Die letzte Stunde der Nacht in Ms Räuberhöhle verbracht. Die Zwillinge zogen halb Fünf zu uns um. Bedingt durch den Nuckelentzug waren sie dabei sehr weinerlich, bei G kam außerdem dazu das sie nur von Jott getragen werden wollte und anfing zu bocken, als ich sie anfasste. Zicke. Sowas nervt mich tagsüber schon, aber nachts…
Ursache fürs Aufwachen war ein Verschulden meinerseits: Ich hatte vergessen mit J pullern zu gehen, bevor ich ins Bett ging. Es kam, wie es kommen musste: Er pullerte ein, wachte eben halb Fünf auf und weckte auch G.
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Im Büro die ersten zwei Stunden im Akkord Kleinkram bearbeitet/weggeschoben und mich dann in eine Kundenwebsite versenkt, auf der redaktionelle Anpassungen vorzunehmen waren. Sehr geflucht dabei: Die gleichzeitige Bearbeitung von mehreren Seiten war nicht möglich, identische Elemente (ein Test-Siegel, das auf n Seiten gleich aussieht und den gleichen Link aufweist) mussten auf vielen vielen Inhaltsseiten einzeln angepasst werden, identische Grafiken lagen in mehreren Dateien vor auf die auf unterschiedlichen Seiten verlinkt wurde… Das war kein so großer Spaß. Aber immerhin sind jetzt fast alle Anpassungen vorgenommen und der Kram, der mir aufgefallen ist und nicht sofort behoben werden konnte, kann ja in einem Folge-Auftrag münden…
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„Mama, Deine Brüste sehen aus wie ein Po!“
Offenbar ist M jetzt im richtigen Alter für Schmunzeltwitter. Und macht interessante Bemerkungen. Ganz von der Hand zu weisen war es nicht– gewisse Ähnlichkeiten zwischen Dekolleté und Po gibt es ja nunmal…
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Überhaupt, M: Der macht sich gerad super und ich habe wirklich Sorge, dass er bei dem ganzen Zwillingsstress zu kurz kommt. Er ist in einer Phase, wo sich offenbar ganz viele Gehirnwindungen neu verdrahten und er deutlich „reift“. Leider kann ich ihm in dieser Phase kaum gerecht werden… Es ist ein (innerer) Kampf.
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Die Zwillinge werden etwas quengeliger, die Nuckelentwöhnung zeigt offenbar Folgen. Tagsüber gehts, so auch das Feedback aus der KiTa, aber beim Zubettgehen und Nachts sind sie teils sehr verzweifelte kleine Mäuse. Beide sind sehr weinerlich und zumindest G benötigt viel Körperkontakt mit Jott– die Einschlafbegleitung sieht also aktuell so aus, dass Jott entweder Gs Hand hält oder die ganze G.
Heute Abend taten wir so, als ob Jott eine Freundin treffen ging, damit die Kinder dachten das sie weg ist (in Wirklichkeit huschte sie nach der Verabschiedung ins Schlafzimmer) und sich von mir ins Bett bringen lassen. Bei mir brauchen sie keinen Körperkontakt, es reicht aus wenn ich mich an die Wand zwischen die beiden Kinderzimmer setze und warte, bis sie einschlafen. So ging das auch heute. Mal gucken, ob wir das nochmal machen– es funktioniert zwar, ist aber ziemlich unschön… Andererseits ist es auch für Jott unglaublich zehrend, Abend für Abend eine Stunde im dunklen Zwillingszimmer zu sitzen und Einschlafbegleitung mit müden, jammernden Zwillingen zu machen.
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Jetzt noch mit J aufs Klo und dann ins Bett.


2 Antworten auf „Journal Mittwoch, 15.1.2020“
Als Kinderlose mit Kindern im Umfeld sehe ich die Dinge von außen und kann sagen: Sie sind in guter Gesellschaft mit Ihrem inneren Kampf. Gleichzeitig holen die Kinder sich, was sie an geistigem Input brauchen. Das erlebe ich in meinem kinderreichen Freundeskreis. Als Eltern sind Sie ja nicht die einzigen Menschen im Leben des Kindes – der Alltag bietet ausreichend Anreize, die Kinder sind einfallsreich und auch ziemlich autodidaktisch.
Ich kenne übrigens keine Eltern, bei denen das schlechte Gewissen nicht nagt. Wegen allem. Scheint zusammen mit dem Kind ins Haus zu kommen.
Das wirft tatsächlich ein ziemlich schlechtes Licht auf die Gesellschaft.