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Journal Freitag, 20.11.2015

Im Büro Sachen gemacht, an deren Sinn und Zweck ich teilweise zweifelte, dementsprechend leicht unmotiviert. Als Belohnung für das Durchziehen- manchmal muss man eben- gabs einen Crêpe mit Pflaumen-Thymian-Kompott vom Wochenmarkt.

Weil der Abend lang werden sollte, traf ich später als sonst im Büro ein und blieb dementsprechend lange dort. Das ist inzwischen ungewohnt- je später der Nachmittag wurde, desto mehr ging die Konzentration und auch die Motivation flöten.

Teil 1 des Abends begann auf einer Bank am Ostkreuz, wo ich auf K. wartete. Wir waren wieder zum Burger essen verabredet, schlugen uns die Bäuche im Schillerburger (der im Schillerkiez ist besser) voll und gingen danach auf einen Cocktail in eine der zahlreichen Bars in der Sonntagsstraße. Das sind zwar zum Großteil Tourifallen, aber für unsere Ansprüche (irgendwo sitzen wo es warm ist, was zu trinken und ein Klo gibt) reichen sie durchaus aus. Ich trank einen Berlin Mule und war begeistert. Wieso es ein Berlin Mule und kein Moscow Mule war weiß ich nicht, aber der Cocktail hat geschmeckt. Frisch gurkig und leicht herb und nicht süß und eventuell mit Gin statt Wodka, das muss ich nochmal recherchieren. Die Strategie, einfach einer Empfehlung zu vertrauen, zahlt sich aus.
Danach war ich allerdings trotz Burger-Grundlage leicht angetüddelt, dazu bedarfs bei mir nicht mehr viel- ich trinke drei Mal im Jahr Alkohol und der knallt dann dementsprechend.
K. wurde mehrmals von Bekannten angesprochen, das war irritierend. Ich kenne kaum Menschen, K. hingeben die halbe Stadt- er studiert und das scheint tatsächlich bei entsprechender Veranlagung eine gute Basis zum Menschen kennenlernen zu sein.

Gegen Zehn fuhr ich weiter auf die Geburtstagsfeier eines ehemaligen Arbeitgebers in Mitte (der mit dem Zeugnis), ein paar ehemalige Kollegen treffen. Es war schön, alle mal wiederzusehen und ein wenig zu Quatschen.

Ich habe zum ersten Mal Networking betrieben, das war eine eigenartige Erfahrung- aber tatsächlich ein sehr nettes (hehe, nettes Networking) Gespräch, in dem im Endeffekt rauskam das scheinbar in ganz Berlin händeringend Entwickler gesucht werden- nur eben für Bereiche, die nicht zu meinem Fachgebiet gehören (hätt ich mal was anständiges gelernt).

Für die Heimfahrt gönnte ich mir den Luxus eines Taxis. Von Mitte an den Stadtrand dauert es mit den Öffis mindestens 45 Minuten, wenn zwischendrin SEV ist wesentlich länger. Und es war SEV. Natürlich. Das ist ein running gag: An 3 von 5 Abenden, die ich tatsächlich mal etwas in der Stadt unternehme, fahren die Bahnen nicht regulär (das ist allerdings kein Kunststück, auf der Strecke wird seit längerem gebaut). So auch heute.
Jedenfalls hatte ich, nachdem ich die entsprechenden Hinweisschilder der S-Bahn sah, Sash von Gestern Nacht im Taxi (lese ich seit einiger Zeit) angeschrieben ob er nicht Lust auf eine Tour von Mitte an den Stadtrand hätte. Hatte er, konnte aber nicht versprechen das es relativ spontan klappte.
Das war dann aber kein Problem, wir telefonierten uns zusammen, ich machte den polnischen Abgang und ließ mich im warmen Taxi mit netter Unterhaltung nach Hause kutschieren. Eine gute Entscheidung: Kein nächtliches rumlaufen, keine komischen Menschen in der Bahn, kein Umsteigen, kein SEV, kein ewiges Fahren- einfach ’ne halbe Stunde Passagier sein und die Strecke von der Straße aus angucken.

Das war heute genug Interaktion fürs Wochenende. Bis Montag morgen verkriech ich mich.

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