Kategorien
Journal

Journal Dienstag, 8.11.2016

Kein Bürotag, ich war auf einer Weiterbildung zum Brandschutzhelfer.
Fettexplosion
War spannend, sowohl was den theoretischen Teil betrifft als auch den praktischen Teil. Ich habe zum allerersten Mal einen Feuerlöscher benutzt und einen Mini-Flächenbrand gelöscht.

Wie auch bei den bislang besuchten Erste-Hilfe-Kursen hoffe ich, dass ich nie in die Situation komme, das erlernte Wissen anwenden zu müssen. Falls doch, bin ich jetzt zumindest ein bisschen besser vorbereitet.

–

Weshalb der 8.11. der Wahltag für die US-Präsidentschaftswahl ist. Zusammengefasst:

Essentially, Congress set up a day that would most accommodate a bunch of (white, male) farmers’ working, traveling, and religious practices.

–

Superniedliches Tool: Calli Clever's kostenloser TippTrainer für Kinder.
Ich nutze zum Tippen ein Vierdreiviertel-Finger-System, langjährig erprobt durch lange Nächte in Chats, Spielen und eben beim Bloggen (seit zehn Jahren inzwischen, wow!). Ich bin relativ fix damit, aber es „System“ zu nennen ist arg euphemistisch- mal gehts schneller, mal langsamer und wenn ich aus dem Takt gerate muss ich auf die Tastatur gucken.

Bereits bei den ersten Übungen merke ich, wie ich meinen Kopf anstrengen muss um mit den richtigen Fingern die Tasten zu drücken. Das ist gar nicht so leicht (oder ich bin doof- wie Option besteht natürlich auch).

–

An manchen Tagen gehe ich abends eben ins Bett und bin gescheitert. War ungeduldig, habe Dinge vergessen, war zu erschöpft, um aufmerksam zu sein, hab mich falsch verhalten.

Aber dann kommt eben ein neuer Tag und ich kann es wieder versuchen – nur eben nicht auf dem völlig überzogenen, nie zu erreichenden Ideal-Niveau – sondern mit der Erlaubnis zu scheitern und somit auch weichherzig für das Scheitern der anderen zu werden.

Wenn ich, wie gestern, weißglühend vor Zorn aus dem Kinderzimmer stürme, ist da eine Viertelstunde später das Gefühl, versagt zu haben. Als Paul, der seine große Schwäche (die Ungeduld) nicht richtig im Griff hat. Und als Vater, der sein Kind anmault und nicht immer 100%ig liebevoll ist, sich unsouverän verhält und seinen eigenen Stress auf das Kind spiegelt- obwohl das Kind ja nichts dafür kann, weil es noch gar nicht versteht wo das Problem ist und mit Sicherheit auch nicht freiwillig so ein Theater macht.

Drum habe ich den obigen Beitrag und auch das verlinkte Interview gern gelesen. Nicht, weil es mir als Entschuldigung dienen soll für gelegentliches Fehlverhalten (im Sinne von „Ich bin halt so“). Sondern als Bekräftigung, das Scheitern eben menschlich ist. Und das ich am nächsten Tag versuche, die Situation zu verbessern.

–

Was schön war: Nachmittagsschlaf! Dank Lehrgang war ich etwas früher als sonst zu Hause; Herrn Schnuffke musste ich heute auch nicht abholen. Also nutzte ich die Zeit und holte Schlaf nach.

Kategorien
Journal

Journal Montag, 7.11.2016

Doofheits- („Ach, es reicht wenn ich halb Zwölf ins Bett gehe“) und kindbedingt (Husten, wach) nur dreieinhalb Stunden Schlaf letzte Nacht. Kaffee half, aber das Brennen in den Augen bekam er auch nicht weg. Zum Glück war es im Büro heute entspannt.

–

Das Kind macht mich derzeit wahnsinnig, ich würde ihn am liebsten zum Mond schießen. Das Weinerliche, das Nölige, es nervt. Bei jeder Kleinigkeit gibt es falsche Tränen und Geschrei, er testet derzeit sehr stark seine und unsere Grenzen aus. Vor allem während der zwei Stunden Bahnfahrt am Tag zermürbt es mich.

