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Sonntag, 26.11.2023

Mit viel Ach und Krach den Tag überstanden. Die Kinder zeigten sich immer mal wieder von ihrer nicht ganz so guten Seite, zickten sich an, verpfiffen sich gegenseitig, provozierten sich…


Zum Mittag kamen S mitsamt Tochter E vorbei. Wir aßen Pizza und warteten gemeinsam auf Jotts und As Rückkehr vom Wellness-Urlaub. Die beiden hatten sich gegen 14 Uhr angekündigt, es wurde dann kurz vor Drei. Als sie ankamen, waren sie leicht grün um die Nasenspitze– ihre Taxifahrerin war wohl etwas ruppiger gefahren.


Die Frauen bastelten Nachmittags Adventskränze, ich bereitete unsere Bringmeister-Bestellung vor, S scrollte durch Insta und die Kinder hingen an Tablett/Switch (M, J) bzw. malten/spielten (G, E). Gegen 16 Uhr scheuchte ich sie nochmal raus, damit sie ein bisschen frische Luft schnappen und sich bewegen konnten. Ansage war 30 Minuten, als ich sie kurz vor 17 Uhr reinrief wollten sie nicht weil sie so vertief ins Spiel waren.


M und ich rasselten nach dem Reinkommen noch zusammen: Wir hatten uns darauf geeinigt, dass er heute je 15 Minuten für seine Deutsch-Klassenarbeit und seinen Mathe-Test übt. Er hatte gestern versprochen, dass heute nach dem Frühstück zu machen. Als ich ihn vor dem Mittagessen darauf ansprach, war er zerknirscht weil er es vergessen hatte, versprach aber wiederum, nach der Medienzeit, also gegen 15 Uhr, zu üben. Das funktionierte auch nicht, also musste er nach dem Reinkommen unter Aufsicht ran. Das funktionierte dann nur unter fürchterlichen Heulen und Wehklagen wie ungerecht das doch sei: Seine Geschwister müssten NIE etwas machen, IMMER müsse nur er lernen, und er müsse STÄNDIG und ANDAUERND langweilige und blöde Aufgaben erledigen… Mir platzte da die Hutschnur und ich stauchte ihn gehörig zusammen. Danach saß er seine 2 x 15 Minuten immerhin ab und machte auch etwas.

Ich bin dieses ständige Gemotze von ihm furchtbar leid. Aber ich will, dass er sich hinsetzt und übt, auch wenn er es vermutlich nicht nötig hätte– aus meiner Sicht muss er nämlich mehr als den Stoff die Tatsache verstehen, dass man bei rechtzeitigen Hinsetzen sicher und gut vorbereit in den Test/die Klassenarbeit gehen kann. Das predige ich den Kindern auch ständig: Wenn ich sehe, dass sie sich anstrengen, lernen, und sich vorbereiten, sind auch schlechte Noten kein (großes) Thema. Ein Thema werden sie, wenn sie aus Faulheit und Nachlässigkeit entstehen– das muss nämlich nicht sein.


Was schön war:

  1. Jotts Freude beim Anblick der frisch bezogenen Betten
  2. Das frisch von Jott gebackene Banananbrot zum Vesper
  3. So generell das Jott wieder zurück ist. Ist schon schöner mit ihr.

Eine Antwort auf „Sonntag, 26.11.2023“

Lieber Herr Paul,
ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass Sie in Ihren Gedanken etwas arg streng sind, wenn es um Disziplin geht, hier gegenüber M, aber ich glaube auch öfter gegenüber sich selbst. Ich wünsche Ihnen, dass Sie es sich öfter erlauben können ‚faul‘ zu sein, ohne schlechtes Gewissen (auch wenn das in Ihrem Alltag und in unserer Gesellschaft oft nicht leicht ist). Ich würde das eher als ‚auftanken‘ oder ‚Selbstfürsorge‘ sehen.
Alles Gute und danke für die Einblicke in Ihr Erleben!

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