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Journal Dienstag, 25.2.2020

Morgens zwei Drachen und ein Einhorn in der KiTa abgeliefert. Jott hatte sie zuvor geschminkt, die drei sahen unglaublich putzig aus. In der KiTa ging es schon hoch her, die Kinder waren aufgeregt und laut und Jott und ich atmeten tief durch, als wir wieder draußen waren.

Büro: Langer Tag. Viel telefoniert, viel abgestimmt, mir schwirrte der Kopf. Als ich gegen 17 Uhr raus kam, war ich ziemlich durch.

Ich höre auf dem Arbeitsweg weiterhin den Mit Kindern Leben Podcast und bin weiterhin sehr angetan davon. Teilweise bedrückt es mich aber und ich frage mich, wie diverse Dinge mit drei Kindern und zwei Vollzeitjobs leistbar sein sollen: Regelmäßig spielen, vorlesen, diverses Wissen vermitteln, später gemeinsam Hausaufgaben machen und diese zumindest kontrollieren…
Wenn ich an unseren Alltag denke, dann ist dafür keine großartige Energie, keine Zeit und auch kaum Gelegenheit vorhanden. Beispiel: M findet schreiben total großartig. Schaffen wir es, uns unter der Woche mit ihm hinzusetzen und ein bisschen zu üben? Nein. Nach der KiTa sind die Kinder (und auch die Erwachsenen) k.o., unkonzentriert und eigentlich nur zu Toben und Chaos fähig. Zudem ist meist nur ein Erwachsener mit ihnen zu Hause– wenn der sich auf ein Kind konzentriert, drehen die beiden anderen frei. Vor dem Abendbrot fallen „lehrreiche“ Aktivitäten also weitestgehend flach. Nach dem Abendessen müssen die Kinder ins Bett.
Am Wochenende schließlich sind auch immer alle Kinder zu Hause, es ist nie ruhig.

Schwierig, das ganze. Aber vielleicht legt sich das Chaos ja irgendwann mal.

Die Kinder waren nach dem Faschingsdienstag Abends einerseits übermüdet, andererseits aufgeputscht. Gefährliche Mischung, vor allem weil Jott und ich momentan eigentlich durchgehend müde und k.o. sind und demnach schlicht keine großartige Geduld für die Fisimatenten der Kinder da ist.

Wenn die auf Grund von Corona-Fällen Berlin abriegeln und die KiTas schließen und man nicht mehr seine Wohnung verlassen darf werden die mich mit Gewalt davon abhalten müssen, nicht zu türmen.
… Und wenn sich die Erde auftut– ich werde nicht für längere Zeit mit den Kindern in der Wohnung bleiben.

3 Antworten auf „Journal Dienstag, 25.2.2020“

Die schlechte Nachricht: nein, das Chaos legt sich nicht, auch wenn die Kinder 16, 12 und 10 sind. Es ist nur ein anderes Chaos.
Die gute Nachricht: die Welt geht nicht unter, wenn man nicht all die Dinge schafft, die großartige Eltern angeblich schaffen müssen.

Wir haben nur die Zwillinge, die heuer mit der Schule begonnen haben.

Die Mädels sind in der Nachmittagsbetreuung, machen da die Hausübung, die wir „nur“ noch kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren mit ihnen. Üben geht dann aber nicht mehr, dazu sind sie einfach zu müde. Unser Vorteil: sie sind absolute Frühaufsteher, das heißt vorlesen (also die Kinder lesen uns vor) machen wir in der früh, da wir eh um 5 Uhr aufstehen und vor 7 Uhr das Haus nicht verlassen.

Soll heißen – unsere Qualitätszeit mit den Kindern findet tatsächlich morgens statt.

ABER: ich habe mich vom Perfektionismus verabschiedet – der lässt sich mit 2 Vollzeitarbeitenden Elternteilen einfach nicht leben. Wobei vieles in der Aufzählung bei uns nebenbei passiert – also welterklärung neben dem Kochen wo sie mittlerweile mithelfen wollen/können/müssen, philosophische Gespräche in der halben Stunde vorm Licht abdrehen, weil wirklich Schlafenszeit. Gemeinsam spielen war nie meine Lieblingsbeschäftigung – bei uns sind das mehr Gesellschaftsspiele und die spielen wir dafür am Wochenende exzessiv – ich mein „Hallo – ich hab Zwillinge, die spielen ja wohl gefälligst miteinander“ (wer Sarkasmus/Ironie findet darf sie behalten :-)).

Was ich glaub ich sagen will – das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner. Wir Eltern machen was wir können und das reicht auch. Allein, dass man sich solche Gedanken macht zeigt doch, dass man das Wohl seiner Kinder im Blick hat. In der perfekten Welt muss man nicht arbeiten und hat dafür alle Ressourcen für seine Kinder. Außerdem sag ich immer – ich muss ja für Stoff für den Psychologen meiner Kinder liefern, allein schon deshalb gibt’s bei mir kein (versuchtes) perfekt, sondern simply me.

So ist es. Ich würde als erstes aufhören die Blogs zu Kinderthemen zu hören. Das Wichtigste ist Liebe und Qualitätszeit. Und die kann auch, wie oben erwähnt, beim Backen, Kochen, usw. sein.
Gemeinsam schöne Momente schaffen und in Ihrer „Freizeit“ auf dem Arbeitsweg eher etwas entspannendes hören was Ihnen hilft die stressigen Phasen einigermaßen gut zu meistern.

Ganz liebe Grüße!
Anna

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