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Donnerstag, 21.04.2022

Nachdem G gestern erzählte, dass sie in der KiTa seit Tagen, ach was, WOCHEN, immer wieder vom selben Kind geärgert wird– einem Kind, dass uns durch die Erzählungen der Zwillinge wiederholt aufgefallen war–, sprach ich heute morgen die anwesenden Erzieherinnen an, bat sie mal ein Auge auf die beiden zu haben und erklärte sicherheitshalber nochmal, wie wir unseren Kindern Konflikt- und Eskalations-Möglichkeiten an die Hand geben (1. Schritt: Laut „Nein“ sagen– ggf. schreien „Hör auf mich zu ärgern/hauen/anlecken“ + ggf. woanders hingehen; Sehr deutlich und laut sein | 2. Schritt: Bei den Erzieher:innen Bescheid sagen | 3. Schritt: Aktion erwidern, ggf. körperlich aktiv werden und dem andern Kind eine zimmern). Beim Abholen am Nachmittag ein langes Gespräch mit den beiden Erzieherinnen, in dem die Streitereien in ein anderes Licht gerückt wurden. So unschuldig ist G nämlich nicht, ganz im Gegenteil. Das rechtfertigt kein Schmeißen mit Kienäpfeln auf G, aber es wurde durchaus verständlich gemacht das es auch dafür Gründe gibt und G eine ziemliche Stänkereule sein muss (was mich nicht wundern sollte, zu Hause ist sie das auch). Nicht unbedingt aus Boshaftigkeit, eher aus einem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit/Anerkennung/Beschäftigung– sie kommt wohl generell nicht so gut damit klar, wenn J sie links liegen lässt weil er mit anderen Kindern spielen will oder sehr beschäftigt ist; und hat auch in der KiTa große Probleme sich allein zu beschäftigen/am Ball zu bleiben wenn sie was macht.

Wir sprechen das Thema nächste Woche nochmal mit der Bezugserzieherin an, von der kam so ein klares Feedback bislang noch nicht; und dann überlegen wir uns gemeinsam mit dem Erzieherteam Maßnahmen. Das übergreifende Thema „Verhalten der Zwillinge miteinander und mit anderen Kindern in der Gruppe“ beschäftigt uns und die Erzieherinnen schon eine Weile, wir müssen da wohl mal grundlegend und nachhaltig ran.


Baustellen, überall Baustellen…


Im Büro auf eine interessante Möglichkeit zur Ausweitung meines Stellenprofils aufmerksam gemacht worden. Ein neues Kundenprojekt bzw. ein ganz neuer Bereich (Automotive, Software-Entwicklung; ein großer Player in Berlin). Anfang nächster Woche hab ich ein internes Gespräche dazu, ich bin gespannt.


Gespräch mit Alexa:

„Alexa, schalte den Fernseher ein.“
„Ok“
[Fernseher wird eingeschaltet.]
„Alexa, starte die App ZDF Mediathek auf dem Fernseher.“
„Leider kenne ich kein Gerät namens Fernseher.“

So smart.

