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Elternzeit 2016

Journal Montag, 27.6.2016

Herr Schnuffke ist krank. Er hat hohes Fieber und einen bösen Husten, der ihn immer wieder aus dem Schlaf reißt und scheinbar auch ziemlich im Hals weh tut. Ob es die Nebenwirkungen der MMR-Impfung sind, ein Infekt aus der KiTa oder aber einfach eine wetterbedingte Erkältung (große Hitze vs. Klimaanlage vs. Schlafen ohne Decke) ist, wissen wir nicht.
Er ist total k.o., hat dicke fette Augenränder, hustet und schnieft, isst wenig und musste auch sehr stark zum Trinken animiert werden. Sehr unschön, was der kleine Spatz da durchmachen muss.

Jott und ich wechseln uns mit dem Herumtragen und Bekuscheln ab. Das ist allerdings etwas problematisch, weil Herr Schnuffke, sobald er Jott sieht, zu ihr will, und bei Nichterfüllung seines Willens schreit und weint und versucht, aus meinen Armen zu entkommen.

Ansonsten: Rückfahrt aus Magdeburg, Berlin hat uns wieder. Am Nachmittag trug ich Herrn Schnuffke zwei Stunden in der Trage herum, während sich Jott ausruhte; sein Gewicht von fast 13 Kilo macht sich langsam bemerkbar. Als Jott wieder einigermaßen fit war, ging ich einkaufen. Eigentlich hatte ich überlegt, Herrn Schnuffke mitzunehmen, davon nahm ich allerdings Abstand als das Kind bereits bei den Einkaufsvorbereitungen nur getragen werden wollte.

Beim Abendessen verschmähte Herr Schnuffke sogar seine heißgeliebte Banane- es muss ihm wirklich dreckig gehen. In weiser Voraussicht hatte ich aber beim Einkaufen Birnenkompott gekauft, das ist schön weich und saftig und süß und daher die perfekte Nahrung bei Fieber und Halsschmerzen. Zum Trinken animierten wir ihn einerseits mit einem Schuss Apfelsaft im Wasser, zum anderen durch warme Milch mit Honig. Davon hatten meine Eltern bereits öfter geschwärmt (das war wohl bei mir DAS Zaubermittel, wenn es mir nicht gut ging als Baby/ Kleinkind), so dass wir neugierig waren was wohl Herr Schnuffke dazu sagt (nichts, weil er zu beschäftigt war die Flasche leer zu nuckeln).

Morgen bleibt der kleine Spatz zu Hause und soll sich ausruhen.

Was schön war: Heute kam der Hausmeister vorbei und hat unser Türschloss ausgetauscht. Das alte war total ausgenudelt und ließ sich mit meinem Schlüssel teilweise nicht mehr öffnen. Diesem Zustand wurde heute ein Ende bereitet. Nach dem Einkaufen war es daher ein sehr erhebendes Gefühl, ohne Ruckeln und Wackeln und Fluchen die Haustür öffnen zu können.

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Elternzeit 2016

Journal Sonntag, 26.6.2016

Trotz späten Einschlafen wachte Herr Schnuffke pünktlich gegen 6 Uhr morgens auf. Ich war sehr froh, am Vorabend relativ zeitig im Bett gewesen zu sein, und am Vorabend noch alle zum Wickeln und Anziehen benötigten Utensilien in Herrn Schnuffkes und mein Zimmer verfrachtet zu haben. Die Wickelstation befindet sich nämlich im Schlafzimmer von Jotts Mama, und da es zum einen eben ihr Schlafzimmer ist und sie zum anderen mit dem Rest der Familie erst gegen 3 Uhr von der Hochzeit zurück kehrte, wäre mir sehr unwohl gewesen dort um halb Sieben reinzuplatzen. So konnte ich Herrn Schnuffke in „unserem“ Zimmer wickeln und anschließend mit ihm Brötchen holen gehen.

Den heutigen Sonntag verbrachten wir zu großen Teilen bei Jotts Papa und seiner Frau. Wir waren, zusammen mit Jotts Schwester und ihrem Mann, zum Grillen und Kuchen essen eingeladen. Herr Schnuffke schlief auf der Anfahrt im Auto ein und war bei Ankunft erholt und hungrig. Da traf es sich sehr gut, dass die Kohlen im Grill bereits glühten und Würstchen und Fleisch recht schnell fertig waren.

