel, dass der Druck in der Heizung nicht ausreicht um das nötige Wasser zu uns in die 4. Etage zu transportieren. In Verbindung mit einer abgestellten Heizung über die letzten anderthalb Wochen*, einem Flachdach und großen Glasfronten sind die Räumlichkeiten ausgekühlt.
Zum Glück hatte ich mir von Jott Leggins ausgeliehen, um auf dem Arbeitsweg nicht zu frieren. Die habe ich den Tag über anbehalten- zusammen mit Jacke, Schal und Mütze. Hoffentlich steigt die Temperatur über Nacht, noch ein Tag mit steifen Fingern Code schreiben muss nicht sein.
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Beim abendlichen Umziehen hat Herr Schnuffke einen Rappel gekriegt und sich jedes Mal, wenn er auf dem Rücken zum Ausziehen, Wickeln und Anziehen abgelegt wurde, auf den Bauch gedreht. Nach drei Mal fand ich das witzig, nach fünf Mal nicht mehr ganz so und als sich das Spielchen dann zog und zog hätte ich das Kind am liebsten zum Mond geschossen. Auch mit vereinten Kräften (nach einiger Zeit bat ich Jott um Hilfe, geteiltes Leid ist halbes Leid) konnten wir das Kind nur mühsamst bändigen.
Das muss man sich mal vorstellen, da kommen zwei 1,8nochwas-Meter große Erwachsene nicht mit so einem kleinen Scheißer zurecht.
Ich muss in solchen Momenten viel ruhiger werden. Innerlich zu kochen ist weder für mich gut noch für das Kind, das natürlich merkt das etwas nicht stimmt und nicht unruhiger und zappeliger wird.
Und ich muss mir hinter die Ohren schreiben, dass die abendliche (halbe) Stunde mit Herrn Schnuffke nicht automatisch schön sein wird, sondern dass es eben auch mal blöd läuft und nervig ist.
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Auf Jotts Initiative probieren wir Overnight-Oats aus. Morgen früh gibt es Schwarzwälder Kirsch Proats und ich bin zum einen auf den Geschmack gespannt und zum anderen, wie lange so eine Portion sättigt.
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He. Hehehe. Hehe. Meine morgentlichen Gedanken beim Verabschieden von Jott und Herrn Schnuffke- die dann beide noch ’ne ganze Weile schlafen können- zu Ende gedacht: Sleeping.
* Interessenfrage: Was ist sinnvoller? Das Büro anderthalb Wochen auf moderater Temperatur zu heizen oder aber zwei bei drei Tage alle Heizungen auf Höchststufe bollern zu lassen (und zusätzlich die Angestellten verärgern/ riskieren das sie krank werden)?
Journal Sonntag, 3.1.2016
Herrje, wo kommt nur diese absurde Kälte her? Heute Nacht mussten wir sogar mit geschlossenem Fenster schlafen, weil der Luftzug zu eisig war. Selbst in der vergangenen Woche, als draußen noch einstellige Plusgrade herrschten, sank die Temperatur im Schlafzimmer über die Nacht auf 12 bis 13 Grad, da möchte ich nicht wissen wie kalt es bei -12 Grad gewesen wäre.
Abgesehen davon begrüße ich als Wintermensch die Temperaturen- auch wenn ich mir nicht vorstellen möchte, wie es ist bei diesem Wetter nicht in einer festen Unterkunft übernachten/ einkehren zu können.
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Nach dem Frühstück schnappte ich mir Herrn Schnuffke für einen Winterspaziergang durch Köpenick. Unter insgesamt drei Schichten Kleidung, der Trage und dem Winterüberzug für die Trage hatte er es schön warm und schlief bald ein, während ich durch die fast menschenleere Gegend lief. Wie jedes Jahr bei Minusgraden fiel mir unterwegs auf, dass ich mir doch endlich, endlich einmal lange Unterhosen und ein paar vernünftige Handschuhe kaufen sollte.
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Herr Schnuffke ist über Weihnachten ordentlich gewachsen. Ich habe das gar nicht so mitbekommen, aber die 74er Bodys, -Pullover und -Schlafanzüge passen entweder gar nicht mehr oder sind sehr eng. Es wird also Zeit für die 74/80. Sein Gewicht ist allerdings nicht ganz mitgezogen, er scheint mir etwas schlanker zu sein. Das erklärt seinen derzeitigen Hunger, von ungefähr sechs Mahlzeiten hat er sich auf sieben bis acht Mahlzeigen gesteigert.
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Am Nachmittag gingen Herr Schnuffke und ich noch einmal spazieren, diesmal allerdings war ihm das nicht so recht. Ich weiß nicht, ob er unbequem saß oder ob ihm kalt war, aber er beschwerte sich so, dass ich nach der Hälfte des Weges abbrach und mit der S-Bahn nach Hause zurück fuhr. Vermutlich lag es am Wind, der Nachmittags deutlich stärker und gefühlt kälter wehte. Da die gefühlte Temperatur bei -20 Grad lag, wollte ich die Unmutsbekundugen des Kindes auch nicht ignorieren, sicher ist sicher. In der S-Bahn und zu Hause war zum Glück wieder alles in Ordnung.
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Auch heute gestaltete sich das Einschlafen für Herrn Schnuffke schwierig, ich nutze die Gelegenheit um den Wrint-Jahresrückblick mit Malte Welding beim Herumtragen anzuhören.
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Abends Couching mit Jott und „Ralph reichts“ im Fernsehen.