Überraschung (für uns): Montag ist hier vielerorts Ruhetag, das hatten wir nicht auf dem Schirm (nächstes Mal dann). Aus dem Besuch des MART und des Museums für Wissenschaft und Archäologie wurde also nichts. Das war aber nicht schlimm, wir hatten bewusst auf detaillierte Planung verzichtet weil wir uns ein bisschen treiben lassen wollten.
Statt Kultur ging es also zur Freude der Kinder auf den Hüpfkissen-Spielplatz von gestern, wo sie ziemlich lange spielten.
Mittagessen: Ein großes Eis von der Gelateria la Torretta.
Nachmittags fuhren wir mit dem Bus nach Calliano (Nachbardorf von Rovereto).
Die Busfahrt war ein kleines Abenteuer– an der Haltestelle gab es weder eine Info, wie sie hieß, noch eine für uns verständliche Anzeige, welcher Bus wann kommt. Google Maps und die Trentino-Tourismus-App waren keine große Hilfe, weil zu den angegebenen Zeiten kein Bus kam. Die Busse, die hätten kommen sollten, fuhren an der Haltestelle vorbei; auch winken half nicht.
Mit ein bisschen herumfragen (ja, richtige Haltestelle, ja, die entsprechenden Linien halten hier, ja, der nächste Bus müsste es sein) und etwas Mut schafften wir es dann aber doch, allesamt in einen nach Calliano fahrenden Bus zu springen und anzukommen.
Es ergab sich aber sofort die nächste Hürde: Im Bus gab es weder eine Anzeige noch eine Ansage, welche Haltestelle als nächstes angefahren wird; und an den Haltestellen fehlten dann oft wieder die Namen… Ich fragte erneut und wurde auf Live-Tracking per Google Maps hingewiesen. Da merkt man erstmal, wie verwöhnt wir vom ÖPNV in Berlin sind.
Wir stiegen dann jedenfalls in Calliano an der richtigen Haltestelle aus, fanden recht schnell den Kinderwanderpfad („Lila e la magia del bosco“) und wanderten los. Nach ein paar Metern gab es erste Stromschnellen & begeisterte Kinder (allerdings nur kurz), dann folgten kleine Wasserfälle und nach einer guten halben Stunde Fußmarsch die richtigen, großen Cascate Zambel del Rio Cavallo.
Die Kinder zeigten leider kein großes Interesse an der Geschichte der Schnecke Lila, die auf den Tafeln am Wegesrand erzählt wurde, dabei hätt ich die tatsächlich übersetzen können.
Der Rückweg war dann ein bisschen heikel. Anstatt zurückzulaufen, wie es vermutlich mit Kindern vorgesehen war (aber nirgends stand), folgten wir den Treppen am Wasserfall, die allerdings schnell in einen Trampelpfad und anschließend „Naturtreppen“ (Steine und Hölzer) mündeten… Jott und ich wurde kurzzeitig anders, als die Kinder wie Bergziegen am Hang herumturnten (und wir dann ja auch). Wir schafften es aber einigermaßen unbeschadet und mussten dann nur noch das letzte Wegstück nach Calliano zurücklaufen (was auf Grund eines fehlenden Fußweges an der Landstraße auch aufregend war, zum Glück gab es kaum Verkehr).
Mit dem normalen Linienbus fuhren wir unter Locals zurück nach Rovereto.





Zum Abendessen wieder Pizza, weil eines der Kinder trotzte– auch mit neun Jahren geht das noch hervorragend. Jott und ich wollten eigentlich in eine Trattoria gehen und die lokale Küche kosten, hatten aber keine Energie für Kämpfe und Diskussionen und landeten bei ov.erpizza. Immerhin war die Pizza sehr gut.

Im Hotel die Kinder ins Bett geschickt und selbst nur unwesentlich länger wach geblieben und gelesen. Wir waren beide rechtschaffen müde nach diesem aktiven Tag.