Zusätzlich gibt es seit einiger Zeit wieder Probleme mit dem Einschlafen. Eigentlich haben wir ein gutes Einschlafritual entwickelt: Nach dem Abendessen gehen Herr Schnuffke und ich gemeinsam Händewaschen und Zähneputzen, dann laufen wir beide ins Kinderzimmer und ziehen zusammen Schlafanzug und Schlafsack an. Danach wird Jott gute Nacht gesagt und noch ein bisschen ein Buch angeguckt, gesungen und erzählt. Und irgendwann packt Herr Schnuffke das Buch weg und legt sich hin.

Soweit die Theorie. Bis zum Hinlegen klappt das alles wunderbar, aber wenn er erstmal liegt beginnt das Theater. Er patscht auf mir herum, zieht mir an den Haaren, kneift, versucht stundenlang seine Hände unter mich zu legen und gleichzeitig mit meinen Händen zu spielen, fuchtelt herum, springt mit einem Mal auf und hüpft im Bett… Ich werd irre dabei und weiß nicht, was ich machen soll. Manchmal funktioniert gut zureden und festhalten, so das er keinen großen Spielraum zum Fuchteln mehr hat, aber meistens bin ich nach 40 bis 60 Minuten so wütend das ich nur noch schreien will und Jott bitten muss, das Kind weiter ins Bett zu bringen. Meist schläft er dann innerhalb einer Viertelstunde, was die Wut nicht gerade schneller verfliegen lässt.

–

Heute als Vorbild versagt: Nachdem er mir zum fünften Mal am Bart gezogen und zum fünften Mal meine Worte ignorierte, habe ich ihn auch an den Haaren gezogen- es reichte eben. Großer Schreck beim Kind und dicke Krokodilstränen, danach hat er mich zumindest nicht mehr am Bart gezogen.

Ich wüsste gern, was ich machen kann um zu ihm durchzukommen. „Du machst Papa Aua“ ist für’n Arsch, das hilft überhaupt nicht. „Mach Ei“ hilft manchmal, aber dann haut/ kneift/ ziept er drei Minuten später wieder.

Kategorien
Journal

Journal Freitag, 4.11.2016

Eine durchwachsene Nacht. Herr Schnuffke zog irgendwann nachts zu uns ins Bett, irgendwann später zogen er und ich ins Wohnzimmer um- er zappelte einfach zu sehr und schlief nur auf Jott. Im Wohnzimmer gings dann einigermaßen, am Morgen waren wir beide trotzdem hundemüde.

–

Von 9:45 Uhr bis 10:00 findet jeden Tag ein kurzes Statusmeeting der Projektmanager meines Projektverbundes statt. Gestern und heute war eine weitere Kollegin, sonst nicht beteiligt, anwesend- und die äußerte nach dem heutigen Statusmeeting erstaunt (oder beeindruckt?), wie professionell & kompetent ich doch wirke.
Ich nehm‘ das mal als Lob. Und freu mich.

–

Auch im Büro laufen die Vorbereitungen auf die Zwillingsgeburt an: Ich hatte heute ein Gespräch mit meinem Chef, in dem ich nochmals die bekannten Daten (Geburtstermin, noch offener Urlaub, Termin zur Geburtsplanung) aufschlüsselte, ihm erklärte wie ich mir die Zeit nach der Geburt vorstellte (Urlaub verbraten, ggf. Home Office), wann ich Elternzeit nehmen möchte (nächstes Jahr im Herbst, ggf. Elternzeit Plus) und mit ihm besprach, wer meine Aufgaben übernehmen könnte.
Passt soweit, ich muss nur noch meine Tätigkeiten samt Informationen dazu aufgliedern und an meine Vertretungskollegen kommunizieren.

–

Herr Schnuffke wurde heute von seiner Großmutter abgeholt und verbringt das Wochenende im Brandenburgischen. Jott und ich genossen einen kindfreien Abend: Wir besorgten uns Pizza, Limo und Eis und guckten Deadpool (herrje, Morena Baccarin ist unglaublich heiß).

–

Am Dienstag nach dem missglückten Lichterfest wurden Herr Schnuffke und ich von meiner Mama im Auto von Mitte nach Köpenick gefahren- mitten im abendlichen Berufsverkehr. Auf der heutigen Heimfahrt, entspannt lesend in der S-Bahn, fiel mir einmal mehr auf, wie irre mich das Autofahren jeden Tag machen würde. Die vollen Straßen, das ständige Stop and Go, die Parkplatzsuche, die anderen Autofahrer…

–

Im Tierpark Berlin sind Zwillings-Eisbär-Babys zur Welt gekommen. Wenn alles gut geht, sollen sie im nächsten Frühjahr ihre Wurfhöhle verlassen. Das erste größere Ausflugsziel mit den Zwillingen steht somit fest.

