Ich habe die letzten Tage, fast schon Wochen, den größten Teil meiner Tage (Nächte sowieso) liegend verbracht– mich hat eine Grippe ausgeknockt.
Es fing alles an mit „Kreislauf“ am 18. Nachmittags an. Mir wurde nicht richtig warm, ich fühlte mich neben der Spur. Nichts gravierendes, aber doch merklich. Am 19.12. kam dann Übelkeit und Bauchschmerzen hinzu. Da schob ich das noch auf einen Magen-Darm-Infekt; G hatte sich in einer der Vornächte nahe meines Gesichts übergeben (die Freuden des Elternseins) und ich ging einfach davon aus, mich bei ihr angesteckt zu haben.
Der „Magen-Darm-Infekt“ wurde aber nicht besser, stattdessen kam hohes Fieber sowie komplette körperliche Abgeschlagenheit hinzu. Meine Fitnessuhr wertete die Gänge vom Bett zur Toilette und zurück als körperliche Aktivität, weil mein Puls dabei so hoch war.
Glück im Unglück, dass in der Woche Jotts Mutter zu Besuch war– sie unterstützte Jott tatkräftigt bei den Weihnachtsvorbereitungen. Jott lief trotzdem am Limit mit den ganzen Weihnachtsvorbereitungen und den unfassbar aufgeregten und nicht ausgelasteten Kindern.
Gegen Ende der Vorweihnachtswoche stand dann für mich fest, dass es kein Magen-Darm-Infekt war– passend zu den freien Tagen und damit einhergehenden deutlich eingeschränkten Konsultationsmöglichkeiten für Ärzte. Die Notdienstpraxen des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst wollte ich nicht in Anspruch nehmen, weil ich mir das über die Festtage sehr brutal vorstellte.
Mittlerweile hatte ich zusätzlich einen sehr lästigen Husten entwickelt, zudem war mein Blutsauerstoffwert (wir haben ja, Covid sei Dank, ein Fingermessgerät) phasenweise im niedrigen 90er-Bereich.
Sämtliche Covid-Tests waren negativ.
Heiligabend und den 1. Weihnachtsfeiertag verbrachte ich stundenweise mit der Familie. Wir hatten am 1. Weihnachtsfeiertag volles Haus, Jotts Familie war zu Besuch. In der Nacht auf den 2. Weihnachtsfeiertag– eine furchtbare Nacht, wir mussten zu Dritt in unserem Bett schlafen weil G auch wieder krank geworden war; ich lag die meiste Zeit wach–, beschloss ich, doch in der Notdienstpraxis vom kassenärztlichen Bereitschaftsdienst vorstellig zu werden. Ich wollte eine Lungenentzündung ausschließen lassen. Da meine Hausärztin ohne Vertretung im Urlaub war, hätte ich in den nächsten Tagen eh Probleme gehabt einen Arzt zu finden.
Am 2. Weihnachtsfeiertag fuhr ich also morgens mit dem Taxi zur Notdienstpraxis, wartete dort ziemlich genau vier Stunden und konnte dann endlich einen Arzt sprechen.
Der Arzt vom Kassenäztlichen Notdienst überraschte mich positiv: Er nahm sich ausgiebig Zeit für mich, stellte viele Fragen, erklärte und beriet, war sehr zugewandt und warmherzig.
Am Ende der halben Stunde verließ ich den Raum mit der Diagnose Grippe/Influenza in Verbindung mit vereiterten Nebenhöhlen und dem dringenden Ratschlag mich zu schonen sowie mich im nächsten Jahr gegen Grippe impfen zu lassen.
Anschließend zurück mit dem Taxi. Surrealer Moment: Die Beglückwünschung des Fitnesstrackers zu 150 Aktivitätsminuten in der vergangenen Woche, nachdem ich im Taxi wieder zu Atem gekommen war.
Vom Taxi aus informierte ich den Rest der Familie und bat sie auf eventuelle Symptome zu achten.
Zurück zu Hause aß ich noch einen Happen und legte mich dann wieder hin.
