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Donnerstag, 05.08.2021

6 Uhr Weckerklingeln, 6:09 Uhr aufstehen. Frühstücks- und Vesperbüchsen für die Kinder vorbereiten, mit Jott Kinder wecken, anziehen, Zähneputzen, ab in die KiTa mit den Zwillingen. Jott brach zeitgleich mit M zur Schule auf. In der KiTa mit einer der Zwillingsgruppen-Erzieherin abgestimmt, ob die beiden Vorschülermaterialien benötigen– sie sollen nämlich schon ein bisschen bei den Vorschülern für dieses Jahr mitlaufen, weil sie großes Interesse an Vorschulthemen haben & auch schon ganz gut dabei sind–, dabei auf eine spätere Info von der Bezugserzieherin vertröstet worden und nach Hause geschlendert. Etwas ausgedehnterer Stop beim an der KiTa wachsenden Mirabellenbaum– halt stop, es handelt sich um eine Kirschpflaume wie ich durch Googlen herausfand–, also ein etwas ausgedehnterer Stop beim an der KiTa wachsenden Kirschpflaumenbaum, intensives Naschen und Mitnahme einiger Früchte für das Frühstück.

Sehen die nicht schön aus? Wie Galaxie-Nebel.

Wieder zu Hause Betten gemacht, Kaffee aufgesetzt, Frühstück vorbereitet, Jott begrüßt, gemeinsam gefrühstückt und dann ging jeder an seine Arbeit.

Der Arbeitstag startet bei mir mit technischen Schwierigkeiten in einem Projekt, wo wir über verschiedene Schnittstellen Daten aus einem Drittanbietertool herausziehen und auf einer Kundenwebsite anzeigen wollen. Die Sicherheitseinstellungen des Servers verhindern das aktuell. Wir haben aber auf derselben Website an anderer Stelle vor einiger Zeit bereits dieses Problem gelöst. Dabei war allerdings ein anderes Projektteam beteiligt als aktuell. Ich suche also im Ticketsystem nach der Lösung, verschicke alle Infos per Mail an das derzeitige Projektteam und hoffe, damit einen kleinen Teil zur Lösung beigetragen zu haben.

Im Anschluss wirds administrativ, unser Jira-Projektübersichtsboard wird nämlich zu unübersichtlich weil dort verschiedene Projekte, Subprojekte und Projektumsetzungsmethoden zusammenlaufen. Ich hab das gestern eher zufällig mit einem unserer Jira-Gurus besprochen und probiere heute die vorgeschlagene Lösung aus. Dazu muss ich Abfragen mit der Jira-eigenen Daten-Abfrage-Sprache JQL erstellen, die aber nur bestimmte Tickets/daten zurückgeben sollen. Das ist ein wenig knifflig, irgendwann komme ich aber drauf wie es geht und am Ende stehen mehrere neue Projekt-Übersichtsboards und das bestehende, allgemeine Board ist inklusive Ticket-Backlog wesentlich reduzierter und fokussierter.

Nächster Themenwechsel: In einem Wartungsprojekt, in dem ab nächste Woche größere Anpassungen beginnen sollen, sortiere ich nach Rückmeldung der Kundin Tickets im Jira in die gemäß Prio/Kundenwunsch richtige Reihenfolge & informiere das Projektteam über das Update. Außerdem schreibe ich mir Notizen für den nächsten Jour Fixe Termin mit der Kundin inkl. einer kleinen Timeline für Ticket-Sichtungen, Gesprächstermine und Schulterblicke.

Dann ist es 10 Uhr, unser Daily Standup findet statt. Wir schauen gemeinsam ins Übersichtsboard unseres aktuellen, projektübergreifenden Sprints, geben kurz Rückmeldungen zu Todos/Blockern und dann muss ich das Daily kurz zweckentfremden weil der technische Dienstleister für den Website- und Produktbetrieb des Großteils unserer Kunden Updates plant und wir davon betroffen sind. Also kurz die Änderungen für die Kolleg:innen einordnen, Hinweise auf eine sich bei uns verschiebende Timeline geben, Rückfragen klären und darauf hinweisen, dass die Entwickler proaktiv prüfen müssen ob ein für Anfang nächster Woche gesetzter Wartungsmodus ihre Entwicklungs-Tasks beeinflusst. Daily Ende.

