| Tag | Gericht |
|---|---|
| Samstag | Reste |
| Sonntag | Gulasch mit Spätzle |
| Montag | Kartoffel-Spitzkohl-Eintopf |
| Dienstag | Scharfe Asia-Chinakohl-Pfanne |
| Mittwoch | Chili con Carne |
| Donnerstag | Rösti mit Zucchini und Karotten |
| Freitag | – |
Autor: herrpaul_
Journal Freitag, 5.2.2016 – WMDEDGT 2/16
[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]
Hurra, ein Urlaubstag! Der kommt nach der arbeitsreichen Woche und dem sehr langen gestrigen Arbeitstag wie gerufen.
Rumgammeln können wir trotzdem nicht, denn Jott, Herr Schnuffke und ich haben einige Termine. Darum klingelt der Wecker kurz vor Sieben, und während Jott unter die Dusche springt döse ich noch etwas bis halb Acht. Dann ists aber auch höchste Eisenbahn, denn halb Neun wollen wir zum allmonatlichen öffentlichen Kindersingen einer KiTa, die Herr Schnuffke besuchen soll, aufbrechen. In der KiTa wird besonders viel Wert auf musikalische Früherziehung gelegt (das klingt so schön kompliziert, im Endeffekt singen die Kinder sehr viel zusammen und zappeln halbwegs rhythmisch dazu), außerdem ist sie nicht weit entfernt und sehr modern und schön eingerichtet. Wir möchten also gern, dass Herr Schnuffke dort seine Kindergartenzeit verbringt. Daher besucht Jott seit einigen Monaten das bereits genannte öffentliche Kindersingen, geht danach mit Herrn Schnuffke in die ebenfalls in der KiTa stattfindende Krabbelgruppe und versucht, einen positiven Eindruck in der KiTa zu hinterlassen. Und heute begleite ich sie und Herrn Schnuffke dabei.
Das Singen startet um Neun und ist eine sehr niedliche Angelegenheit. Die Kinder haben sichtlich Spaß. Ich bin nur irritiert, weil unglaublich viele andere Eltern mit ihren Babies ebenfalls zuschauen. Als ich Jott darauf anspreche, ist sie ebenfalls verwundert, findet aber innerhalb der Krabbelgruppe nach dem Singen heraus, weshalb die Veranstaltung heute so stark besucht ist.
Die ersten KiTas im Umkreis haben ihre Absagen rausgeschickt (wir wurden auch bereis einmal abgelehnt), deswegen steigt wohl die Torschlusspanik und die anderswo abgelehnten Eltern versuchen verstärkt, in den anderen KiTas einen Platz zu ergattern. Absolut verständlich, was bleibt einem auch anderes übrig.
Ich hoffe, dass sich Jotts „Engagement“ auszahlt und wir den KiTa-Platz bekommen. Die Alternativen sind nicht so das Gelbe vom Ei, und was passiert wenn Herr Schnuffke keinen KiTa-Platz im Umkreis bekommt möchte ich nicht wissen.
Nach der Krabbelgruppe brechen wir zu einem Familienfotoshooting auf. Jott hat dazu vor einiger Zeit einen Gutschein bei Groupon ergattert und den Termin auf den heutigen Tag gelegt. Das für uns am günstigsten gelegene teilnehmende Fotostudio befindet sich im Ring Center. Passt super, denn im Ring Center sind außerdem noch ein Spielwarenladen (wir möchten uns dort Buggys und eventuell Nachtlichter ansehen) und ein Klamottenladen für mich (ich brauche dringend neue Hosen und einen neuen Gürtel, durch die Abnehmerei sind die vorhandenen Hosen und Gürtel alle zu groß).
Das Shooting selbst startet um Elf. Die Fotografin macht einen guten Job, wir verlassen das Studio gegen 12:30 Uhr mit vielen schönen Bildern von Jott und Herrn Schnuffke und einigen wenigen von mir. Ich bin mit meinen Haaren unzufrieden, die gestern beim Friseur angegebene Länge war etwas zu kurz. Auf vielen Fotos sieht das sehr unvorteilhaft aus, außerdem sehe ich infolge des langen Arbeitens und der kurzen Nacht doch ziemlich k.o. aus.
