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12 von 12

Journal Dienstag, 12.4.2016 – #12von12 im April

Heute war wieder ein #12von12-Tag. Informationen zu #12von12 gibts im Kännchenblog.

S-Bahn
Der Tag beginnt unschön: Ich muss eine Hose anziehen und in eine S-Bahn steigen.

Straßenbahn
Am Alex steig ich aus und lauf den Rest der Strecke ins Büro. Es ist dreiviertel Acht und noch ist der Alex relativ leer. So mag ich die Gegend am liebsten.

Schleusen-Brücke
Mein Arbeitsweg führt mich über zwei Brücken über die Museumsinsel. Die Rathausbrücke mag ich, weil sie einen relativ breiten Teil der Spree überbrückt und man außerdem die ganze Spreeseite des Neuen Marstall überblicken kann. Wenn man im Sommer die Brücke überquert, kann es sein das aus den geöffneten Fenstern der Hanns-Eisler-Musikhochschule Musik klingt und man sich wie im Film fühlt.
Die Schleusenbrücke überquere ich gern, weil man von ihr auf einen Mini-Wasserfall (ich glaube, das sind die Reste einer ehemaligen Schleuse) am Auswärtigen Amt gucken kann.

Frühstück mit Pagode
Ich komme seit ein paar Wochen unglaublich schwer aus dem Bett und döse auch heute bis ungefähr halb Sieben vor mich. Daher reicht die Zeit nicht mehr für ein ruhiges Frühstück am Morgen. Mein Oat nehme ich daher mit und esse es während des Mail-Checkens im Büro.

Mittagessen
Die Zeit bis zum Mittag vergeht wie im Fluge, es gibt viel zu tun. Weil ein Kunde ein Dokument mit Zeitschätzungen bis spätestens halb Drei benötigt, verschiebe ich die Pause nach hinten und bin völlig ausgehungert.
Weil wir gestern Abend Halloumi-Döner aßen und die sich nicht zum mitnehmen eignen, gibt es vegane Linsensuppe von DM. Sie schmeckt ok, ein wenig Zucker und Essig hätten ihr gut getan.

Mischmasch
Nach dem Mittag schnappe ich mir eine Limo und gehe in das wöchentliche Entwicklermeeting. Ich komme auf Grund der Fertigstellung des Dokuments etwas später, verpasse aber anscheinend nichts.

Nachmittagskaffee
Nach dem Meeting eskalieren Dinge und Sachen vor sich hin, so das ich erst halb Fünf meinen Nachmittagskaffee trinken kann. Es wird auch höchste Zeit, ich werde schon wieder müde.

Ostkreuz
16:30 Uhr, zur regulären Feierabendzeit, ruft einer unserer Kunden an und hat Rückfragen zu einigen Themen. Kaum lege ich auf, klingelt das Telefon erneut und ein anderer Kunde hat einen Notfall. Das eine führt zum anderen und so kann ich mich erst mit einer guten Stunde Verspätung auf den Weg machen. Mich nervt das, die Tage an denen ich in letzter Zeit pünktlich raus kam kann ich an einer Hand abzählen.
Am Ostkreuz möchte ich ein Bild von der einfahrenden S3 machen. In genau diesem Moment fährt der auf dem Bild zu sehende Transporter vorbei. D’oh!

Graffitti
Ein Nachbarhaus wurde „verschönert“. Das ist besonders bitter, weil vor einem halben Jahr erst die Fassade gestrichen wurde.

Was schön war: Während ich Herrn Schnuffke ins Bett brachte, machte Jott mir ein Oat für morgen fertig. So musste ich nicht mehr in der Küche stehen.

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Journal Montag, 11.4.2016

Herr Schnuffke krabbelte mir heute morgen im Flur nach. Zur Arbeit gehen war nie schwerer.

Den ganzen Tag über furchtbar müde, trotz Kaffee und frischer Luft zwischendurch. Das besserte sich erst am späten Nachmittag. Mit zusammengebissenen Zähnen ging das Arbeiten so vor sich hin, aber wirklich flüssig lief es nicht.

