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Journal Freitag, 9.12.2016

Kinder, ey. Wer hat sich sowas nur ausgedacht.

Nach Abendessen und Sandmännchen gucken brachte ich Herrn Schnuffke zu Bett. Das heißt, ich habs probiert.
Eigentlich lief es ganz gut: Wir setzten uns in den Sessel, schauten zusammen sein Liederbuch an und ich sang ihm vor. Nach einer Weile war das Buch durchgeblättert und alle Lieder gesungen, und dann ging er von sich aus ins Bett, legte sich hin und ließ sich zudecken. Ich setzte mich neben ihn, ließ ihn mit meinem Arm kuscheln und erzählte ein bisschen mit ihm. Nach einer Weile erklärte ich ihm, dass ich den Arm bald wegnehmen würde, damit er schlafen kann, und wiederholte die Ansage noch zwei Mal, bis ich den Arm wegnahm. Das war okay für ihn, er drehte sich um, wurde immer ruhiger… und setzte sich mit einem Mal hin und war wieder aktiv. Und ich sah in seinem Gesicht wie er sich quält und wie müde er ist, aber nein, schlafen wollte er nicht.

Das wiederholte sich noch zwei weitere Male. Beim zweiten Mal aufsetzen krabbelte er aus dem Bett und lief zur Tür, weil er zu Jott wollte. Als ich ihn einfing, fing er an zu weinen… Als ich ihn wieder beruhigt hatte- ganz ruhig und langsam erklären, weshalb wir die Tür jetzt zumachen und das Mama im Wohnzimmer ist und immer da ist und das Papa auf ihn aufpasst und da ist bis er schläft- war inzwischen eine gute Stunde vergangen, meine Laune im Keller. Also nochmal erklären, dass Papa weiter da ist, neben seinem Bett bleibt, aufpasst, aber nun auch mal was für sich macht und ein wenig nebenbei liest. Das war auch okay, er drehte sich wieder um und war fast eingeschlafen, als er ZUM VERDAMMTEN DRITTEN MAL KURZ VOR DEM EINSCHLAFEN AUFSPRANG UND MIT EINEM MAL AUF DEN ARM WOLLTE. Und er ließ sich nicht beruhigen oder wieder hinlegen, und als ich mich weigerte, fing er an zu weinen. Klasse.

Ich versteh das Kind nicht. Und ich bin ehrlich, es nervt mich ungemein. Mag ja sein, dass er offenbar das Bedürfnis hat, nicht zu schlafen und somit nichts zu „verpassen“, aber irgendwann kollidiert das mit meinem Bedürfnis nach Feierabend. Mal früher, mal später, heute eher später.

Nach einer Stunde und einer Viertelstunde übernahm Jott zum Glück, ich war zu dem Zeitpunkt einfach nur noch stinksauer und wollte einfach nicht mehr.

An Abenden wie diesen habe ich ziemlich Schiss vor der Zukunft mit drei Kindern. Wenn das bei den Zwillingen auch so wird, dann gute Nacht- oder gerade nicht. Bei denen müssen wir wohl etwas anders machen als bei Herrn Schnuffke (aber was?), ansonsten…. Tja, ich weiß es nicht.

Das schlimmste ist: Mich gruselt es inzwischen vor den Abenden mit Herrn Schnuffke. Die Tage sind kein Problem, weder die Arbeitstage mit ihrer elenden Fahrerei noch die Wochenenden, nach denen ich eigentlich noch einen freien Tag ohne Kind bräuchte. Aber die Abende mit dem Schlaftheater. Nee. Die sind schlimm.
Und wenn Jott ihn ins Bett bringt/ bringen muss, habe ich ein furchtbar schlechtes Gewissen- die soll sich ja eigentlich schonen und nicht ’ne geschlagene Stunde im Kinderzimmer auf dem Boden sitzen müssen.

15 Antworten auf „Journal Freitag, 9.12.2016“

Verhält sich Herr Schnuffke bei Jott genauso, oder ist das so ein Mama Papa Ding? Zumindst ist es bei uns so. Insbesondere in sensiblen Phasen… Ich verstehe, wie anstrengend und frustrierend das alles für dich ist. Ich hoffe stets auf die Zeit… Bei euren anstehenden Familienzuwachs natürlich keine Hilfe… Ich wünsche viel Geduld weiterhin.