Der Spielwarenladen entpuppt sich als Enttäuschung, weder Buggys noch Nachtlichter sind vorhanden. Das hätten wir nicht gedacht, lernen aber daraus beim nächsten Mal telefonisch zu erfragen ob die gewünschten Artikel im Laden ausgestellt werden.
Immerhin ist mein Klamottenkauf ein voller Erfolg, ich ergattere tatsächlich eine neue Hose (in 34!! Mir hat seit Jahren keine 34 mehr gepasst!), einen Gürtel und sogar noch eine um 90 Euro reduzierte Winterjacke.
Gegen halb Zwei am Nachmittag fahren wir wieder nach Hause. Herr Schnuffke und ich werden langsam quengelig, wir haben Hunger.
Auf dem Heimweg geraten wir in eine Routine-Verkehrskontrolle. Spannend, sowas haben weder Jott noch ich bis jetzt erlebt. Nach Vorzeigen von Fahrzeugpapieren, Führerschein, dem Beweis der Funktionsfähigkeit aller Blinker und Warnlichter und ein paar Fragen zu Drogen (ham wa nich, nehm wa nich, brauchen wa nich) und Alkohol (auch nich) können wir unseren Weg fortsetzen.
Zu Hause gibts Hirsebrei mit Gemüsekram für Herrn Schnuffke und Pizza für uns. Herr Schnuffke kostet ein wenig vom Rand, vom Käse und von der Paprika und findet das spitze.
Nach dem Essen verkrümeln wir uns für eine halbe Stunde auf die Couch und legen die Füße hoch. Kurz vor halb Vier Nachmittags kommt meine Mama zu uns. Wir haben verabredet, dass sie auf Herrn Schnuffke aufpasst, damit Jott und ich zu IKEA fahren können. Wir möchten einen Sessel für das Kinderzimmer kaufen. Auf dem soll Jott Abends und Nachts stillen und ich Herrn Schnuffke vorlesen.
Bei IKEA werden wir uns recht schnell einig, dass wir einen Strandmon-Ohrensessel möchten. Der hat eine angenehm hohe Rückenlehne zum Kopf anlehnen, bietet genug Platz um im Schneidersitz (ich) oder mit Stillkissen (Jott) darauf zu sitzen und ist auch noch einigermaßen bezahlbar.
Weil ich heute noch nicht genug Geld ausgegeben habe, beschließe ich zum Sessel passend einen Fußhocker zu kaufen. Das Probesitzen mit Hocker ist furchtbar bequem, und man gönnt sich ja bekanntlich sonst nichts.
Der Transport des Sessels gestaltet sich als etwas schwierig, wir bekommen das Paket nicht ins Auto. Aber wir sind ja nicht auf den Kopf gefallen, und so packen wir den Sessel einfach aus dem Karton aus und schon passt er in den Kofferraum. Schöner Nebeneffekt: Wir müssen zu Hause keine Pappkartons entsorgen.
Gegen 18:15 Uhr sind wir wieder zu Hause. Ich baue den Sessel auf und sitze mit Herrn Schnuffke Probe. Fühlt sich gut an! Eine Nacht wird der Sessel zum Auslüften im Wohnzimmer stehen, dann tragen wir ihn ins Kinderzimmer.

Kurze Zeit später fährt meine Mama nach Hause. Während ich Herrn Schnuffke füttere und bettfertig mache, erstellt Jott den Essensplan für die kommende Woche. Anschließend wechseln wir: Jott stillt das Kind, ich koche unser Abendessen.
Als ich mit zwei gefüllten Tellern wieder ins Wohnzimmer komme, denkt Herr Schnuffke trotz Müdigkeit nicht ans Schlafen. Dussliges Baby.