–

Ein längerer Artikel über die Abkehr von Google und Google-Diensten in mehreren Schritten. Nach Lesen (des Artikels, der Kommentare, der Links darin) bleibt eigentlich nur festzustellen, dass die Lage hoffnungslos ist und Datenschutz/ Anonymität im Netz unglaublich schwer zu erreichen, zeitaufwändig, mehr hohen technischen Hürden verbunden ist. snafu eben.

–

Der Utopia-Artikel über sechs pflanzliche Hausmittel gegen eine Erkältung kommt zum richtigen Zeitpunkt. In den vergangenen Tagen habe ich mir wohl wieder einen Schnupfen eingefangen, die ich ungern in eine Erkältung übergehen lassen möchte.

–

Was schön war: Das sage ich an Arbeitstagen ja nicht so oft, aber heute war tatsächlich ein rundum schöner Tag. Davon kann es gern mehr geben.

Kategorien
Journal

Journal Donnerstag, 3.11.2016

Terminabsprachen mit der Zahnarztpraxis meines Vertrauens sind immer ein großes Vergnügen: Die Empfangsdame hat ’ne Berliner Schnauze wie aus’m Bilderbuch, ich amüsiere mich alle halbe Jahr wunderbar bei Terminvereinbarungen zur Zahnkontrolle.

–

Herr Schnuffke ist gerissen: Wenn er- im Schlaf!- mitbekommt, dass gegen 23 Uhr die Wohnung ruhig wird und das Licht ausgeht, beginnt er zu knuckern und nicht selten auch direkt zu jammern und erreicht so, dass er bei uns im Bett mitschlafen darf- ich habe nämlich keine Lust, vor dem eigenen Schlafengehen nochmal neben seinem Bett zu liegen, und hole ihn direkt zu uns. Die vergangenen Wochen schliefen wir also alle im Familienbett.

–

Jott war heute Nachmittag in einer KiTa in unserer unmittelbaren Nachbarschaft und hat die Lage sondiert. Herr Schnuffke könnte zum nächsten KiTa-Jahr dort hinwechseln, die Zwillinge allerdings nicht. Die KiTa nimmt erst Kinder ab 2 Jahren auf, d.h. die Zwillinge könnten erst im Dezember 2018- oder, wenn tatsächlich nur zu Beginn des KiTa-Jahres eingewöhnt wird, Spätsommer 2019- dort eingewöhnt werden.

Ich seh mich schon mit drei Kindern nach Mitte fahren.

–

Kiki schreibt über Radio: In The Air Tonight. Hab ich gern gelesen, die Faszination der verschiedenen Sprachen und Dialekte kann ich gut nachvollziehen, das ging und geht mir immer noch so. Ansonsten ist Radio inzwischen kein Medium mehr für mich. So sehr nerven mich Moderatoren und die ewig gleiche Musik, das ich nicht einmal mehr nach Alternativen suchen möchte, sondern lieber gleich Podcasts oder eigene Musik höre.

–

Seit ich vor einiger Zeit auf The true size of… stieß, interessiert mich das Thema „Karten“ ein wenig mehr. Ich las danach viel über die Mercator-Projektionsmethode und ihre Problematiken. Darum las ich heute gespannt über die neue AuthaGraph-Kartenprojektionsmethode. Ich würde diese neue Karte gern mal in echt sehen, mal schauen wann es bei Amazon etc. die ersten Plakate gibt.

–

Was schön war: Im Büro ordentlich was wegarbeiten und in einem großen Chaos-Projekt Struktur und Ordnung reinbringen.

Kategorien
Journal

Journal Mittwoch, 2.11.2016

Auf Twitter ging neulich ein Tweet rum, der sinngemäß aussagte, dass der Mensch das einzige Säugetier sei, das seine Kinder weckt. Ob das nun stimmt oder nicht, ist mir egal- ich weiß nur, das die anderen Säugetiere da mächtig was verpassen. Herr Schnuffke lacht uns nämlich jeden einzelnen Morgen beim Wecken an, und das ist das erste Highlight des Tages.

Vielleicht sind wir aber auch nur besonders talentierte Aufwecker.