Am Donnerstag ist im Büro ein Quartals-Abschluss- und Vorschau-Meeting. Dazu wurden wir Angestellten nach unserer Lieblingsmusik gefragt, wohl um das ganze aufzulockern. Ich weiß nicht, ob „meine“ Musik auflockernde Wirkung auf andere hat, werde das aber am Donnerstag erfahren wenn die ganze Agentur finnischen Folk Metal hört.

Herr Schnuffke ist derzeit sehr anhänglich und hat, zu unserer großen Verblüffung, wieder begonnen an uns zu saugen und herumzulabbern. Vor allem Jott trifft es schwer, bei ihr ist Herr Schnuffke extrem auf die Brust fixiert. Bei mir beschränken sich die Saugversuche auf Arme und Hals, aber bei Jott wird teilweise auch sehr rabiat an Oberteilen gezerrt um eben an der Brust saugen zu können.
Laut dem „Oh je, ich wachse“-Buch geht so ein Verhalten einem Schub vorher. Hoffentlich kommt der Schub bald/ ist er bald vorüber, das Leben ohne Baby-Knutschflecke war auch ganz schön.

Das Vorlesen pausiert momentan. Zwar sind wir im Hobbit an der spannende Stelle angelangt, an der Thorin über die Ankunft von Smaug und die Zerstörung von Dal erzählt, aber der gewünschte Effekt des Vorlesens- das Kind sollte ruhiger werden- wird nicht erzielt. Ganz im Gegenteil, vielmehr scheint es Herrn Schnuffke aufzuputschen wenn er mit mir allein im abgedunkelten Zimmer ist und ich mit ihm erzähle (dafür hält er das Vorlesen vermutlich).

Heute Abend ließ ich den Hobbit stecken, gab stattdessen einen Nuckel und hielt Herrn Schnuffke im Sessel sitzend im Arm. Das funktionierte besser.

Was schön war: Die Wartezeit auf die S3 überbrückte ich mit Dasitzen und Podcast hören auf dem Regiobahnsteig. Der S3-Bahnsteig liegt im Erdgeschoss und wird von allen anderen Bahnsteigen überführt. Infolgedessen ist er dunkel und zugig. Der Regiobahnsteig hingegen bildet das Obergeschoss, und dort saß ich auf einer Bank, hörte vor mich hin und sah der aus Rummelsburg kommenden S3 beim Einfahren zu.

Apropos Ostkreuz: Im Tagesspiegel entdeckte ich heute eine Bilderstrecke vom Ostkreuz. Kaum zu glauben, wie kaputt der Bahnhof mal war. Tagtäglich fuhr ich seit 2007 über das Ostkreuz, aber so marode habe ich es nicht in Erinnerung.

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Wochenende in Bildern

Journal Sonntag, 10. April 2016 – Wochenende in Bildern

[Weitere Informationen zur Initiative „Wochenende in Bildern“; die Wochenenden der anderen Teilnehmer sind in Wochenende in Bildern 9./10. April 2016 verlinkt.]

Hafenblick

Samstag Morgen und von unserem Balkon können wir auf ein Kitschpostkartenszenario gucken. Hat man auch nicht alle Tage.

Herrn Schnuffke ist das aber egal, er hat Hunger und sagt das auch. „Nannananan“ heißt soviel wie „Entweder ich krieg jetzt was zu futtern oder es wird unschön“. Und so lassen wir das Kitschpostkartenszenario Kitschpostkartenszenario sein, machen uns zurecht und gehen frühstücken.
Das reichhaltige Frühstücksbuffet ergänze ich um eine Kopfschmerztablette, und als sie zu wirken beginnt kann ich noch viel mehr genießen.
Herr Schnuffke wird durch die ungewohnte Umgebung und die vielen Menschen abgelenkt und is(s)t dadurch etwas aufgekratzter. Das resultiert in einem erhöhten Krümelradius rund um seinen Kinderstuhl. Wir sind etwas peinlich berührt, die beiden einzigen anderen Kinder im riesengroßen Saal können schon mit Messer und Gabel essen oder werden noch gestillt. Vielleicht hätten wir um eine Plane bitten sollen, die wir rund um unserem Tisch auslegen?