Auch Jott braucht teilweise ~1h, um Herrn Schnuffke zum Einschlafen zu bewegen. Der größte Vorteil, den sie momentan hat: Bei ihr rennt das Kind nicht aus dem Zimmer, die heißgeliebte Mama ist ja bereits im Raum.

Lieber Herr Paul,
haben Sie es schon einmal ohne (oder mit sehr verkürzter) Schlafbegleitung versucht? Sie haben ein sehr langes Programm, bei dem Herr Schnuffke eigentlich nicht zur Ruhe kommen kann. Erst Buch anschauen und Lieder singen im Sessel. Wenn er Lieder singt, ist er aktiv, er soll doch zur Ruhe kommen. Vielleicht lesen Sie ihm nur kurz etwas vor, wenn er schon im Bett ist. Denn er soll ja langsam in den Schlaf dämmern. Auch die Ansagen und Erklärungen würde ich abends weglassen. Das macht ihm doch nur bewusst, dass Sie gleich weggehen. Mein Vorschlag wäre, ein anderes, kürzeres Schlafritual zu starten. Licht abdunkeln, kurzes Vorlesen, kurz gute Nacht sagen, eine ruhige immer gleiche Einschlafmusik anmachen (Spieluhren sind dafür gut) und rausgehen. Dieser Ablauf sollte höchstens eine Viertelstunde dauern. Wenn er nach der Musik weint, nochmal reingehen und die Musik nochmal einstellen. Ohne lange Erklärungen, nur einfach, ich mach dir die Musik nochmal an, schlaf schön mein Schatz und raus. Wenn er dieses immer gleiche Ritual hat, kommt er vielleicht eher zur Ruhe. Ich wünsche Ihnen sehr, dass es besser wird.

Hallo & herzlich willkommen, PaulineM :)
Wir kommen mit den Erklärungen und Ansagen gut aus- Herr Schnuffke reagiert auf spontane Aktionen schlechter, als wenn er sich darauf einstellen kann. Oft genug funktionierten die Ansagen auch wunderbar.
Andere Formen der Einschlafbegleitung haben wir ausprobiert und sind gescheitert- Herr Schnuffke ist momentan offenbar zu festgefahren auf „Papa/ Mama sitzt neben dem Bett und wartet, bis ich eingeschlafen bin“.

Im Normalfall sieht der Ablauf so aus:
Nach Zähneputzen und Sandmännchen gucken gehen wir ins Kinderzimmer. Herr Schnuffke setzt sich in sein Bett, gemeinsam gucken wir ein Buch an, Jott oder ich lesen vor/ erzählen etwas. Nach einiger Zeit wird Herr Schnuffke ruhiger und legt sich hin. Dann kuschelt er noch ein bisschen mit unserem Arm und schläft dabei ein.
Das dauerte bislang 30 bis 45 Minuten und war okay.

Die Kämpfe, die wir momentan ausfechten, sind nicht der Normalfall- Herr Schnuffke kommt durch Buchangucken und Vorlesen nicht runter, er holt mehr Bücher/ Kuscheltiere ins Bett, springt wiederholt auf und hüpft, läuft herum. Wenn er doch mal liegt und kuschelt, finden seine Hände keine Ruhe…

Oh ja, ich kann es so verstehen. Hier haben wir einiges ausprobiert. Am wertvollsten ist der gemütliche Sessel im Kinderzimmer :-) an ganz schlimmen Tagen nehme ich die Krabbe mit ins Elternbett. Bis jetzt führt das nicht dazu, dass sie NUR noch dort einschlafen will, und ich habe es zumindest bequem.
Meine Schwester hat Zwillinge, sie hat sehr konsequent seit dem Babyalter auf das Einschlafbegleiten verzichtet. (Ohne schreien lassen.)
Aber jedes Kind ist anders. Es ist unwahrscheinlich, dass die beiden Neuen genau dieselbe Thematik haben.

Jepp, ihn neben mich ins Elternbett zu bringen war bislang auch meine Notlösung. Auf die konnte ich aber eine ganze Weile verzichten, zum Glück. Wenn es weiter so schlecht läuft, muss ich das wieder einführen.