Also essen wir getrennt: Jott hält das Kind, ich esse Suppe. Danach wechseln wir wieder; ich gehe mit Herrn Schnuffke ins Kinderzimmer und versuche das Kind in den Schlaf zu wiegen. Das klappt gut, der kritische Moment ist aber das Ablegen ins Kinderbett. Wie in den letzten Tagen und Wochen auch wacht das Kind dabei auf und jammert rum. Letztendlich stecke ich das Kind in die Trage, laufe durch die abgedunkelte Wohnung und schaukle Herrn Schnuffke in den Schlaf. Beim erneuten Ablegen wacht er nicht auf, und so haben Jott und ich ab 21:30 Uhr Freizeit. Couch, wir kommen!
Journal Donnerstag, 4.2.2016
Anstrengender Tag. Erst länger als beabsichtigt im Büro gewesen, und dann Abends noch um die drei Stunden von zu Hause aus gearbeitet. Das Stundenpensum für diese Woche ist dann auch erfüllt.
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Zwischen Arbeit (Büro) und Arbeit (Home Office) stand ein Friseur-Termin an. In absehbarer Zeit werde ich die Haare superkurz scheren lassen- alles andere wird frisurtechnisch mit steigenden Alter und schwindenden Haupthaar schwierig (stellen Sie Sich bitte jetzt männliches Weinen vor).
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Das Kind wollte nicht schlafen und bestand auf herumgetragen werden. Passte heute gut rein.
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Zwei Seelen wohnen, ach! In meiner Brust… Die eine Seele sagt, dass längeres arbeiten, auch und gerade in den Abendstunden, bescheuert ist. Es dankt einem keiner, es lohnt sich nicht.
Die andere Seele ist um das Projekt bestrebt und möchte gute Arbeit abliefern, immerhin steckt da sehr viel Lebenszeit und Anstrengungen drin.
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Immerhin kann ich dank der Mehrarbeit und des dadurch erreichten Projekt-Status morgen halbwegs guten Gewissens einen Urlaubstag nehmen.
Journal Mittwoch, 3.2.2016

Neuer Monat, neues Mucha-Bild: The Pole Star aus der Serie The Moon and the Stars.
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Weiterhin emsiger Betrieb im Büro, am dritter Tag in Folge mit Überstunden. Heute fiel die Telefonanlage aus. Das ist an sich schon blöd, aber gerade am Mittwoch und vor allem in der jetzigen Arbeitsphase superblöd. Mittwoch ist nämlich der TelKo-Tag, und derzeit besteht besonders viel Abstimmungsbedarf mit unseren Kunden. Weil die Kommunikation über E-Mail zu zeitaufwendig und zeitversetzt war, blieb letzten Endes nur das private Smartphone als Kommunikationsmittel übrig. Unschön, aber nicht zu ändern.
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Als ich gegen 17 Uhr aus dem Fenster schaute, freute ich mich über zwei Dinge: Zum einen, dass es noch hell war, zum anderen über die riesigen Krähenschwärme über’m Alexanderplatz. Das ist immer wieder ein sehr faszinierendes Schauspiel, wenn zur Dämmerung hunderte Krähen zusammenkommen und Flugmanöver fliegen, nur um fünf Minuten später auf den Kränen am Humboldt-Forum und auf den Mauervorsprüngen am Roten Rathaus zu landen. Der Tagesspiegel hat das ein oder andere Mal über diese Schwärme geschrieben:
- Krähen erobern Berlin – Achtung vor der Straßengang
- Krähen in Berlin – Schwarm-Alarm unterm Fernsehturm
(Die reißerischen „Krähen greifen Passanten an“-Artikel ignoriere ich)
Auf YouTube gibts ein Video von so einem Krähenschwarm. Ich muss mal die Kamera einpacken und Fotos machen, wenn ich das live erlebe.
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In der Mittagspause telefonierte ich mit dem Vodafone-Kundenservice. Jott ist seit Jahrzehnten Bestandskundin, ich war es mal. Mittlerweile bin ich über eine Partner Card bei Jott im Vertrag mit drin, das war vor Urzeiten mal günstiger und bot irgendwelche längst vergessenen Vorteile. Inzwischen zahle ich 35 Euro im Monat für einen Vertrag, der lediglich 500 MB Datenvolumen und ein paar Freiminuten hat. Das empfinde ich einerseits als nicht zeitgemöß, andererseits als maßlos überteuert. Darum haben wir die Partner Card gekündigt und ich werde mir einen neuen Anbieter/ Tarif suchen (oder darauf warten, dass die Kundenrückgewinnung ein grandioses Angebot macht).
