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Donnerstag, 22.09.2022

Morgens nach dem Wegbringen der Kinder nicht direkt nach Hause gegangen sondern an der Wuhle zurückspaziert. Quasi ein Fake-Arbeitsweg. Tat gut, mach ich glaub ich wieder– die 15 Minuten mehr sind eigentlich gut investiert.


Weil in der KiTa weiter Not am Erzieher:innenteam ist, holte ich die Zwillinge wieder als Mittagskinder ab. Nach dem Abholen gingen wir noch fix ins Forum, ich musste zur Post & kaufte im Rewe direkt noch einen Salat. Dort trafen wir eine ehemalige Erzieherin der beiden, die im Frühsommer in Rente gegangen war. Kurz ein bisschen geschwatzt, die Zwillinge und besagte Erzieherin waren happy :) Dann aber fix nach Hause weil ich noch weiterarbeiten musste.


Die Zwillinge veranstalteten nachmittags auf dem Hof Bambule, unter anderem machten sie ein Wettspucken auf die Rutsche. Das ist an sich schon unschön und war es heute umso mehr, auf dem Hof feierte nämlich ein anderes Kind Geburtstag– viele kleine Kinder schauten also den Zwillingen zu und konnten dann nicht rutschen. Die anwesenden Eltern waren alles andere als vergnügt… Als ich merkte was los ist, gab ich den beiden Lappen und Eimer raus, damit sie ihren Dreck wegputzen. Klappte so semi, ich musste mithelfen damit die Flecken weggingen.

Wegen solcher Aktionen haben Jott und ich immer Angst, als die Rabeneltern vom Objekt zu gelten…


Nachdem wir M abgeholt hatten, gingen wir noch ein Eis essen. Heute war es verhältnismäßig warm und sonnig, das muss man mitnehmen– die letzten schönen Tage auskosten.


J war Abends untypisch ruhig. Beim Abendessen versuchten wir herauszukriegen ob irgendwas ist, da meinte er das er nur müde sei. Beim Zubettbringen brach es dann aus ihm heraus: Er wurde heute in der KiTa geärgert und er war traurig und fand es blöd, wieder von G getrennt zu sein (das hatten die wenigen verbleibenden Erzieherinnen gemacht, damit sie es ein wenig leichter haben). Das müssen wir dann morgen wohl beides mal ansprechen.


Jott und ich bereiten die Zwillings-Schulanmeldung vor und überlegen, ob wir die beiden gemeinsam in eine Klasse stecken lassen oder in getrennte Klassen.

Pro getrennte Klassen:

  1. Sie hocken nicht ständig aufeinander
  2. Sie können (hoffentlich) getrennte Freundeskreise
  3. Ihre Zweierdynamik wird aufgebrochen – gerade G könnte dann ein bisschen unabhängiger von J werden und würde sich nicht ständig um ihn kümmern (müssen)
  4. Sie können mehr als Individuen wahrgenommen werden
  5. Wir glauben das es für ihre Entwicklung ganz gut sein könnte

Pro gemeinsame Klasse:

  1. Sie können sich gegenseitig Halt geben, was beiden sehr gut tun wird in so einer neuen Umgebung (vor allem J)
  2. Wir reißen sie nicht auseinander obwohl sie das gar nicht wollen
  3. Organisatorische Erleichterung für uns Eltern

… das ist wieder so eine Entscheidung wo sich jede Lösung falsch anfühlt.

Eigentlich möchte ich das gern mal mit der Bezugserzieherin der beiden besprechen, aber die ist leider längerfristig erkrankt.


Abends ein bisschen Divinity: Original Sin weitergespielt. Das Spiel ist unfassbar komplex. Mit jedem Gegenstand, den ich finde, kann ich irgendwas machen (aber ich weiß nicht was weil meine Charaktere das noch lernen müssen), die Dialoge sind teils echt ausufernd, das Kampfsystem ist nicht ohne… Da brauch ich noch ein bisschen um reinzukommen.

9 Antworten auf „Donnerstag, 22.09.2022“

Als wir unser Kind einschulten gab es in seiner Klasse auch Zwillinge (Junge und Mädchen) und sie wurden in der gleichen Klasse eingeschult, obwohl die Eltern auch bedenken hatten. Die Lehrerin meinte jedoch sie kann sie ja auseinander setzen und wenn es am Ende des 1. Schuljahres immer noch nicht klappt dann kann man vielleicht darüber nachdenken und die Klasse wechseln lassen. Am Ende hat es geklappt, denn die Jungs „rotten“ sich zusammen und die Mädels wollten auch mal ohne Jungs sein. Ich glaube gemeinsam einschulen wäre einfach wichtig für das seelische Gleichgewicht der Zwillinge. Man hat immer im Hinterkopf das da jemand bekanntes da ist als seelisches Auffangnetz. Aber sind nur meine Gedanken. Entscheiden müsst ihr dass. LG Susanne

hallo,
ich weiß gar nicht, ob Du dazu eine Meinung hören willst. aber für mein Empfinden klingt die Pro-Seite stärker. sie haben sich doch trotzdem als Halt, auch in getrennten Klassen, in den Pausen und nach dem Unterricht!. Ich glaub, ich persönlich finde es auch immer nervig, wenn Mädchen so früh in so eine Kümmer-Schiene kommen. Und was ich noch bedenken würde: Kinder als Zwillinge in einer Klasse werden auch ständig darauf angesprochen und verglichen.’Das ist sehr undankbar und meiner Erfahrung nach (bin Lehrerin) reagieren sie darauf zunehmend genervt. das war mein Senf dazu (:

Hier noch eine Lehrerin-Perspektive: keine Klassenliste ist in Stein gemeißelt, schon gar nicht in Klasse 1. Das kann auch im Sommer von euch entschieden werden, u.U. nach Beratung mit Kita und weiteren Behandlern, die eure Kinder gut kennen. Vielleicht nimmt das ein bisschen Druck.