Spazieren

Am Vormittag spazieren wir in den Ortskern Boltenhagens, nachdem wir auf den verschiedenen Spielplätzen der Hotelanlage rutschten und schaukelten. Herr Schnuffke hat gute Laune, Jott eher weniger. Sie hat neue Schuhe mitgenommen und Blasen an den Füßen. In den nächsten Urlaub nehme ich sie nur mit ausgelatschten, bequemen Schuhen mit.

Küste

Unterwegs mache ich eine ganze Reihe Fotos von der Landschaft…

Promenade

… und uns. In der Sonne sehen Herr Schnuffkes Haare noch heller aus, und ein leichter Rotschimmer ist auch drin. Er wird doch wohl nicht, wie sein Vater, im Sommer einen Rotstich kriegen?

Meer

In Boltenhagen essen wir Mittag und lagern im Anschluss den inzwischen müden und nöligen Herrn Schnuffke vom Buggy in die Trage um. Weil er nicht zur Ruhe kommt- es ist alles so unfassbar spannend- klappe ich seine Mütze über die Augen. Eine Minute später (keine Übertreibung) schnarcht er. Manchmal muss man eben mit sanften Druck nachhelfen.

Auf der Seebrücke ist es windig und kalt, also laufen wir lieber noch ein Stückchen an der geschützten Uferpromenade entlang und anschließend durch Boltenhagen wieder zurück zur Seebrücke. Dort sah ich gestern ein niedliches kleines Cafe, in dem ich mit Jott und Herrn Schnuffke einkehren möchte.

Kaffee und Kuchen

Machen wir auch. Der Kaffee ist klasse, der Kuchen auch. Ich spreche also hiermit eine Empfehlung für das Kaffee Einraum in Boltenhagen aus.

Schlüsselkind

Herr Schnuffke ist trotz Nachmittagsbrei begierig darauf, von unserem Kuchen mitzuessen. Da wir natürlich nur um das Kindswohl bemüht sind, wollen wir ihn nicht der süßen Versuchung aussetzen und lassen ihn sich lieber beschäftigen.

Nach Kaffee und Kuchen gibts noch ein Eis (wenn schon, denn schon), dann wirds Zeit für den Rückweg. Im Hotel entdecken wir, dass Herr Schnuffke Sand in der Windel hatte und sein Po nun wundgescheuert ist. Weil wir für die Reinigung lieber keine Feuchttüchter nutzen wollen, spülen wir ihn im riesengroßen Waschbecken im Bad unseres Hotelzimmers ab. Dabei gibt es das ein oder andere Malheur und schlussendlich duschen Herr Schnuffke und ich- das ist am einfachsten. Herr Schnuffke ist sehr irritiert vom von oben kommenden Wasser, das kennt er noch nicht. Normalerweise baden wir ihn.

Tragekind

Alle Versuche, Herr Schnuffke ins Bett zu bringen, scheitern kläglich. Der Tag war einfach zu aufregend… Letztendlich hilft nur noch die Trage, und selbst darin kämpft er eine Weile erfolgreich gegen den Schlaf an.
Diesen Wesenszug verstehe ich absolut nicht- er ist hundemüde, will aber partout nicht schlafen.

Zeitreise

Als das Kind endlich schläft, bemerke ich das unser Zimmertelefon bereits in der Zukunft „lebt“. Fünf Minuten später fällt mir auf, dass es nicht „2043“ heißt, sondern „20:43 Uhr“. Naja. Impulsdummheit.

Nachthafen

Ich bin super begeistert von meiner Kamera. Es ist dunkel und sie macht solche Fotos! Der Wahnsinn. Das kannte ich von bisherigen Kameras und Handys nicht.

Nachtbier

Jotts und mein Abendausklang. Eigentlich wollten wir auf dem Balkon sitzen, aber dafür ist es zu kalt. Nach dem Radler gehen wir ins Bett, müde, k.o. und angetüddelt.

