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Journal Mittwoch, 21.12.2016

Wir sind wieder zu Hause.

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Jott wurde im Krankenhaus bestohlen. Als wir heute ihren Ausweis für die Beantragung der Geburtsurkunden der Zwillinge benötigten, bemerkten wir, dass ihr Portemonnaie fehlte. Eine anschließende Suche im gesamten Zimmer brachte es nicht zu Tage, Nachfragen am Stationsempfang brachten ebenfalls keine Hinweise. Stattdessen wurden wir gefragt, ob das Portemonnaie denn offen herumlag (leider ja- es befand sich in Jotts Handtasche, die in einer Ecke auf dem Boden lag), und es wurde erklärt, dass es in der Vergangenheit leider schon öfter zu Diebstählen aus Patientenzimmern gekommen sei.
Wir meldeten den Diebstahl der Polizei, bekamen ein Aktenkennzeichen zugewiesen, und morgen fahren Herr Schnuffke und ich zum für das Krankenhaus zuständigen Polizeiabschnitt und geben zusätzliche Daten zu den im Portemonnaie befindlichen EC-Karten für das Kuno-Sperrverfahren an.

Welches Arschloch klaut aus Patientenzimmern im Krankenhaus?

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Herr Schnuffke reagierte äußerst eifersüchtig, als Jott die Zwillinge zu Hause anlegte: Er weinte lautstark und versuchte, SIE von Jott wegzuziehen. Da kommt noch wohl noch einiges an Erklärungsarbeit auf uns zu. Beziehungsweise werden wir wohl eher mit dem Gewöhnungseffekt rechnen müssen- Erklärungen halfen bislang noch nicht viel, da Herr Schnuffke sie noch nicht versteht.

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Man, fühlen sich diese knochigen kleinen Babys ungewohnt an. Ich stell mich beim Wickeln und Anziehen an wie der erste Mensch, und das die kleinen Spatzis mit ihren dürren Ärmchen und Beinchen rumfuchteln macht es nicht besser.
Da merkt man mal, was man am großen, kräftigen Herrn Schnuffke hat, der ordentlich Babyspeck auf den Rippen hat, seine Gliedmaßen kontrollieren kann und auch schon tatkräftig mithilft…

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Morgen wird Jotts Mama nach Hause fahren. Mich gruselt es ein wenig vor den ersten Tagen mit den drei Kindern.

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Was schön war: Herrn Schnuffke die Zwillinge und die Zwillinge Herrn Schnuffke vorstellen.

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Zwillingsgeburt

Die letzten Tage passierte unheimlich viel. Und bereits gestern musste ich feststellen: Schlafen ist wichtiger als bloggen.

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Ein Geburtsbericht. Meine Sicht, zur Eigentherapie.

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Am Sonntag morgen um 4:19 Uhr rief mich Jott an. Sie hatte starke Wehen im 3-Minuten-Takt. Ich sprang auf, dankte innerlich dem besonnenen Paul, der am Vorabend bereits 21 Uhr im Bett lag, bestellte ein Taxi, zog mich an, schnappte mir alle vorbereiteten Taschen und Beutel und ließ mich zum Krankenhaus fahren. Dort angekommen wurde Jott gerade eine PDA gelegt, ich konnte also nicht sofort zu ihr sondern musste noch eine halbe Stunde warten. Dann durfte ich zu ihr und ließ mich auf Stand bringen. Die Einleitung war in dem Sinne erfolgreich, dass Wehen ausgelöst wurden. Diese waren jedoch von jetzt auf gleich stärker als alles, was Jott von Herrn Schnuffkes Geburt in Erinnerung hatte, und kamen überdies alle drei Minuten. Sie hatte also keine Zeit, um sich zwischen den Wehen zu erholen. Da sie seit dem frühen Samstag morgen wach und auf den Beinen war, und die Wehen bereits am frühen Abend des Samstags begannen, stand es um ihre Kräfte mittlerweile nicht mehr zum Besten. Die PDA kam also zum richtigen Zeitpunkt und erleichterte Jott die nächsten paar Stunden.