Bei den Zwillingen werden wir einiges anders machen- wir haben ja Erfahrungen sammeln können. Ganz wichtig erscheint uns wirklich, dass sich die Kinder selbst beruhigen können und nicht auf Aktionen von uns (Stillen, Herumtragen, Streicheln, was auch immer) angewiesen sind (das sollten dann immer Ausnahmen sein).
Hoffen wir, dass es funktionieren wird.

Hallo Herr Paul

ich könnte mir vorstellen, dass es für Ihren Sohn noch schlimmer wird, alleine einzuschlafen, wenn die Zwillinge erstmal da sind. Denn die bekommen dann ja sehr, sehr viel Aufmerksamkeit und dürfen vielleicht die erste Zeit auch bei Mama und Papa im Zimmer (im Bett?) schlafen. Das wird er nicht verstehen.
Unseren ersten Sohn versuchten wir auch alleine im Kinderzimmer in seinem Bett zum Schlafen zu bringen. Erfolglos. Er musste immer mit unseren Händen oder Fingern spielen. Gefühlt stundenlang….. Wir machten dann das umstrittene Schlafprogramm mit ihm. Es hat geholfen, aber schön war es natürlich für uns alle nicht, aber unsere Grenze war erreicht.
Die Söhne 2 und 3 hatten wir dann jeweils in unserem Schlafzimmer mit ihrem Kinderbett als „Balkon“ neben unserem Bett. Klar ist dann an erholsamen Schlaf nicht unbedingt zu denken, aber es ersparte uns viel Theater beim Einschlafen. Notfalls schläft man dann eben auch mal um 19:00 Uhr mit ein. Manchmal wachten wir morgens zu fünft in unserem Bett auf, obwohl rechts und links ein Kinderbett und ein kleines Sofa standen. Sie wollten in unserer Nähe sein. So what? Ich denke, Sie stressen sich selbst mit dem Hin und Her und dann wieder nachts ins Wohnzimmer und so. Nehmen Sie dem Schlafen und der Nacht die (An)Spannung raus und versuchen Sie doch mal eine Woche lang das Familienbett. :-)
Seien Sie unbesorgt, Herr Paul, wenn ihr Sohn mal 18 ist, wird er nicht mehr bei Ihnen im Bett schlafen wollen…. ;-)

Liebe Grüsse
asty

Hallo asty, ich scherze gelegentlich mit Jott, dass ich, sobald die Zwillinge da sind, einfach ein riesengroßes Matratzenlager im Kinderzimmer aufbaue und mich am Abend mit den Kindern hinlege und einschlafe… Könnte ich momentan auch machen, aber dann geht eben die Abend-Freizeit flöten (ich will auch nicht nur arbeiten, Bahnfahren und schlafen) und dafür geht es mir noch zu gut, als das dies eine Option wäre.

Familienbett funktioniert nicht- Herr Schnuffke schläft zwischen Jott und mir zu unruhig. Wenn nur einer von uns beiden (unabhängig wer) im Bett ist, läuft es zumeist sehr gut. Deswegen auch die Wohnzimmer-Umzüge: Die haben sich bewährt, dadurch kommen wir alle drei zu einem besseren Nachtschlaf als im Familienbett.

Ich hoffe, Herr Schnuffke eifert verschiedenen Kindern aus unserem Bekanntenkreis nach, die mit zwei/ zweieinhalb Jahren die Eltern Abends aus dem Kinderzimmer rausschmissen und allein einschlafen wollten.

Ganz ehrlich. Ich muss Sie echt bewundern. In aller früh ewig mit Kleinkind unterwegs. Am Abend spät Zuhause. Sie kochen, kaufen ein und bringen jeden abend Herrn Schnuffke ins Bett. Ich glaub, Ihnen steht auch mal eine Pause zu.
Ich drück die Daumen, dass es bald besser wird.