Kurz bevor wir endgültig einschlafen, hat Herr Schnuffke einen Alptraum, aus dem er scheinbar nicht rauskommt. Erst als ich ihn an die offene Balkontür halte und er die kalte Luft bemerkt, beruhigt er sich. Wirklich wach wird er aber nicht, schläft aber ruhig weiter.

Morgenkind

Der nächste Morgen. Das Zimmerpersonal wird uns hassen für die ganzen Babyhandabdrücke.

Autobahn

Nach dem Auschecken fahren wir zurück nach Berlin. Herr Schnuffke meckert eine ganze Weile rum und schläft erst ein, als ich ihm vorsinge. Zum Ausgleich wacht er erst kurz vor der Ankunft wieder auf und hat einigermaßen gute Laune.

Aufräumkind

Nach der Ankunft gibts „Nannananan“ fürs Baby, wir räumen etwas auf. Nachmittags laufe ich mit Herrn Schnuffke nach Friedrichshagen, esse Sesam- und Zimteis bei Da Dalt und gönne so Jott ein wenig Freizeit.

Abends couch-en wir.

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Journal Samstag, 9.4.2016

Supertoller Tag. Wegen müde und k.o. und angetüddelt morgen mehr.
Abendausklang

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Essensplan

Essensplan KW 14/15 2016

Tag Gericht
Samstag
Sonntag Halloumi-Döner
Montag Asiapfanne
Dienstag Tomaten-Paprika-Suppe
Mittwoch Salat
Donnerstag Bratkartoffeln
Freitag Nudelfpanne
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Journal Freitag, 8.4.2016

Boltenhagen
Ach, das Meer. Kaum steh ich davor, schon ist der Alltag ganz weit weg.

Wir fuhren heute nach Jotts Geburtstagsfrühstück an die Ostsee. Herr Schnuffke schlief kurz nach der Abfahrt ein und wachte kurz vor der Ankunft auf, so dass die Fahrt sehr entspannt war. Jott fuhr, ich hingegen hatte die verantwortungsvolle Aufgabe, Herrn Schnuffkes Kopf wieder in Ausgangsposition zu bringen sobald der im Schlaf auf die Brust sackte.

Der Erholungseffekt des Schlafs war direkt sichtbar: Zu Beginn der Fahrt war Herr Schnuffke sichtbar k.o., nach ungefähr einer Stunde wurden die blassen Wangen wieder rosig und hingen nicht mehr durch.

Unser Hotel in Boltenhagen ist ein Schickimicki-Vier-Sterne-Hotel. Als wir mit Kind am frühen Nachmittag im Hotelrestaurant Mittag essen wollten, wurden wir angeguckt wie Außerirdische. Nach Sichtung der anderen Gäste wurde recht schnell klar, weshalb- wir sehen einfach nicht wohlhabend genug aus.
Aber was solls, das wird uns nicht davon abhalten ein schönes Wochenende hier zu verbringen.

Wir nutzen das Wochenende, um etwas über das Verreisen mit Kind zu lernen. Die erste Lektion bestand in der Einsicht, dass Herr Schnuffke äußerst ungern von seinen Routinen abweicht- vor allem was Nahrung und Schlafen betrifft (was ich allerdings zu 100% nachvollziehen kann).

Was schön war: Um Herrn Schnuffke wenigstens das gewohnte Abendessen zur selben Zeit bieten zu können, schmuggelten wir ein Survivalpaket Menschenfutter ins Hotelzimmer und aßen alle zusammen selbstgeschmierte Stullen auf Campinggeschirr. Besser als jedes Restaurant. Und deutlich Portemonnaie-schonender.
Menschenfutter

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Journal Donnerstag, 7.4.2016

Die Arbeit macht momentan Spaß. Ich kann nämlich, abgesehen von gelegentlichen Rückfragen, sehr frei arbeiten. Das liegt mir sehr.

Nichtsdestotrotz war da wieder das schlechte Gewissen beim nach Hause kommen… Weil eben sehr viel zu tun ist, kam ich etwas später als geplant aus dem Büro, und das bedeutet das Jott länger allein zu Hause ist und alles wuppen muss. Das ist, je nach Laune des Kindes, an einigen Tagen einfacher und an anderen Tagen schwieriger. Und wenn ich mal ’ne halbe Stunde oder Stunde später komme- das ist recht leicht in der Branche- dann plagt mich das schlechte Gewissen, weil ich so wenig beitragen kann zu Kindsbetreuung und Arbeiten im Haushalt.