Ich denke, ich machs wie Sven– ich kauf mir ein Dual-SIM-Handy (da gibts mittlerweile echt günstige und auch gute Geräte, ich war beim Googlen echt baff) und dann einfach zwei SIM-Karten für Telefonie und Datenkram. Und dann wird endlich eine Zeit anbrechen, an der ich nach zehn Tagen nicht gedrosselt surfen muss.
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Am Abend das Kind gebadet- Herr Schnuffke liebt Baden unglaublich, er planscht herum und krabbelt durch die Badewanne- und Kram am Rechner erledigt: Fernbustickets gebucht, Überweisungen getätigt und Nachrichten geschrieben.
Journal Dienstag, 2.1.2016
Herr Schnuffke hat den zweiten Abend in Folge Bauchschmerzen und war dementsprechend unruhig. Gestern Abend haben wir ihn deswegen wieder zu uns ins Schlafzimmer geholt. Unruhig hieß gestern nämlich, dass er alle drei Minuten im Schlaf geseufzt und gestöhnt hat und das vermaledeite Babyphone deswegen ansprang und uns aus unseren Einschlafphasen rausgerissen hat.
Als er zwischen uns lag, war er ruhiger.
Heute Abend brauchte er viel Körperkontakt. Erst ’ne halbe Stunde rumtragen, dann ’ne halbe Stunde auf mir schlafen. Als ich ihn in mehreren Versuchen ins Bett legen wollte, wachte er jedes Mal auf. Daher legte ich mich irgendwann einfach selbst ins Bett, platzierte das Kind auf mir und spielte Matratze.
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Im Büro geht es ein wenig drunter und drüber, was sich in etwas längeren Tagen auswirkt. Insofern ist es zumindest halbwegs gut, dass Herr Schnuffke etwas länger wach war und sich herumtragen ließ- so hatten wir noch Paul-und-Baby-Zeit.
Journal Montag, 1.2.2016
Erster Arbeitstag nach der Krankheitspause. Es tut gut zu sehen, dass ich im Büro gebraucht werde. Die nächsten Tage werden zwar ein wenig chaotisch- es gibt viel aufzuarbeiten-, aber das ist nicht weiter wild.
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Es ist schön, wie sehr Blumen die Wohnung wohnlicher machen. Jott und ich kauften normalerweise jede Woche einen Strauß, hatten das aber nach der Geburt von Herrn Schnuffke etwas vernachlässigt. Heute besann ich mich nach dem Jagen des Abendessens (es galt, flinke kleine Dönertiere zu erlegen) dieser schönen Tradition und brachte uns Tulpen mit. Blühende Tulpen sind ein Gute-Laune-Garant, gerade bei diesem ollen, grauen Schmuddelwetter.
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Kam per Twitter rein: Ein syrischer Flüchtling geht den Deutschen auf den Grund. Ich bin gespannt auf die weiteren Teile der Reihe.
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Eines meiner ersten Lieblingsblogs wird endgültig stillgelegt. Danke, Mr. Stevenson, für viele lehrreiche und kurzweilige Beiträge und langjährige Begleitung.
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Ich bin ja auch nur so ein zugezogener, dickbebrillter Bartträger, der in Berlin als Medienhipster sein Glück machen möchte. Gut zu sehen, dass ich nicht allein bin- die vielen grünen Kreise im 50km-Umkreis zeigen, dass viele andere Speckgürtler wie ich dem Ruf der Großstadt gefolgt sind: Zugezogenen-Atlas – Woher die Berliner wirklich kommen.
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Das nächtliche Babyprogramm war ein Desaster. Herr Schnuffke hielt bis halb Fünf aus, war dann aber unglaublich verzweifelt als nur ich und nicht Jott ihn im Arm hielten und kuschelten. Das war sehr traurig mit anzusehen, wie er das Zimmer abgesucht und dabei herzzerreißend geschluchzt hat. Heute machen wir das anders, Jott hat einen Plan.
