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Elternzeit 2016

Journal Donnerstag, 23.6.2016

Das frühe zu Bett gehen war vielleicht doch nicht so gut: Herr Schnuffke war heute morgen bereits um 5 Uhr wach. In der Hoffnung, dass er eventuell nochmal einschläft, und mit dem Hintergedanken, Jott noch eine Stunde schlafen zu lassen, zog ich mit ihm ins Wohnzimmer- nur um anschließend als Abenteuerspielplatz zu dienen.
Herumklettern auf Papa muss echt Spaß machen.

Dementsprechend müde war Herr Schnuffke am Vormittag: Bei der Übergabe in der KiTa warnte ich die Betreuungserzieherin vor, dass das Kind müde und nölig und anhänglich sei und eventuell nicht viel mit ihm anzustellen sei; dann ging ich mich mit Jott treffen. Die fuhr heute morgen nämlich mit uns in die Stadt, um einige Erledigungen zu machen.

Eingewöhnungssymbolbild, Part V

Danach lief ich durch die immer wärmer werdende Stadtmitte, um Herr Schnuffke wieder von der KiTa abzuholen. Kaum angekommen, wurde ich allerdings weggewunken- das Kind schlief nämlich tief und fest und sollte nicht gestört werden. Das war ’ne Überraschung. Vor dem Thema „Schlafen in der KiTa“ war mir ein bisschen mulmig, weil das zu Hause immer noch teils schwierig ist, aber scheinbar muss Herr Schnuffke nur müde genüg sein, damit es funktioniert.
Die Betreuungserzieherin erzählte, dass sie sich einfach zusammen hingelegt und ein bisschen gekuschelt hatten, und Herr Schnuffke nach ungefähr 15 Minuten ohne Probleme eingeschlafen ist.

Ich muss sie nach ihrem Geheimnis fragen- wenn ich mich mit Herrn Schnuffke hinlege, krabbelt er auf mir rum und kitzelt meinen Bart.

Nachdem er aber kurz darauf aufwachte (nach insgesamt 90 Minuten Schlaf, total gut!), gabs Mittagessen für ihn, und zur Mittagszeit konnten wir beide zusammen losziehen. Wir waren im Büro meiner Mama verabredet, die um die Ecke vom Kindergarten arbeitet.
Dort plünderte Herr Schnuffke den Schreibtisch, sortierte Büroklammern und ließ sich den engeren Kollegen meiner Mama vorstellen.

Auf dem Rückweg nach Hause dachte ich beim Abnehmen meines Rucksackes, dass in ihm eine Flasche ausgelaufen sei, weil die Rückwand (sagt man das so bei Rucksäcken?) so feucht und fleckig aussah. Es war aber keine Flasche, sondern mein Rücken- der Spaziergang zurück zum Bahnhof Friedrichstraße war bei ~35° etwas schweißtreibend. Auf dem T-Shirt blieb ein wunderschöner weißer Salzrand zurück.

Zum Glück wird es nächste Woche wieder etwas kühler. Für so hohe Temperaturen bin ich nicht gemacht.

Ich bin heilfroh, dass Jott noch bis Ende Juni zu Hause in Elternzeit ist. Wäre ich Knall auf Fall auf mich gestellt, würde die Wohnung wie ein Schlachtfeld aussehen und ich würde um 18 Uhr schlafen, während Herr Schnuffke irgendwo in der Wohnung Unheil anrichtet. Die Betreuung des kleinen Wirbelwindes ist ziemlich anstrengend und eine ganz andere Art von Arbeit, als ich sie aus dem Büro gewöhnt bin. Die Ruhepausen am Vormittag genieße ich daher doppelt, denn dann weiß ich das Herr Schnuffke in guten Händen ist und ich nicht permanent aufpassen und achtsam sein muss.
Natürlich ist es superschön, soviel Zeit mit dem Kind zu verbringen, aber es ist tatsächlich wesentlich anstrengender als angenommen- und ich komme nebenbei zu unglaublich wenig. Sei es, weil wir nicht zu Hause sind, sei es, weil das Kind eben permanente Aufmerksamkeit erfordert.

Tauschen würde ich aber für kein Geld der Welt.

Am späten Nachmittag kauften wir das nötigste an Vorräten ein, wir sind am Wochenende nicht zu Hause und kommen daher nicht zum Einkaufen.

Großer Schreck am Abend: Herr Schnuffke hat es irgendwie geschafft, einen Badschrank umzukippen und auf sich fallen zu lassen. Der Schrank ist eigentlich viel zu groß und viel zu schwer, als das Herr Schnuffke ihn umschmeißen könnte, aber irgendwie hat er es doch innerhalb einer halben Minute hinbekommen- so lange war Jott mit dem Befüllen der Waschmaschine beschäftigt und abgelenkt. Passiert ist anscheinend nichts, wir konnten bislang keine Blessuren am Kind feststellen.

Was schön war: Nach dem Treffen mit Jott (das war auch schön) lief ich am Neptunbrunnen vorbei und in eine Wolke aus Rosendüften- rund um den Brunnen stehen viele, viele Rosen in voller Blüte und das riecht man.

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