Nach der PDA hieß es warten: Die Wehen mussten den Muttermund öffnen und die Kinder nach unten treiben. Und so warteten wir und warteten und warteten. Wir hatten Glück, dass an diesem Morgen nicht so viel los war, und wir exklusiv eine Hebamme und eine Hebammenschülerin für uns hatten. Das half uns sehr.

Leider stellte sich mit jeder vergangenen Stunde heraus, dass die Wehen nicht kräftig genug waren um den Muttermund vollständig zu öffnen. Das Sprengen der Fruchtblase von IHR sowie ganz viele Hebammen-Mittelchen bewirkten zwar noch einmal stärkere Kontraktionen, aber diese waren weiterhin nicht stark genug um SIE tiefer nach unten in den Geburtskanal zu drücken.
Je länger das dauerte, desto schlapper wurde Jott und desto aufgeregter waren die Zwillinge. Und so informierte die uns betreuende Ärztin, dass wir nach Ablauf einer letzten Frist anders vorgehen müssten: Wenn sich der Status binnen einer Stunde nicht ändern würde, müsste ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Die Stunde verstrich, und obwohl Jott nun von stärkeren Wehen berichtete, hatte sich der Zustand des Muttermunds und die Position von IHR im bzw. vor dem Geburtskanal nicht geändert. Kaiserschnitt also. Die Ärztin und die Hebammen ließen Jott und mir ein wenig Zeit, um diese Nachricht zu verdauern. Jott war geknickt, sie hatte sich eine natürliche Geburt gewünscht.
Nachdem wir uns wieder gefasst hatten, gingen die Vorbereitungen für die OP los. Ich musste meine Straßenbekleidung ausziehen und zog schicke violette Krankenhauspfleger-Kleidung und blaue Crocs an, Jott wurde in den OP geschoben. Ich wartete vor dem OP-Saal ungefähr 20 Minuten, in denen Jott für die OP und das OP-Team/ der Saal für Jott vorbereitet wurden.

Als alles fertig war, wurde ich in den OP-Saal geholt, setzte mich auf einen Hocker an Jotts Kopfende, hielt ihr Gesicht fest- das war mir wichtig, damit sie mich nicht nur sieht und hört, sondern auch spürt- und harrte der Dinge die da kommen sollten.
Dann ging die OP los. Jotts Kopf und ich waren durch einen dünnen grünen Vorhang vom Rest von Jotts Körper abgetrennt, wir sahen also nichts. Dafür hörten wir umso mehr (zumindest ich, ich weiß nicht wieviel Jott mitbekommen hat). Es war… irritierend. Sauggeräusche, Schmatzgeräusche, lautes Zischen, unverständliche Ansagen des OP-Teams. Jotts Körper wurde mehrfach ordentlich durchgeschüttelt.
Mittendrin wurde Jott schlecht, sie musste sich erbrechen.

Irgendwann, ich weiß nicht wieviel Zeit vergangen war, hörte ich ein Baby- oder zwei Babys? Das weiß ich nicht mehr- weinen. Anders als vorher angekündigt, wurde es Jott allerdings nicht auf die Brust gelegt. Stattdessen kam kurz darauf jemand zu mir, fragte ob ich meine Tochter gern sehen möchte, und holte SIE, als ich die Frage bejahte.

Als ich SIE dann in den Armen hielt, musste ich erstmal Rotz und Wasser heulen. Das war wie bei der Geburt von Herrn Schnuffke: Als ich dessen Kopf hinten dem Bauch auftauchen sah, musste ich auch erstmal heulen wie ein Schlosshund. So saß ich dann also schluchzend an Jotts Kopfende, hielt SIE, wunderte mich wo ER bliebe, und zeigte Jott unser neues kleines Mädchen. Später- wieviel? Es muss gleich darauf gewesen sein- kam nochmal jemand zu uns und erklärte, dass ER Anpassungsschwierigkeiten nach der Geburt hatte und erst einmal auf die Neonatologie gebracht werden müsse. Zu dem Zeitpunkt drang das gar nicht so recht zu mir durch, ich war viel zu sehr damit beschäftigt zu weinen und SIE festzuhalten.

