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05.01.2021

Die Kinder gingen heute in die KiTa; wir gaben sie mit gemischten Gefühlen ab:

Wenn die Kinder zu Hause sind, müssen wir unser Schichtarbeitsmodell fahren und gehen irgendwann daran kaputt, weil die Tage nur noch aus Arbeit, Kinderbetreuung und Haushalt bestehen und alles daneben keinen Platz findet. Das hatten wir letztes Jahr drei Monate und es hat uns so gründlich fertig gemacht das wir uns im Herbst noch nicht davon erholt hatten.

Wir können, wie wir es gerade tun, die Kinder in der KiTa unterbringen. Das ist in Zeiten der Pandemie hochgradig blöd, weil es das Risiko uns was einzufangen unfassbar erhöht. Ich will nicht, das irgendjemand von uns Covid-19 bekommt, noch will ich das wir Überträger sind und andere anstecken. Ich finds auch kacke, die Erzieher:innen so einem erhöhten Risiko auszusetzen und den schwarzen Peter an sie weiterzureichen.
Wenn ich das Risiko konsequent minimieren möchte, lasse ich die Kinder wie im letzten Jahr langfristig (so ungefähr Frühsommer) zu Hause. Aber: Dann ist die Arbeit nur im Schichtmodell möglich– siehe oben. Und das noch deutlich länger als im letzten Jahr, nämlich gute fünf Monate. Allein die Vorstellung ist gruselig.

Wir könnten natürlich Gehaltseinbußen in Kauf nehmen, aber… das geht auch nur eine begrenzte Zeit. Ersatzzahlungen nach dem Infektionsschutzgesetz sind z.B. zu wenig, da fehlt dann sehr schnell ein sehr beträchtlicher Teil des benötigten Gehalts. Kinderkrankengeld wäre eine Option, aber möchte ich wirklich bereits zu Beginn eines Jahres mit so ungewissen Ausgang diese Möglichkeit nutzen? Abgesehen davon ist die Krankenkasse notorisch lahm mit den Zahlungen, das kann schon ein halbes Jahr dauern.

Wir wissen auch nicht wirklich, ob wir überhaupt Anspruch auf _irgendwas_ haben– immerhin sind wir beide im Home Office und laut Aussage von offizieller Stelle ist Kinderbetreuung/Home Office/Home Schooling wunderbar parallel möglich.

Bleibt noch Urlaub– aber den brauchen wir zum Abdecken von Ferien und KiTa-Schließzeiten. Und vieleicht auch noch später im Jahr für den eigentlichen Zweck– Erholung.

Es ist alles kacke.


Abgesehen davon konnten wir beide heute tagsüber in Ruhe arbeiten und waren zum ersten Mal seit fünf Wochen oder so tagsüber allein. Das war nett.

Eine Antwort auf „05.01.2021“

Na ist doch gut, wenn es geklappt hat. Unsere Kita ist ja extrem abweisend, da hätte es mit der bekannten Homeofficemöglichkeit nicht geklappt, einen Platz zu kriegen, aber wir haben ja auch nur 1 Kitakind, da ist eine andere Situation. Und bei so wenig Kindern ist es doch wirklich ein hinnehmbares Risiko für Sie. Zudem ist Kinderkrankengeld doch auch kein volles Gehalt, sondern 80% oder so? Ich „freue“ mich heut erstmal, dass die Große ab 18.1. wieder 3h zur Schule gehen darf. Eltern, die nicht im Home-Office sind oder weiter weg wohnen, werden darüber natürlich zurecht abkotzen, für uns ist das aber gut, denn meine Tochter braucht Struktur und Alltag. Momentan kämpfen wir, dass sie ihre Aufgaben macht, obwohl sie sie gut alleine machen könnte. Aber sie hat einfach keinen Bock. Wenn sie in der Schule die drei Unterrichtsstunden hat, kann sie dann wenigstens dort den Stoff machen. Man ist ja momentan schon dankbar für jeden Futzel, den man vom Staat bekommt.

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