Ansonsten war der Besuch für das Kind (und mich, und bestimmt auch Jott) toll: Viele Menschen, ein Garten zum Erkunden, Johannisbeerbäumchen mit in kleinstkindgreifweite befindlichen fruchtbeladenen Zweigen, Erdbeerkuchen…
Läufer

Auf der Rückfahrt schlief Herr Schnuffke wieder, ich konnte mich gerade so wachhalten und bemerkte bei der Fahrt durch Magdeburg sehr, sehr viele alte Häuser in erbarmungswürdigen Zustand. In Berlin würden die vermutlich binnen eines Jahres saniert und zu Mondpreisen vermietet/ verkauft werden, nicht so in Magdeburg (zum Teil kenne ich die Häuser schon seit Jahren).

Am Abend guckten wir mit Jotts Mama das Fußballspiel Deutschland – Slovakei. Herr Schnuffkes Matrosenbody erinnert an ein Fußballtrikot, das musste als Fanschmuck ausreichen.
#gersvk

Was schön war: Ein Stündchen Ruhe in der Küche von Jotts Mama. Herr Schnuffke schläft, Jott und ihre Mama gucken im Wohnzimmer TV und ich schaue den Schwalben beim Abendessen erjagen zu.

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Elternzeit 2016

Journal Samstag, 25.6.2016

Der Grund für unseren Besuch in Magdeburg war die heute stattfindende kirchliche Trauung und Hochzeitsfeier von Jotts Cousin J. mit seiner Frau L..
Gegen Mittag fuhren wir los zur Dorfkirche, in der auch Jott und ich vor einigen Jahren geheiratet hatten. Beim Blick auf den Trauspruch, der in den Programmheftchen abgedruckt war, mussten wir grinsen: Das war „unser“ Trauspruch. Wir scheinen damals gut vorgelegt zu haben, wenn sowohl Kirche als auch Trauspruch wiederverwendet wurden.
Die Trauung an sich war sehr schön, nach gut zwei Dritteln- da ging der spannende Teil los mit selbst erdachten Trauversprechen und Organisationshinweisen- mussten Herr Schnuffke und ich allerdings raus und drei Schritte laufen. Das Kind hatte genug davon, nur die zweite Geige zu spielen und brauchte jemanden, der ihm seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte und ein wenig betüdelte.

Nach dem nachkirchlichen Fotoshooting fuhren wir schonmal vor zum Festsaal, in dem die Feier stattfinden sollte. Das Brautpaar kam in einem himmelblauen Trabbi-Cabriolet nach.

Hochzeitstrabbi

Das Festprogramm bestand im wesentlichen aus essen, erzählen, mit Herrn Schnuffke tanzen und schwitzen (die vom Wetterbericht angekündigten Gewitter und die daraus resultierende Abkühlung blieben aus, wir zerflossen bei annähernd 30°). Wie das auf Hochzeiten eben so ist.
Das Kind selbst hielt, völlig irre, bis nach dem Abendessen um 21 Uhr durch, hatte bis zum Schluss gute Laune und hopste zur Musik herum. Herr Schnuffke scheint den Trubel tatsächlich zu brauchen.
Als wir uns nach der Verabschiedung vom Brautpaar ins Auto setzten, schlief er allerdings binnen fünf Minuten ein und wachte auch nicht auf, als wir ihn aus dem Kindersitz abschnallten, in die Wohnung trugen und ins Bett legten (große Begeisterung von Jott und mir, wir sind nämlich beide auch k.o., weil seit 6 Uhr wach und immer in Bewegung).

Was schön war: Die erste Hochzeit mit eigenen Kind zu erleben. Das ist nochmal was ganz anderes.