Nach der OP wurden SIE und ich ins Überwachungszimmer gebracht. Danach weiß ich nicht so genau, was alles passierte, die Reihenfolge und Vollständigkeit kann ich nicht garantieren. Jott kam irgendwann zu uns, SIE wurde auf Jotts Brust gelegt, ich durfte auf die Neonatologie und IHN im Inkubator besuchen, IHN streicheln und mit IHM reden. Anschließend gings zurück zu Jott, SIE wurde gemessen und gewogen, ich fragte nach dem weiteren Ablauf. Vorgesehen war, dass SIE zu IHM in den Inkubator ziehen sollte, damit ER nicht allein sei, während Jott auf Station gebracht werden würde. In ein normales Zimmer, da die Kinder nicht bei ihr seien hätte sie keinen Anspruch mehr auf das Familienzimmer. Auf die Frage, wo ich dann bleiben soll, wurde etwas herumgedruckst und gesagt, dass ich eigentlich nach Hause müsste- Besucher dürften auf der Station nur bis 21 Uhr bleiben. Man wolle sich jedoch kümmern.

Ich blieb erstmal an Jotts und IHRER Seite, und ich glaub dann fuhren wir irgendwann doch auf Station in ein Familienzimmer- ich konnte bleiben, jemand hatte sich gekümmert.
Dann weiß ich wieder nicht genau, wie der Ablauf war. Ich glaube, Jott (im Bett) und ich besuchten zusammen am Abend noch IHN und SIE in der Neonatologie. Da wurde uns auch gesagt, dass SEINE Anpassungsschwierigkeiten sich eine Stunde nach der Geburt gegeben hätten, er hätte wohl einfach nur etwas Zeit gebraucht. Das sei aber gerade bei männlichen Babys relativ häufig der Fall.
Die Nacht zum Montag verbrachten Jott und ich zusammen im Familienzimmer.

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Der Montag folgt später. Genauso wie Kommentar-Beantwortungen. Die Kinder müssen gestillt werden.

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SIE: 51cm lang, 33,5cm Kopfumfang, 3075g schwer.
ER: 51cm lang, 35cm Kopfumfang, 3640g schwer.


Links SIE, rechts ER. Beide vollständig gesund.

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Wir sind jetzt zu 5.

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Journal Freitag, 16.12.2016

Doof gelaufen: Als wir gestern Abend alle zu Bett gingen, wachte Herr Schnuffke auf und ließ sich nicht von Jotts Mama beruhigen. Jott und ich nahmen ihn zu uns ins Bett, wo er nicht zur Ruhe kam, sich hin und her wälzte und im Halbschlaf um sich schlug und trat. Nach einer guten halben Stunde zogen er und ich deswegen ins Wohnzimmer um, wo wir beide dann sehr schnell einschliefen.
Nichtsdestotrotz wachte ich am Morgen reichlich gerädert auf, eine Nacht mit Kind ist dann doch nicht so erholsam wie alleine.

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Die Erkältung geht langsam in die Rotz-und-Schleim-Phase über. Die Gliederschmerzen und das Fieber weichen allmählich, dafür ist nun die Nase dauernd verstopft, ich muss alle Nase lang (hehe) niesen und eben husten.
Als Heilmittel habe ich zusätzlich zum Holunder-Honig-Sirup (haben wir wg. Herrn Schnuffkes Dauer-Erkältung immer da) noch Meerrettich-Honig zubereitet, falls das nicht reicht muss noch Zwiebelsaft ran (Sie sehen: An uns werden ganze Imker-Herrscharen reich).

Zusätzlich kaufte ich in der Apotheke heute noch Aspirin Plus C Forte. Ich bat ausdrücklich um etwas stärkeres als das normale Aspirin Plus C, um eben am Wochenende fit zu sein- und selbst, wenn „fit“ in dem Zusammenhang nur heißt, dass die Symptome für eine gewisse Zeit unterdrückt werden. Das muss reichen.