Umgekehrt ist es im Büro genauso: Wenn ich denn pünktlich gehe, ist auch da das schlechte Gewissen vorhanden, auf die Minute Feierabend zu machen und nicht erst noch Dinge und Sachen fertig zu stellen oder den Kollegen zu helfen oder eben etwas mehr zu leisten.

Das schlechte Gewissen ist seit der Geburt ein ständiger Begleiter. Ob das jemals besser wird?

Ich genoss das heutige Nachmittagswetter sehr. Ungefähr 15°C, minimal windig und sonnig. So kann es ruhig das ganze Jahr über sein.

Morgen fahren wir an die Ostsee, den gewonnenen Urlaub antreten. Das wird toll.

Wir müssen erstmals eine Stromnachzahlung leisten. Ich hätte ja mit allem gerechnet, aber nicht damit- normalerweise kriegen wir was wieder, für 2015 aber nicht. Dabei haben wir gar keinen anderen Verbrauch als 2014… Aber jetzt habe ich zumindest unseren Verbrauch schwarz auf weiß, was beim Anbieterwechsel sehr hilft. Ich liebäugele schon länger mit Öko-Strom und hab endlich mal einen Anreiz, mir die vom NABU für unseren PLZ-Bereich genannten Anbieter genauer anzuschauen.

Immerhin gab vor kurzem eine Betriebskostenrückerstattung (auch erstmalig, die letzten Jahre mussten wir kräftig draufzahlen). Die fängt das auf.

Herr Schnuffke ließ sich heute fast widerstandslos wickeln, wollte aber dafür partout nicht schlafen und hopste auf mir herum.

Irgendwas ist ja immer.

Was schön war: Mit Jott zusammen Autokorrekturpannen durchgucken und ’ne Viertelstunde sehr, sehr viel lachen.

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Journal Mittwoch, 6.4.2016

Mein supertoller Geheimtipp ist kein Geheimtipp mehr: Heute morgen war die Treppe zum Regio-Bahnsteig genauso voll wie die zum Ringbahnsteig. Ach Ostkreuz, du stresst wieder sehr.

Die Puppe für Herrn Schnuffke war eine gute Idee, er hat sich sehr gefreut.

Nachdem ich Anfang letzter Woche noch dachte, dass eventuell ein paar ruhige Tage im Büro anbrechen, kann ich mich derzeit über fehlende Arbeit nicht beklagen. Genau anderthalb Tage waren ruhig, danach kam es in einem anderen Projekt zu Unstimmigkeiten die seitdem den Großteil meiner Aufmerksamkeit fordern.

Während ich in der Theorie ungefähr einen halben Tag hätte Code schreiben können, sah die Praxis anders aus: Nach zwei Telefonkonferenzen prüfte ich für das Intranet-Projekt (das als schwierig eingestufte Projekt mit der gestrigen Telefonkonferenz) viele Konzepte, stellte fest dass diese unglaublich schwammig geschrieben waren (das birgt die Gefahr, dass man sich am Ende darüber streitet, wie bestimmte Definitionen zu lesen sind), besserte nach und kommunizierte dies zurück an den Kunden. Nebenbei musste das Entwickler-Team „meines“ Projektverbundes mit Arbeit versorgt werden. Bei zwei Kollegen reicht es, wenn ich durchgebe was ungefähr erledigt werden kann, die kommen damit zurecht und beschäftigen sich. Ein weiterer Kollege benötigt aber am besten eine ToDo-Liste mit genauen Vorgaben die er runterarbeiten kann. Das ist zwar etwas umständlich, aber dafür erledigt er diese ToDos dann in einem Affenzahn, so das sich das letztendlich doch lohnt.
Zwischendurch gab es immer mal wieder Abstimmungen mit anderen Kunden und Kollegen, so dass ich am Ende des Tages gerade mal zwei Punkte von meiner ToDo-Liste streichen konnte.