Anschließend ein kurzer Hüpfer ins nächste Projekt, in dem zwei Kollegen technische Anpassungen vornehmen müssen und ein von mir mit Feedback zurückgespieltes Excel-Dokument mit Handlungsempfehlungen zu technischen Optimierungen aktualisieren sollen. Wir besprechen den aktuellen Stand, ich nehme mit das das Feedback umgesetzt wurde und ich erneut prüfen kann und dann bitte ich die beiden noch, eine Code-Auslieferung an den Kunden vorzubereiten.

Der Rest des Arbeitstages ist relativ monothematisch und schließt den Kreis zum Start des Arbeitstages: Im anfangs erwähnten Projekt wo wir über Schnittstellen Daten ziehen und aufbereiten wird eine Budgeterhöhung fällig. Ich bereite für ein zuvor terminiertes Kundengespräch eine kurze Präsentation vor, bereite die Rückmeldungen aus der Entwicklung auf, mache die Präsentation noch ein bisschen hübsch und telefoniere dann etwas über eine Stunde mit dem Kunden. Sehr angenehmes Gespräch, ich lerne nebenbei und unverhofft mehr über die Strukturen und internen Verrechnungs- und Bepreisungsmodelle des Kunden. Wegen der Budgetfrage vereinbaren wir einen Folgetermin am nächsten Mittwoch. Bis dahin müssen beide Seiten ein paar Dinge klären. Ich gehe zusätzlich mit neuen Input aus dem Termin, schreibe bei uns Leute mit der Bitte um ein kurzes Gespräch an, verschicke die Präsentation und Gesprächsnotizen, denke ein bisschen schriftlich nach und plane für mich die nächsten Schritte im Projekt.

Mittendrin in diesem großen, monothematischen Block gibt es noch eine kurze Unterbrechung; mein ehemaliges Team das ja im Zuge eines internen Strukturwandels aufgelöst wurde trifft sich zu einem kleinen virtuellen Get-together, in dem wir über alles mögliche Erzählen. Das war nett, die Gedanken zur Unproduktivität schiebe ich beiseite. Ich zieh mich nämlich normalerweise aus solchen Terminen raus, ich muss ja arbeiten– dabei vergesse ich aber, dass zur Arbeit auch solche Pausen gehören und die Kolleg:innen ja auch ein wichtiger Bestandteil der Arbeit sind.

15:30 Uhr klappe ich den Rechner zu und fahre mit dem Fahrrad M abholen. Er darf wieder auf dem Gepäckträger sitzen und freut sich, lobt aber heute nicht meine Fahrkünste. Ich bin ein bisschen enttäuscht. Wir fahren zur KiTa, holen die Zwillinge ab, ich bekomme meine Information zu den Vorschülermaterialien für G und J– wir brauchen keine, die beiden dürfen sich aus dem KiTa-Fundus bedienen– und dann hetzen wir nach Hause. Wir müssen nämlich alle vier zum Fußball. Auf dem Heimweg schubst M versehentlich noch G um, als er von einem großen Stein auf sie springt. Kurzes Geschrei, das brauche ich in dem Moment nicht– M kriegt einen Anranzer weil er seine ständigen Faxen lassen soll.

Zu Hause fix aufs Klo, umziehen und los. Jott hat viel für uns vorbereitet und unterstützt, damit wir gut loskommen.

Die Fahrt zum Fußballplatz verläuft ereignislos. G, die noch nie mit Fahrrad dabei war, fragt mittendrin immer mal wieder wann wir da sind, hält aber auch gut durch. Nach gut 30 Minuten sind wir überpüntklich da und können in Ruhe ankommen. J und auch G, obwohl sie nicht angemeldet ist für die Bambini-Gruppe, können beide schon aufs Feld und dürfen mitspielen. Während die beiden mit den anderen Kindern rumsporteln, zeigt mir M diverse Pokemon-Sammelkarten und lässt sich Namen und Attacken vorlesen. Nach ein paar Minuten möchte ich lieber bei J und G zugucken. Für M ist das okay, ich soll nur meine Hand aufhalten damit er seine Karten reinstapeln kann. Passt für mich, passt für ihn.

Nach einer guten halben Stunde ist die heutige Trainingseinheit beendet. Da heute offenbar die erste richtige Stunde ist– eigentlich ja letzte Woche, die fiel aber wohl aus– gibt es noch ein paar Infos für die Eltern. Ich frage nach, ob G vielleicht irgendwie in die Gruppe rutschen kann obwohl die Gruppe eigentlich voll ist und habe Glück– ich kann sie mitbringen und je nachdem, wie viele angemeldete Kinder nicht da sind kann sie mitspielen. Das reicht erstmal, wenn sie oft genug dabei ist wird sie schon irgendwann auch offiziell mitmachen dürfen.

