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Montag, 09.01.2023

Heute habe ich „mein“ Team, mit dem ich seit mittlerweile acht Jahren zusammenarbeite, informiert, dass ich aus dem gemeinsamen Projektkosmos aussteigen und ihn in die Hände einer Kollegin übergeben werde. Das war heftig.

Seit mehreren Jahren bewege ich mich, von kleinen Ausflügen abgesehen, im identischen Umfeld von Wartungsprojekten. Soll heißen: Bestehende Projekte, eher kleine Anpassungen, Fehlerbereinigungen, immer wieder bekannte Probleme, nie was wirklich neues. Sehr stabil, gut händelbar, überhaupt nicht mehr herausfordernd; auch kein „richtiges“ Projektmanagement sondern Kundensupport, Single Point of Contact, fachliche Beratung, Schmalspur-Projektleitung mangels richtiger Projekte. Das passte eine Weile (mehrere Kleinkinder, familiäre Eingespanntheit, der Wunsch uns als Familie nach allen Kräften zu stützen), und weil ich risikoavers bin und Stabilität schätze und das ganze Drumherum (Kollegen, Chef, Gehalt, Benefits) auch immer (sehr) in Ordnung war, machte ich das eben. Ende 2021 ergab sich nochmal eine Veränderung, da stieg meine damalige PL-Kollegin aus und ich musste das ganze Thema als alleiniger Projektleiter managen. Das war das erste halbe Jahr noch interessant weil es mit einem Mal viel mehr als vorher war, und danach wieder das selbe in Grün. Aus projektbezogenen Gründen reduzierte sich die Arbeitslast zusätzlich über die Monate, sodass ich weder ausgelastet noch herausgefordert noch zufrieden war. Eine Veränderung musste also her. Weil das Drumherum aber (sehr) in Ordnung ist, setzte ich mich mit meinem Chef zusammen, besprach meine Situation mit ihm und signalisierte ihm, dass ich gern in größeren Projekten und anderen Projektbereichen unterwegs sein möchte. Das war für ihn okay und auch nicht sonderlich überaschend, das Thema hatten wir über die vergangenen Monate immer mal wieder angeschnitten. Und so beschloss ich also, mich innerhalb der Firma zu verändern und das, was ich die letzten acht Jahre gemacht habe, nicht mehr zu machen bzw. maximal noch als interner Support für meine Kollegin.

Und heute war dann eben der Tag, an dem das die Kollegen erfuhren. Tat einerseits sehr gut (die Katze ist aus dem Sack), andererseits fühlt es sich wie ein im Stich lassen an.

… außerdem ist die Zukunft sehr ungewiss, denn aktuell (bzw. schon länger) gibt es gar keine Projekte in die ich einsteigen kann. Perspektivisch aber hoffentlich schon, ansonsten könnte das ein Problem werden. Däumchen drehen muss ich trotzdem nicht, ich hab mit der Projektübergabe, Digitalisierungsberatung und Ausschreibungsrecherche genügend zu tun.


Weil ich immer noch ein paar Stunden von meinem vergessenen Urlaub über hatte, brachte ich heute M zum Schwimmen und nutzte die Chance, ihm zuzuschauen. Da das seit (grob) Ende August normalerweise L macht und wir gar keinen Einblick haben (außer Ms Kinder-Updates), war ich sehr neugierig über seine Fortschritte. Die waren auch beträchtlich, er springt mittlerweile vom Starterblock, schwimmt im großen Becken mehrere Bahnen, schwimmt Brust und Rücken und Kraul und macht sich ganz gut. Weil er immer noch nicht das Seepferdchen hat (er wurde offenbar irgendwie vergessen), habe ich zudem bei seiner Trainerin angeleiert das er die Prüfung dafür nächste Woche ablegt und dann auch was offizielles hat. Das wird ihm bestimmt gefallen.

Einziger Kritikpunkt, den ich ihm auch auf der Heimfahrt mitgab: Er strengt sich nicht sonderlich an. Er geht bis zu dem Punkt, an dem es schwierig/unbequem wird, und hört dann auf. Das reicht immer noch aus, aber das ist mir zu wenig. Er kann wesentlich mehr und besser sein– und das erwarte ich dann auch von ihm. In der Schule ists nämlich genauso und ich bin der Meinung, dass es eine Verschwendung seiner „Begabungen“ oder eher Fähigkeiten ist, wenn er nur halbärschig mitmacht (was dann auch tief blicken lässt, weil ich vermutlich genauso war und noch viel mehr hätte reißen können, wenn ich mich mal hingesetzt hätte… ich möchte gern, dass er das besser macht).


Was schön war:

  • Ms Fortschritte sehen
  • Zufällig an der Schwimmhalle S und E (unsere Rommefreunde) getroffen
  • Statusupdates von Jott

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