Und nebenbei sehe ich auch noch fantastisch aus und bin eine Granate im Bett! (Verzeihung, das musste sein)

Hallo Tany, herzlich willkommen! Ganz so, wie Sie es geschildert haben, ist es ja zum Glück nicht :) Das Kochen übernimmt am Wochenende (unter der Woche essen wir kaltes Abendbrot) Jott, da bin ich raus. Und das Zubettbringen muss, aus den im Beitrag geschilderten Gründen, Jott seit einiger Zeit übernehmen. Ich bin also eigentlich recht fein raus :)

Grins. Sie haben noch viel Humor. Das finde ich klasse.
Ich wünsche eine gute Woche. Viele Grüße aus Bayern!
PS. Meine Töchter waren sehr schlechte Schläfer. Mag gar nicht daran denken. Jetzt sind sie 17 und 12 und schlafen bestens….

Lieber Herr Paul,

puhh, ich glaube, Sie stehen gerade ganz arg unter Druck und ich würde das ins Bett bringen
ab sofort ihrer Frau überlassen (so lange dies noch geht). Sie übernimmt Herrn Schnuffke ja sowieso, wenn Sie nicht mehr können. Ein schlechtes Gewissen sollten Sie deswegen nicht haben.

Bald wird ihre familiäre Situation eine ganz andere sein. Bis dahin sollten auch Sie Kraft schöpfen können.

Was mich allerdings interessieren würde: Wie schläft Herr Schnuffke bei Ihrer Frau und den Großeltern ein?

Willkommen, Ute Katharina! Jott bringt ihn, seitdem Herr Schnuffke und ich diese Probleme haben, ins Bett- einfach um die Nerven aller Beteiligten zu schonen.

Wie ich auch schon auf den ersten Kommentar antwortete: Auch Jott braucht teilweise ~1h, um Herrn Schnuffke zum Einschlafen zu bewegen. Sowohl Abends als auch Mittags. Sie ist allerdings geduldiger als ich , wahrscheinlich spürt Herr Schnuffke das.

Bei seinen Großeltern schläft Herr Schnuffke Mittags sehr gut ein. Sein Großvater und er gehen gemeinsam zum Mittagschlaf machen ins Bett; sein Großvater erzählt dann noch ein bisschen und innerhalb von 5 bis 15 Minuten schläft Herr Schnuffke (und der Großvater).
Abends ist es wohl etwas schwieriger, aber offenbar lange nicht so ein Theater wie bei uns.

Aus der KiTa höre ich auch immer wieder, wie gut Herr Schnuffke doch Mittags einschläft. Das ist schon faszinierend… Offenbar hat das Kind zwei Seiten.

Es ist eine Phase… eine lange Phase, aber endlich. Mir hilft es tatsächlich, mir vor Augen zu halten, dass ich ungefähr 30 Jahre lang abends machen konnte, was ich wollte. Jetzt bin ich mal ein paar Jahre nicht dran. Ist so. In der Lebensgesamtschau ist es nur kurz.

Oder man ändert was. Zu Lasten des Kindes finde ich nicht gut, aber vielleicht hilft es ja, wenn leise Musik im Hintergrund läuft. Oder wenn man das Kind später = müder ins Bett bringt (auch weniger Zeit für sich, aber wenigstens Spielzeit und nicht Einschlafbegleitung). Oder wenn man das Kind bei sich einschlafen lässt und später in sein Bett trägt.
Wie auch immer: Atmen. Immer schön atmen.

Ich fürchte, dafür bin ich zu egoistisch. Nach ~14 Stunden möchte ich dann doch gern meine Ruhe haben und nicht noch eine weitere Stunde am Bett des nicht schlafen wollenden Kindes verbringen.
Müde ist Herr Schnuffke, wir sehen ihm ja an wie er sich krampfhaft wach hält. Deswegen bin ich auch so angenervt, weil ich dieses Verhalten nicht verstehe: Wenn ich müde bin, gehe ich ja auch ins Bett.

Ihn bei uns im Bett einschlafen zu lassen wäre die Notlösung, auf die ich nur zurück greifen möchte wenn gar nichts anderes funktioniert. Herr Schnuffke soll sich ja daran gewöhnen, in seinem Bett (ein-) zu schlafen.

„Immer schön atmen“ ist der beste Ratschlag. Sagt Jott sinngemäß auch so. Wenn es doch nur nicht so schwer wäre…

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