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Journal Montag, 21.9.2015

Am Morgen zur Urlaubsvertretung meiner Hausärztin gestiefelt, nur um dort zu erfahren dass der Vertretungsarzt ebenfalls im Urlaub ist und dessen Praxispersonal von nichts wusste. Super. Also zurück nach Hause, Jott gefragt ob sie einen okayen Arzt in der Gegend kennt und auf ihre Empfehlung hin zuerst telefonisch erkundigt ob überhaupt ein Arzt zum Ausstellen einer Krankschreibung anwesend ist- gelegentlich lerne ich dazu. Weil es inzwischen nach 8:30 Uhr und somit nach Beendigung der Akutsprechstunde war, geriet ich unter die Terminpatienten, durfte im Wartezimmer Platz nehmen und eine ziemlich lange Zeit in meiner mitgebrachten GeoEpoche über die RAF lesen.

Nach gut zwei Stunden verließ ich die Arztpraxis mit einer neuen Krankschreibung und darf mich jetzt bis Freitag erholen. Das ist das allererste Mal, dass ich mich nicht mit einer halb auskurierten Erkrankung zur Arbeit schleppe, und ich habe Schuldgefühle deswegen. Schlau ist das nicht.

Das Kind schnieft und schnauft und niest und hustet und möchte nur noch getragen werden, sonst beschwert es sich. Mit anderen Worten: Alle drei Personen im Haushalt sind krank. Auch mal ’ne Erfahrung.

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Journal Sonntag, 20.9.2015

Es ist ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Heute begann die nächste Phase der Monster-Erkältung: Husten und Schniefen. Demzufolge haben sich auch wieder Halsschmerzen und eine sehr angeschlagene Stimme eingestellt. Morgen gehts also erneut zum Arzt mit der Bitte, die Krankschreibung noch etwas zu verlängern.

Auf die Frage, wie es ihr ginge, antwortete Jott heute morgen mit „schlecht“ und schob mir das Kind zu mit der Bitte, es zu wickeln und zu bespaßen, damit sie noch etwas schlafen könne. Also dem nachgegangen, das Kind trocken gelegt und dann mit dem Kind in der Trage beim Bäcker Frühstück und etwas Kuchen besorgt.

Herr Schnuffke war heute zu unserem großen Glück sehr pflegeleicht, schlief an mich gekuschelt viel und spielte ansonsten mit seinem Spielzeug. Hoffentlich ist das nicht die Ruhe vor dem Sturm beziehungsweise dem Krankheitsausbruch. Das wäre unschön.

Abends das erste Mal mit Kind gebadet. Direkt das Kind in Bauchlage unfreiwillig untertauchen lassen, was mit panischem Gehuste und entrüsteten Blicken à la „Papa, wieso tust Du mir das an?“ quittiert wurde. Das üben wir nochmal.

Nebenbei von einer Badewanne geträumt, in der nicht die Füße, die Knie oder der Oberkörper rausgucken.

Es erstaunt mich immer wieder, wie schnell so ein Tag, gefüllt mit lauter Kleinkram, vorbei gehen kann.

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Journal Samstag, 19.9.2015

Geburtstag nachfeiern bei der Schnuffke-Großmutter (die partout weder Oma, Omi oder Großmutter genannt werden möchte, weil sie das alt macht- mal gucken, wie lange sie das durchhält). Die vorsorglich eingepackten Schmerztabletten für mich mussten nicht zum Einsatz kommen, die Erkältung hielt sich gnädigerweise ziemlich zurück- wenn man von der Matschigkeit absieht. Ich bin ein wenig überrascht, wie hartnäckig sie sich hält. Derzeit ist noch nicht absehbar, dass ich Montag tatsächlich wieder arbeiten kann, weil ich kaum drei Schritte laufen kann ohne dass der Kreislauf ein „Paul, setz Dich hin!“ signalisiert.

Es ist schon schön, so im Kreis der Familie zu sitzen und zu beobachten, wie alle gebannt das Baby angucken und sich freuen. Heute hat der Schnuffke-Onkel aus meiner Familienhälfte seinen Neffen zum ersten Mal auf dem Arm gehalten und war tatsächlich etwas überfordert, das Kind richtig zu halten- laut Eigenaussage ist es der erste Säugling, den er je gehalten hat. Ging trotzdem gut, auch wenn das Kind natürlich spürt dass sein Träger irritiert ist und dann selbst dementsprechend reagiert.

