Die Kinder liefen heute vor dem Abendessen allesamt weg, weil sie die Pokemon-Karten eines anderen Kindes angucken und tauschen wollten.
Wir waren auf dem Hof, sie spielten mit einem anderen Kind mit dem sich M zum Pokemon-Karten anschauen verabredet hatte. Fragten dann bei uns, ob sie mit dem anderen Kind in dessen Wohnung gehen könnten, um weiter Karten anzuschauen. Wir wollten das nicht, weil es schon spät war und gleich Abendbrot geben sollten. Sagten das den Kindern auch so und boten an, uns mit den Eltern des anderen Kindes in Verbindung zu setzen um sich zu verabreden. Das nahmen die Drei augenscheinlich so hin. Fünf Minuten später stromerten sie zu viert übers Grundstück, nochmal fünf Minuten später waren sie verschwunden. Ich merkte das erst gar nicht, es war Jott die auf den Trichter kam– sie hatte G sagen hören „Dann bringe ich ihn aber zur Tür“. Um zur Wohnung des anderen Kindes zu gelangen, muss man das Objekt verlassen, an der Straße entlang laufen und dann einen Aufgang nehmen. Weder wusste ich, wo die Wohnung des anderen Kindes ist– wir kennen Kinder und Eltern nur vom gelegentlichen Treffen auf dem Hof– noch konnte ich Jott anrufen, mein Telefon lag in der Wohnung. Zum Glück hatten zwei Leute von ihrem Balkon aus beobachtet, wie eine Kindermeute durch die Tür verschwand. Ebenfalls zum Glück war die Aufgangs-Tür nur angelehnt und ich konnte rein– ich wusste auch den Nachnamen der Familie nicht. Wohl aber, dass dort zwei Kinder wohnten. Also einmal das Treppenhaus abgelaufen und dann an der einzigen Tür geklingelt wo unterschiedlich große Kinderschuhe vor standen (M, J und G waren barfuß, deren Schuhe konnte ich also nicht zuordnen). Zum Glück war die Tür richtig und die Kinder waren allesamt drin. Also kurz geschildert, dass die drei abgehauen waren, sie schnell ausgehändigt bekommen und ab nach Hause. Auf dem Rückweg waren sie sich keiner Schuld bewusst. In der Wohnung dann ein Anschiss von Jott und mir; die Karten wurden eingezogen. Während M und G weinten und sich dann recht fix wieder fingen, begann J zu bocken und war die nächsten 90 Minuten wieder in seinem Bock-Tunnel.
… dabei war der Tag bis dahin eigentlich ganz in Ordnung.