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Beim Bratapfel-Zubereiten sprang am Abend mit einem Mal der metallene Dichtungsring einer Herdplatte ab, als ich gerade Mandelblättchen anröstete. Das war der Schreck des Tages.
Bei einem 18 Jahre alten Herd kann das wohl passieren (Quelle: Internet). Nur blöd, dass es eben so kurz vor Weihnachten und der bevorstehenden Zwillingsgeburt ist.

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Herr Schnuffke genießt es, drei Erwachsene beanspruchen zu können. Jotts Mama zeigte er heute gleich mal, was er von Mittagschlaf zu Hause und Ruhepausen hält (gar nichts). Nach einer Dreiviertel Stunde, in der er munter erzählte, Bücher anguckte und „Trallalalala“ (Jotts und meine Darbietung von „Lasst uns froh und munter sein“ auf der Heimfahrt am vergangenen Sonntag scheint bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben) sang, gab sie auf und kehrte mit ihm ins Wohnzimmer zurück.

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Dieses Video kennt vermutlich jeder schon, aber es ist einfach viel zu schön um es nicht noch einmal anzuschauen.

Hachz. WIESO NUR KOMMT MIR BEI DIESEN KITSCHIGEN WEIHNACHTSCLIPS IMMER WAS INS AUGE. Das ist doch nicht feierlich.

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Das heutige Weihnachtslied. Aus Gründen.

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Was schön war: Abends zusammen auf der Couch sitzen, „Die Eiskönigin“ gucken und Bratapfel essen.

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Journal Donnerstag, 15.12.2016

Nach dem Arztbesuch heute morgen (120 Minuten warten für eine fünfminütige Unterhaltung mit dem Arzt) bin ich auch offiziell krank geschrieben. Auf die Frage, ob er mir irgendwas verschreiben könne, wodurch ich am Wochenende wieder fit bin, lachte er nur und sagte, dass diese grippalen Infekte ohne Behandlung sieben Tage, mit Behandlung eine Woche dauern. Ich solle heiße Zitrone mit viel Ingwer trinken, Zinktabletten nehmen und mich schonen. Nichts neues also.

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Herr Schnuffke hat erneut eine Bindehautentzündung. Meine Mama war heute morgen gleich beim Arzt mit ihm und hat Augentropfen verschrieben bekommen, die soll er nun ungefähr eine Woche lang drei Mal täglich nehmen.
Passend dazu kehrt auch Jotts Erkältung zurück.

Wir machen hier einfach ein großes Lazarett auf.

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Am Abend kam Jotts Mama. Sie wird die nächsten Tage hier sein und Herrn Schnuffke betreuen, denn Jott und ich werden ab Samstag morgen außer Haus sein.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass sie am Freitag Abend kommen sollte, das empfand ich als zu kurzfristig für Herrn Schnuffke und erbat mir mindestens einen Tag mehr. Immerhin sehen sich die beiden selten, da ist es für das Kind vermutlich eher merkwürdig wenn er quasi von jetzt auf gleich bei einer „fremden“ Frau gelassen wird (ob sie ihm wirklich fremd ist, weiß ich nicht- ich vermute es allerdings, zuletzt gesehen haben sie sich vor… acht Wochen? Zehn Wochen? Langer Zeit also).

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Interessanter Film: Gangsterläufer. Über, wie es so schön heißt, Parallelgesellschaften in Neukölln.
Der Hauptdarsteller Yehya, „Boss der Sonnenallee“, sitzt inzwischen wieder im Gefängnis.

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Jott und ich bin nicht allein mit der Erkältung: Offenbar geht gerade eine Erkältungswelle in Berlin um.

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Wie ich mir das Leben vorstelle, wenn alle Kinder ausgezogen sind.

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Das ganze Album ist übrigens sehr hörenswert, ich empfehle es hiermit ausdrücklich.