Journal Sonntag, 31.1.2016

Wir verkauften heute unser altes Beistellbettchen (Herr Schnuffke konnte gefühlt acht Wochen darin schlafen, danach war er zu groß dafür), trotzten auf dem Weg in die Stadt dem kalten Berliner Winterwind, aßen im Rembrandt-Burger fantastische Burger (Jott, ich) mit Süßkartoffelfritten (Jott, Herr Schnuffke) und Rharbarberlimo (Jott, ich), feierten in Friedrichshain Geburtstag bei und mit K. und anderen Freunden, trugen den schlafenden Herrn Schnuffke nach Hause und freuten uns über diesen Sonntag.
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In der Nacht gelernt: Herr Schnuffke darf Jott beim nächtlichen Aufwachen nicht sehen. Als er nämlich aufwachte und ich ihn ins Wohnzimmer trug, sah er die mein Bettzeug rübertragende Jott und verwandelte sich von einem verschlafenen, schlaffen Bündel Baby in ein augenblicklich aufmerksames und wachsames Kind (es ging der sprichwörtliche Ruck durch ihn). An Schlaf war nach der Jott-Sichtung nicht zu denken, er musste gestillt werden und konnte erst danach mit mir ins Wohnzimmer umziehen.
Außerdem gelernt:
- Bettzeug rübertragen ist doof, wir nehmen ab sofort das Gästebettzeug.
- Sowohl Nuckel als auch Kuscheltier Hans Hase sollten nicht verstreut in der Wohnung rumliegen und erst gesucht werden müssen, sondern am besten noch am Abend auf die Couch gelegt werden (grober Anfängerfehler).
- Wenn ich den schlafenden Herrn Schnuffke auf die Wange küsse, lächelt er im Schlaf (ok, das ist nicht neu gelernt, aber mein Herz platzt jedes Mal vor Liebe wenn ich das mache).
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„Generation Offline: Mutter lernt Surfen“ ist ein spannender Artikel, der mir in die Twitter-Timelime gespült wurde. Beim Lesen machte es „Klick“ bei mir. Für meinen Papa ist Internet nämlich auch so eine Sache, die ihm eher fremd ist. Gestern erzählte er allerdings begeistert, wie er bei YouTube Lieder aus seiner Kindheit gefunden hat. Beim nächsten Besuch könnten wir da anknüpfen.
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Seit dem Besuch bei meinen Eltern begleitet mich Bella Ciao als Ohrwurm. Über die Kindheitslieder kamen wir nämlich auch auf Katjuscha, und von da auf die Moorsoldaten und auch Bella Ciao.
Hören kann man die übrigens auf dem „Hannes Wader singt Arbeiterlieder“-Album auf Spotify. In Zeiten wie diesen ist das nicht unbedingt die unpassendste Musik.
Journal Samstag, 30.1.2016

Heute Besuch bei meinen Eltern. Herr Schnuffke bekam Duplo-Spielzeug, Jott Komplimente für ihre schicken Föhn-Locken und ich mitleidige Blicke und den Satz „Du siehst aber nicht gesund aus“ (danke, Eltern).
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Tatsächlich war heute der erste Tag, an dessen Morgen ich nicht dachte „Oh, ich leg mich wieder hin“. Die Krankschreibung für Donnerstag und Freitag war ’ne gute Idee.
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Herr Schnuffke schlief in der letzten Nacht mehrere Stunden ruhig im eigenen Zimmer. Als er allerdings nach dem Aufwachen um dreiviertel Drei zu Jott und mir ins Schlafzimmer umzog, ging das gestern beschriebene Spiel weiter: Er verlange lautstark nach Stillen und Kuscheln und konnte vor Aufregung nicht einschlafen. Also zog ich in den frühen Morgenstunden erneut ins Wohnzimmer mit ihm um. Nach dem Umzug schlief er wieder sehr schnell ein und wachte erst halb Neun endgültig auf.
