Seit ein paar Tagen lässt mich Jott ihr Nachts bei der Kinderversorgung helfen.
Das ist das anstrengendste, was ich bislang gemacht habe. Die Zwillinge wachen alle zwei bis dreieinhalb Stunden auf, müssen (theoretisch… manchmal sind wir da nicht so genau) gewickelt und gestillt/ geflascht (ich beanspruche Urheberschaft für dieses Wort) werden. Das dauert, wir erinnern uns, so um die 60 bis 90 Minuten. Und danach beginnt das Spiel von vorn.
Unsere Nächte sind also arg kurz und sehr zerstückelt. Denn die Kinder schlafen ja nicht immer sofort nach dem Stillen ein. Oder trinken immer zügig.
Letzte Nacht schliefen wir von 23:30 Uhr bis 1:30 Uhr und von 2:30 Uhr bis 4:30 Uhr. In der Nacht davor sah es ähnlich aus. Kein Wunder, dass Jott und ich ein wenig müde sind…
Offenbar aber noch nicht müde genug, um früher ins Bett zu gehen. Wir Dummbeutel.
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Letztes Jahr im Frühsommer, als Jott und ich zwar bereits von den Zwillingen wussten, den Aufwand mit ihnen aber naiv unterschätzten, vereinbarten wir für den 9.1.2017 einen Hautarzttermin zum Screening/ zur Hautkrebsvorsorge. Dieser Termin sollte recht früh sein, damit ich ihn vor der Arbeit wahrnehmen konnte. Wir legten also 7 Uhr morgens fest und freuten uns.
Zeitsprung zu heute morgen: Nachdem die Kinder ab 4:30 Uhr hungrig waren und sich meldeten, dösten wir noch etwas bis 5 Uhr (Jott fütterte beim Dösen IHN mit der Flasche), dann klingelte der Wecker. Wir hatten uns ausgerechnet, dass wir 5 Uhr aufstehen müssten, um die Kinder zu stillen, uns tagfein zu machen und zu frühstücken. Und was soll ich sagen: Die Rechnung ging auf. Kurz nach 6:30 Uhr verließen wir mit vollem Magen, geduscht (Jott) und frisch gemacht (ich, ich war am Vorabend duschen), sowie mit satten, schlafenden Kindern das Haus und fuhren zum Hautarzt. Irre. Das war gefühlt das erste Mal, dass sowas wirklich funktionierte.
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Überhaupt, es klingt ja hier so mit: Jott und ich haben massivst, hundertprozentig unterschätzt, was für ein Aufwand Zwillinge sind. Wir dachten naiv „Ach, das wird wie ein Kind MAL Zwei“, aber nein. Eher wie „Ein Kind HOCH Zwei“. Ehe ich nun weiter blöde Mathe-Vergleiche erfinde, hier die Kernaussage: Es ist mehr Arbeit, als wir uns in unseren kühnsten Träumen hätten vorstellen können.
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Nach dem Arzttermin fuhren wir nach Hause, ich trug Jott die Zwillinge in die Wohnung und fuhr ins Büro weiter. Heute war eigentlich mein erster regulärer Arbeitstag. Eigentlich deshalb, weil ich letzte Woche erbeten hatte, über die nächsten zwei Wochen pro Tag einen halben Tag Urlaub nehmen zu dürfen. Das wurde erlaubt, wie ich heute erfuhr, und so konnte ich bereits gegen 13:30 Uhr nach Hause gehen.
Nach den zwei Wochen sollten wir mehr wissen bezüglich der Haushaltshilfe der Krankenkasse und ggf. andere Maßnahmen ergreifen können.
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Die Agentur, für die ich arbeite, wurde von einer riesengroßen Firma gekauft. Diese riesengroße Firma begeht 2017 ihr 40-jähriges Geschäftsjubiläum. Aus diesem Grund werden alle Mitarbeiter- auch meine Kollegen und ich- eingeladen, auf Firmenkosten das kommende Wochenende nach Mallorca zu fliegen. Als ich das heute erfuhr, war ich platt ob der Neuigkeiten und ein bisschen traurig. Die Mallorca-Geschichte hörte sich gut an, aber ich konnte unmöglich Jott mit drei kleinen Kindern allein lassen.
Als ich ihr allerdings davon erzählte, war sie Feuer und Flamme, organisierte und machte und tat und das Ende vom Lied ist, dass Jott, die Zwillinge und Herr Schnuffke Freitag und am Wochenende gut betreut sind und ich höchstwahrscheinlich nach Mallorca fliege. Voll spannend.
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Das wäre mein dritter (Hinflug) und vierter Flug (Rückflug) überhaupt. Was muss man da beachten? Wie organisiere ich mich am Flughafen am sinnvollsten?
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IHR geht es besser, die Erkältung ist fast überstanden. Dafür hat ER vorhin etwas geschnieft und geniest…
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Morgen ist Herr Schnuffke wieder bei uns. Ich freu mich.
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Was schön war: Wieder arbeiten gehen.




11 Antworten auf „Journal Montag, 9.1.2017“
Ein Orden für Jott!! Ganz viel Spaß auf der Reise! Tipp für den Flug: Schlaf nachholen. Herzliche Grüße von Frau Lenk
Sowieso (bzgl. Orden).
Schlaf nachholen ist angedacht. Zumindest, nachdem ich mich an den Wolken und der kleinen Welt unter mir satt gesehen habe.
Am sinnvollsten organisieren Sie sich am Flughafen sodass hinter Ihnen niemand warten muss. Flüssigkeiten über 200ml raus und Metall muss ab. Abgesehen davon, nett sein. Ich wünsche Ihnen alles Gute, würde aber bezüglich der Übernahme (Kauf durch große Firma) nach der Freude zur Vorsicht raten. Alles Gute, wie gesagt.
Danke! Nett sein ist immer gut, im Endeffekt machen die Leute da auch nur ihren Job.
Ja. Und Sie sind extrem nett. Ich hoffe, dass alle Beteiligten das auch merken:) Abgesehen davon ziehe ich den Hut vor Ihnen allen und bin mir sicher, dass Sie das schaffen:) Leere Worte vielleicht, aber ich denke an Euch.
Das klingt ganz schön anstrengend.
Toll, dass es mit Mallorca klappt.
Ja, minimal anstrengend. Aber ist ja nicht für ewig, im Idealfall schlafen sie irgendwann etwas länger und müssen vllt. auch nachts nicht mehr gewickelt werden…
Viel Spaß auf Mallorca!
Ich würde sagen, beschränken Sie sich auf Handgepäck, keine Wartezeit am Gepäckband! Aber da die gesamte Firma anreist, nützt es wahrscheinlich wenig….. Wohin geht es dort? Viele Grüße!
So war der Plan. Kein Koffer, nur Handgepäck- für die zweieinhalb Tage sollte ein Rucksack ausreichen.
Es geht nach Cala d’Or.
Ich bin auch für einen Orden! Wow, ganz großen Respekt, dass sie das auch noch gewuppt hat. Ich wiederhole mich, ich weiß, aber ihr macht das einfach nur sagenhaft großartig.
Da kann ich mich nur von weiter oben zitieren: „Sowieso (bzgl. Orden).“