4 Antworten auf „Donnerstag, 21.04.2022“

Ich bin selber ein Zwilling und hätte mir nichts mehr gewünscht, als wenn unsere Eltern uns nicht überall (Schule, Hobbys,…) gemeinsam hingeschickt hätten. Wir sind zwar eineiig, das ist bei Ihnen vielleicht etwas anders weil Mädel/Junge, aber grad als ggf schwächere von Beiden (ja auch die Stänkereule kann gut die Schwächere sein) ist es echt schwer ständig vor Augen geführt zu kriegen, dass dem Anderen etwas (hier zB soziale Interaktion) einfacher fällt. Dies endet entweder mit stänkern oder mit zurückziehen. Dass es für Sie kaum/keine Lösung ist, die beiden in unterschiedliche Kitas zu schicken drücke ich Ihnen und vor Allem den Zwillingen die Daumen für engagierte ErzieherInnen welche die beiden auch individuell fördern und ggf aktiv in unterschiedliche Grüppchen lenken können. Das wird auch bei der Schule dann ein grosses Thema werden falls sie in die gleiche Klasse gehen werden. Der schwächere Zwilling wird es immer hart haben und sich nicht unbedingt so entfalten können wie der Stärkere, weil im doofsten fall der Schwache „aufgibt“ weil man „ja eh immer schlechter ist“. Das mag teilweise nur subtil sein, aber als schwächerer Part brodelt das immer in einem drin. Ich habe wegen dem leider das Abi nicht machen können, weil ich immer und immer schlechter war als mein Zwilling, leider von den Eltern nicht wirklich unterstützt, bzw. ich war ja nie so schlecht dass eine Versetzung gefährdet war, aber ich hab mich so ab 5./6. Schuljahr immer mehr aufgegeben weil ich „ja eh immer schlechter bin“. Im nachhinein wäre ich sooooo dankbar gewesen einfach von Anfang an nicht in der selben Schule (wär bei uns in einem kleineren Dorf gar nicht machbar gewesen) gewesen zu sein und mich entfalten zu können ohne 1:1 Vergleich. Ich habe heute als erwachsene Person noch immer Probleme damit und noch immer das Gefühl, dass überall alle Anderen besser sind als ich, das hätte nicht sein müssen. Zumal ich heute weiss, dass es keinesfalls an Intelligenz mangelt sondern am jahrelangen „dein Zwilling ist besser als du“. Entschuldige, das wurde nun en etwas langer Text, es MUSS absolut nicht bei allen so sein wie bei uns damals, aber ich wollte Ihnen trotzdem einfach mal als Input meine Geschichte erzählen

Hallo M. G., ich finde Deinen Kommentar sehr interessant. Eine Frage habe ich dazu: Hat das Verhältnis zu Deinem Zwilling darunter gelitten, dass Du Dich als die „schwächere Hälfte“ siehst, oder hast Du ein gutes Verhältnis zu ihm?

Ja, als Kind und Teenager hat das Verhältnis darunter definitiv gelitten. Wir waren nie die Klischee-alles-zusammen-gleiche-Klamotten-etc. Zwillinge. Ich habe mir mit 10j die Haare ziemlich kurz schneiden lassen weil ich mich nie so richtig als Individuum sondern immer nur als „eine der Zwillinge“ gesehen habe. In etwa ab 11j war ich auch schlechter in der Schule, bzw. hätte für die gleiche Leistung mehr aufwenden müssen. Für mich war das stets einfach frustrierend. Da wir kaum Freunde hatten, weil wir ja bloss immer „die Zwillinge“ waren konnten wir uns zwar gemeinsam gut beschäftigen, aber es war halt immer mal wieder dieses besser-schlechter Thema. Wir hatten quasi kein individuelles Leben sondern nur das „als Zwilling“. Das hat mich persönlich immer wieder gestört. Erst als ich noch ein 10. Schuljahr und meine Schwester dann Abi gemacht hatte hatten wir sowas wie ein eigenes Leben, das war dann aber auch die Zeit wo wir das absolut schlechteste Verhältnis hatten, das hat sich dann erst so als wir 20 waren wieder gebessert. Darum ist für mich einfach unglaublich klar, dass es Zwillingen oder Kindern mit sehr wenig Altersabstand einfach gut tut wenn sie unterschiedliche Hobbys, Klassen und Freunde haben. Ich hoffe ich konnte die Frage so beantworten. Und sonst einfach nochmal fragen, ich bin jederzeit bereit mehr zu erzählen weil das Thema für mich sehr wichtig ist

Hallo Herr Paul, ich habe gerade einmal nachgezaehlt, in den letzten 5 Jahren hatte ich in der Schule 5 Zwillings-/ Drillingspäärchen. Hier in Frankreich gibt es das viel haeufiger, da die Reproduktionsmedizin anders arbeitet. Ich weiss nicht, inwiefern das Verhalten der Zwillinge untereinander Baustelle ist, wie Sie sagen, aber meine Beobachtung ist, das den Kindern getrennte Klassen sehr gut tun. Grade wie M.G. oben schreibt fuer den“schwaecheren“ in der Konstellation, der dann aufblueht. Ich verstehe, dass auch gemeinsame Hobbies fuer die Eltern sehr praktisch sind (hier 4 Kinder zw 7 und 12), aber auch das foerdert die Konkurrenz. Bon courage fuer die Baustellen!

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