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Elternzeit 2016

Journal Freitag, 24.6.2016

Eigentlich möchte ich mich nur beschweren: Die verkürzte Nacht, die Hitze, die nicht funktionierenden Aufzüge am Ostkreuz, das Einschlafen Herrn Schnuffkes auf dem Heimweg von der KiTa, das Nicht-Einschlafen Herrn Schnuffkes auf der Fahrt nach Magdeburg, die Nöligkeit des Kindes weil müde und warm und Pups quersitzend und und und. Das ist aber doof und daher ein hoffentlich langer „Was schön war“-Absatz.

Was schön war:

  • Zu Dritt frühstücken
  • Nach dem Frühstück ein bisschen internetten
  • Die Erfindung des Wortes „internetten“ als Synonym für Twitter nachlesen, Instagram checken, durch den Feedreader stöbern
  • Ans Eincremen mit Sonnencreme denken (Herr Schnuffke + ich)
  • Eine ruhige Bahnfahrt mit ok gelaunten Kind
  • Die wunderbar funktionierende Übergabe in der KiTa
  • Eingewöhnungssymbolbild, Part VI
  • Herr Schnuffkes freudiges auf mich zu krabbeln beim Abholen
  • Das unglaublich niedliche schlafende Kind auf dem KiTa-Heimweg
  • Relativ freie Fahrt auf der Autobahn
  • Jotts Impro-Gesang nach der Melodie von „Bruder Jakob“ zur Beruhigung des Kindes, als ich nicht mehr aus noch ein wusste
  • Kaffee und Kuchen mit Herrn Schnuffkes Urgroßeltern
  • Sonnencreme und Schweiß herunterduschen
  • Unvorhergesehen zu Dritt Abendessen- Jott musste erst später zu ihrer Verabredung mit Freundinnen los
  • Fast zwei Stunden völlige Ruhe nach Herrn Schnuffkes Einschlafen
  • Twitter-Replys
  • Vor dem Einschlafen nochmal Jott sehen

Hat geholfen, so schlimm war der Tag gar nicht. Eigentlich war er sogar ganz gut.

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Elternzeit 2016

Journal Donnerstag, 23.6.2016

Das frühe zu Bett gehen war vielleicht doch nicht so gut: Herr Schnuffke war heute morgen bereits um 5 Uhr wach. In der Hoffnung, dass er eventuell nochmal einschläft, und mit dem Hintergedanken, Jott noch eine Stunde schlafen zu lassen, zog ich mit ihm ins Wohnzimmer- nur um anschließend als Abenteuerspielplatz zu dienen.
Herumklettern auf Papa muss echt Spaß machen.

Dementsprechend müde war Herr Schnuffke am Vormittag: Bei der Übergabe in der KiTa warnte ich die Betreuungserzieherin vor, dass das Kind müde und nölig und anhänglich sei und eventuell nicht viel mit ihm anzustellen sei; dann ging ich mich mit Jott treffen. Die fuhr heute morgen nämlich mit uns in die Stadt, um einige Erledigungen zu machen.

Eingewöhnungssymbolbild, Part V

Danach lief ich durch die immer wärmer werdende Stadtmitte, um Herr Schnuffke wieder von der KiTa abzuholen. Kaum angekommen, wurde ich allerdings weggewunken- das Kind schlief nämlich tief und fest und sollte nicht gestört werden. Das war ’ne Überraschung. Vor dem Thema „Schlafen in der KiTa“ war mir ein bisschen mulmig, weil das zu Hause immer noch teils schwierig ist, aber scheinbar muss Herr Schnuffke nur müde genüg sein, damit es funktioniert.
Die Betreuungserzieherin erzählte, dass sie sich einfach zusammen hingelegt und ein bisschen gekuschelt hatten, und Herr Schnuffke nach ungefähr 15 Minuten ohne Probleme eingeschlafen ist.

Ich muss sie nach ihrem Geheimnis fragen- wenn ich mich mit Herrn Schnuffke hinlege, krabbelt er auf mir rum und kitzelt meinen Bart.

Nachdem er aber kurz darauf aufwachte (nach insgesamt 90 Minuten Schlaf, total gut!), gabs Mittagessen für ihn, und zur Mittagszeit konnten wir beide zusammen losziehen. Wir waren im Büro meiner Mama verabredet, die um die Ecke vom Kindergarten arbeitet.
Dort plünderte Herr Schnuffke den Schreibtisch, sortierte Büroklammern und ließ sich den engeren Kollegen meiner Mama vorstellen.

