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Journal Dienstag, 20.10.2015

Abends mit Jott eventuelle Kinderbetreuungseinrichtungen für Herrn Schnuffke erörtert. Geplant ist, dass er nächstes Jahr tagsüber in den Kindergarten/ die Kindertagesstätte/ einen Kinderladen kommt, während wir beide Vollzeit arbeiten gehen. Dabei darüber gestolpert, dass sehr viele dieser Einrichtungen a.) unmögliche Öffnungszeiten haben oder/ und b.) mehrfach im Jahr Schließzeiten, die den normalen Jahresurlaub übersteigen. Das wird sehr, sehr spannend ab dem nächsten Sommer.
Außerdem ist da diese leise Stimme in meinem Hinterkopf, die immer wieder flüstert dass zehn, elf, zwölf Monate doch viel zu früh sind um das Kind ganztägig abzugeben …

Rückblickend betrachtet war es eventuell nicht so schlau, WR482 Glioblastom anzuhören. Die Folge nimmt mich stark mit und führt sehr eindringlich vor Augen, wie schnell das Leben aus den Fugen geraten kann und wie unbedeutend der Großteil meiner „Probleme“ doch eigentlich ist.

Merkwürdige Szenen im Büro, die mich an vielem zweifeln lassen.

3 Antworten auf „Journal Dienstag, 20.10.2015“

Ahhhhh, die Betreuungsfrage. Ja, es ist kacke mit Öffnungszeiten und Ferien. Öffnungszeiten bekommt man noch hin mit ‚Einer holt, einer bringt‘, da schrumpft dann aber die Familienzeit beträchtlich. Ferien sind hier auch immer wieder spaßig zu organisieren… Dafür lernen die Zwerge unheimlich viel im Kindergarten, vernünftig essen, sich anziehen, Quatschlieder singen, sowas halt. Und das Entertainment-Level könnte ich zu Hause definitiv nicht bieten. (Und ein knappes Jahr finde ich nicht zu früh, sehen viele aber anders.)

Beim mir am nächsten stehenden Kind (ca. 17 Monate) ist die Situation grad so, dass es noch viel daheim mit dem betreuenden Elternteil ist, nur stundenweise ist ein Zusammentreffen mit anderen gleichaltrigen Kindern möglich, da es bisher keinen KiTa/Tagesmutter/etc.-Platz gibt. Ob Vollzeit in dem Alter schon sein muss, darüber kann man nachdenken/sich streiten, aber bei diesem Kind merkt man ziemlich stark, dass es sich nach mehr Input als dem elterlichen sehnt und ihm mehr Zeit in einer altersgerechten Betreuung mit anderen Kindern gut tun würde.

Wäre es möglich, dass Sie nicht beide vollzeit arbeiten sondern beide 80%, damit Herr Schnuffke nur 3 Tage pro Woche in Betreuung ist und an den anderen beiden Wochentagen jeweils mit einem von Ihnen daheim? Selbst wenn nur einer auf 80% reduzieren kann und Herr Schnuffke bspw. mittwochs mit Mama oder Papa daheim sein kann wäre das ja vielleicht schon ein Zugewinn. Aber klar, das muss man sich erstmal leisten können…

Dass Herr Schnuffke im Kindergarten viel viel viel lernen wird, Frau Rabe, steht außer Frage :) Und mir ist natürlich bewusst, dass ich/ wir ihm nicht die Action bieten können wie eine Kinderhorde. Er blüht ja jetzt schon auf, wenn er unter anderen Menschen ist (von mir hat er das nicht!). Aber es ist eben doch ein seeehr langer Zeitraum (wir reden hier von um die neun Stunden am Tag!)- nicht dass er am Ende die Betreuer_innen mit Mama und Papa anspricht…
Es ist auf jeden Fall ein merkwürdiger Gedanke. Vielleicht ändert sich das auch, wenn er tatsächlich ein Jahr alt ist und wir von seiner Quicklebendigkeit genervt sind und wir merken, wie sehr er zu Hause gelangweilt ist und die Abwechslung benötigt.

Frau Em, dass ist prinzipiell meine Wunschvorstellung, dass beide Eltern weniger arbeiten (ich würde sogar 75%, also 30 Stunden die Woche, bevorzugen- sechs Stunden am Stück lässt es sich auch ohne Essenspause durcharbeiten, bei mehr wird es kritisch). Aber: Das ist eben eine Frage des Geldes und der Prioritäten.
Wirklich sagen lässt sich das eh erst im kommenden Jahr, wenn geklärt ist ob wir einen Betreuungsplatz bekommen haben, wie ich Elternzeit nehmen kann/ muss und wie es beruflich bei uns beiden aussieht.

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