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Journal Montag, 22.1.2018 – Aaaaalter*

* May contain Vulgaritäten. Ernsthaft, in diesem Beitrag wird sehr oft das Wort Kacke vorkommen. Und eventuell bin ich ein bisschen flapsiger als es gut ist.

Die verdammten Kinder machen mich fertig.

Also. Die Kinder sind natürlich alle noch krank. M kackt flüssig, die Zwillinge husten schniefen rotzen zahnen und sind darmtechnisch auch noch nicht so ganz auf der Höhe, aber diesbezüglich besser unterwegs als M.
KiTa war also ausgeschlossen, das war mir eigentlich schon am Wochenende klar. Mit Jott hatte ich dann auch abgesprochen, dass ich zu Hause bleibe und mich um die Kinder kümmere, damit sie arbeiten gehen kann. Macht sich ja sonst doof, innerhalb der ersten vier Wochen Fehlzeiten zu haben… Immerhin war sie heute morgen fit genug zum Autofahren und fühlte sich im Stande, den Tag durchzustehen.

An sich lief auch alles gut an. Die Nacht war zwar durchwachsen, aber dafür schliefen alle Kinder ziemlich lange. Ich stand gegen Sieben auf (da war Jott schon im Büro), bereitete Frühstück und Tee vor und dann quakten die Zwillinge auch schon los. Immer zuerst J. Der macht G wach und dann, wenn sein teuflisches Werk vollbracht ist, legt er sich wieder hin und stellt sich schlafend.

Beim Frühstück dann ein eher unschönes Odeur. Ich hatte die Zwillinge in Verdacht, weil M- der, wenn er allein aufwacht, gern alle Lampen anstellt, sich wieder in die Decken kuschelt und genüsslich die Windel vollkackt- eben mit voller Windel aufstand und erst frisch gemacht worden war. Die Zwillinge rochen aber so, wie halbwegs saubere (wann haben wir die eigentlich zuletzt gewaschen, Jott?) Babys Kleinkinder riechen. Also doch M. Den wickelte ich hastig erneut, weil ich die Zwillinge nicht lange unbeaufsichtigt in der Küche lassen wollte. Die haben nämlich rausgefunden, dass sie mit ihren Stühlen auf Wanderschaft gehen können, indem sie sich kräftig in die gewünschte Richtung schmeißen. Bevorzuge Ziele sind alles, wo sie nicht ran sollen (Wasserkocher, Schubladen, das Küchenregal, auf dem Tisch liegende Messer…). Jedenfalls griff ich in der Eile zu einer 4er-Windel anstatt zu einer 6er-Windel. Saß ein bisschen spack, aber das fiel mir nicht so großartig auf- ich war mit den Gedanken beim Küchentisch und beschäftigte mich mit der Frage, ob ich das große scharfe Messer auf der den Zwillingen zugewandten oder abgewandeten Seite liegen gelassen hatte. Schnell schnell M fertig gemacht und in die Küche zurück (das Messer lag auf der den Zwillingen abgewandten Seite des Küchentischs, sie hatten sich auch nicht durch die Küche gestoßen sondern stattdessen Marmeladentoast in ihre Haare geschmiert). M blieb im Kinderzimmer, der wollte spielen.

Nach so zehn Minuten hörte ich M quieken, ging gucken und blickte in den kackeverschmierten Schlund der Hölle. M war nach den beiden gewechselten Windeln nicht so leer wie angenommen und hatte eine große Ladung in die 4er-Windel gesetzt. Die hielt dem nicht stand und schwappte über (das wird jetzt ein bisschen eklig, aber ich muss das für mein Nervenheil aufschreiben) und suppte durch alle Bekleidungsschichten. Es muss richtig gelaufen sein, anders kann ich mir nicht erklären weshalb im ganzen Kinderzimmer Fußstapfen in Häufchen-Pfützen waren und weshalb der Sessel (mein wunderschöner blauer Sessel!) verunreinigt war. M sah natürlich dementsprechend aus und war auch nicht so ganz fröhlich.
Nach einem ganz kurzen Moment des Innehaltens (Denial – Anger – Depression – Acceptance) schnappte ich mir das Kind unter den Achseln, trug ihn ins Bad, setze ihn in die Badewanne, zog ihm alles aus, duschte ihn ab, wusch ihn, nahm ihn aus der Dusche, trocknete ihn einigermaßen und und setzte ihn, eingehüllt in Kuscheldecken, vor den Fernseher. Dann nahm ich die Klamotten und die Hausschuhe, so wie sie waren, steckte sie in die Waschmaschine, kippte ordentlich Hygienespüler rauf und stellte die Maschine an.
Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass es den Zwillingen noch gut ging (gut im Sinne von „Körperlich unversehrt und ohne Messer o.ä. in den Händen), ignorierte ich ihr Jammern, ließ sie in den Stühlen in der Küche sitzen (ansonsten hätte ich sie beaufsichtigen müssen) und wischte Kinderzimmer, den Flur und das Bad. Dann erst durften sie zu M ins Wohnzimmer (call me Rabenvater).