Auf der Heimfahrt hatte das Kind Hunger und musste dies lautstark mitteilen. Scheiß Situation, vor allem weil wir gerade durch ein dunkles Waldstück fuhren und nicht anhalten wollten. Kurz nach dem (erleuchteten) Ortseingang Friedrichshagen dann am Fahrbahnrand gehalten und das Kind etwas besänftigt. Gut dass wir zu zweit waren, allein stelle ich mir das ziemlich nervenaufreibend vor.

Abends mit Jott „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ im Fernsehen geschaut. Manchmal überrascht mich die Frau an meiner Seite noch, und wenn sie mir eröffnet noch nie Star Wars gesehen zu haben ist das einer dieser Momente. Ich meine… Wie kann man Star Wars nicht kennen? Herrje.

Leise Befürchtung, Jott mit der Erkältung angesteckt zu haben. Sie hat leichte Halsschmerzen- und so fings bei mir auch an. Ich hoffe, ihr Körper verkraftet das besser als meiner. Ich weiß nicht, wie die Betreuung von Frau und Kind laufen soll wenn ich wieder arbeiten muss.

Zur Nacht noch geistige Höchstleistungen beim Hashtag #EinBuchstabedanebenHunde. Zumindest ich hatte meinen Spaß.

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Journal Freitag, 18.9.2015

Zustand heute Morgen: Och, geht ja wieder halbwegs.

Zustand heute Abend: Ich will mich in eine dunkle, abgeschiedene Höhle zum Sterben verkriechen.

Diese Erkältung, ey.

An die hier mitlesenden Menschen: Gucken Sie doch mal bei Rabensalat – Vier Raben im Norden vorbei.

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Journal Donnerstag, 17.9.2015

Die Hebamme war heute zum letzten Mal da und hat sich Herrn Schnuffke angeschaut. Ihr vorheriger Besuch lag sechs Wochen zurück, und so war sie etwas überrascht über die Größe und den Entwicklungsstand von Herrn Schnuffke. Unser Riesenbaby trägt drei Monate nach der Geburt Größe 74, bringt Achtkilonochwas auf die Waage, hält Kopf und Brustkorb in Bauchlage oben, lächelt fröhlich und „erzählt“ (er brabbelt und gluckst, es ist wohl eine Vorform von gezielten Sprechen) freimütig. Scheinbar ist das nicht unbedingt normal, er soll etwas weiter als andere Kinder im gleichen Alter sein (Jotts und mein Elternherz sind übervoll vor Stolz).

Der Nachteil ist, dass das Kind beschäftigt werden möchte, tagsüber nicht länger als 30 Minuten am Stück schläft (und das auch nur selten) und man dadurch zu NICHTS kommt. Momentan scheint die einzige Lösung das dauerhafte Herumtragen in der Trage zu sein. Empfehlung der Hebamme waren Krabbelgruppen und PEKiP, Jotts Tage werden dadurch etwas voller.

Weiterhin krank, aber es ist ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Ich fühle mich nurnoch, als ob ein Traktor über mich drüber gefahren ist und nicht drei.

Nebeneffekt vom krank sein: Der Bart wächst sich zum Talibart aus, zum Rasieren hab ich keine Lust. Rausgehen kann ich so nicht, aber das habe ich derzeit auch nicht vor.

Erzählte ich bereits, dass ich dem Kind einfach nicht böse sein kann, egal wie sehr ichs versuche? Dann lächelt er oder erschrickt sich beim Furzen oder sieht beim Gähnen unfassbar niedlich aus und schon ist mein Herz dahin geschmolzen (ich Weichei).

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Journal Mittwoch, 16.9.2015

Krank sein ist doof.

Gegen Nachmittag mit Jott und Herrn Schnuffke einmal ums Eck gelaufen um beim Rewe neuen Tee zu kaufen. Danach in einen komatösen Schlaf gefallen, an dessen Ende ich mich noch viel überrollter fühlte.

Immer noch kein Lesen möglich, der Kopf behält nichts. Da hat man mal Zeit und dann das.

Das Kind hat heute intensiv mit seinem Mobile gespielt. Jotts Mama- seit Montag zu Besuch- hat daran eine rote Spielzeugblume befestigt und Herr Schnuffke ist unglaublich begeistert davon. Er beschwert sich allerdings, dass er selbst nicht danach greifen kann, und quietscht vor Entrüstung. Das sind Momente, die der Genesung sehr zuträglich sind.