–

Jott war heut beim Frauenarzt. Den Zwillingen geht es wunderbar. ER hat sich gedreht und liegt jetzt, wie SIE, mit dem Kopf nach unten. Beim Ultraschall haben die beiden wohl gekuschelt.
Ansonsten: Beide um die 42cm lang, ER: ~1900g, SIE: 1700g, beide wuschelhaarig wie Herr Schnuffke. Jotts Ärztin war begeistert von Jott als Bilderbuchschwangerer und möchte am liebsten bei der Entbindung dabei sein.

Wir besprechen das noch.

–

Im Büro viel an der Umstrukturierung und Neu-Organisation eines Projektes gearbeitet und dabei viel gelernt und zusätzlich noch Spaß gehabt.

–

Herr Schnuffke zahnt offenbar wieder. Er fasst sich dauernd in den Mund, sabbert viel und ist nochmal weinerlicher als die letzten Tage.

–

Das heutige Lichterfest in der KiTa fiel leider ins Wasser. Pünktlich zu Beginn um 16:30 Uhr fing es an zu regnen. Wir (meine Eltern, Herr Schnuffke und ich) verzichteten auf einen Regenspaziergang und setzten uns nach kurzer Beratung ab- keiner von uns war sonderlich erpicht darauf, bei 7°C nassgeregnet zu werden.

–

Gern gelesen: Senminuten. Pizza ist das tollste Essen der Welt- und verbindet.

–

Gegen Einwegbecher: Die Berliner S-Bahn verkauft neben Fahrdienstleistungen nun auch Mehrwegbecher. Gute Idee, aber leider trägt der Becher nicht die klassischen S-Bahn-Farben.

–

Was schön war: Das zum Großteil von Jott zubereitete Mittagessen für morgen. Während ich Herrn Schnuffke ins Bett brachte und dabei mit einschlief, buk sie Kürbis und Maronen, schnitt Salat klein und räumte die Küche auf. Toll.

Kategorien
Journal

Journal Dienstag, 1.11.2016

Mit der letzten Rate diesen Monat- gerade überwiesen- ist unser Auto abbezahlt. Yay! Jetzt müssen wir uns die Daumen drücken, dass wir keinen Unfall damit haben, niemand reinfährt, es nicht abgefackelt wird- Berlin, Du raues Pflaster- oder generell irgendwas passiert, das großartige Reparaturen notwendig macht. Wir sind darauf angewiesen, dass das Auto irgendwann in nicht ganz so ferner Zukunft einen guten Preis erzielt, damit wir mit dem erlösten Geld ein neues, größeres Auto anzahlen können.

–

In der unbezahlten Spotify-Version wird häufig Werbung abgespielt. Daran habe ich mich gewöhnt, das ist nicht weiter wild. In den letzten Tagen/ Wochen gab es allerdings immer wieder sehr nervige Werbung, die erheblich lauter als normal war oder wo mit einem Mal furchtbare Musik anging (irgendwas elektronisches kaputt klingendes). Es ist maximal unschön, wenn ich beim Arbeiten mit einem Mal hochschrecke, weil mich die Werbung erschreckt.
Ich verstehe es vor allem nicht- die haben doch meine Daten, wieso spielen sie nicht einfach schlaue Werbung ab die zu mir passt?

Zum Glück lässt sich relativ einfach Abhilfe schaffen- man muss nur die Adressen der Ad-Hoster in die hosts-Datei eintragen.

Selbstverständlich tue ich so etwas verwerfliches nicht…

–

Bei der Kaltmamsell las ich vor Ewigkeiten mal was über Meyer-Zitronen. Verlinkt war darin der Beitrag kulinarisches wunder: meyer zitronen im handel, und darin verlinkt wiederum heureka! schönbrunner gold. Und wie ich diese beiden Beiträge so las, freute ich mich sehr über die sehr nerdige Zitrusfrüchtebegeisterung der Autorin Katharina Seiser.

Jedenfalls sind mir seitdem Meyer-Zitronen ein Begriff, und als ich heute in unserem Denns-Supermarkt eben jene Zitronen sah, habe ich daher vier Stück gekauft und werde sie möglichst bald ihrer Verwendung zuführen- vermutlich in Form von Pancakes, die will ich eh schon seit ’ner Weile machen.