Nach der Arbeit eilte ich zum Alex, um Jott und Herrn Schnuffke zu treffen. Jott hatte sich mit einer lange nicht gesehenen Bekannten/ Freundin verabredet und Herrn Schnuffke mitgenommen, um insgesamt mehr Zeit für das Treffen zu haben. Ich sagte kurz hallo, schnappte mir das Kind und fuhr mit ihm mit der Bahn nach Hause. Das war eine Premiere.
Herr Schnuffke war schlecht drauf, er wollte nicht von seiner Mama getrennt werden, und Bahn fahren wollte er auch nicht. Ich konnte ihn aber zumindest mit ein paar Reiswaffeln bestechen, nicht zu sehr rumzunölen.
Den zweiten Teil der Fahrt hatte ich ihn auf dem Arm, die Reiswaffeln wollte er nicht mehr. Leider war das keine so gute Idee, er geriert dadurch in Reichweite von Handgriffen und Scheiben und pekigen S-Bahn-Sitzen und befingerte natürlich alles. Vom Anlecken der S-Bahn konnte ich ihn abhalten, aber das war eigentlich auch egal weil die Finger eh im Mund landeten.

Zu Hause gabs dann wieder Stullen zum Abendbrot. Diesmal achtete ich trotz Gemecker darauf, dass er langsam aß und auch genug trank. Das scheint sich gelohnt zu haben, heute Abend schreckt er erheblich weniger oft hoch als gestern.

Was schön war: Ein paar Minuten mit einer Kundin über Arbeit und Kinder erzählen. Einfach ein bisschen netter Smalltalk in einem als schwierig eingestuften Projekt.

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WMDEDGT?

Journal Dienstag, 5.4.2016 – WMDEDGT 4/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

Um 5:34 klingen Jammergeräusche von Herrn Schnuffke durch das Babyphone. Ich hol ihn zu uns ins Schlafzimmer, überlege kurz ob ich schon aufstehen soll und denke mir, ach nö, pennste noch ’ne Runde. Kurz vor halb Sieben werde ich wieder wach, mache mich Büro-fertig und verlasse etwas später das Haus.

Fünf nach Acht hol ich mir einen großen Kaffee im Coffee Shop am Büro, nehme ausnahmsweise- wegen Becher in der Hand und Verschüttgefahr auf Grund morgentlicher Verpeiltheit- den Fahrstuhl ins Büro, räume die eine Büroküche auf, setze Kaffee auf für die Kollegen und beginne anschließend mit der Arbeit. Eines unserer Projekte benötigt auf Kundenwunsch hin Mini-Anpassungen, die will ich zumindest teilweise bis zur Telefonkonferenz um 9:30 Uhr erledigen. Zwischendrin ruft ein anderer Kunde an und fragt ein Angebot an, das gestern hätte verschickt werden sollen. Ich ahne ob des Konjunktivs Ungemach, weiß aber leider nicht worum es geht und muss den Kunden auf später vertrösten, wenn ich die Gelegenheit habe mit unserem Entwickler- und Projektleiterteam zu sprechen.

Die TelKo um halb Zehn läuft den Umständen entsprechend (schwieriges Projekt) gut, im Anschluss erfolgt eine Nachbesprechung der Neuigkeiten mit dem Chef, der Dinge und Sachen entscheiden muss. Ich höre zu, lerne viel über pragmatische Lösungen und schreibe nebenbei ein kurzes Protokoll der Telefonkonferenz.

Kurz nach 10 Uhr treffen sich alle Mitarbeiter meines Projektverbundes zum üblichen Daily Standup Meeting. Jeder erzählt, was er am Vortag gearbeitet hat und was heute ansteht, danach geht jeder wieder an seine Arbeit. Bei mir sieht die so aus, dass ich mit meiner Teamleiterin das TelKo-Projekt von vor dem Daily Standup weiter bespreche, anschließend kurz an meinen Platz gehe und dort neue Mails vom Kunden bearbeite.
Zwischendurch meldet sich ein Entwickler wegen des gestern nicht versandten Angebots, er hat Rückfragen zu einigen Anforderungen des Kunden. Die gebe ich weiter und hole mir Antworten ein, die von unserer Seite aus Mehraufwände erfordern und deren Umsetzungsdauer noch einmal geschätzt werden muss.