Auf dem Rückweg nach Hause dachte ich beim Abnehmen meines Rucksackes, dass in ihm eine Flasche ausgelaufen sei, weil die Rückwand (sagt man das so bei Rucksäcken?) so feucht und fleckig aussah. Es war aber keine Flasche, sondern mein Rücken- der Spaziergang zurück zum Bahnhof Friedrichstraße war bei ~35° etwas schweißtreibend. Auf dem T-Shirt blieb ein wunderschöner weißer Salzrand zurück.

Zum Glück wird es nächste Woche wieder etwas kühler. Für so hohe Temperaturen bin ich nicht gemacht.

Ich bin heilfroh, dass Jott noch bis Ende Juni zu Hause in Elternzeit ist. Wäre ich Knall auf Fall auf mich gestellt, würde die Wohnung wie ein Schlachtfeld aussehen und ich würde um 18 Uhr schlafen, während Herr Schnuffke irgendwo in der Wohnung Unheil anrichtet. Die Betreuung des kleinen Wirbelwindes ist ziemlich anstrengend und eine ganz andere Art von Arbeit, als ich sie aus dem Büro gewöhnt bin. Die Ruhepausen am Vormittag genieße ich daher doppelt, denn dann weiß ich das Herr Schnuffke in guten Händen ist und ich nicht permanent aufpassen und achtsam sein muss.
Natürlich ist es superschön, soviel Zeit mit dem Kind zu verbringen, aber es ist tatsächlich wesentlich anstrengender als angenommen- und ich komme nebenbei zu unglaublich wenig. Sei es, weil wir nicht zu Hause sind, sei es, weil das Kind eben permanente Aufmerksamkeit erfordert.

Tauschen würde ich aber für kein Geld der Welt.

Am späten Nachmittag kauften wir das nötigste an Vorräten ein, wir sind am Wochenende nicht zu Hause und kommen daher nicht zum Einkaufen.

Großer Schreck am Abend: Herr Schnuffke hat es irgendwie geschafft, einen Badschrank umzukippen und auf sich fallen zu lassen. Der Schrank ist eigentlich viel zu groß und viel zu schwer, als das Herr Schnuffke ihn umschmeißen könnte, aber irgendwie hat er es doch innerhalb einer halben Minute hinbekommen- so lange war Jott mit dem Befüllen der Waschmaschine beschäftigt und abgelenkt. Passiert ist anscheinend nichts, wir konnten bislang keine Blessuren am Kind feststellen.

Was schön war: Nach dem Treffen mit Jott (das war auch schön) lief ich am Neptunbrunnen vorbei und in eine Wolke aus Rosendüften- rund um den Brunnen stehen viele, viele Rosen in voller Blüte und das riecht man.

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Elternzeit 2016

Journal Mittwoch, 22.6.2016

Bislang gibt es keine großartigen Reaktionen auf die MMR-Impfung. Herr Schnuffke hatte heute minimal erhöhte Temperatur und war etwas anhänglicher als sonst, aber das kann auch einfach an seiner Tagesform gelegen haben.

Die Eingewöhnung lief heute wieder super: An der Tür zum Gruppenraum übergab ich Herrn Schnuffke an die Betreuungserzieherin, verließ anschließend die KiTa und setzte mich mit Kaffee und Franzbrötchen in die Sonne.

Eingewöhnungssymbolbild, Part IV

Allerdings nicht sonderlich lange, denn nach gut 30 Minuten wurde es allmählich zu warm, sodass ich in den Schatten umzog. Kurze Zeit nach mir setzten sich zwei Schulklassen zu mir, die auf ihren Besichtigungstermin für den Deutschen Dom warteten. Wie ich die Schüler und ihre Lehrer so beobachtete, wurde mir schlagartig klar, dass ich den Lehrern vermutlich inzwischen näher bin als den Teenager-Schülern.
Dazu passt die Feststellung, die Jott und ich bei dieser Europameisterschaft gemacht haben: Der Großteil der teilnehmenden Spieler ist deutlich jünger als wir.