Am gestrigen 27.12. war der erste Tag seit fast zehn Tagen, an denen mein Kopf beim Aufwachen klar war & ich kein Fieber/erhöhte Temperatur hatte. Ich pfeife trotzdem aus dem letzten Loch, obwohl ich mich im Schildkrötentempo fortbewege.
Heute bin ich weiterhin fieberfrei, fühle mich aber auch weiterhin wie im Traktor überfahren. Ein bisschen im Haushalt rumpusseln (Wäsche, Saugen, Umherräumen, Müll wegbringen) ging aber schon– ich werte das als gutes Zeichen, dass ich die Füße schon nicht mehr stillhalten kann.
Neben der körperlichen Angegriffenheit bin ich emotional nicht unbedingt bestens drauf. Die letzten Tage ausgefallen für mich sind:
- Weihnachtsvorbereitungen mit Jott und gemeinsames in Weihnachtsstimmung bringen
- Partner im Weihnachtsstress für Jott sein
- Ein lang geplantes Date mit Jott (wir wollten „Berlin, Berlin“ im Admiralspalast schauen)
- An den letzten Tagen vor Weihachten alle Fünfe gerade sein lassen
- Schöne Stunden mit der Familie
- Jotts Weihnachtsgeschenk heimlich annehmen, verpacken und angemessen übergeben
- Weihnachts-Essen und -Trinken (ich aß am 25. die Vorpeise und ½ Kloß, mehr ging nicht)
- Meine Teilnahme am Familienausflug ins Woozical
- Zocken und Gammeln- im Bett liegen und ab und an Podcasts hören ist nicht dasselbe
- So ganz generell und vom Gefühl her „Weihnachten“
Da habe ich gerade dran zu knabbern.



7 Antworten auf „Sonntag, 17.12. – Donnerstag, 28.12.2023“
Eine echte Grippe ist keine Kleinigkeit! Die gehört ordentlich auskuriert. Also auf gar keinen Fall zu früh wieder in Aktivitäten ausbrechen, das könnte sich mit noch längerem Ausfall rächen.
Also: gute und vollständige Genesung und gedrückte Daumen, dass sich niemand angesteckt hat.
Das kann ich nur bestätigen, 2 Personen in meiner Familie waren je 3 Wochen lang krank wegen nicht richtig auskurierter Influenza.
Gute Besserung!
Oh man, das tut mir tierisch leid. Das rückt so einiges an meinem Weihnachten in ein anderes Licht. Keiner war krank, wir mussten niemanden neuen sehr vermissen. Ich hatte gehofft, dass Sie einfach mal Pause machen. Nun allerbeste Besserung und ein paar schöne Resttage…
Oh nein. Das liest sich schon heftig. Gute Besserung, hoffentlich ist es bald überstanden und keiner steckt sich mehr an!
Kommen Sie dennoch gut ins neue Jahr!
Es tut mir so leid! Fühlen Sie sich gedrückt von mir.
(Ich hatte übrigens 2019 Lungenentzündung nach Grippe, absolut nicht zu empfehlen.)
Oh je, das mit dem knabbern kann ich gut verstehen :(, so stellt man sich Weihnachten nicht vor. Es tut mir sehr leid und ich wünsche gute Besserung. Ich kann mich nur anschließen, bloß nicht zu schnell wieder aktiv werden und nächstes Jahr unbedingt die Impfung mitnehmen. Ich habe mich auch nie impfen lassen, bis meine damals sechsjährige Tochter 2018 die Grippe hatte. Von jetzt auf gleich richtig krank und wie noch nie, ich dachte teilweise das Kind stirbt neben mir. Und sie war selbst nach abklingen der Symptome bestimmt drei Wochen nicht belastbar, eine ansonsten agile Sechsjährige. Das war erschreckend. Alles Gute und hoffentlich bald wieder bessere Gesundheit und Stimmung.
Liebe Grüße und trotz allem einen guten Rutsch,
Ina
Also ich meine natürlich auch die echte Grippe / Influenza, nicht das was der Volksmund gefährlich falsch als Grippe bezeichnet (alles von Erkältung bis grippaler Infekt)