Die Kinder sind sämtlichst Punkt 6 Uhr wach. Meine Versuche, sie zum Weiterschlafen zu animieren, fruchten nichts. Weil sie erst ab 7:30 Uhr Tablett spielen dürfen (mein kläglicher Versuch vom Vorabend, sie zum länger im Bett bleiben zu animieren), sitzen sie im Wohnzimmer und vertreiben sich die Zeit: J und G spielen Yu-Gi-Oh, G sitzt auf der Couch und schaut sich Zeitungen und Hefte an.
Ich nutze die Beschäftigung und mach Bart und Haare flott, damit ich nicht wie ein Waldmensch aussehe.
Nach dem Frühstück strukturiere ich mit den Kindern den Tag: Wir besprechen, wo wir heute wann sein müssen und was wir dafür benötigen. Anschließend packen die Kinder ihre Rucksäcke selbstständig, während ich mich daran mache meine Aufgabenliste für die nächsten Tage abzuarbeiten. Der Grundzustand der Wohnung ist bedenklich, das gliedert sich in viele kleine Aufgaben auf.
Beim Flottmachen der Fahrräder stolpern wir über Möbel und Umzugshelfer. Unsere Nachbarn von oben ziehen ins Eigenheim. Wir sind traurig, weils gute Nachbarn und nette Menschen sind (auch wenn sie ganz schön trampeln…).
Gemeinsam fahren wir am späten Vormittag zu Ms Qwan Ki Do Training. Während er trainiert, spielen J und G ich auf dem nahe gelegenen Pflanzgartenspielplatz. Der wurde vor ein paar Monaten erneuert und ist seitdem ein wunderschöner Spielplatz mit Tischtennisplatten, Wasserpumpe, Schaukeln und Klettergerüsten. Während die Zwillinge klettern, zuppele ich mein T-Shirt hoch und halte meine mozzarellafarbenen Oberarme für 7 – 8 Minuten in die Sonne. Das reicht für einen leichten Sonnenbrand, wie ich Abends entdecke.


Wieder zurück koche ich uns Mittagessen (Tortelloni mit Pesto). In der anschließenden Medienzeit der Kinder wird aufgeräumt und alles für das Schwimmtraining der Zwillinge vorbereitet. Gegen 14:30 Uhr fahren wir alle vier zur Allende-Schwimmhalle. Während G und J trainieren, spielen M und ich Yu-Gi-Oh.

Ich gewinne, allerdings auch nur weil wir nach gut 40 Minuten das Spiel abbrechen müssen und M zufällig genau zu diesem Zeitpunkt weniger Lebenspunkte hat.
Wir holen eine stolze G und einen leicht geknickten J ab: G hat erfolgreich die Seepferdchen-Prüfung absolviert, J leider nicht– seine Arme taten ihm weh, er hielt sich am Beckenrand fest. Ich beglückwünsche G und freue mich mit ihr, danach fange ich J auf und freue mich auch mit ihm über seinen Einsatz und wie er sich trotz schmerzender Arme angestrengt hat. Ihn muntert ein bisschen auf, dass auch M etwas länger für das Seepferdchen gebraucht hat und jetzt trotzdem super schwimmen kann.
Wieder zu Hause verschwinde ich kurz aufs Klo. In diesen 5 Minuten eskalieren die Kinder völlig, sie prügeln sich beinahe über die Frage, welches Kind welches Tablet benutzen darf. Ich fühle mich auf dem Klo unfassbar machtlos, verfluche den Tag an dem ich Kinder in die Welt gesetzt habe und phantasiere davon die drei einfach rauszuschmeißen. Konsequenz für die Kinder: Einmal zusammengeschrien werden und Tablet-Verbot für den Rest des Tages.
Nachdem sich die Gemüter ein bisschen beruhigt haben, gehen wir trotzdem noch zu Rewe ins Forum Köpenick und kaufen für einen Belohnungs-Grill-Abend ein. Ich erkläre mehrfach, dass es eine Belohnung für ihre Anstrengungen und ihren Einsatz beim Schwimmen ist, _nicht_ aber für ihr furchtbares Verhalten. Ob sie das einordnen können weiß ich nicht, aber ich habe meine pädagogische Pflicht getan.
Anschließend schauen wir alle Nimona auf Netflix. Ich bin dabei begeisterter als die Kinder, die sich einfach über den Film und die ungewöhnliche Handlung freuen.
Nachdem die drei im Bett sind und ich aufgeräumt hab, gehts für eine weitere Folge Somebody feed Phil auf die Couch und gegen 23 Uhr wieder ins Bett.