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Was schön war: Noch halb verschlafen (ich soll mich ja schonen, also schlafe ich tagsüber) Herrn Schnuffke zwischen Küche und Wohnzimmer hin und her wetzen sehen- er half beim Tisch decken und hatte größte Freude daran.

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Journal Mittwoch, 14.12.2016

Krank-Tag. Morgens brachte ich Herrn Schnuffke in die KiTa, fuhr wieder nach Hause und verschlief danach komatös den halben Tag.
Meine Mama holte ihn von der KiTa ab und nahm ihn mit nach Hause, so hatten Jott und ich noch ein bisschen Ruhe und konnten gemeinsam Kraft tanken.

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Journal Dienstag, 13.12.2016

Erkältungsbedingt nicht auf die Firmen-Weihnachtsfeier, sondern schweren Herzens nach Hause. Gleich lege ich mich mit Herrn Schnuffke zusammen ins Bett und hoffe, dass ich das schlimmste durch eine gehörige Mütze Schlaf abwenden kann.
Blöder könnte der Zeitpunkt nicht sein, eigentlich war Kräfte schonen angesagt für die vermutlich bald anstehende Geburt.

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Journal Wochenende in Bildern

Journal Sonntag, 11.12.2016 – Wochenende in Bildern

[Weitere Informationen zur Initiative „Wochenende in Bildern“; die Wochenenden der anderen Teilnehmer sind in Wochenende in Bildern 10./11. Dezember 2016 verlinkt.]

Zum Samstag vom Wochenende in Bildern.

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Ich werde durch einen pieksigen Schmerz im Ohr und ein „Papa?“ geweckt. Herr Schnuffkes Zeigefinger kitzelt mein Trommelfell. Als ich die Augen aufmache, blicke ich auf die ungefähr drei Millimeter entfernte Nase des Kindes. Etwas benommen ziehe ich Herrn Schnuffkes Hand weg und schaue auf die Uhr- vielleicht lohnt es sich ja noch, Herrn Schnuffke wieder zum Einschlafen zu bewegen- und weiß sofort, dass der Versuch sinnlos wäre- es ist 8:13 Uhr. Drei Minuten später kommt dann auch schon Jott ins Wohnzimmer. Im Gegensatz zu mir ist sie richtig wach- diese merkwürdigen Morgenmenschen…

Es ist aber ganz gut, dass wir nicht länger geschlafen haben, denn heute fahren wir zu meinen Eltern ins Brandenburgische zum Geburtstagfeiern und wollen so ungefähr 11:15 Uhr los.


Beim Kaffeemahlen für das Frühstück tanzt Herr Schnuffke zum Krach der Kaffeemühle. Offenbar ist das Musik in seinen Ohren. So wie das Schienengerumpel von Straßenbahnen oder die Bus-Fahrgeräusche. Bei denen wippt er im Buggy auch immer herum.

Nach dem Frühstück macht Jott irgendwas und Herr Schnuffke und ich gucken uns sein neues Weihnachtswimmelbuch an. Beim Anblick der als Schafe verkleideten Kinder auf der Krippenspiel-Seite auf dem Bild oben macht Herr Schnuffke immer „Mäh“, das ist sehr putzig.


Als Jott zu uns stößt, verabschiede ich mich ins Badezimmer zum Rasieren, Duschen und Nägelschneiden. Ich will ja ordentlich aussehen. Irgendwann höre ich aus dem Wohnzimmer den Film „Die Eiskönigin“, und sofort fange ich im Kopf an zu singen. Gegen so einen Ohrwurm hilft bekanntlich nur, das entsprechende Lied komplett zu hören, und so wird „Lass jetzt los“ meine akustische Begleitung beim Nägelschneiden.


Fast pünktlich fahren wir los und kommen pünktlich zum Mittagessen (Gefüllte Babypute, Rotkohl, Klöße). Nach dem Essen macht Herr Schnuffke Mittagschlaf mit meinem Papa, und auch ich schlafe fast auf der Couch ein- weil es so gut geschmeckt hat, habe ich eventuell ein minimales bisschen zuviel gegessen und bin im Fresskoma. Ein starker Kaffee hilft, wach zu bleiben.