Um 11 Uhr ist das nächste Meeting. Eines unserer großen Projekte bekommt im Sommer ein halbjährliches Software-Update-Paket, an dem wir seit Herbst vergangenen Jahres arbeiten. Dieses Update-Paket hat Auswirkungen auf andere Projekte (die Code-Basen hängen zusammen, wenn wir in einem Projekt etwas anpassen müssen wir gewährleisten können, dass dies keine negativen Auswirkungen auf die anderen Projekte hat), auf Grund der ungewöhnlich vielen Änderungen sind bestimmte Bereiche der Projektwebsite kaputt und müssen von uns repariert werden.
Im Meeting sichten wir die kaputten Bereiche auf einer Entwicklungsversion der Website und besprechen die Probleme.

Nach dem Meeting mache ich ungefähr 20 Minuten irgendwas, an das ich mich nicht erinnern kann, und gehe anschließend in die Mittagspause. Ich habe um ein Halbjahresgespräch mit meinem Chef gebeten. Wir kehren im Meisterstück ein, essen fantastische Nürnberger Würstchen mit Sauerkraut und Kren (das musste ich erst googlen- es ist Meerrettich) und sprechen über Kinder (Chef: 2, ich: 1), Elternzeit und Elterngeld, und auch über die Arbeit. Ich schildere, was ich derzeit so mache, bekomme dafür vom erstaunten Chef („Ach? Das machst Du? Wusst ich gar nicht.“) einen Namen genannt- es ist eine Mischung aus Entwicklung, Projektmanagement und Anforderungsmanagement (was es nicht alles gibt!), und spreche mit ihm über meine berufliche Weiterentwicklung nach der Elternzeit im Sommer. Wir sind uns beide einig, dass eventuelle Änderungen erst ab meinem Wiedereinstieg sinnvoll sind.

Nachdem wir satt sind und alles besprochen haben, sitze ich gegen 13 Uhr wieder am Schreibtisch und arbeite bis ungefähr 14 Uhr vor mich hin. 14 Uhr ist wieder ein Meeting; alle Entwickler eines bestimmten Entwicklungsbereiches treffen sich zum Austausch. Das ist im Normalfall spannend und so auch heute

Am Dienstag jagt ein Meeting das nächste- 15 Uhr beginnt die Wochenplanung für unseren Projektverbund. Wir besprechen aktuelle ToDos, Bugs und Featurewünsche unserer Kunden, sowie die allgemeine Lage. Das dauert ungefähr zwei Stunden, gegen 17 Uhr ist die Meeting-Zeit zu Ende. Wir konnten heute nicht alle von mir notierten Themen besprechen, haben aber dafür sehr konstruktiv ein großes Problem besprochen. Die Lösungsansätze werde ich am Mittwoch hoffentlich dem Projektmanagerteam präsentieren können.

Nach der Wochenplanung kläre ich noch einige Dinge mit meinen Kollegen ab, notiere meine Zeiten für den Tag und gehe 17:30 Uhr nach Hause.

Dort treffe ich eine gute Stunde später ein. Jott ist ein wenig gestresst, weil Herr Schnuffke den Tag über sehr quengelig war. Wir wechseln uns also ab- ich bin nun primär für die Kindsbetreuung zuständig. Das sieht so aus, dass ich Herrn Schnuffke in seinen Hochstuhl setze und ihm Abendbrot zubereite, während Jott essen kocht.
Herr Schnuffke isst heute erstmals Abends keinen Milchbrei, sondern Stullen mit Frischkäse und vegetarischen Brotaufstrich.

Jott erzählt, dass Herr Schnuffke heute „bamama“ gesagt hat (eventuell sagen wir in diesem Haushalt selten Banane, sondern banana). Zwei Mal. Das ist sein Lieblingsobst. Ich probiere natürlich sofort, das Wort aus ihm herauszukitzeln, scheitere aber kläglich. Jott beruhigt mich- sie hat es auch immer wieder probiert, ebenfalls erfolglos.

