Klingelhosen-Alarm: 23:30 Uhr, 3 Uhr. Weder Jott noch ich sind mehr dauerhafte nächtliche Unterbrechungen gewöhnt.
KiTa: Eine Erzieherin in J und Gs Gruppe ist anwesend. Eine Zeitarbeits-Erzieherin fällt wegen Corona aus. Zwei weitere reguläre Kolleginnen sind krankheits- und rehabedingt nicht im Einsatz. Eltern werden gebeten, ihre Kinder so möglich zu Hause zu betreuen.
Ungläubig gelacht, als mir die anwesende Erzieherin heute morgen davon erzählt hat.
Not so fun fact: Die anwesende Erzieherin ist selbst angeschlagen, hat zusätzlich ein Covid-positives Kind zu Hause, „darf“ aber arbeiten gehen.
Kinder-Stress am Morgen. Streit um Fernsehen/Tablet-Nutzung, Streit darum wer in welcher Reihenfolge mit welcher Lautstärke über Alexa Musik hören kann, bitten um was Süßes vor dem Losgehen, gegenseitiges (unabsichtliches?) Anrempeln; dazu müde/genervte Eltern.
„Herkunft“ ausgelesen. So ein schönes, trauriges, bewegendes, mitreißendes, positives und menschenfreundliches Buch. Direkt weitere Bücher von Saša Stanišić auf die Bibliotheks-Merkliste gepackt.
Überhaupt, Bibliothek: Ich habe (fast) alle Bücher in meinem Amazon-Warenkorb gelöscht und sie stattdessen auf die Merkliste der VOEBB gesetzt. Zwei davon hab ich in die Köpenicker Bibliothek liefern lassen. Die hol ich demnächst mit den Kindern ab. Kosten: 4 EUR statt des normalen Buchpreises.
Trotzdem der Zwiespalt: Die Identifikation über die eigenen Bücher im Bücherregal entfällt, wenn keine Bücher drin sind weil es immer nur Leihobjekte sind. Andererseits: Unsere Regale sind voll, da passt nichts mehr rein. Und vom Kostenpunkt her ist die Bibliothek unschlagbar.
Große Freude bei M: In den Ferien muss er zu Hause keine Schreibübungen machen.
Während Jott sich für ihre Abendverabredung (Kalendereintrag: „Saufen mit S“) aufhübschte und ich noch vor dem Rechner saß, spielten die Kinder auf dem Hof. Alle drei dribbelten sie mit Fußbällen, pöbelten imaginäre andere Kinder an, spielten Abenteuer und waren laut und ausgelassen.
Jott und die Kinder gaben sich die Klinke in die Hand: Die Kinder kamen rein, Jott ging los. Während J und G sich beschäftigten/durch die Wohnung wuselten, war M ganz furchtbar langweilig. Tablet/Switch spielen sollte er nicht mehr, das hatte er nach dem Hort schon gemacht. Also saß er auf der Couch, klagte mir sein Langeweile-Leid und als ich dann irgendwann sagte, dass das doch aber sein Problem sei und er hier durchaus genügend Hilfsmittel gegen Langeweile habe, drehte er sich schmollend auf der Couch zur Wand und lag dann, weiterhin schmollend, in Embryonalstellung dort– bis G reinwuselte, sich Mal-Utensilien schnappte und losmalte. Das war dann auch für M der Startschuss zum Malen. Kurz danach kam J, und so saßen sie alle drei einträchtig am Tisch, malten, wünschten sich nacheinander von Alexa Lieder und waren ganz vergnügt. Zumindest bis sich J und G in die Haare kriegten, wer welche Stifte nehmen dürfe.

Zum Abendessen Gourmet-Ambitionen der Zwilling: Beide stapelten sich Sandwiches, die ich zu Dreiecken schneiden musste.
Anschließend Badezimmer-Eskalation der Kinder; ich beging den Fehler und schickte sie allein zum Umziehen los während ich die Küche aufräumte. Großer Fehler, das endet immer im Chaos (und irrsinnigen Rumgehampel, herumspringenden Kindern und infernaler Lautstärke). Lösung: M wurde ins andere Bad geschickt, bei den Zwillingen blieb ich sitzen.
Abends Wäsche & Aufräumen, bis Jott strahlend wiederkam.
