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Journal Mittwoch, 9.12.2015

Böses Gehuste gestern Abend von Herr Schnuffke. Jott und ich beschlossen, die Nacht abzuwarten und heute morgen zu entscheiden ob wir ihn erneut zur Kinderärztin bringen oder nicht.
Noch in der Nacht war die Entscheidung klar, der Husten geht inzwischen leicht rasselnd und strengt den kleinen Spatz spürbar an (OH GOTT MEIN ARMES KLEINES BABY). Da Jott den Vormittag in Terminen feststeckte, zu denen Herr Schnuffke sie eigentlich hätte begleiten sollen, ging ich mit ihm zum Arzt, wurde beruhigt dass es nichts schlimmes sei (gut!) und dass es an den Zähnen liegen könnte. Ah. Ja. An den Zähnen. Geeeenau. Das Unleidlichkeiten, Infekte und sonstige Unschönheiten an den wachsenden Zähnen liegen sollen, hören wir seit Ende September– und seitdem sind die Beißerchen kein Mü weiter herausgekommen. Naja, vielleicht ja jetzt. Oder das ist so eine Art Kinderarzt-Joker- wenn irgendwas komisch ist, sinds eben die Zähne.

Wenn sich bis Freitag keine Besserung einstellt, sollen wir mit dem Kind nochmal vorbei kommen. Jott und ich drücken die Daumen, dass wir das nicht müssen weil Herr Schnuffke bis dahin wieder einigermaßen auf dem Damm ist.

Beim Arzt aufs Kind krank geschrieben worden, das ans Büro gemailt und nichts weiter dabei gedacht. Das war ein Fehler, man sollte im Leben immer weiter denken. Gegen Mittag folgte ein Anruf aus dem Büro und das Ende vom Lied war, dass ich kurz darauf im Home Office saß und die inzwischen wieder eingetrudelte Jott das Kind hütete. Dieses „Aufs Kind krank schreiben“ ist offenbar eine komplizierte Sache. Hätte ich mal früher die entsprechenden Passagen im Sozialgesetzbuch gelesen. Oder nicht angenommen, dass „sowas“ einfach wäre. Naja, aus Fehlern lernt man. Jetzt habe ich eben fünf Stunden gearbeitet und drei nicht und irgendwie wird sich das schon bemerkbar machen.

Am Abend war Herr Schnuffke zumindest soweit bei Laune, dass er ein wenig robben konnte. Ich stützte seine Füße ab, er macht auf den glatten Dielen Frosch-Schwimm-Bewegungen mit den Beinen und so rutschten wir durchs halbe Wohnzimmer. Das hat Spaß gemacht und Lust auf die ersten Krabbelversuche.

Momentan pendeln sich die Abende so ein, dass ab ungefähr 21 Uhr Kind, Haushalt und Magen soweit versorgt sind dass ich in Ruhe an den Rechner gehen kann. Jetzt muss ich nur noch die zwei Stunden bis zum Schlafen gehen soweit optimieren, dass zumindest ein Teil davon mit produktiver Arbeit ausgefüllt wird.

3 Antworten auf „Journal Mittwoch, 9.12.2015“

Der arme Herr Schnuffke. Gute Besserung noch mal! Das mit den Zähnen, also tausend Fehlalarme und von allen zu allem die Standardantwort „das kann auch an den Zähnen liegen!“ hatten wir beim Kind auch. Schlussendlich hatte es seinen ersten Zahn (bzw. die ersten zwei) pünktlich mit sechs Monaten und ohne irgendwelches Tamtam. Eigentlich waren nur die letzten sechs Zähne richtig schlimm, aber dafür haben Sie ja noch mindestens ein Jahr Zeit.

Ach menno Herr Schnuffke! Gute Besserung! Ich dachte immer, das mit der Krankschreibung (auch) für Väter ist ganz einfach!???? Aber was ist im dt. Arbeitsrecht schon einfach? Also Herr Paul, auf Arbeit mal mit ein paar ‚Alt‘-Vätern reden.

Danke für die Genesungswünsche, sie scheinen gefruchtet zu haben: Herrn Schnuffke geht es besser. Er hustet deutlich seltener und es klingt auch nicht mehr ganz so böse.

Das Gespräch mit den anderen Vätern im Büro habe ich am Donnerstag gesucht, Frau-Irgendwas-ist-immer. Was in Zukunft zu tun ist, weiß ich jetzt.

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