–

Der Arbeitstag war heute richtig gut: Schön abwechslungsreich mit mir liegenden Aufgaben, relativ wenigen Störungen, immer mal wieder kurzen produktiven Feedbackschleifen und dem Gefühl, dass meine Arbeit sehr geschätzt wird. So kann es gern häufiger sein.

–

Jott hat die Vermutung, dass Herr Schnuffkes derzeitiges, teils etwas anstrengendes, Verhalten mit einem neuen Entwicklungsschub einhergeht. Das würde auch erklären, weshalb er seit kurzem wieder gelegentlich krabbelt (obwohl er inzwischen schon sehr gut läuft), wieder ab und an nuckelt und noch lieber als sonst getragen werden möchte.
Klingt für mich einleuchtend, ich lass mich überraschen was raus kommt.

–

Herr Schnuffke entdeckt die Musik. In einem seiner Bücher ist ein Sandmännchen abgebildet, und sobald er es sieht beginnt er das Sandmännchenlied zu „singen“ (in etwa „lalalala lalala la“), schaut uns auffordernd an und freut sich wie ein Schneekönig, wenn wir ihm das Sandmann-Lied vorsingen.
Sehr niedlich, das.

–

Was schön war: Auf der Rückfahrt von der Arbeit ganz viel lesen- meine Mama hatte Herrn Schnuffke abgeholt.

Kategorien
Journal

Journal Montag, 31.10.2016

Schreck am Morgen: Als ich Jott und Herrn Schnuffke weckte, bekam Jott einen starken Krampf im Bein und litt erst einmal. Herrn Schnuffke wars allerdings egal, der schlief weiter und ließ sich lange und ausgiebig bitten, doch endlich aufzustehen.

–

Beim Aufbruch zur KiTa/ ins Büro vergaß ich Herrn Schnuffkes Buggy-Beutel mit Wechselklamotten, Brotbüchse und seinen Büchern. Vor allem letztere sollte ich am Abend schmerzlich vermissen. Die Anfahrt zur KiTa war dadurch nur bedingt stressiger, Herr Schnuffke ließ sich gut ablenken. Und Frühstück lässt sich ja in der Friedrichstraße gut kaufen.

–

Im Büro nicht eine Minute auf einer eigentlich geplanten Aufgabe gearbeitet, sondern stattdessen drumherum rotiert: Mal hier eingesprungen, mal da eingesprungen.
Nächste, spätestens übernächste Woche sollte es wieder ruhiger und entspannter werden, da unser halbjährliches Software-Paket dann ausgeliefert wurde.

–

Auf dem Heimweg gerieten wir vom Regen (nicht nur metaphorisch, es regnete tatsächlich) in die Traufe. Halloween- und feiertagsbedingt waren die Bahnen voller als voll, am Bahnhof Friedrichstraße mussten wir die erste S-Bahn davonfahren lassen und konnten uns nur mit viel Glück in eine zweite S-Bahn quetschen. In der Bahn selbst hattet Herr Schnuffke, müde und hungrig wie er war, einen Trotzanfall, weil wir weder Bücher noch sonstige Ablenkung dabei hatten. Als ich ihn gerade beruhigt hatte- das dauerte seine zehn Minuten-, stieß er sich beim Herumhampeln im Buggy den Kopf und weinte. Da half dann nur noch, ihn aus dem Buggy zu nehmen und auf meinen Arm zu setzen. Und dann mit Kind aufm Arm, Rucksack nur halb drauf und Buggy am Ostkreuz aus der Bahn raus… Das war vielleicht ein Akt.
Herr Schnuffke wollte dann selbstredend nicht zurück in den Buggy, sondern auf meinem Arm bleiben. Das wäre aber viel zu umständlich gewesen, so dass beim Versuch, ihn wieder rein zu setzen, der nächste Wutanfall folgte.

In der Bahn nach Erkner wollte er nochmal eines seiner Bücher haben und machte seinem Unmut über ihr Fehlen erneut lautstark Luft.
Als wir in Köpenick ankamen, waren wir beide fertig.

Morgen früh der doppelte Check, ob alles dabei ist.

–

Was schön war: Mit Jott die neue Folge Gotham gucken.

Kategorien
Journal

Journal Freitag, 28.10.2016

Wir sind in Sachen Namensfindung einen großen Schritt weitergekommen. Für IHN stehen erster und zweiter Name fest, für SIE zumindest der erste Name (beim zweiten muss ich noch ein bisschen überlegen).