Um die Entscheidung beneide ich sie nicht. Sicher sollten auch die Kapazitäten der Eltern auf der Liste ins Gewicht fallen. Andererseits kann ich das sehr gut nachvollziehen die Kinder zu trennen, gerade im Hinblick auf das sehr dynamisch wirkende Duo und deren Ideenreichtum. Vielleicht werden die Klassen auch in einzelnen Kursen geteilt und man könnte vereinbaren, die Kinder in diesen Stunden zu trennen? Sie beide haben das wirklich toll im Blick und suchen sich Unterstützung und Beratung. Das finde ich Klasse.

Eine gute Freundin von mir ist als einzelnes Mädchen mit zwei (wilderen) Brüdern aufgewachsen. Später meinte sie, dass es nicht so toll war, dass sie schon im Kindesalter als Ausgleich wirken musste, auch zwischen Eltern und Brüdern. Das ist bei euch natürlich nicht der Fall. Aber trotzdem sollte G doch auch einfach Kind sein dürfen, ohne diese unterstützende Rolle für J. Meine zwei Cent.

Ich glaube keine Entscheidung ist „die Richtige“. Es ist halt nicht schwarz/weiß.
Beide Möglichkeiten bringen Vor- und Nachteile mit sich.

Wir haben unsere Zwillinge in getrennten Klassen eingeschult. War schon gut so, aber es hatte sicher auch Nachteile für sie.

Hier noch ein Kommentar aus Lehrerinnensicht falls gewuenscht (ich gehe davon aus, dass es die Intention des posts ist und entschuldige mich falls falsch interpretiert) : die Pro getrennt Liste ueberwiegt, wenn man aus Kindersicht schaut (einfachere Organisation ist ein Punkt fuer die Eltern, gegenseitig Halt geben tun auch Freunde und andere Kinder haben auch keine Geschwister in der Klasse und auseinander reissen, obwohl sie es nicht wollen, na ja Eltern treffen staendig Entscheidungen zum Wohl ihrer Kinder, obwohl die Kinder vielleicht anderer Meinung sind. Welches Kind will sich zum Beispiel schon impfen lassen…
Aus Leherinnensicht auch pro getrennt, weil es beiden Kinder langfristig besser hilft

Wir stehen gerade vor der gleichen Entscheidung und tendieren auch, aus den von Ihnen genannten Gründen, momentan zur Trennung der Zwillinge (bisher waren sie in der Kita immer zusammen, weil es gar nicht anders ging – kleine Kita).

„… das ist wieder so eine Entscheidung wo sich jede Lösung falsch anfühlt.“ Genau so geht es mir auch. Aber beim Lesen dachte ich, komisch eigentlich, dass es so schwer ist, es umgekehrt zu sehen. Es müsste sich doch genauso jede Lösung richtig anfühlen?!

Ein erwachsener Zwilling aus meinem Umfeld hat mir übrigens erzählt, dass sie im Studium zum ersten Mal auf sich gestellt war. Die Schulzeit über war sie die ganze Zeit mit der Schwester zusammen. Sie sagt, das war damals so und wurde gar nicht überlegt/hinterfragt. Sie war in diesem Paar eher die Zurückhaltende, die Schwester hat ihr Halt gegeben. Und sie sagt, sie hätte sich gewünscht, dass sie eher gelernt hätte, auf eigenen Füßen zu stehen. Das wäre dann also für uns noch zusätzlich auf der Pro Liste.

Unsere Schule sagt übrigens auch, sie trennen immer, es sei denn, die Eltern wollen es ausdrücklich nicht.

Hallo Herr Paul,
wir stehen auch vor der Entscheidung und schwanken.

Gerade die eher dominante Schwester reagiert auf den Vorschlag der Trennung sehr zögerlich, wenn nicht sogar ängstlich. Das will man als Eltern natürlich nicht und tut einem im Herzen weh.
Aber dennoch wäre es gerade für die eher ruhigere Schwester eine Chance.

Die Schule, die wir im Auge haben, hat jahrgangsübergreifende Klassen. Wir könnten also den Mittelweg gehen, sie in verschiedenen Klassen einzuschulen, mit der Möglichkeit, dass sie die Kurse für gleichaltrige Kinder zusammen haben. Außerdem sehen sich die beiden ab mittags in der Betreuung.

Vor dem Hintergrund tendieren wir stark zu getrennten Klassen, um jedem Kind ein eigenes Umfeld zu ermöglichen.

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