Das ist ziemlich merkwürdig, vor ein paar Jahren war das noch nicht so. Das muss dieses Älterwerden sein.

Der heutige Abend war der entspannteste Abend seit langem: Herr Schnuffke schläft seit 19:15 Uhr, und da Jott und ich heute schon tagsüber alle Hausarbeiten erledigen konnten, hatten wir einen Haufen freie Zeit zur Verfügung.
Was eine Kombination aus frühen Aufstehen und fehlenden Tagschlaf doch mit dem Kind anstellt.

Emotionen, wie sie dieser isländische Kommentator beim 2:1 im Spiel Island gegen Österreich zeigt, möchte ich gern auch bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft hören.

Was schön war: Am Nachmittag bauten Herr Schnuffke und ich eine Sandburg. Also, ich baute, Herr Schnuffke riss wieder ein. Dazu hangelte er sich langsam am Burggraben um die Burg herum und schob Sand in den Graben. Allerdings so langsam, dass ich immer da, wo er gerade weg war, die Burg wieder aufbauen konnte. So wanderten wir beide im Kreis um die Burg herum.

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Journal Dienstag, 21.6.2016

Heute kein Kindergarten, wir hatten einen Doppeltermin beim Kinderarzt: U6 und MMR-Impfung.
Fazit der U6: Herr Schnuffke ist seiner Zeit weiterhin etwas voraus, sowohl was die körperliche als auch die geistige Entwicklung anbelangt.
Die Impfung nahm er gelassen hin: Die die Spritze verabreichende Ärztin hatte extra eine Schwester zur Verstärkung hinzu gezogen (um ggf. das Kind zu fixieren), nachdem sie bemerkte wie kräftig und agil Herr Schnuffke schon ist. Das erwies sich aber als überflüssig, Herr Schnuffke verzog keine Miene und zappelte auch nicht. Offenbar war ihm der Pieks egal.

Nach dem Mittagessen liefen wir zum Köpenicker Bürgeramt. Herr Schnuffke benötigt einen Kinderausweis für den Dänemark-Urlaub, und da die 115-Ämter-Auskunfts schon vor Wochen keine freien Termine mehr in Berlin vermitteln konnte (WTF?? Über einen Zeitraum von zehn Wochen keinen Termin in ganz Berlin?!?), probierten wir es spontan. Zwei Stunden mussten wir warten, bis unsere Nummer gezogen wurde und Herrn Schnuffke ein Kinderausweis ausgestellt werden konnte.
Herr Schnuffke krabbelte während der Wartezeit durch das Wartezimmer, schäkerte mit anderen Wartenden, kletterte (mit ein bisschen Hilfe von Papa) ganz viele Treppenstufen hoch, aß seinen Nachmittagssnack und hatte einen Mordsspaß. Wenigstens einer.

Nach dem Bürgeramt vertrieben wir uns die Zeit bis zum Fußballspiel um 18 Uhr. Herr Schnuffke und ich setzten uns in den Innenhof ab und spielten im Sandkasten. Meine Versuche, eine große Sandburg mit Burggraben zu bauen, wurden von Schnuffzilla sabotiert.
Während des Spiels stießen einige Nachbarskinder zu uns, spielten mit Herrn Schnuffke und erzählten mit mir. Ich bin nun über die Familiensituation der Nachbarsfamilie voll im Bilde und habe mich mit Jott darauf geeinigt, vor unseren Kindern bestimmte Themen NIEMALS anzuschneiden.

Beim Fußballspiel Deutschland gegen Nordirland war lediglich Herr Schnuffke als Fan ausgewiesen- das Pflaster für den Impf-Piekser war in schwarz-rot-gold (macht das denn vor gar nichts halt?).
#nirger

Was schön war: Das Fußballspiel mit Frau und Kind auf der Couch gucken. Wobei es eher ein „Wir kitzeln das Kind aus und beschäftigen es“ mit gelegentlichen Blicken zum Fernseher war. Nicht schlimm, gar nicht schlimm.

