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Journal Montag, 11.4.2016

Herr Schnuffke krabbelte mir heute morgen im Flur nach. Zur Arbeit gehen war nie schwerer.

Den ganzen Tag über furchtbar müde, trotz Kaffee und frischer Luft zwischendurch. Das besserte sich erst am späten Nachmittag. Mit zusammengebissenen Zähnen ging das Arbeiten so vor sich hin, aber wirklich flüssig lief es nicht.

Am Donnerstag ist im Büro ein Quartals-Abschluss- und Vorschau-Meeting. Dazu wurden wir Angestellten nach unserer Lieblingsmusik gefragt, wohl um das ganze aufzulockern. Ich weiß nicht, ob „meine“ Musik auflockernde Wirkung auf andere hat, werde das aber am Donnerstag erfahren wenn die ganze Agentur finnischen Folk Metal hört.

Herr Schnuffke ist derzeit sehr anhänglich und hat, zu unserer großen Verblüffung, wieder begonnen an uns zu saugen und herumzulabbern. Vor allem Jott trifft es schwer, bei ihr ist Herr Schnuffke extrem auf die Brust fixiert. Bei mir beschränken sich die Saugversuche auf Arme und Hals, aber bei Jott wird teilweise auch sehr rabiat an Oberteilen gezerrt um eben an der Brust saugen zu können.
Laut dem „Oh je, ich wachse“-Buch geht so ein Verhalten einem Schub vorher. Hoffentlich kommt der Schub bald/ ist er bald vorüber, das Leben ohne Baby-Knutschflecke war auch ganz schön.

Das Vorlesen pausiert momentan. Zwar sind wir im Hobbit an der spannende Stelle angelangt, an der Thorin über die Ankunft von Smaug und die Zerstörung von Dal erzählt, aber der gewünschte Effekt des Vorlesens- das Kind sollte ruhiger werden- wird nicht erzielt. Ganz im Gegenteil, vielmehr scheint es Herrn Schnuffke aufzuputschen wenn er mit mir allein im abgedunkelten Zimmer ist und ich mit ihm erzähle (dafür hält er das Vorlesen vermutlich).

Heute Abend ließ ich den Hobbit stecken, gab stattdessen einen Nuckel und hielt Herrn Schnuffke im Sessel sitzend im Arm. Das funktionierte besser.

Was schön war: Die Wartezeit auf die S3 überbrückte ich mit Dasitzen und Podcast hören auf dem Regiobahnsteig. Der S3-Bahnsteig liegt im Erdgeschoss und wird von allen anderen Bahnsteigen überführt. Infolgedessen ist er dunkel und zugig. Der Regiobahnsteig hingegen bildet das Obergeschoss, und dort saß ich auf einer Bank, hörte vor mich hin und sah der aus Rummelsburg kommenden S3 beim Einfahren zu.

Apropos Ostkreuz: Im Tagesspiegel entdeckte ich heute eine Bilderstrecke vom Ostkreuz. Kaum zu glauben, wie kaputt der Bahnhof mal war. Tagtäglich fuhr ich seit 2007 über das Ostkreuz, aber so marode habe ich es nicht in Erinnerung.

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