Nach (nochmal) Kaffee und Kuchen gehen Herr Schnuffke, mein Bruder und mein Papa noch ein bisschen zum Spielen nach draußen, und dann ist es auch schon wieder Zeit für die Heimfahrt.


Herr Schnuffke fährt immer noch nicht gern im Dunkeln Auto, lässt sich aber von gemeinsam mit Jott geschmetterten Weihnachtsliedern beruhigen. Besonders gut gefällt ihm das „Trallalalala“ aus „Lasst uns froh und munter sein“, das kräht er bei allen folgenden Liedern dazwischen.

Zu Hause wird gebadet, Abendbrot gegessen und dann schafft es Jott mit Hilfe eines Benjamin-Blümchen-Hörspiels, Herrn Schnuffke innerhalb von 20 Minuten ins Bett zu bringen. Der Wahnsinn. Morgen, wenn Jott Abends nicht da ist, werde ich das auch probieren.

Zum Samstag vom Wochenende in Bildern.

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Joy to the World ist eines meiner absoluten Lieblingsweihnachtslieder. Zumindest in der Chor-Version mit ordentlich Bums und Stimmung dahinter.

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Was schön war: Geburtstag feiern :)

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Journal Freitag, 9.12.2016

Kinder, ey. Wer hat sich sowas nur ausgedacht.

Nach Abendessen und Sandmännchen gucken brachte ich Herrn Schnuffke zu Bett. Das heißt, ich habs probiert.
Eigentlich lief es ganz gut: Wir setzten uns in den Sessel, schauten zusammen sein Liederbuch an und ich sang ihm vor. Nach einer Weile war das Buch durchgeblättert und alle Lieder gesungen, und dann ging er von sich aus ins Bett, legte sich hin und ließ sich zudecken. Ich setzte mich neben ihn, ließ ihn mit meinem Arm kuscheln und erzählte ein bisschen mit ihm. Nach einer Weile erklärte ich ihm, dass ich den Arm bald wegnehmen würde, damit er schlafen kann, und wiederholte die Ansage noch zwei Mal, bis ich den Arm wegnahm. Das war okay für ihn, er drehte sich um, wurde immer ruhiger… und setzte sich mit einem Mal hin und war wieder aktiv. Und ich sah in seinem Gesicht wie er sich quält und wie müde er ist, aber nein, schlafen wollte er nicht.

Das wiederholte sich noch zwei weitere Male. Beim zweiten Mal aufsetzen krabbelte er aus dem Bett und lief zur Tür, weil er zu Jott wollte. Als ich ihn einfing, fing er an zu weinen… Als ich ihn wieder beruhigt hatte- ganz ruhig und langsam erklären, weshalb wir die Tür jetzt zumachen und das Mama im Wohnzimmer ist und immer da ist und das Papa auf ihn aufpasst und da ist bis er schläft- war inzwischen eine gute Stunde vergangen, meine Laune im Keller. Also nochmal erklären, dass Papa weiter da ist, neben seinem Bett bleibt, aufpasst, aber nun auch mal was für sich macht und ein wenig nebenbei liest. Das war auch okay, er drehte sich wieder um und war fast eingeschlafen, als er ZUM VERDAMMTEN DRITTEN MAL KURZ VOR DEM EINSCHLAFEN AUFSPRANG UND MIT EINEM MAL AUF DEN ARM WOLLTE. Und er ließ sich nicht beruhigen oder wieder hinlegen, und als ich mich weigerte, fing er an zu weinen. Klasse.

Ich versteh das Kind nicht. Und ich bin ehrlich, es nervt mich ungemein. Mag ja sein, dass er offenbar das Bedürfnis hat, nicht zu schlafen und somit nichts zu „verpassen“, aber irgendwann kollidiert das mit meinem Bedürfnis nach Feierabend. Mal früher, mal später, heute eher später.