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Journal Montag, 20.6.2016

Gendarmenmarkt

Auch heute funktionierte die Übergabe an der Tür zur KiTa einwandfrei. Herr Schnuffke guckte zwar etwas irritiert, ließ sich aber anstandslos in die Arme der Betreuungserzieherin übergeben. Meine Abwesenheitszeit wurde auf anderthalb Stunden verlängert, die ich lesend, Kaffee trinkend und Pastel de Nata essend auf den Stufen des Deutschen Doms verbrachte. Als ich um Elf in die KiTa zurückkehrte, wurde ich eilig in die Teeküche gewunken- Herr Schnuffke sollte mich nicht sehen, sondern in Ruhe mit den anderen Kindern Mittag essen (Mittag- um Elf! Hoffentlich möchte er das nicht auch zu Hause). Halb Zwölf schließlich durfte ich ihn wieder mit nach Hause nehmen.

In der Stadtbahn schlief er völlig k.o. ein und wachte erst in Köpenick beim Kauf eines Zwei-Kilo-Erdbeer-Korbs wieder auf.

Den Großteil des Nachmittags verbrachten wir am Müggelsee.

Sandschweinchen

Großflächige Vodafone-Störung in unserer Gegend, nichts geht mehr. Kabel (TV, Internet) und mobiles Netz sind komplett tot. Während Jott aufgeschmissen war und daher irgendwann frustriert ins Bett ging (was haben die Menschen nur früher ohne Internet und TV gemacht?), freue ich mich dass mein neuer Mobilfunkanbieter das O2-Netz nutzt, und das mein Datenvolumen groß genug zum Tethern ist.

Herr Schnuffke war heute Abend kaputtgespielt, er schlief auf Jott in Rekordzeit ein. Ab halb Neun war also Freizeit angesagt, und die nutzte ich um endlich mal wieder ’ne Runde am Rechner zu zocken. Der Spiele-Laptop ist seit letzter Woche wieder auf dem neusten Stand, daher standen diesmal auch keine Updates dem Spielvergnügen im Wege. Merkwürdigerweise war das Spielen an sich dann aber gar nicht so toll wie vorgestellt- ich sah ständig auf die Uhr, nahm leicht schockiert zur Kenntnis wieviel Zeit schon vergangen war und dachte ständig an all den Kram, den ich erledigen sollte anstatt zu spielen.

Das muss ich wohl nochmal üben.

Nach einem Gespräch mit einem ebenfalls auf sein Kind wartenden Vater bin ich sehr froh, dass Herr Schnuffke kein Kind ist, das wenig Schlaf benötigt. Der Vater erzählte, dass sein Kind maximal bis 6 Uhr morgens schliefe, und das auch nur, wenn es nicht vor 21 Uhr ins Bett ginge.
Da würde ich nach zwei Wochen durchdrehen. Das frühe Aufstehen mag ja noch halbwegs angehen, da der Tag bei uns früh beginnt- aber am Abend so lange noch das Kind herumwuseln haben, nee. Ich mag Herrn Schnuffke ja ganz gern, aber ab 20:30 Uhr hätte ich dann doch gern für ein, zwei Stunden meine Ruhe.

Was schön war: Mit dem sanft schnarchenden Kind in der S-Bahn nach Hause fahren und lesen.

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Journal Sonntag, 19.6.2016

Ausschlafen mit Kind bis 8 Uhr im Wohnzimmer, anschließend Frühstück, dann Spielen in der Wohnung. Windelsprengungsbedingt Baby-Baden am Vormittag.
Nach dem Mittagessen ins Brandenburgische zu meinen Eltern, Abends zurück.

Was schön war: Hand auf Hand mit Jott und schlafenden Kind nach Hause fahren.

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Journal Samstag, 18.6.2016

Das Kind hatte Geburtstag, heute feierten wir mit der Familie.

Jahresdaten

Selbstverständlich haben wir uns für diese Grafik kräftig inspirieren lassen. Internet sei Dank.

Tagesschnappschüsse.

kuschelkind

beistand

einserzug

tartlets

Nicht zu sehen: Das schlecht schlafende, weil von so vielen Eindrücken überforderte, Kind.

Was schön war: Ganz viel Lachen und strahlende Augen, auch bei Herrn Schnuffke.