Gegen 17:45 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Nach Hause sollen die Kinder in veränderter Reihenfolge fahren, da es immer Streit gibt wer direkt hinter mir fährt und wer am Ende fahren soll. Eigentlich find ichs gut wenn M das macht, weil er der Größte und minimal umsichtiger als die Zwillinge ist. Weil er das aber die letzten Male schon gemacht hat und rummoserte, soll er nun hinter mir fahren. Das passt aber J nicht, der um keinen Preis hinter M und G zurückbleiben will. G ist zu bummelig um hinten zu fahren, sie braucht jemanden der ein bisschen auf sie aufpasst und sie antreibt.

Weil J partout nicht einlenkt und ich keine Lust habe, ihn mit seinem Dickschädel und seiner Uneinsichtigkeit durchkommen zu lassen, laufen wir nach Hause. Meine Hoffnung ist, dass J nach ein paar Schritten keine Lust mehr hat und doch wie in der festgelegten Reihenfolge mitfährt. Macht er aber nicht, lieber läuft er eine Stunde als klein beizugeben. Stures Kind. Schließlich ist es M, der sich erbarmt und freiwillig das Schlusslicht bildet. J darf wieder hinter mir fahren. Ich bin ziemlich stinkig, J hat seinen Willen durchgesetzt. Das passiert mir etwas zu oft, ich möchte nicht das er damit ständig durchkommt und uns anderen damit auf der Nase herumtanzt.

Jedenfalls fahren wir dann doch nach Hause und laufen nicht. Höhe Rudolf-Rühl-Allee fällt G hin. Zum Glück ist der Schreck größer als der Schaden; nach ein paar tröstenden Worten, einem Puster und einem Knutschi kann sie weiterfahren. Der Rest des Weges verläuft ohne Zwischenfälle.

Zu Hause sind wir gegen 18:15 Uhr. Jott ist in der Zwischenzeit zu einem Treffen mit einer Freundin in die Innenstadt gefahren. Die Kinder und ich decken direkt den Abendbrottisch, dann wird gegessen. Die drei vertilgen fast ein ganzes Toastbrot, einen nicht unbeträchtlichen Teil davon in Form von Sandwiches. Anschließend Schlafsachen anziehen und Zähneputzen. Wie beim Essen auch redet M in einer Tour von Pokemon und Fernsehserien, bis ichs nicht mehr aushalte und ihn anranze das er doch bitte für wenigstens drei Minuten mal ruhig sein soll– es ist einfach zu viel, da natürlich auch J und G erzählen (bzw. es versuchen, aber M macht keine Pausen in denen sie einsteigen können). Als alle bettfertig sind, vereinbare ich das sie gegen Hilfe im Haushalt statt Sandmann (10 Minuten) noch eine Folge Löwenzahn gucken dürfen. Sie sind dann auch sehr kooperativ und helfen fleißig mit.

Mittlerweile ist es ca. 19:40 Uhr. Die ersten zehn Minuten der Löwenzahnsendung über Wildschweine gucke ich mit, dann räume ich die Küche auf, sauge die Kinderzimmer, das große Bad und den Flur. Als ich fertig bin ist auch die Sendung zu Ende, die Kinder gehen ins Bett. Alle drei sind müde, G schläft in den zwei Minuten ein in denen ich den Jungs gute Nacht sage.

Als es ruhiger wird, sauge ich hinter geschlossenen Türen den Rest der Wohnung, lege Anziehsachen für morgen raus und wasche das morgen benötigte, nicht in den Spüler passende Geschirr ab. Weil ich k.o. bin überlege ich, das für heute anstehende Krafttraining ausfallen zu lassen.

Mache ich aber nicht– es steht halt im Kopf-Kalender für heute drin, und ein bisschen bewegen kann ich mich ja noch. Ungefähr 21:15 Uhr fange ich an, 22 Uhr bin ich fertig und gehe Duschen. Während ich danach meinen Blogbeitrag für den heutigen Tag schreibe, kommt Jott kommt gegen 22:30 Uhr nach Hause. 23:15 Uhr liegen wir beide im Bett.

3 Antworten auf „Donnerstag, 05.08.2021“

Echt ein heftiges Pensum. Einen näheren – also nicht 30 min je Strecke mit dem Rad – Fußballplatz gibt‘s nicht oder die Möglichkeit, das Auto zu nehmen? Ich glaube, mir wär das auf Dauer zuviel Weg und Organisierei mit 3 Kids (mir Rabenmutter). Viele Grüße

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