

Bullerbü. Gemeinsames Spielen im Sand, alle lachen, alle haben gute Laune.
Könnte man annehmen.
Wenn man die Kinder nicht kennt.
Tatsächlich war heute einer der Tage, an denen ich mich durchaus fragte weshalb in drei Teufels Namen ich überhaupt Kinder wollte und mich sehr ernsthaft fragte, ob ich zum Zeitpunkt des Entschlusses eigentlich Lack gesoffen hatte.
Die drei sind seit geraumer Zeit im Anti-Modus. Hören nicht, reagieren nicht, setzen ihren Kopf durch. Es läuft so: Sie machen was, wir sagen das sie das bitte nicht machen sollen, und sie machen einfach weiter. Es ist ihnen völlig egal, was wir machen und tun– wenn ihnen nicht in den Kram passt was wir sie bitten, dann wird weitergemacht. Meist noch garniert mit frechen Grinsen und in gespannter Erwartungshaltung, wie wir wohl reagieren.
Schon klar, die testen ihre Grenzen aus und wollen, dass wir ihnen Regeln auferlegen. Nur: Wenn wir das machen, bringt es halt nichts. Wir müssten sie z.B. festbinden, um zu verhindern das sie auf der Couch hopsen– alle Ansagen und alternative Beschäftigungen werden ignoriert.
Und dann stacheln sie sich gegenseitig so schnell auf, dass der Eindruck entsteht, hier lebten keine drei kleinen Kinder, sondern eine Horde von wilden Äffchen.
Es ist jedenfalls zum Kotzen. Und wenn dann noch die verdammte Hitze dazu kommt (27°C in der Wohnung, 32°C draußen) und müde und geschaffte Eltern, dann sind das sehr sehr sehr unschöne Tage. Weder Jott noch ich wissen noch groß, was wir machen sollen… Heute habe ich versucht, sie auf dem Spielplatz so tief einzubuddeln, das sie nicht mehr rauskommen. Das hat leider nicht funktioniert…


6 Antworten auf „Journal Samstag, 15.6.2019“
Nicht bitten! Fordern.
Und durchsetzen. Ist anstrengend. Fruchtet aber irgendwann bei konsequenter Einhaltung. Wenn du bittest , überlässt du den Kindern die Entscheidung. Dafür sind sie zu klein. Eltern müssen entscheiden. Jedenfalls noch in diesem Alter.
Wir fordern. Und machen Ansagen. Die Kinder ignorieren es entweder oder sagen direkt „nein“ und machen weiter Blödsinn.
Ermahnungen und Bitten kommen wohl nicht wirklich bei den Kindern an, vielleicht auch, weil es keine Konsequenzen gibt, die die Kinder wirklich stören würden? (Nur ein Vermutung von mir.) Vielleicht würde es helfen, wenn die Eltern das Verhalten der Kinder spiegeln. Ich würde den Spieß umdrehen, wenn die Kinder etwas von Ihnen wollen, dann tun Sie es auch nicht. Und sagen ihnen, „Ich mach es genau wie du. Du hörst nicht auf mich, wenn du nicht auf der Couch rum hopsen sollst. Ich höre nicht auf dich, wenn du eine Geschichte von mir möchtest. Und wenn wir nie aufeinander hören, bekommen wir nie was wir möchten. Dann bist du traurig und ich bin auch traurig.“ Allerdings müssen solche Spiegelungen zeitlich nah am Verhalten der Kinder sein. Also nicht am nächsten Nachmittag plötzlich aus heiterem Himmel sagen, ich helfe dir nicht beim Schuhe anziehen, weil du gestern mit Sand geworfen hast.
Danke für die Anregung. Die Kinder sind einfach kackendreist. Konsequenzen sind ihnen bislang egal, da machen sie sich einfach nichts draus. Was soll auch die unmittelbare Konsequenz sein für Rumpöbeln, Blödsinn machen und Sachen runterschmeißen, wenn gerad nichts ansteht?
Lieber Herr Paul,
als meine jüngere Tochter (7) in der Grenzen-testen Phase war (eigentlich ist sie noch drin, die scheint nie ganz aufzuhören), habe ich ihr erklärt, daß ich keine zusätzlichen Dienstleistungen erbringen kann/will, wenn sie sich nicht an Regeln/Absprachen hält. Dann fehlt mir nämlich die Kraft und Lust für die Vorlesegeschichte oder das lustige Lied beim Zähneputzen. Ich frage sie dann: Meinst Du, nach dem Ärger/Streit habe ich Lust dazu?
Zusätzlich gibt es angekündigte Konsequenzen, z.B. wenn Du weiter auf dem Sofa hüpfst, gibt es heute für Dich keinen Nachtisch. (Und dann auch umsetzen!)
Ihr großer M wird da schon mitmachen können und die Kleineren lernen vom großen Bruder.
Evt. hilft bei regelmäßigen Verstößen (z.B. Sofahüpfen) auch eine Strichliste. Entweder positiv: 5x nicht gehüpft = kleine Belohnung (bei uns funktioniert sogar 1 Gummibärchen als Ziel), oder negativ: 5x gehüpft = angekündigte Konsequenz (z.B. kein Eis beim Spaziergang).
Die Sache mit den Konsequenzen ist kompliziert. Letztens habe ich meiner 10-jährigen dann doch das vergessene Taschengeld für den Schulausflug hinterher getragen. Die (Strafe) Konsequenz, sich nichts kaufen zu können erschien mir zu hart. Aber nächstes Mal bin ich bestimmt viel konsequenter…
Ich wünsche Ihnen gute Ideen und stahlharte Nerven!
Herzliche Grüße vom Rhein,
ohmskine
Danke für die Anregung. Sowas ähnliches probieren wir seit dem Wochenende. Beim Anstricheln ist uns nach drei Tagen bereits aufgefallen, das M völlig unproblematisch ist und so eine Strichelliste nicht braucht. Anders die Zwillinge… Die benehmen sich wie kleine Wildsäue, sind aber noch zu klein um alle nicht-unmittelbaren Konsequenzen zu verstehen. Es ist zum Haare raufen.