Zurück zum Essen. Eigentlich dachten wir, dass zwei Stullen reichen. Das sieht Herr Schnuffke aber anders. Nachdem er nach zwei Stullen und einer Banane noch immer nicht satt ist, schmiere ich ihm also eine dritte Stulle. Jott und ich sind beide baff, wieviel Essen in das Kind reinpasst. Jott hat zwar Sorge, dass Herr Schnuffke sich überfrisst und später Bauchschmerzen bekommt, aber wir haben unabhängig voneinander mehrfach gelesen dass das bei Babys und Kleinkindern nicht möglich ist- die sollen einfach aufhören zu essen.

Spoiler für den weiteren Verlauf das Abends: Das hat niemand Herrn Schnuffke gesagt.

Jedenfalls isst und isst und isst die kleine Raupe Nimmersatt, und wir dann auch. Danach mache ich Herrn Schnuffke bettfertig (wieder Wickeldrama), lese ihm aus dem Hobbit vor und gebe irgendwann auf, weil das Kind fröhlich strahlend im Bett steht und partout nicht verstehen will, dass jetzt Ruhezeit ist und er keine Faxen machen soll. Naja.
Auf meinem Arm schläft er relativ schnell ein, schreckt aber immer wieder hoch beim Ablegen ins Babybettchen. Irgendwann übernimmt Jott wieder, und ich habe Zeit mein neues Kaffee-Paket auszupacken, am Rocko Mountain zu riechen und mich über den Blaubeer-Geruch zu freuen.
Anschließend bereite ich eine heiße Zitrone für uns zu und gehe gegen 21 Uhr an den Rechner, um ein wenig herumzubasteln.
Jott hat in der Zwischenzeit das Kind erfolgreich ins Bettchen ablegen können und somit auch frei.

Möp, doch nicht.
22 Uhr weint Herr Schnuffke bitterlich, er hat entweder Zahnungsschmerzen oder Bauchschmerzen. Da er sich von Jott nicht recht beruhigen lässt, übernehme ich wieder, und schaffe es zum einen, Herrn Schnuffke in den Schlaf zu wiegen und zum anderen, ihn abzulegen. Yeah!
Beim Rausschleichen wacht er allerdings wieder auf, weil ihn offenbar gerade ein Schmerzschub durchfährt. Also wieder von vorn. Ungefähr eine Viertelstunde übergebe ich wieder an Jott, die Herrn Schnuffke mit ins Bett nimmt. Ich gehe zurück an den Rechner.

Was schön war: Herr Schnuffke winkt seit ein paar Tagen, wenn wir „Hallo“ sagen. Heute kam er mir entgegen gekrabbelt und hat gewunken. Das war schon sehr, sehr niedlich.

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Journal Montag, 4.4.2016

Herr Schnuffke schlief heute durch. Jott und ich waren sehr verblüfft.

Jott war am Abend außer Haus, ihre neue Freiheit genießen. Bis aufs Wickeln lief alles super bei Herrn Schnuffke und mir. Im Hobbit gelangten wir heute zur Stelle, an der die Zwerge anfangen über ihre vor langer Zeit verlorene Heimat (und die unermesslichen Schätze) zu singen.

Ich habe einen leichten Sonnenbrand, es ist unfassbar. Damit ist bestätigt, dass ich sonnenempfindlicher als ein neun Monate altes Baby bin.
Vermutlich sollte ich jetzt schon beginnen, mich auf unseren Sommerurlaub vorzubereiten und regelmäßig in die Sonne gehen (bitte hier diese Reaktion vorstellen).

Eventuell ist Sonne aber auch ganz gut, um meine ständige Müdigkeit zu vertreiben.

(Zu müde für mehr als das hier)

Was schön war: Als ich nach Hause kam war es hell und warm, also hab ich mir Herrn Schnuffke und eine Decke geschnappt, mich mit ihm auf den Rasen im Hof gesetzt und zugeschaut, wie er ganz irritiert den komischen Untergrund angepatscht hat.