Ach ja, erwähnte ich, dass ich nebenbei immer wieder versuchte, beim Kinderarzt durchzukommen und das einfach nicht klappte? Anderthalb Stunden lang durchgängig besetzt/ keine Abnahme.

Als das größte Chaos beseitigt war, beschloss ich, ohne Termin loszulaufen. Ich brauchte ja nur eine Krankschreibung für zwei Tage oder so, keine Untersuchung (ist halt Magen-Darm, da machste eh nix außer Diät und Hausmittelchen). Zum Glück kam dann auch gleich eine passende Straßenbahn. Beim Kinderarzt selbst lief alles glatt, es gab- das ist der Vorteil wenn es da rappelvoll ist, keiner hat Lust auf Fragen und NOCH MEHR Arbeit- das gewünschte Attest und dann konnten wir wieder nach Hause. Die Kinder waren mittlerweile alle gut drauf, frische Luft hilft eben. M freute sich, weil er auf meinen Schultern reiten durfte, und die Zwillinge waren müde- es war mittlerweile Mittagszeit.
Zu Hause dann Nudeln ohne alles gekocht, die Zwillinge in die Betten gesteckt, M nochmal vor dem Fernseher geparkt, und dann heimlich noch einen Teller Nudeln mit Pesto gegessen. Konnte ich davor nicht, weil M sonst auch Pesto hätte haben wollen, und der darf halt noch nicht.
Mit den Zwillingen in den Betten und M vor Benjamin Blümchen war es ruhig, ich konnte aufräumen und fünf Minuten verschnaufen, bevor ich zum Spielen zu M ins Wohnzimmer ging.

Ab da war dann auch alles recht easy. Vesper, Kinder spielen lassen, gucken dass sie sich nicht zu sehr ihr Spielzeug um die Ohren hauen (M und J sind da gut drin. Während die beiden sich kloppen, spatziert G seelenruhig durch die Wohnung und trägt vergnügt Sachen von A nach B) und nach Kräften ignorieren (die sollen miteinander spielen, irgendeinen Vorteil muss es haben, so viele von denen zu haben). Das lief alles in allem so gut, dass sogar Jotts Nachricht, dass sie heute trotz ihres frühen Arbeitsstarts länger im Büro bleiben muss, nicht allzu wild war.

Auch heute umging ich das schlimmste Nachmittagstief durch die Flucht nach draußen. Wir kauften bei DM neue Heilnahrung (für die Zwillinge) und Kohletabletten (für mich), ernteten wie immer viele viele Blicke (ein Papa mit drei so kleinen Kindern ist die Attraktion!) und als wir wieder nach Hause kamen, war Jott auch schon da (zum Glück, ich hätte das Abendbrot zwar auch noch gewuppt, aber ich war dann doch ziemlich k.o.).

Entweder habe ich einfach nur Glück oder aber meine Strategie (Schonkost + Kohletabletten + präventiv Hausmittel gegen Magen-Darm + exzessives Händewaschen) geht voll auf: Ich bin immer noch fit. Mitunter hab ich zwar Sodbrennen, aber das ist zu verkraften.

Was schön war: Als Jott dann wieder da war.

9 Antworten auf „Journal Montag, 22.1.2018 – Aaaaalter*

Uiuiui,
Weiterhin schnelle gute Besserung wünsche ich!
.. Und eine Interessensfrage: warum darf M noch kein pesto essen?

Herzliche Grüße!

Weil er auch MD hat :) Schonkost und so!

Herr Paul: ich muss ja mal den Hut vor Ihnen ziehen! Sie wuppen das Ding und schaukeln die Kinder! Und selbst, wenn Sie zwischendrin entnervt sind – andere wären es noch mehr! €!: bei 3 unter 3 beneide ich da wirklich niemanden drum! Daher: Kudos! Und jetzt schenken Sie sich einen Schluck Sekt oder Whiskey oder eben einen Cocktail ein und stoßen Sie mit Jott auf sich selbst an!!

@Anna: ich war so frei und hab im Kommentar unten drunter auf die Frage geantwortet. Mir erschloss sich das aus dem Text – ich hoffe ich liege nicht falsch!

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