Für die erste Nacht lief das sehr gut. Heute werde ich Herrn Schnuffke, falls er aufwachen sollte, nicht ins Schlafzimmer holen sondern direkt ins Wohnzimmer mit ihm umziehen. Mal gucken, ob ihm meine Gesellschaft ausreicht oder er tatsächlich Hunger hat.
Essensplan KW 4/5 2016
| Tag | Gericht |
|---|---|
| Samstag | – |
| Sonntag | – |
| Montag | After School Burger |
| Dienstag | Mini-Brokkoli-Pizzen |
| Mittwoch | Gemüse-Erdnuss-Wok |
| Donnerstag | Paprika-Tomatensuppe mit Feta |
| Freitag | Tex-Mex-Wrap |
Journal Freitag, 29.1.2016

Das Kind hat ein Faible für blinkende LEDs an elektronischen Geräten. Weder der Router noch der Receiver sind sicher vor ihm; und die diversen herumliegenden Kabel ebenfalls nicht. Heute morgen lag er mit weit ausgestreckten Armen in seinem Laufgitter und versuchte, die außerhalb des Laufgitters liegenden Kabel zu erreichen. Wie man auf dem Bild sieht, hat er es geschafft und war äußerst ungehalten, als ich ihm die Kabel nach dem Foto aus den Händen wand.
–
Herr Schnuffke scheint gerade im Entwicklungsprozess zu stecken in dem ihm bewusst wird, dass seine Mama und er keine unzertrennbare Einheit sind, sondern zwei Individuen. Anders lässt sich das Verhalten in den letzten anderthalb Wochen nicht erklären: Nachts wird Herr Schnuffke im Abstand von zwei bis drei Stunden wach und möchte unbedingt gestillt werden und kuscheln, tagsüber ist er gerade bei Jott sehr anhänglich und erlaubt es ihr nicht, den Raum zu verlassen. Und sobald sie ihn hochnimmt, hopst er vor Freude auf ihr rum und versucht, auf Biegen und Brechen an die Brust heranzukommen. Das geht so weit, dass er Jotts Klamotten runterzieht und alle irgendwie brustähnlichen Körperteile ansaugt (die ersten paar Male fanden wir das noch ganz witzig, mittlerweile nervt es). Außerdem gerät er beim Rumhopsen und auch beim Stillen in Ekstase und ist dann nur sehr schwer wieder zu beruhigen.
Zum Glück bestehen diese Probleme bei mir nicht- da Herr Schnuffke von mir nicht gestillt wird, ist er ungleich ruhiger und entspannter.
Letzte Nacht war es besonders schlimm, über anderthalb Stunden lang war an Schlaf nicht zu denken. Das Kind katapultierte sich selbst immer wieder aus der Einschlafphase heraus. Jeder Versuch, es von der Brust abzudocken, wurde mit Geschrei quittierte.
Letztendlich wussten wir uns nicht anders zu helfen als das ich mit dem Kind zum Schlafen ins Wohnzimmer umzog. Drei Minuten nachdem wir uns hingelegt hatten, wurde Herr Schnuffke ruhiger, griff sich seinen Nuckel, spielte noch ungefähr zehn Minuten damit und… schlief acht Stunden lang durch. Ohne Aufwachen, ohne gestillt werden zwischendurch.
Das brachte uns zum Nachdenken: Wenn das Kind weiß, dass Jott nur eine Armweite entfernt ist, meldet es Stillbedarf an. Wenn Herr Schnuffke aber weiß, dass dem nicht so ist, ist er ruhiger. Aus diesem Grund haben wir ihn für heute Nacht ins Kinderzimmer umquartiert und werden ausprobieren, wie ruhig er dort schläft.
Das Kind schläft ab heute im eigenen Zimmer. Das Jammern und Schluchzen ist schwer auszuhalten.
Ich hoffe, ich wecke das Kind damit nicht.
— Herr Paul (@herrpaul_) 29. Januar 2016
Das ist ’ne schwere Entscheidung- eigentlich schreit gerade alles in mir, das Kind zurück ins Schlafzimmer zu holen, so wie die letzten sieben Monate.