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Journal Mittwoch, 7.6.217

Und schon isses wieder spät. Doofes Abendarbeiten.

Heute Nacht schlief ich wie ein Stein und wachte morgens sogar mal auf, ohne das die Augen vor Müdigkeit weh taten. Das relativ zeitige Zubettgehen und eine störungsfreie Nacht (Danke, Kinder!) wirkten Wunder.


Erwähnte ich bereits, dass M Pfützen liebt? Nein? Er liebt sie. Er will in jede Pfütze reinspringen und erinnert sich teilweise sogar an ihre Lage auf unserem Weg. Wenn sie dann am Folgetag verschwunden sind, untersucht er die Stelle und teilt dann leicht betrübt „Pfütze weg! mit.

Bevor er allerdings in die Pfützen stiefelte, trat er mir gewaltig ins Gesicht. Beim Umsteigen am Ostkreuz wollte er auf’n Arm, was ich nicht so toll finde. Er will dann nämlich nicht runter, und auf dem Arm kann ich ihn nicht lange tragen. Ich biete ihm dann immer die Schulter an und verkaufe das als „Auf’m Arm ganz oben“. Klappt auch meistens.
Heute hatte er allerdings schlechte Laune und wehrte sich mit Händen und eben auch Füßen gegen das hochsetzen: Als ich ihn gerade hochzog, zappelte er mit den Füßen und dabei erwischte ein Gummistiefelabsatz eben auch meine Nase. Alter Falter, da war ich stinkig. Zum Glück waren weder die Brille noch die Nase großartig in Mitleidenschaft gezogen worden, so das nach dem ersten Schreck und dem Abklingen der Schmerzen alles wieder okay war. M durfte sich trotzdem eine Gardinenpredigt anhören und war danach etwas folgsamer.

Auf dem Heimweg und am Abend entschärfte ich durch pure Gelassenheit eine brenzlige Situation und einen Trotzanfall und bin kurz davor, mir den Ehrentitel „Zen-Meister“ und „Superpapa“ zu verleihen (hahaha, nicht ansatzweise).

Heimweg: M ist ja immer aufgekratzt nach der KiTa und hat dann Flausen im Kopf. Durch die Bahn flitzen, Sitze eine Million Mal hoch und runter klappen, sich auf die nicht zum Sitzen gedachten Enden eines Wagens setzen (da, wo sonst immer die coolen Teenager sitzen), abwechselnd zwischen Tür und mir hin und her laufen und mit rausgestreckter Zunge laut „Bäääääh“ rufen- sowas halt. Das kollidiert mit meinem Wunsch nach einer ruhigen, anstrengungsfreien Fahrt, aber meist kriegen wir das irgendwie unter einen Hut.
Heute jedenfalls probierte ich mal, was passiert, wenn ich ihn gewähren lasse, und ließ ihn also seinen Sitz lange lange lange hoch und runter klappen. In der Hoffnung, das ihm das irgendwann langweilig werden würde. Das war natürlich illusorisch, so ein Klappsitz ist viel zu spannend.
Aber in einer ruhigeren Minute konnte ich ihn mit einer Baustelle, an der wir vorbei fuhren, ablenken. Und als er dann interessiert und ruhig aus dem Fenster schaute, schlug ich ihm vor, sein aktuelles Lieblingsbuch anzugucken, und in dem Moment hatte ich dann gewonnen.

Abend: Der junge Herr stand in der hintersten Ecke im Badezimmer und autonomisierte vor sich hin (Schreien, Toben). Rief immer mal wieder „Papa rausgehen!“ und war nicht dazu zu bewegen, IRGENDWAS zu machen. Was tat ich also? Setzte mich an die Badezimmertür, sagte M dass ich nun ein bisschen lesen würde und las. Und ignorierte das Kind und alles, was er tat. Und siehe da- nach drei Minuten guckte er irritiert zu mir, nach fünf Minuten spielte er mit dem Badewasserthermometer „Boot fahren“, und nach acht Minuten kam er zu mir gelaufen.

Offenbar ist es ganz hilfreich, in solchen Momenten Ruhe zu bewahren.

Abends mit Jott festgestellt, dass wir das mit den drei Kindern und dem Drumherum gerade ganz gut machen. Es knirscht zwar gelegentlich etwas (und etwas mehr, wenn wieder alle krank sind…) und es gibt noch reichlich Luft nach oben, aber es läuft gerade einigermaßen rund.

Die Avengers Initiative mal anders.

I can relate to this.

Was schön war: Ms Begrüßungen und Verabschiedungen von diversen Gegenständen/ Menschen/ Tiere auf unseren Wegen. „Oh, ein Batz (Spatz)! Hallo Batz! In die KiTa, Batz! Machs gut Batz!“ (vorgetragen ohne Punkt und Komma und ohne den Batz zu Wort kommen zu lassen).

4 Antworten auf „Journal Mittwoch, 7.6.217“

Bei mir war es das Smartphone. Ob ignorieren bzw. andersweitig beschäftigen unter einem pädagogischen Blickpunkt wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, weiß ich allerdings nicht- hier hats aber in dem Moment geholfen.

„Ganz gut“ und einigermaßen rund“ reichen völlig aus. Bitte keinen höheren Anspruch stellen, da steigt nur noch der Stresspegel, sonst bringts nix.
Aber schön, dass Sie sich das mal bewusst machen können – das hilft in der nächsten Phase, nicht nur noch schreiend im Kreis zu rennen.

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