Nach einer Stunde und einer Viertelstunde übernahm Jott zum Glück, ich war zu dem Zeitpunkt einfach nur noch stinksauer und wollte einfach nicht mehr.

An Abenden wie diesen habe ich ziemlich Schiss vor der Zukunft mit drei Kindern. Wenn das bei den Zwillingen auch so wird, dann gute Nacht- oder gerade nicht. Bei denen müssen wir wohl etwas anders machen als bei Herrn Schnuffke (aber was?), ansonsten…. Tja, ich weiß es nicht.

Das schlimmste ist: Mich gruselt es inzwischen vor den Abenden mit Herrn Schnuffke. Die Tage sind kein Problem, weder die Arbeitstage mit ihrer elenden Fahrerei noch die Wochenenden, nach denen ich eigentlich noch einen freien Tag ohne Kind bräuchte. Aber die Abende mit dem Schlaftheater. Nee. Die sind schlimm.
Und wenn Jott ihn ins Bett bringt/ bringen muss, habe ich ein furchtbar schlechtes Gewissen- die soll sich ja eigentlich schonen und nicht ’ne geschlagene Stunde im Kinderzimmer auf dem Boden sitzen müssen.

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Journal Donnerstag, 8.12.2016

Die [zensiert] [zensiert] [zen… ach, Sie verstehen schon was ich eigentlich sagen will] Berliner S-Bahn bekommt es nicht hin, ihr [zensiert] neues Stellwerk auf der S3 rechtzeitig in Betrieb zu nehmen. Bis Dienstag soll die Unterbrechung der S3 nun andauern.
https://twitter.com/sbahnberlin/status/806866138399440896

Während ich beim ersten Lesen des Tweets noch blanken Hass empfand, seufze ich inzwischen nur noch schicksalsergeben. Und ein gutes hats ja: Da in Tempelhof und am Ziel-U-Bahnhof kein Aufzug verfügbar ist, trainiere ich gleich noch ein paar Tage länger diverse Muskelpartien beim Treppauf- und Treppabtragen des Buggys…

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Ich poste jetzt jeden Tag ein Weihnachtslied. Mit „The First Noel“ von Frank Sinatra fange ich an, um auch gleich ein bestimmtes Niveau vorzulegen.

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Diese verdammte S-Bahn.

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Ich mag Beiträge, in denen sich Eltern auskotzen. Dann fühle ich mich nicht allein. Und nicht als schlechtester Papa der Welt.

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Herrgott, diese S-Bahn.

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Heute morgen im Büro musste ich mich mit einem Mal zwingen, ganz ruhig zu atmen. Ein und Aus. Ein und Aus. Ein und Aus. Ein und- ES WIRD EINEN REBOOT VON DUCKTALES GEBEN!

Ich mag Ducktales.

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Ich verteidige sie ja oft, aber gerade reichts mir. Dämliches Stellwerk. Dämliche S3. Dämliches viel zu großes Berlin.

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Herr Schnuffke schläft in den letzten Tagen furchtbar schlecht ein, wacht meist gegen 23 Uhr auf und ist nur durch Jott zu beruhigen. Ich schaffe es derzeit gar nicht, ihn ins Bett zu bringen, an irgendeinem Punkt steht er auf, klettert aus dem Bett und läuft zu Jott ins Wohnzimmer. Wenn die Kinderzimmertür geschlossen ist, weint er solange, bis die Tür geöffnet wird. Jott und ich vermuten so ein bisschen rum, dass die lange Zeit bei meinen Eltern vielleicht etwas hart für ihn war und er sich nun verstärkt vergewissern muss, das Jott noch da ist.

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Unser Kaisers wird ein Edeka. Das ist praktisch, bei Edeka kauf ich ganz gern ein.

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Was schön war: Herr Schnuffke, wie er auf dem Heimweg in der Schönefeld-S-Bahn ein bisschen mit Alissia aus bella italia schäkerte.