Hurra!

Nun fehlen nur noch die Blog-Namen. Aber da muss ich ja niemanden fragen, sondern kann mein eigenes Süppchen kochen.

–

Herr Schnuffke ist gerad wieder in einer Phase, in der er etwas nöliger ist. Also viel Gequengel, viel Kuscheln, niedrigere Frustrationsgrenze. Die letzte Phase dieser Art begleitete einen Entwicklungsschub, mal gucken was die nächsten Tage und Wochen diesbezüglich bringen.

–

In der S-Bahn, auf dem Heimweg, sprach uns eine etwas ältere Frau an.

Sie: „So ein hübscher Junge! So toll! So niedlich!“
Ich: „Jo, danke.“
Sie: „Wird sicher mal ein schöner Mann.“
Ich: „Bestimmt. Dauert aber noch’n bisschen.“
Sie: „Wird genau mein Typ, ich steh auf blond.“

W-T-F?!

–

Im Büro konnte ich heute direkt ein weiteres Vorstellungsgespräch führen, diesmal zusammen mit einer Kollegin. Hat auch Spaß gemacht, und aus dem Vorgehen und der Art und Weise der Kollegin konnte ich noch was lernen.

–

Mein Unterbewusstsein kann den Wecker morgens ausschalten, ohne das ich wach werde oder beim Aufwachen anderthalb Stunden später auch nur den Hauch einer Erinnerung an das Weckerklingeln oder das Ausschalten habe. Es wird also mal wieder Zeit für einen neuen Weck-Ton, der noch nicht verbraucht ist.

–

What I learned about languages just by looking at a Turkish typewriter ist ein langer, wunderbar nerdiger Post über Schreibmaschinen-Tastatur-Layouts.

–

Was schön war: Die Namensfindung.

Kategorien
Journal

Journal Donnerstag, 27.10.2016

Die aktuellen Bauarbeiten auf der Stadtbahn sind (bislang) gut für Herrn Schnuffke und mich: Da offenbar eine große Anzahl an Pendlern auf Ausweichrouten/ andere Verkehrsmittel umsteigt, sind die Bahnen morgens und abends wesentlich leerer als normalerweise. Dadurch erwische ich sogar gelegentlich einen Sitzplatz, was für ein Luxus.

–

Eines der in den USA bestellten Bücher wurde die Woche geliefert. Beim Durchblättern fiel ein Scheck heraus: 16 Jahre alt, über 320$. Ob man den noch einlösen kann?

–

Im Büro vertrat ich heute spontan eine Kollegin in einem Vorstellungsgespräch. Nur der Bewerber und ich, das war merkwürdig. Vorstellungsgespräche kenne ich bislang nur aus Bewerberrolle, dementsprechend merkwürdig war es, einmal auf der anderen Seite zu sitzen. Nach einer guten Stunde hatte ich im lockeren Gespräch alles erfahren, was ich wissen wollte, und hoffentlich auch ein gutes Bild von der Firma gezeichnet.

Das hat durchaus Spaß gemacht, mal schauen ob sich das wiederholen lässt.

–

Das Herr Schnuffke immer größer wird, ist schön, stellt mich aber vor immer neue Herausforderungen. Beim Abendessen griff er plötzlich nach einem Gegenstand, der bislang außer Reichweite lag- so dachte ich zumindest. Inzwischen aber nicht mehr, und so hielt er mit einem Mal ein sauscharfes Messer in der Hand. Mir stockte kurz das Blut in den Adern, dann war ich mit einem großen Satz bei ihm und hatte es ihm weggenommen, eh er sich damit weh tun konnte.
Gerade nochmal gut gegangen. Und die Messer lege ich in Zukunft ganz woanders hin.

–

Am Abend hatten Jott und ich einen Termin mit unserem Finanzberater (klingt toll, oder? Ein alter Bekannter von Jotts Mama, der sich aus Nettigkeit mit uns hinsetzt- ansonsten wären wir kein sonderlich attraktiver Partner). Wir lassen uns beraten hinsichtlich Immobilienkauf, Kredit, Kredithöhe und allem was damit zusammenhängt.

Ich sags mal so: Ein Lottogewinn- mindestens 50.000 Euro- würde die ganze Chose stark vereinfachen. Denn dann hätten wir immerhin nennenswertes Eigenkapital (andere Wege, da ran zu kommen, sehe ich ehrlich gesagt nicht- klar könnten wir erben, aber das kann ruhig noch ein paar Jahrzehnte auf sich warten lassen).

