Waschküchenwetter morgens. Ich schwitzte schon beim Brotbüchsen-Zubereiten.
Nach Rückkehr vom Kinder in die Schule bringen einen leisen Turmventilator bei Amazon bestellt. Vermutlich zum saisonalen Höchstpreis (ich vergleiche das jetzt nicht), aber egal. Die nächsten Tage, ach was– die nächste Woche– soll heiß werden und ich brauche dringend ein Mittel gegen. Daher: Ein Ventilator. Ich verspreche mir ein flüsterleises Surren, dass es uns ermöglicht ihn sogar Abends/Nachts im Schlafzimmer laufen zu lassen.
Direkt im Anschluss eine abgespeckte Runde Sport auf dem Hof eingelegt. Es war, trotz des erwähnten Waschküchenwetters, ja immer noch vergleichsweise kühl, zudem wehte gelegentlich ein sanfter Wind. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass es die erste Sporteinheit seit gut drei Wochen oder ich einfach nicht richtig fit war, aber es gab eindeutig noch Luft nach oben in punkto Leistung/Performance. Andererseits: Dann ist das eben so. Das ganze ist ein lebenslanges Marathonprojekt und kein Sprint.
Während der folgenden Zeit Arbeitsdinge gemacht, bisschen hiervon, bisschen davon. Es ist weiterhin ruhig, ich genieße das und freue mich meine Tage selbst gestalten zu können.
Die Kinder hatten Spaß im Schulhort: Sie konnten Schleim herstellen und mit nach Hause nehmen und durften, weil wir endlich mal die Badesachen eingepackt hatten, auch noch Planschen. Sie strahlten beim Abholen.
Jott war nach der Arbeit verabredet, die Kinder und ich waren auf uns gestellt.
Beim Einkaufen im Forum hörten die Kinder ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht und rannten, trotz Erklärung/Verbot, die Rolltreppen in die entgegengesetzte Richtung hoch und runter und stießen dabei beinah andere Leute um. Da war ich dann richtig geladen; einmal ob des nicht hörens und dann, weil sie so rücksichtslos waren. Standpauke zzgl. Tablet-Verbot für den heutigen Abend. Das hat zwar nichts mit dem besagten Verhalten zu tun, aber ich hatte keine Kapazität für pädagogisch wertvolle Konsequenzen und brauchte auch etwas, das ihnen weh tut. Lange Gesichter, finstere Blicke und Gemaule der Kinder. „Das ist gemein, Papa“ – „Nein, das ist Erziehung“ – „Das ist gemeine Erziehung!“ und so weiter und so fort.
Zu Hause passierte dann das komplett unerwartete: Nach drei Minuten bockig und beleidigt auf der Couch herumsitzen fragte M, ob irgendjemand mit ihm Murmeln spielen wolle, seine Geschwister stimmten zu… und dann spielten sie eine halbe Stunde lang bis zum Abendessen gemeinsam sehr kreativ, konzentriert, einander zugewandt, freundlich und hilfsbereit miteinander Murmeln. Ich war baff und fragte mich zwischenzeitlich, ob ich die richtigen Kinder mit nach Hause genommen hatte.
Nach dem Abendessen die Meinungen der Kinder eingeholt zur aktuellen Situation. Ich wollte wissen ob sie das viele Schimpfen, die strapazierten Nerven, die angespannte Stimmung und das ständige Anöden eigentlich toll fänden. War (natürlich) nicht der Fall. Wir sprachen dann eine ganze Weile miteinander, ich spiegelte ihnen meine (und Jotts vermutete) Situation/Reaktion, ließ sie reflektieren und dann gestanden wir uns alle ein, dass wir nicht wissen was wir nun machen sollen. Vielleicht hat ja jemand in der Nacht eine Eingebung.
Nach dem Abendbrot ließ ich die Kinder mit ein paar Rahmenbedingungen komplett allein mit ihrer Abendgestaltung und zog mich zurück. Sie räumten dann gemeinsam die Küche auf, machten sich bettfertig und schauten eine Folge Löwenzahn, während ich Wäsche verräumte und eine Runde mit dem Nachbarn erzählte (der macht Anfang September beim Half Ironman in Erkner mit, irrer Typ…)
Nachdem die Kinder im Bett waren nochmal an den Rechner gesetzt um die fehlende Stunde von heute morgen nachzuholen.


2 Antworten auf „Mittwoch, 16.08.2023“
Das mit der furchtbaren Situation mit den Kindern kann ich grad sehr gut nachvollziehen (w 11 und m 7). Lösung? Keine… :-(
Hier auch nicht. Ganz und gar ratlos.