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Journal Dienstag, 15.9.2015

Beim Arzt gewesen, bis Freitag krank geschrieben. Den Rest des Tages kopfschmerzbedingt nur anspruchslose Sachen (lies: Schlafen und Spielen) erledigt. Jott war mit Herrn Schnuffke bei meinen Eltern zu Besuch und kam erst am Abend zurück.

Abends Besuch vom Finanzberater, um eine Kapitalanlage (das klingt groß. Ist aber „nur“ ein Fuffie im Monat vom Kindergeld) für Herrn Schnuffke in trockene Tücher zu bringen. Ich hoffe, das Produkt bringt was. Nicht, dass wir in 20 Jahren merken das es sinnvoller gewesen wäre das Geld einfach unters Kopfkissen zu packen….

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Journal Montag, 14.9.2015

Örks. Was gestern Abend mit einem leichten Pieksen im Hals begann, wuchs sich bis heute morgen zu handfesten Halsschmerzen aus. Gepaart mit Matschigkeit und Schlappheit also ein Fall für „Nee Leute, ich bleib heut zu Hause“. Ich hoffe, es ist nur eine kleine Erkältung und nicht der Auftakt für eine richtige Erkrankung. Ernsthaft krank (so mit zwei Wochen Krankschreibung und hohen Fieber und fünf Tage am Stück Bettruhe) war ich zuletzt zur Schweinegrippe-Zeit, das müsste 2010 oder so gewesen sein.

Das Kind ist derzeit etwas anstrengend fordernd: Er möchte nur mit Körperkontakt schlafen, trinkt alle 90 Minuten und verlangt ansonsten lautstark nach Bespaßung. Prinzipiell ist das ok, vor allem da wir zu zweit sind- aber als mir dann heute die Augen tränten und der Kopf brummte war das doch eher unschön. Ich möchte nicht wissen wie das ist, wenn ich richtig krank bin.

Auf Grund besagter tränender Augen nicht viel gelesen, dafür aber umso mehr Gedanken gemacht. Darin bin ich gut, es müsste nur öfter was dabei rauskommen.

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Journal Donnerstag, 10.9.2015

Da gewichtet man seine Prioritäten kurzzeitig anders und ist vielleicht auch etwas faul und dann sind schwuppdiwupp ein paar Tage vergangen ohne täglichen Blogeintrag. Sachen gibts.

Heute Home Office: Halb Zwei wollte die Hebamme zum letzten Mal vorbei kommen, viertel Sechs wollte Jott zum Rückbildungskurs. Daher gestern relativ spontan alles im Büro abgekaspert und heute von zu Hause aus gearbeitet.

Irre, wie unglaublich entspannend es ist ausnahmsweise nicht zwei Stunden mit den Öffis durch die Stadt zu gurken. Und noch irrer, wie viel mehr Zeit zwei Stunden sein können. Das Kind wurde intensiv bespaßt, diverse Kleinigkeiten im Haushalt wurden erledigt und ein bisschen Computerspielen war auch noch drin.

Die Hebamme war verhindert. Das liefert einen guten Grund für einen weiteren Tag Home Office, sobald der neue Termin steht.

Als Jott am frühen Abend den Rückbildungskurs besuchte, blieb ich das erste Mal für längere Zeit komplett allein mit dem Kind. Das war merkwürdig, aber doch ganz nett. Ich freu mich auf diese Zeit, wenn Herr Schnuffke auch von mir ernährt werden kann und die Gelegenheiten, allein mit Kind zu sein, zunehmen können.

Einen Termin mit dem Nachbarspaar von ganz oben zum Kaffeetrinken gemacht. Wir sind ungefähr im selben Alter, haben Kinder (ihres ein Jahr älter als unseres) und wohnen im selben Haus- da gibts also erstmal genug Gemeinsamkeiten, um sich gegenseitig kennen zu lernen und ein wenig zum Leben und allem drumherum auszutauschen.

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Essensplan

Essensplan KW 36/37

Tag Gericht
Samstag Bratkartoffeln mit gebratenen grünen Bohnen, Erbsen, Spinat und Feta
Sonntag Avocado-Tomaten-Salat mit Garnelen
Montag Ofengemüse
Dienstag Nudelpfanne
Mittwoch Salat
Donnerstag Königsberger Hackpfanne
Freitag Super knuspriges Kartoffel-Zucchini-Gemüse aus dem Ofen