Immerhin sind Jott und ich- wir machen unsere Hausaufgaben- schon etwas schlauer als noch vor drei Monaten. Die Entscheidungen, ob Eigentumswohnung oder Häuschen und Berlin oder Brandenburg sind mehr oder weniger pragmatisch gefällt- das Häuschen im (erweiterten) Speckgürtel ist immerhin noch haaaaalbwegs realistisch (unter bestimmten Voraussetzungen).

–

Was schön war: Mit Jott offenbar einen großen Schritt kommen bei der Namensfindung.

Kategorien
Journal

Journal Mittwoch, 26.10.2016

Gestern Abend ließ ichs noch total krachen und lag erst halb Eins im Bett. Heute morgen um halb Sechs dann die Erkenntnis, dass das nicht so schlau war. Aber hey, mein anglo-normannisches Königreich hat sich in blutigen Kämpfen gegen Schotten, Waliser, Iren und Bretonen die Herrschaft über die britischen Inseln und die Bretagne gesichert und stößt in Richtung Aquitanien vor, während eine starke Flotte die Nordsee durchkreuzt und gegen dänische Seeräuber und Angriffsverbände vorgeht.

Erwähnte ich, dass ich in solchen Spielen sehr aufgehen kann? Und erst im Nachlesen der Spiel-Ereignisse, Völker und Hauptpersonen…

–

Herr Schnuffke schlief auf Grund eines Alptraums ab 23 Uhr bei uns im Bett. Leider schützte ihn das nicht vor einem weiteren Alptraum, mitten in der Nacht schreckte er panisch auf und ließ sich nur durch Anpusten aufwecken und durch viel Kuscheln zur Ruhe bringen.

–

Die Haltegurt-Löcher im Buggy-Fußsack befinden sich an genau den richtigen Stellen. Das elende Gefriemel mit den Gurten hat somit ein Ende. Hurra!

–

Jott war am Abend verabredet, Herr Schnuffke und ich waren nach langer Zeit mal wieder auf uns gestellt. Es lief super, aber als Jott nach Hause kam und noch drei Handgriffe im Haushalt tat war ich sehr froh. Ansonsten hätte ich nach dem Zubettbringen Herrn Schnuffkes noch ’ne ganze Weile aufräumen müssen.

–

Den folgenden Satz zu schreiben ist mir einerseits etwas peinlich, andererseits ist es auch gut so: Ich schnitt heute zum ersten Mal die Fingernägel von Herrn Schnuffke. Bislang hatte das Jott übernommen, ich war da auch überhaupt nicht böse drüber. Allerdings war da immer so ein Unwohlsein, weil es natürlich absolut ungerecht ist wenn nur sie das macht und ich mich da fein raushalte.
Also bestellte ich mir vor kurzer Zeit eine Linkshänder-Nagelschere (mit den Scheren für Rechtshänder kann ich nicht schneiden) und weihte sie heute erstmals ein.

Um es kurz zu machen: Herr Schnuffke hat noch alle Finger, keine Wunden und neun von zehn Fingernägel sind kurz geschnitten. Für den Daumen der rechten Hand reichten seine Stillsitzkapazitäten nicht mehr aus- ich brauchte ganz schön lange fürs Nägelschneiden, und irgendwann wurde sein Gezappel zu gefährlich für den Mann mit der Schere.

–

Herr Schnuffke mag Musik sehr gern und ist eine kleine Tanzmaus. Sobald er auch nur etwas ansatzweise melodisches hört, beginnt er zu tanzen.
Meine Eltern schwärmten uns bereits mehrfach vor, wie aufmerksam Herr Schnuffke klassischer Musik zuhöre und wie sehr er sich darüber freue.

Jotts Abwesenheit nahm ich darum als Chance wahr, ihn mit „meiner“ Musik bekannt zu machen. Wir hörten ein wenig Blind Guardian, Sabaton und Falconer, und Herr Schnuffke schien das ganz ok zu finden. Immerhin, immerhin.

–

Was schön war: Mir einen Herbstsalat zum Mitnehmen ins Büro ausdenken, Zutaten kaufen und ihn dann doch nicht machen müssen, weil ich die Reste von Jotts Mittagessen mitnehmen kann.